Tag 186 | Nie wieder

Ich hab ja vor vielen Kollegen Respekt, aber heute ganz besonders vor meinen Sportkollegen Kathrin Kraft und Thomas Breves, die zusammen mit drei Leserinnen und Lesern des Jeverschen Wochenblatts und des Anzeiger für Harlingerland den 1. MeinFernbus-Triathlon in Carolinensiel mitgemacht haben. Wochenlang haben sie trainiert, sind heute Mittag an den Start gegangen und haben das Ziel in wirklich ordentlichen Zeiten erreicht, wenn auch fix und fertig. Übereinstimmender Kommentar meiner beiden Kollegen: „So was mache ich nie wieder!“

Frischgebackene Triathleten, völlig gar. Von links Janna Hinrichs, Martina Meyer, Wochenblatt-Redakteurin Kathrin Kraft, Cord Eilers, Wochenblatt-Redakteur Thomas Breves. Foto (c): Helmut Burlager
Frischgebackene Triathleten, völlig gar. Von links Janna Hinrichs, Martina Meyer, Wochenblatt-Redakteurin Kathrin Kraft, Cord Eilers, Wochenblatt-Redakteur Thomas Breves. Foto (c): Helmut Burlager

Friesland von der Schokoladenseite

Bildband mit dreisprachigen Erläuterungen – die leider nicht immer zutreffen

DruckSchade, wenn ein gut gemachter Bildband unter den Mängeln des bisschen Textes leidet, der die schönen Fotos illustriert. So wie im neu erschienenen Werk aus dem Wartberg-Verlag, „Im Land der Friesen“. Es gibt ja nicht wenige solcher Bildbände, die das Land zwischen Ems und Jade mit seinen pittoresken Städtchen, Sielhäfen und Inseldörfern so zeigen, wie es sich auch in Tourismusprospekten gern präsentiert. Das ist nicht ganz das wahre Ostfriesland, sondern nur die Schokoladenseite eines Landstrichs, der auch Hinterhöfe hat. Aber Bayern besteht ja auch nicht nur aus Bergen, Seen und Lederhosen.

Es ist also ein Bildband wie viele, mit Ansichten zahlreicher friesischer Sehenswürdigkeiten von Kutterhäfen bis Windmühlen, von Inselstränden bis zu holländisch anmutenden Altstadtgässchen. Die Fotos von Günter Franz, ergänzt um eine Reihe von Agenturbildern, zeigen, dass er den Blick fürs Typische hat, aber das außergewöhnliche Motiv nicht übersieht.

Die Idee, die das Buch von der Masse abhebt, ist eine andere: Es ist dreisprachig, die erläuternden Texte stehen auf Deutsch, Englisch und Französisch nebeneinander. Der Bildband ist dadurch ein ausgezeichnetes Mitbringsel für ausländische Besucher der Region. Die werden auch, anders als der heimatkundlich bewanderte einheimische Leser, nicht bemerken, dass die beschreibenden Texte aus der Feder des Sachbuchautors Ulf Kaack hier und da etwas fehlerhaft daherkommen.

Das fängt mit sonderbaren Aufzählungen („Ostfriesland, das Wangerland und Butjadingen sind…“) an, geht über veraltete Informationen („Seit 1903 ist Emden die Heimat der Nordseewerke. Heute werden hier nicht nur Schiffe gebaut…“) und falsche historische Angaben („Die 1896 errichtete Alte Inselkirche ist die älteste Kirche Ostfrieslands“) bis hin zur Erfindung neuer geografischer Bezeichnungen („Die östlichste der ostfriesischen Inseln gehört als Einzige politisch nicht zu Ostfriesland, sondern zum friesischen Weserland“). Das mindert die Qualität der sonst gefällig und kurzweilig verfassten Erläuterungen ein wenig, stört am Ende wohl aber nur den, der sich etwas besser auskennt. Vielleicht verkauft die erste Auflage sich so gut, dass vor dem Druck der zweiten die kleinen Pannen ausgebügelt werden. Der Bildband selbst wäre es wert.

Ulf Kaack, Günter Franz, Im Land der Friesen – Zwischen Ems und Weser. 72 Seiten, gebunden, zahlreiche Farbfotos, deutsch/englisch/französisch. 15,90 Euro, Wartberg Verlag, ISBN 978-3-8313-2490-3

Zum dritten Mal Gespannpflügen wie vor 60 Jahren in Wiesedermeer

Gespannpflügen in Wiesedermeer.

Friedeburg – In Wiesedermeer, Kleinwiesedermeerer Weg 5, findet am 14. Oktober von 10 bis 16 Uhr zum dritten Mal das Gespannpflügen wie vor 60 Jahren statt. Angemeldet haben sich bis jetzt elf Gespannführer mit ihren unterschiedlichen Pflügen.

Um 10 Uhr findet wieder ein plattdeutscher Gottesdienst unter freiem Himmel statt, den Pastor Holger Rieken von der Ev.-luth. Kirche Marcardsmoor abhalten wird. Musikalisch begleitet wird der Gottesdienst vom Posaunenchor Marcardsmoor. Schauplatz des Gottesdienstes ist der Garten von Familie Hinrichs, gleich neben dem Grundstück, auf dem gepflügt wird. Im Anschluss werden die Gespanne vorgestellt, die dann zum Pflügen eingesetzt werden. Als Gäste sind aus Wiesmoor die „Freesenmaihers“ mit ihren Sensen und ihrem Dengelwerkzeug dabei. Sie werden wie in alten Zeiten mit ihren Sensen Gras schneiden. Gegen 15 Uhr wird es ein Ponypflügen geben. Gisela Janßen pflügt mit ihren Classic-Ponys mit einem äußerst seltenen Pflug.

