Tag 80 | Muss haben

Foto (c): AL-KO
Foto (c): AL-KO

Ein „Must-Have“ für Frauen, etwas Unverzichtbares also, was fällt Euch dazu ein? Handtaschen, Schuhe, Schmuck? Cabrio? diamantenbesetztes I-Phone? Die Firma ALKO behauptet von ihrem neuesten Produkt, es sei so ein „Must-Have. Es ist der Lady-Mäher Comfort in den Modefarben purpur oder bordeaux. Macht richtig was her beim Rasenmähen, wie der PR-Text verspricht: „Mit dem neuen Lady-Mäher geht die Gartenarbeit gleich noch leichter von der Hand und dabei hat die auffällig gestaltete Farbvariante einen praktischen Nebeneffekt: Sie zieht die neidischen Blicke der Nachbarinnen auf das eigene Grün.“ Das gönnt man seiner Frau doch. Und in Afrika ist Muttertag.

Tag 79 | Kreativ

Die Homepage der Werbeagentur ist wirklich eins a. Das Team sprüht nur so vor Ideen, das kann, soll und wird potenzielle Kunden auf den Geschmack bringen. Auch die Texter der Agentur stellen sich mit einem eingängigen Satz vor: „Man nehme gewöhnliche Worte und sage ungewöhnliche Dinge.“ Darauf muss man erst mal kommen. Na ja, Kreative eben. Der Spruch passt perfekt in meine kleine Zitatensammlung. Bevor man es veröffentlicht, sichert man sich allerdings gern noch mal schnell ab, und siehe da: Der olle Schopenhauer hat’s gesagt. Aber wen interessiert schon geistiges Eigentum?

Tag 78 | Pechvogel

Unglücksrabe, weiblich: Eine 54-jährige Frau hat am vergangenen Sonnabend nach ihrem Einkauf in Wilhelmshaven auf dem Parkplatz versehentlich ihr Portemonnaie in einen unverschlossenen grünen Golf gelegt, der ihrem eigenen sehr ähnlich sah. Als sie den Irrtum bemerkte, war  der Wagen nicht mehr da und ihre Geldbörse leider auch nicht. Nun hoffen die Dame und die Polizei auf einen ehrlichen Finder.

Tag 77 | In der Kürze

An Telefonzellen (jüngere Leser wissen mit dem Begriff etwas anzufangen) stand früher (mein Gott, ich werde alt) der Hinweis „Fasse Dich kurz!“ Das war vor allem denen sympatisch, die in der Schlange darauf warteten, dass sie endlich an die Reihe kommen. In Zeiten des Mobiltelefons und der Flatrates labert jeder so lange und so viel er will. Für Schreiber gilt die Aufforderung „Fasse dich kurz“ ja im Grunde auch, wenngleich eher diejenigen berühmt geworden sind, die sich nicht daran gehalten haben, was jeder erinnert, der die „Glocke“ auswendig lernen oder die Buddenbrooks lesen musste. Journalisten aber plagen sich tagtäglich mit mangelndem Platz herum und müssen deshalb schon aus Eigeninteresse einen Weg finden, die Wörterdiarrhoe aufzuhalten. Eine Kollegin einer befreundeten Zeitung hat’s darin inzwischen zu wahrer Meisterschaft gebracht, sie schreibt – wenn auch privat und nicht für die Zeitung – seit einiger Zeit Haikus. Japanisches Versmaß. Drei Zeilen, siebzehn Silben. Konzentrierte Botschaft, alles drin. Vielleicht sollte ich sie abwerben. Würde ja mordsmäßig Honorar sparen, wenn man sie losschickte: „Berichte doch bitte für uns über die Ausstellungseröffnung im Schloss. Ach, übrigens, ein Haiku reicht!“

