Tag 172 | Ghana

Vermutlich gehöre ich zu den wenigen hier, die sich über das 2:2 gegen Ghana auch ein bisschen freuen können. Verdient war es sowieso, und unseren Freunden dort gönne ich die Freude und den Jubel darüber, gegen Deutschland nicht untergegangen zu sein. Nachwuchsprobleme haben die Westafrikaner auch nicht. Vielleicht ist unter diesen Kindern schon eins, das in acht oder zwölf Jahren in einer anderen ghanaischen Fußballmannschaft auf dem Platz steht und gegen Deutschland spielt.

Kinder in Ghana - offen, fröhlich, neugierig - und fußballverrückt. Foto: Helmut Burlager
Kinder in Ghana – offen, fröhlich, neugierig und fußballverrückt. Foto: Helmut Burlager

 

 

 

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Schon sieben Banken gegründet

Großzügige Spende an Opportunity International

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Rüdiger Möllenberg, Botschafter von Opportunity International und einer der Mitbegründer des Freundeskreises Weser-Ems, übergab der Spenderin Verena Voß einen Herzstein aus Afrika als Dank für ihr Engagement. Frau Voß ist seit vielen Jahren in der evangelischen Kirchengemeinde Jever stark engagiert.
Foto (c): Helmut Burlager

Jever – Nicht noch ein Obstkorb und keine weitere Palme: Verena Voß wollte zu ihrem 75. Geburtstag im April keine Geschenke. Und da sie seit Längerem plante, die Entwicklungshilfeorganisation Opportunity International (OID), die von Jever aus mehrere Projekte in Ghana gestartet hat, mit einer Spende zu unterstützen, schrieb sie ihren Gästen in der Einladung, sie könnten ihr dabei helfen. So spendeten die Gratulanten gut 1200 Euro, und Verena Voß, die sich seit Jahren stark in der evangelisch-lutherischen Gemeinde engagiert, stockte auf 5000 Euro auf. Damit ist die „Herzbank Verena“ ins Leben gerufen worden, die mittlerweile siebte „Bank mit Herz“, die auf Initiative des Freundeskreises Weser-Ems von Opportunity gegründet wurde.

Mit jeweils 5000 Euro wird in der Partnerregion am Voltafluss in Ghana eine kleine Kreditgenossenschaft gegründet, die das Geld zumeist an Frauen ausleiht, die mit einem eigenen kleinen Geschäft das Leben ihrer Familien verbessern wollen. Dabei geht die Hilfe weit über den Kredit hinaus: Opportunity bietet über seine Partnerorganisation in Ghana den Klienten auch Sparmöglichkeiten, Mikroversicherungen, Absatzhilfen und Bildung.

Rüdiger Möllenberg vom Freundeskreis Weser-Ems von OID bedankte sich für die großzügige Spende mit einem Herz-Stein, den er aus Afrika mitgebracht hatte. Die jeversche Gruppe ist mehrfach in Ghana gewesen und hat Mikrobanken besucht. „Diese persönlichen Kontakte finde ich wichtig“, sagte Verena Voß. Sie sei überzeugt, dass das Geld sehr gut angelegt sei.

Küstenfischer kämpfen mit leeren Netzen

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Bild: Fischer in Ghana, Westafrika (Foto: Helmut Burlager)

Friesland/Senegal. Ein westafrikanischer und ein norddeutscher Fischer ziehen gemeinsam an einem Tau, um ein Segel zu hissen. Nur ein Augenblick, aber mehr Symbolik geht nicht, als Gaoussou Gueye aus dem Senegal an Bord des Museumskutters „Gebrüder“ vor Wangerooge im Wattenmeer kreuzt. Ein interessanter Bericht von Dieter Sell auf evangelisch.de Zum Artikel

