Die Kanzlerin kommt. Natürlich muss man als Journalist dabei sein, wenn man die Gelegenheit dazu hat. Lässt dafür schweren Herzens sogar eine Familienfeier sausen. Und lernt ein weiteres Mal, wie schön es ist, Lokaljournalist zu sein und sich nicht mit den Großen dieser Welt herumplagen zu müssen. Das fängt schon bei der Akkreditierung an. Weiterlesen: http://bit.ly/lrm8Cu
Kategorie: Politik
7. Maritime Konferenz beendet – Veranstalter sprechen von einem großen Erfolg
Von Helmut Burlager
Wilhelmshaven.
Die 7. Nationale Maritime Konferenz ist am Mittag zu Ende gegangen. Abschluss und Höhepunkt waren die beiden Reden von Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister und von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Beide hoben die Bedeutung der maritimen Wirtschaft für die gesamte deutsche Volkswirtschaft hervor und würdigten die Zusammenarbeit dieser Branche, die es leichter gemacht habe, die Weltwirtschaftskrise schnell zu überwinden.
Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrer Rede in Wilhelmshaven. Foto: Helmut Burlager
Das zweitägige Treffen von rund 1000 Fachleuten und Politikern des maritimen Sektors auf dem Gelände des Jade-Weser-Ports würdigte der Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, Staatssekretär Hans-Joachim Otto, zum Abschluss der Konferenz als sehr großen Erfolg. Es habe in den Arbeitsgruppen sehr kontroverse, aber wegweisende Debatten gegeben. Vor allem in den Bereichen der Offshore-Windenergie und der Meerestechnologie zur Gewinnung von Rohstoffen sehen die Beteiligten noch große Chancen. Freie Seefahrt, die Konkurrenzfähigkeit deutscher Reedereien und Werften und das Thema Schifffahrt und Klimaschutz waren weitere wichtige Themen der Konferenz, die von zahlreichen Medienvertretern beobachtet wurde. Das Jeversche Wochenblatt berichtet am Montag erneut ausführlich über die Konferenz.
Schwieriger Start für einen jungen Kutterfischer
Das hatte Jan-Walke Schröder sich anders vorgestellt: Anfang April hatte er seinen neu erworbenen Fischkutter “CUX 1” nach Dangast überführt und wollte sich damit als Krabbenfischer selbstständig machen. Er hat den Kutter ausgerüstet und erste Probefänge im Jaderevier gemacht, was nicht so einfach war. “Ich musste das Fanggeschirr erst an die Verhältnisse hier anpassen und Erfahrungen sammeln, wo man hier erfolgversprechend fischt und wo nicht.” Sein Onkel, dessen Kutter ebenfalls in Dangast liegt, gab viele Tipps, und eigentlich könnte es jetzt richtig losgehen, doch nun das: Die Küstenfischer haben einen selbstauferlegten Fangstopp beschlossen, und an den hält sich selbstverständlich auch Jan-Walke Schröder, der sich als Mitglied im Verband der Kleinen Hochsee- und Küstenfischerei angemeldet hat. Nur sind ihm jetzt die Hände gebunden: Zwar könnte er die Krabben auch für den eigenen Bedarf im eigenen Fischgeschäft in Dangast gut gebrauchen, aber die Solidarität gebietet es, nicht hinauszufahren und zu fischen. Jan-Walke Schröder arbeitet derweil weiter an seinem kleinen Kutter, der inzwischen die Dangaster Kennung “DAN 1” und den Namen “Friesland” trägt, und hofft, dass das Fangverbot in ein, zwei Wochen aufgehoben wird. Er wird durchhalten, denn als Spross einer Fischerfamilie weiß er, dass nach weniger guten Zeiten auch wieder bessere kommen.
Die Existenzgründung des 39-jährigen Seemanns und Fischers – ein Wagnis, denn die Küstenfischer an der deutschen Nordseeküste klagen nicht nur über Preisverfall, sondern auch über Quotenregelungen und immer neue Auflagen des Gesetzgebers und der EU für ihren Berufsstand.
Wie es dazu kam, dass Jan-Walke Schröder dennoch einen Kutter kaufte, um damit auf Krabbenfang zu gehen, lesen Sie hier: https://friesenblog.wordpress.com/aktuelles/krabbenkutter-mit-heimathafen-dangast/
Nachrichten vom globalen Dorf
vom Lesen der Zeitungen – Nachrichten von globalen Dorf.