Susannas neues Buch mit Haikus: Hier

Tag 76 | Verkauft

Wenn Drucker genau dann kaputt gehen würden, wenn die letzte Druckerpatrone verbraucht ist, lägen in unseren Schubladen nicht so viele originalverpackte teure Tintenbehälter herum wie es seit Jahren der Fall ist. Nachdem auch der letzte Versuch gescheitert ist, den Tintenstrahler wieder in Gang zu kriegen, stellt sich erneut die Frage: Wohin damit? Gleich in den Müll? „Stell es doch bei Ebay rein“, rät ein Freund. Gesagt, getan, nach wenigen Stunden ist tatsächlich ein Käufer gefunden, der sich die Patronen für kleines Geld abholen will. Er freut sich, ich freue mich. Braucht übrigens noch jemand  einen Berg Tintenpatronen für den Canon Pixma 4200?

Tag 75 | Weltreise

GlobusVon England über die Türkei nach Amerika, und das mit dem Fahrrad, das geht nirgendwo anders als im Friesischen. Allerdings gibt es Ortsnamen, die zugleich Namen von Ländern oder gar Kontinenten sind, nicht nur auf der Ostfriesischen Halbinsel, sondern auch in anderen Regionen Deutschlands, wenn auch nicht so gehäuft. Die Zeit hat in ihrer Serie „Deutschlandkarte“ eine schöne Landkarte dazu veröffentlicht, die man sich glatt als Poster an die Wand hängen könnte. Hier geht’s zum Artikel und hier zur Karte.

Tag 74 | Weitsicht

Es ist schon mehr als ein Jahr her, da kam die Absage. Schade, dachten die Banker damals. Das wäre eine tolle Veranstaltung gewesen. Nun mussten sie sich einen anderen Redner für ihr Unternehmerforum suchen. Das klappte zwar, aber ein bisschen haben sie ihrer ursprünglichen Idee doch nachgetrauert. Eine Weile jedenfalls. Bis sie erfuhren, warum der Promi ganz andere Sorgen hat als die, ob Wilhelmshaven in seinen Terminkalender passt. Gestern stellte sich nun heraus, dass die Veranstaltung sowieso geplatzt wäre, selbst wenn der Referent zugesagt hätte. Der Mann hätte den Termin nämlich absagen müssen, weil er zum Zeitpunkt der Veranstaltung wohl längst wegen Steuerhinterziehung im Gefängnis sitzen wird. Da hat jemand Weitsicht bewiesen.

Tag 73 | Hallo

„Netto ruft Weißwurst zurück“, lese ich beim Bild online und stelle mir das gerade bildlich vor. „Hallo Weißwurst! Haaaalllooooo! Kommst du bitte noch mal zurück?“

Tag 72 | Erkenntnis

Twitterer sind Narzisten, überschätzen ihre Talente, haben einen Hang zum Exhibitionismus, können Kritik nur ganz schwer ertragen und empfinden wenig Empathie für andere – haben US-Wissenschaftler herausgefunden.“ Das lese ich beim Mediendienst „Turi2“. Na ja, dann wisst Ihr ja jetzt, mit wem Ihr es zu tun habt. https://twitter.com/HelmutBurlager

Tag 71 | Kenntnisreich

Kann man mehr Fehler in eine Immobilienanzeige einbauen?

„Die angebotene Mietwohnung befindet sich in äußerst begehrter Lage in der historischen Stadt Jever, welche 1536 entstand.“

(Jever ist mehr als tausend Jahre alt, erhielt nur 1536 die offiziellen Stadtrechte)

„Jever ist durch die hohe Einwohnerzahl von rund 14.100 eine der größten Städte im Landkreis Friesland.“

(Es gibt nur drei Städte im Landkreis Friesland, davon ist Jever die kleinste)

„Durch die Nähe zu Wilhelmshaven (15 km) sowie dem Küstenbadeort Hooksiel (10 km) wird die Attraktivität dieser Lage nochmals unterstrichen.“

(Bei diesen Entfernungsangaben kommt man mal gerade bis zum Ortsrand der genannten Ziele, aber seien wir nicht kleinlich)

Die Wohnung, um die es geht, ist übrigens hübsch. Das hab ich mit eigenen Augen gesehen …