Afrika kann sich selbst ernähren

Gegen den Hunger und für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung Afrikas. Ein sehr interessanter Beitrag über die Zukunft der Landwirtschaft auf dem schwarzen Kontinent. Und über ein Projekt, das der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan unterstützt: AGRA

Agra

Kleine Kredite – große Wirkung

Mikrokredite: Ausstellung in der Stadtkirche Jever

Jever/hbu – Überraschend und ganz kurzfristig hat der Freundeskreis Weser-Ems von Opportunity International Deutschland die Möglichkeit erhalten, die Ausstellung „Kleine Kredite – große Wirkung“ über die segensreiche Arbeit der Mikrofinanz-Organisation in der Dritten Welt zu zeigen.

_DSC2499 Weil eine andere Veranstaltung in der Region abgesagt wurde, wird die Ausstellung nun von Montag, 11. April, an bis Anfang Mai in der Stadtkirche Jever gezeigt.

Im Bild eine Klientin in Ghana. Foto: Burlager

Die Ausstellung mit vielen Bildern und Informationen über die Bereiche Mikrokredite, Mikrosparen, Mikroversicherung und Mikroschulen, mit denen Opportunity in zahlreichen Ländern Afrikas und Asiens aktiv ist, war vor mehreren Jahren schon einmal erfolgreich in der Volksbank Jever gelaufen. Daraus hatte sich der Freundeskreis Weser-Ems um Rüdiger Möllenberg, Jochen Ewald und Dr. Karl Harms entwickelt, der mittlerweile Spenden von mehreren hunderttausend Euro für den guten Zweck eingeworben hat. Neuerdings kann bei Opportunity International jeder Interessierte seine „eigene“ Bank gründen: 5000 Euro sind nötig, um in einem afrikanischen oder asiatischen Land eine kleine Genossenschaftsbank ins Leben zu rufen, die vor allem armen Frauen beim Aufbau einer wirtschaftlichen Existenz hilft. Der Freundeskreis Weser-Ems hat inzwischen mehrere Reisen nach Ghana unternommen, um sich dort vom Erfolg dieser Entwicklungsarbeit zu überzeugen.

Eröffnet wird die Ausstellung am Montag um 18 Uhr, sie ist danach während der normalen Öffnungszeiten der Stadtkirche zu sehen. Mehr Informationen gibt es unter http://www.oid.org

Gründe doch einfach mal eine Bank …

Eine "BANK MIT HERZ" in Afrika gründen und damit die Lebensumstände und Zukunftsperspektiven vieler Menschen verändern! Am kommenden Freitag (25.02) startet Opportunity International Deutschland die Aktion BANK MIT HERZ. Ihr könnt dabei sein und Herz zeigen…

Herz

Mehr über die Arbeit von Opportunity International Deutschland hier:
gehe zu Opportunity

Mikrofinanz-Arbeit in Ghana, wir sind vor Ort gewesen:
https://friesenblog.wordpress.com/mikrokredite-2/ghana-seite/

Helfen mit landwirtschaftlichen Mikrokrediten

Ghana277 70 Prozent der 1.4 Milliarden afrikanischen Menschen leben in extremer Armut (mit weniger als einem Euro am Tag) in landwirtschaftlichen Regionen. Opportunity International setzt sich verstärkt für die Armutsbekämpfung in ländlichen Regionen durch die Ausweitung von Finanzdienstleistungen und der Entwicklung eines Finanzprogramms für Kleinbauern ein. Mehr zu diesem Thema hier:

http://www.oid.org/dokumente/neuigkeiten/landwirtschaftliche-mikrokredite.html

Klettern für den Regenwald

Auf die Bäume, Touristen!

Der Canopy Walkway bei Cape Coast in Ghana

Mehr als 80 Prozent des Urwalds ist schon abgeholzt. Nur in Reservaten wie dem Kakum-Nationalpark findet man noch ursprüngliche Natur.