Bis in die 50er und Anfang der 60er Jahre wurden die Land- und Feldarbeiten häufig noch mit Zugtieren vorgenommen. Trecker und später schwere Zugmaschinen lösten das Pferd als Arbeitstier ab. In der damaligen Zeit hatten die Bauern ein, zwei, drei oder mehrere Pferde in ihrem Stall. Bei größeren Besitztümern wurden die Pferde wegen der schweren Arbeit sogar täglich oder noch am selben Tag ausgewechselt.

In Kleinwiesedermeer wollen die Veranstalter den Besuchern zeigen, dass auch heute noch Pferde in der Lage sind, ein Ackergerät zu ziehen. Das geht zwar nicht von heute auf morgen. Die Pferde müssen langsam wieder körperlich an ihre Zugkraft herangebracht werden, und das kann nur durch tägliches Training geschehen.

Der Gespannführer muss die Last so wählen, dass die Pferde nie ein negatives Erlebnis haben.

Die Zugkraft bringt das Pferd über seine Brust auf, so heißt denn auch das vor der Brust des Pferdes verlaufende Teil des Geschirres „Brustblatt“. Wird das Pferd über das Brustblatt zu sehr beansprucht, so lässt es nicht weiter zu, dass es angespannt wird. Es hat einen Muskelkater.

Das in Kleinwiesedermeer vorgeführte Pflügen bezeichnet man in der Fachsprache als „Schälpflügen“. Der hier benutzte Kartenpflug kann als Schälpflug wie auch als Bestpflug eingesetzt werden.

Die Disco-Legende: Rio und das Whisky

Zum Abschluss der Ausstellung „Break on through“
gibt es eine DJ-Nacht vor dem Schloss und
erscheint ein Buch über den DJ aus Wittmund

Die DJ-Legende: Rio aus Wittmund legt am Sonnabend in Jever auf. Außerdem erscheint ein Buch über den Betreiber des „Whisky“. Foto: privat

Jever/Wittmund – Er ist, neben „Meta“, eine der Disco-Legenden auf der ostfriesischen Halbinsel. Silverio de Luca, alias „Rio“, langjähriger Betreiber der Diskothek „Whisky“ in Wittmund, heute „Dr. Jack“. Dass die Sonderausstellung „Break on through to the other side“ im Schlossmuseum Jever seit Jahren so ein großer Erfolg ist, liegt auch an Typen wie „Rio“, die für die wilden 60er und 70er Jahre stehen.

An diesem Sonntag geht die Ausstellung in Jever nach fast fünf Jahren zu Ende, und wie sollte das anders geschehen als mit einer weiteren großen DJ-Night vor dem Schloss. Sie beginnt an diesem Sonnabend um 19 Uhr. Eintritt 6 Euro, Einlass ab 18 Uhr.

http://www.dj-night-jever.de

Pünktlich zu diesem Anlass erscheint ein brandneues Buch: „Music in another dimension“ von André Klattenberg und Jonas Katzenberger, die es „die Bibel der Whisky-Kinder“ nennen. Monatelang wühlten sie in den Archiven, führten Interviews, schrieben die Lebensgeschichte(n) von „Rio“ und seiner Diskotheken. Dazu gab Mediengestalter André Klassenberg dem Buch noch eine ganz besondere Gestalt: „Music in another dimension“ sieht aus wie eine klassische Langspielplatte. Hier gibt’s mehr zu lesen: Die Bibel der Whisky-Kinder

 

Friesenblog 29.06.2012

Ein Hauch von Afrika in Ostfriesland

Aboubacar „Bouba“ Diakité bringt Nordlichtern das Trommeln bei 

Von Daniela Buhl 

Der jüngste Teilnehmer John-Wyclef Buhl (9 Jahre) ist besonders begeistert von dem Künstler, „ Es macht sehr viel Spaß, hier zu trommeln, Bouba ist ein sehr guter Lehrer“, sagte er.
Foto (c): Daniela Buhl

Wittmund – Die Musikschule Friesland-Wittmund hat Afrika nach Ostfriesland geholt. Aboubacar „Bouba“ Diakité aus Berlin brachte schon bei seinem ersten Workshop in Wittmund alle Teilnehmer dazu, mit dem guineischen Trommel- und Tanzkünstler gekonnt verschiedener Rhythmen zu trommeln. Nach einer Erklärung der Herkunft des zu spielenden Rhythmus‘ “Makru“ und deren drei Begleitungen wurde diese Schlagfolge auf Djembe, Dundun, Sangban und Kenkeni eingeübt.Mit viel Humor und Geduld von „Bouba“ vermittelt, spielten die Nachwuchstrommler diesen Rhythmus am Ende fast perfekt und sauber.

„ Es ist sehr schön hier oben an der Nordsee, die Gegend stahlt viel Ruhe aus“ so Bouba Diakité. „ Ich freue mich sehr, dass ich hier her kommen durfte und komme auch gerne wieder, wenn ihr möchtet“. Der jüngste Teilnehmer John-Wyclef Buhl (9Jahre) ist besonders begeistert von dem Künstler, „ Es macht sehr viel Spaß, hier zu trommeln, Bouba ist ein sehr guter Lehrer“, sagte er.

Im September kommt er wieder: Aboubacar „Bouba“ Diakité aus Berlin. Foto (c): Daniela Buhl

Im September kommt Bouba Diakitè , allein schon aufgrund der vielen Nachfragen, wieder nach Wittmund, um für die vielen Freunde der Djembe noch einige Workshops zu leiten. Mehr Infos auf der Homepage von „Bouba“:

www.bouba-diakite.com