Ein Beitrag von Ulrich Kasparick
DJV-Vorsitzender Konken: Pressefreiheit wird schleichend ausgehöhlt
Der Deutsche Journalisten-Verband hat aus Anlass des Welttags der Pressefreiheit am 3. Mai bessere Arbeitsbedingungen für Journalistinnen und Journalisten eingefordert. „Zur Pressefreiheit gehört nicht nur, dass Journalisten ohne Zwänge und Repressionen arbeiten können“, sagte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken. „Pressefreiheit bedeutet auch Schutz vor unerwünschter Einflussnahme, egal von wem.“ Der DJV-Vorsitzende wies in dem Zusammenhang auf wiederholte Versuche einzelner Politiker hin, Einfluss auf die Berichterstattung im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu nehmen. Ein Beispiel sei die Reaktion von Politikern auf kritische Berichte im ZDF-Magazin Frontal 21. Es könne nicht angehen, dass kritisierte Politiker Rügen für die Redaktion forderten, statt sich mit der Kritik inhaltlich auseinanderzusetzen.
Auch in den anderen Mediengattungen herrscht aus Sicht des DJV Nachholbedarf bei der Pressefreiheit. Wo Redakteuren die Zeit für Recherchen fehle, werde die Pressefreiheit schleichend ausgehöhlt. „Viele Redakteure leiden darunter, dass in den Chefetagen kaum noch Verlegerpersönlichkeiten sitzen, die ihnen im Zweifel den Rücken frei halten“, sagte Konken. Manager, die nur die Wirtschaftsdaten ihres Verlags im Blick hätten, seien unsensibel für die notwendige Unabhängigkeit des Journalismus. „Die Pressefreiheit fängt in den Redaktionen an – diese Botschaft muss endlich gelebte Praxis im Journalismus werden.“
Südsudan: Investitionen in die Zukunft
Welthungerhilfe unterstützt Rückkehrer beim Neubeginn
Bonn, 15.04.2011. Mehr als 250.000 Menschen sind seit Oktober letzten Jahres vom Nordsudan in den Süden des Landes zurückgekehrt. Viele von ihnen haben im Januar 2011 in ihrer alter Heimat für einen neuen und unabhängigen Staat gewählt und wollen nun eine neue Existenz in ihrer alten Heimat aufbauen. Die Welthungerhilfe wird in ihre Zukunft investieren und helfen, bessere Lebensbedingungen für die Rückkehrer zu schaffen. In zwei Projekten werden in den kommenden Wochen Flüchtlinge unterstützt, die aus dem Norden in die Provinz Bahr el Ghazal zurückgekehrt sind. 5.000 Haushalte bekommen Planen und Baumaterialien, um sich erste Notunterkünfte zu errichten. Außerdem werden faltbare Wasserkanister verteilt, damit die Familien sauberes Trinkwasser transportieren und aufbewahren können. Die meisten Rückkehrer haben nur wenige Habseligkeiten mitbringen können und stehen völlig mittellos da.
Die Infrastruktur im neuen Staat ist in einem desolaten Zustand, denn es fehlen die grundlegenden Einrichtungen wie Schulen, Krankenstationen und Straßen. Die Welthungerhilfe unterstützt daher gemeinsam mit internationalen Partnern die medizinische Grundversorgung der Rückkehrer in drei Gesundheitszentren. Der ansässigen Bevölkerung stehen diese Zentren ebenfalls offen, um von Anfang an mögliche Konflikte zwischen den Neuankömmlingen und den lokalen Familien zu vermeiden.
„Wir werden diesen neuen Staat mit allen Kräften unterstützen. Die Menschen, die so friedlich im Januar beim Referendum gewählt haben, brauchen Rückenwind für den Neubeginn“, erklärt Wolfgang Jamann, Generalsekretär der Welthungerhilfe, die Arbeit im Südsudan.
Die Welthungerhilfe war in der Vergangenheit über viele Jahre bis 2009 im Südsudan tätig und wird gemeinsam mit ihren europäischen Partnern der Alliance2015 den Aufbau des neuen Staates unterstützen. Sie plant in diesem Jahr weitere Nothilfe- und Rehabilitierungsmaßnahmen, die sowohl die akuten Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung befriedigen als auch die rasche Integration der zahlreichen Rückkehrer voranbringen. Dazu gehören die Verbesserung der Trinkwasserversorgung, der Ausbau der Bildung und Gesundheitsvorsorge sowie die Ernährungssicherung der Familien.
Die Welthungerhilfe bittet um Spenden für die Menschen im Südsudan
Welthungerhilfe
Kontonummer 1115, Sparkasse Köln-Bonn, BLZ 370 501 98
Stichwort: Sudan
Die Welthungerhilfe ist eine der größten privaten Hilfsorganisationen in Deutschland. Sie leistet Hilfe aus einer Hand: Von der schnellen Katastrophenhilfe über den Wiederaufbau bis zu langfristigen Projekten der Entwicklungshilfe mit einheimischen Partnerorganisationen nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe. Seit der Gründung im Jahr 1962 wurden mehr als 6.200 Projekte in 70 Ländern mit 2 Milliarden Euro gefördert – für eine Welt ohne Hunger und Armut.