Von Brigitte Meiners

Schweigen im Walde. Nur Vogelstimmen sind zu hören, hier Ghana605 und da ein Rascheln im Gebüsch, und sonst nichts als gedämpfte Schritte und das regelmäßige Keuchen der Vorderleute und derjenigen, die auf dem schmalen, nur teilweise befestigten Pfad durch den Urwald im Gästemarsch folgen. Reden wäre zu anstrengend, auch wenn der Weg weder besonders steil noch besonders lang ist. Es ist die Hitze, die jeden Ghana606Schritt beschwerlich macht. Dabei scheint die Sonne gar nicht, und selbst wenn sie schiene, käme hier unten, am Fuß der Baumriesen im tropischen Regenwald, kein Sonnenstrahl an. Es ist dunkel hier, und stickig. Plötzlich sagt doch einer was: „Kann nicht mal einer den Saunaofen abstellen?“ Anstrengung und Anspannung lösen sich in Gelächter auf. Dann wieder Keuchen bei 40 Grad und extremer Luftfeuchtigkeit.    Noch wissen die Wanderer nicht, ob das Schwitzen sich lohnt. Ziel des kaum zwanzigminütigen Fußmarsches ist der Canopy Walkway, eine der wenigen echten Attraktionen im touristisch noch nicht so recht erschlossenen Ghana. Und eine Art Mahnmal zugleich.

1995 ist der Baumwipfelweg im Kakum-Nationalpark in Betrieb genommen worden. Er ist nur für Besucher ohne Höhenangst geeignet, denn der Walkway ist ein System wackliger Hängebrücken; ein Spazierweg, der in gut 40 Meter Höhe auf einer Strecke von 350 Metern von Baumwipfel zu Baumwipfel führt. Ghana621 Doch nicht als Abenteuerspielplatz wurde der Walkway geplant, sondern als Projekt des Ökotourismus. Die Besucher, die Eintritt zahlen und neben dem eigentlichen Baumwipfelweg auch ein Regenwaldmuseum und andere Einrichtungen vorfinden, sollen das Geld bringen, das für die Rettung des Regenwaldes gebraucht wird.

In Ghanas bewaldetem Süden, nicht weit vom Golf von Guinea, liegen die östlichen Ausläufer des großen guineischen Regenwaldes, einem der biologisch vielfältigsten Ökosysteme des afrikanischen Kontinents. In Ghana ist davon allerdings nicht viel geblieben. Durch Holzeinschlag, Ausbreitung der Landwirtschaft, Erschließung von Bodenschätzen und sich ausdehnende Siedlungen sind mehr als 80 Prozent des ursprünglichen tropischen Regenwaldes verschwunden, und nach wie vor wird Tropenholz geschlagen, wird der Boden nach Gold und anderen Schätzen großflächig durchwühlt.

Mit der Unterschutzstellung des 607 Quadratkilometer großen Kakum-Nationalparks ist es 1990 immerhin gelungen, ein wertvolles Stück des ursprünglichen Regenwaldes zu retten. Regierungsstellen und NichtregierunGhana625gsorganisationen arbeiteten eng zusammen, den Nationalpark nicht nur zu sichern, sondern durch seine Erschließung für sanften Tourismus auch eine wirtschaftlich Grundlage für eine nachhaltige Bewahrung dieses Naturerbes zu schaffen.  Am „Earth Day“ 1995 wurde der Canopy Walkway eingeweiht, zwei Jahre später das dazugehörige Besucherzentrum, in dessen Museum die Touristen aus dem In- und Ausland und die Schulklassen auch viel über die kulturellen Bezüge des einheimischen Akan-Volkes zu ihrem ursprünglichen Lebensraum, dem Regenwald, erfahren.

