Muss man gesehen haben

Nathan_der_Weise_03Ein Theatererlebnis, das lange nachwirkt, beschert die Landesbühne Niedersachsen-Nord in dieser Saison mit Gotthold Ephraim Lessings Drama „Nathan der Weise“. Gestern Abend gastierte das Ensemble mit dem Klassiker in Jever und hinterließ beim Publikum am ausverkauften Dannhalm in jeder Hinsicht großen Eindruck: Eine großartige schauspielerische Gesamtleistung, aus der lediglich Johannes Simons als Nathan herauszuheben wäre, ein außergewöhnliches, durchdachtes Bühnenbild und ein Umgang mit Lessings „Dramatischem Gedicht in fünf Aufzügen“, der einen eigentlich sperrigen und antiquierten Text recht modern und jedenfalls verdaulich präsentiert. Das Thema selbst, der Wettstreit der großen Weltreligionen Christentum, Judentum und Islam und die Frage, welche davon „wahr“ ist, könnte aktueller nicht sein.

Wer das Stück noch sehen möchte, hat an diesen Terminen noch die Gelegenheit:

Stadttheater Wilhelmshaven:
So, 03.12.2017 / 15.30 Uhr
Sa, 16.12.2017 / 20.00 Uhr
Fr, 02.02.2018 / 20.00 Uhr
Fr, 09.02.2018 / 20.00 Uhr

Im Spielgebiet:
Mi, 22.11.2017 / 19.30 Uhr / Aurich, Stadthalle
Mi, 29.11.2017 / 19.30 Uhr / Nordenham
Mo, 11.12.2017 / 19.30 Uhr / Leer, Theater an der Blinke
Do, 14.12.2017 / 20.00 Uhr / Wittmund, Aula Brandenburger Straße
Sa, 17.02.2018 / 19.00 Uhr / Papenburg, Forum alte Werft
Di, 06.03.2018 / 19.30 Uhr / Norderney, Kurtheater
Mo, 12.03.2018 / 20.00 Uhr / Vechta, Metropol-Theater
Di, 13.03.2018 / 11.30 Uhr / Vechta, Metropol-Theater

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Theater-Leidenschaft

Nach einem beeindruckenden Theaterabend mit dem Stück „Die Schutzbefohlenen“ von Elfriede Jelinek am Freitag in Jever teile ich diesen Werbespot der Landesbühne doppelt gerne:

Landesbühne: Im Westen nichts Neues

Wer einmal in den Krieg zieht, wird ihn nie mehr los

Im_Westen_Teaser_05Kugelhagel, Panzerdröhnen und die nackte Angst ums Überleben. In seinem Antikriegsroman „Im Westen nichts Neues“ schickt der Schriftsteller Erich Maria Remarque seinen jungen Protagonisten Paul Bäumer mitten in die Hölle des Ersten Weltkriegs. Gemeinsam mit seinen Klassenkameraden folgt Bäumer dem allgemeinen Kriegstaumel und findet sich in der Realität des Schützengrabens wieder. Am 5. September, 20 Uhr, kommt das Stück erstmals auf die Bühne im Stadttheater. Um 19.30 Uhr gibt es dazu ein Einführungsgespräch mit Regisseurin und Dramaturgin im Oberen Foyer.

Unter der Regie von Oberspielleiterin Eva Lange (Bühne & Kostüme: Gabriela Neubauer) zeigen die Schauspieler Aida-Ira El-Eslambouly, Mechthild Grabner, Sarah Horak, Ben Knop, Robert Lang, Christoph Sommer und Vasilios Zavrakis, was der militärische Drill und die Traumata des Krieges aus jungen Menschen werden lässt.

„Ihr geht doch mit, Kameraden?“, fragten 1914 Lehrer ihre Schüler – und keiner von ihnen ahnte, was sie an der Front erwarten würde: Schlafmangel, Unterernährung, Materialschlachten und Stellungskrieg. Die einzige Überlebensmotivation ist die Hoffnung auf Heimkehr – die Rückkehr in die Normalität.

Inspiriert von Sabine Würichs und Ulrike Scheffers Ausstellung „Operation Heimkehr“ im Deutschen Marinemuseum geht Regisseurin Lange der Frage nach, ob eine Rückkehr in den Alltag überhaupt möglich ist. Was machen Soldaten nach dem Krieg?

Weltweit sind nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 60 Millionen Menschen auf der Flucht, so viele wie seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr. Fast 3000 Bundeswehrsoldaten sind in Auslandseinsätzen. Ist es möglich, nach den Erlebnissen bei Verdun, in Afghanistan oder Bosnien-Herzegowina wieder in den Alltag zurückzukehren? Wer einmal in den Krieg zieht, wird ihn nie mehr los.

Karten für die Premiere am Sonnabend, 5. September, 20 Uhr im Stadttheater gibt es im Service-Center der Landesbühne, im Internet oder an der Theaterkasse unter 04421/9401-15. Weitere Vorstellungen in Wilhelmshaven am 23. September um 20 Uhr und 27. September, 15.30 Uhr im Stadttheater.