Gegen die Marktschreierei
Ich bin überrascht und erfreut über die Reaktionen auf meinen gestrigen Tagebucheintrag zum Thema Mahnwachen: Vom Brüllen und vom Schweigen. Mir haben inzwischen etliche Leserinnen und Leser auf verschiedenen Wegen bestätigt, dass sie genauso empfinden: Angesichts der Tragödie in Japan ist die marktschreierische Debatte, die bei uns begonnen hat, einfach unwürdig. Vielen Dank für alle Rückmeldungen. Nach reiflicher Überlegung und durch andere bestärkt werden wir den Tagebucheintrag morgen auch in Print veröffentlichen. #Jeversches Wochenblatt
Vom Brüllen und vom Schweigen
Heute Abend bin ich auf einer dieser spontanen Demos gewesen, die von den Veranstaltern als “Mahnwachen” angekündigt wurden. Ich war als Beobachter da. Etliche Menschen waren nach meinem Eindruck als Zuschauer da. Leute, die in der Vergangenheit sicher eine Meinung zur Atomkraft hatten, aber nie auf die Straße gegangen sind. Ganz junge Leute, ziemlich alte Leute, und neben den üblichen Verdächtigen auch ganz unverdächtige. Gekommen, um irgendwie teilzunehmen an weltweiter Solidarität mit Menschen, in deren Lage man jetzt nicht sein möchte. Um überhaupt irgendetwas zu tun in einer Situation, in der man eigentlich nichts tun kann als sprachlos vor dem Fernseher zu sitzen.
Mahnwache. Wer denkt da nicht an Menschen, die – eine Fackel in der Hand – stumm dastehen und allein durch ihre Anwesenheit für oder gegen eine Sache eintreten. Vielleicht ein paar wohlgesetzte Worte des Mitgefühls erwartend. Ein Gebet gar? Ansonsten Schweigen. Was bleibt einem angesichts der Bilder aus Japan, unter dem Eindruck dieser gewaltigen Katastrophe, auch anderes, als still zu sein und mitzufühlen. Und sich zu sorgen, wie es wohl weitergeht, dort und hier?
Es war ganz anders. Mit bunten Fahnen rückten sie an, mit gelb-schwarzen Totenkopf-Fässern, einem Rinderkopf aus Pappmaché, was immer sie damit ausdrücken wollten. Ein Megafon hatte der Cheforganisator dabei, und als er es einschaltete und loslegte, da was es vorbei mit der “Mahnwache”. Ohne auch nur eine kleine Gedenkminute für die Opfer der Katastrophe in Japan einzulegen, nur einen Halbsatz dem Leid der Menschen widmend, trötete er los, schrie seine Anti-Atom-Überzeugung fast heraus, was nicht allein am Megafon lag. Sätze aus dem Anfängerbaukasten des Funktionärs, ohne Empathie, ohne diejenigen mitzunehmen, die vielleicht erst in diesen Tagen zu der Überzeugung gelangt sind, dass die Menschheit auf dem Holzweg ist, und die nicht zu einer Kundgebung gehen wollten, sondern zu einer Mahnwache.
Wer überzeugen will, muss nicht laut sein. Und viel braucht es in diesen Tagen ohnehin nicht, andere zu überzeugen, dass es so nicht weitergeht in der Energiepolitik, in Deutschland, auf der Erde.
Ich habe später wieder vor dem Fernseher gesessen, habe Bilder aus Japan angeschaut. Bilder von Menschen, die allen Grund hätten, herumzubrüllen, Transparente zu schwenken, ihre Regierung zu beschimpfen, zu sagen, sie wären schon immer dagegen gewesen und hätten Recht behalten. Sie tun es nicht. Sie sind still. So still, wie man sein sollte, wenn über so viele Menschen so viel Leid hereingebrochen ist. Warum nur strahlen die Japaner so viel mehr Würde aus?
Mahnwache für Japan, gegen Atomenergie
Mahnwache: Die Grünen, Kreisverband Friesland, veranstalten nach Angaben des Jeverschen Wochenblatts heute um 18 Uhr auf dem Alten Markt in Jever eine Mahnwache. Der Kreisvorstand lädt dazu alle ein, die ihre Betroffenheit angesichts der Naturkatastrophe in Japan und des vermutlich bevorstehenden Super-Gaus in Atomkraftwerken zum Ausdruck bringen wollen. Die Mahnwache ist Teil einer bundesweiten Aktion.
Redefreiheit – oder: etwas über die Worte
Redefreiheit – oder: etwas über die Worte.
Von Ulrich Kasparick