Das vermittelt auch der grün uniformierte Wildhüter, der die Gruppe auf dem  Weg zum Walkway begleitet. Immer wieder macht er kurz Halt, weist hier auf einen seltenen Baum Ghana611und dort auf eine besondere Schlingpflanze und erklärt, welche Bedeutung sie für die indigene Bevölkerung hatten und haben, denn: „Der Regenwald gibt uns alles, was wir zum Leben brauchen. Nahrung und Medizin.“ An vielen Beispielen erklärt er, wogegen diese Wurzel, jene Rinde oder dieser grüne Spross hilft. „Der Urwald ist unsere Apotheke“, sagt er.

Über eine Holztreppe geht es schließlich zur ersten Station des Baumwipfelweges. Ohne einen Nagel oder Bolzen, nur geschickt mit schonenden Tauen und gut kaschierten Stahlseilen an den Baumriesen befestigt. schwingt sich die erste Hängebrücke vom Start weg zum nächsten Baumriesen. Nun hilft kein Führer mehr, nun muss jeder sich selbst überwinden und losmarschieren. Auf schmalen Brettern hinüber zur nächsten Plattform, fünfzig Meter entfernt. Die Brücke schwankt und wippt, doch das Betreten ist völlig gefahrlos, schulterhoch wird der Kletterer von einem stabilen, engmaschigen Netz abgesichert. Ghana619 Und die Tiefe – bis zu 40 Meter – lässt sich auch nur erahnen, denn fast nirgendwo schaut der Wipfelstürmer bis zum Boden hinunter. Unter der Hängebrücke dehnt sich undurchdringlich, sattgrün das Blätterdach der niedrigeren Urwaldvegetation aus.

So gibt es bis auf ein paar Vögel und Schmetterlinge auch nichts von der Regenwaldfauna zu sehen. Waldelefanten, Waldbüffel, Meerkatzen, Bongo-Antilopen und Riesenwaldschweine soll es hier geben. Der Tourist wird sie allenfalls bei speziellen Führungen mit erfahrenen Wildhütern weitab vom offiziellen Pfad erblicken.

Dem Erlebnis des Baumwipfelpfades tut das keinen Abbruch. Immer wieder halten die Brückengänger an, blicken in die „grüne Hölle“ hinab, wo warme feuchte Nebel wabern, und lauschen den Vogelstimmen. Und fühlen sich ein bisschen wie Heinz Sielmann auf seinen Expeditionen ins Tierreich.

Dabei ist die Zivilisation nicht weit wegGhana604. Nach der Coast, wo die anderen Touristenattraktionen des Südens, die alten Sklavenforts Elmina und Cape letzten Plattform geht’s über eine Holztreppe wieder hinab auf den Boden, zu Fuß zurück ins Besucherzentrum.  In einer halben Stunde ist man von hier in der Großstadt Cape Coast, liegen.

Unterwegs, am Straßenrand, sehen wir Lastwagen stehen. Die Fahrer machen Pause in einer kleinen Vorort-Raststätte. Sie kommen aus dem Urwald. Geladen haben sie riesige Baumstämme, Tropenholz. Viel wird vom tropischen Regenwald in Westafrika wohl nicht stehen bleiben.

(Der Beitrag erschien am 15. Januar 2011 im Jeverschen Wochenblatt)

Lesen Sie auch: https://friesenblog.wordpress.com/ghana-seite/ unseren Reisebericht über die Besuche bei Klienten von Opportunity International.

Ghana-Seite umgezogen

Nach mehreren Umzügen ist unser Ghana-Reisebericht vom März 2010 jetzt auch im Friesenblog gelandet: https://friesenblog.wordpress.com/ghana-seite/

Wir, Brigitte Meiners, Jochen Ewald und Helmut Burlager, erzählen in mehreren Beiträgen über unsere Rundreise durch das westafrikanische Land, die uns zu zahlreichen Klienten von Opportunity International führt. Opportunity ist eine weltweit agierende Mikrokredit-Organisation, deren deutscher Ableger OID vom Freundeskreis Weser-Ems unterstützt wird. Mehr über die Entwicklungshilfearbeit mit Mikrofinanzierung unter www.oid.org