Tag 39 | Weißkopfadler

Sorry, mir war nach Streiten zumute. Das hab ich dann, um den häuslichen Frieden nicht zu belasten, einfach auf Facebook gemacht. In einer Gruppe, die sich „Jever aktuell – Politik + Gemeinschaft“ nennt. Die ist ja wohl zum Streiten gegründet worden, oder? Was mich also aufregte, war, dass dort ein gewisser Ano-Jesper Nymus Meinungsbeiträge postet, in denen er über die Politik herzieht. Was ja nicht verboten ist. Aber feige, wenn man es nicht mit eigenem Namen und Gesicht, sondern unter Pseudonym und mit dem Konterfei eines Weißkopfadlers tut. Aus der Deckung der Anonymität lässt sich trefflich meckern und lästern, das hat leider im Netz immer mehr um sich gegriffen. Ich hab’s also beanstandet in dem Forum und eine schöne Diskussion ausgelöst. Der einzige, der’s nicht begriff, war übrigens der Weißkopfadler.

Tag 24 | Der Blog

Nun könnte ich es ja machen wie der ADAC und behaupten, tausendzweihundert meiner Leser hätten darüber abgestimmt, ob es in Zukunft „Der Blog“ oder „Das Blog“ heißen soll. Das Ergebnis, 83,33 Prozent für die maskuline Form und nur 16,67 für den sächlichen Artikel, klänge dann total überzeugend. Nun haben aber bis gestern um diese Zeit nur zwölf Leute abgestimmt, deshalb ist der Ausgang der Wahl weder repräsentativ noch bindend. Aber da ich das auch keineswegs erwartet habe, sondern mit Anzahl und Ergebnis vollkommen einverstanden bin, heißt es ab jetzt klar: „Der Friesenblog“. Nicht das und auch nicht die Friesenblog, obwohl jemand meinte, wenn es nach einem bestimmten, offenbar feministisch angehauchten Blogger gehe, müsse es wohl „die Blog“ heißen, das sei dann ein sogenanntes „energisches Femininum“. Da sich diese Aussage nicht binnen 30 Sekunden per Google-Abfrage verifizieren ließ und sich auch durch 60-sekündiges Nachdenken nicht erschloss, was der Ausdruck wohl bedeuten könnte, ist „die“ nun also auch aus dem Rennen. Wär ja auch sonderbar gewesen, auf diese Weise zur Bloggerin zu werden.

Tag 22 | Der Die Das

Heute könnt Ihr mal abstimmen. Soll ich in Zukunft das Blog oder der Blog schreiben? Ich mach’s ja mal so, mal so. Die Duden-Rechtschreibung lässt beides zu. Für die Kurzform von Weblog (das Weblog?) oder Logbuch (das, natürlich) wäre der sächliche Artikel angemessen, aber „der Blog“ geht irgendwie leichter über die Zunge, und „das Friesenblog“ klingt doch ehrlich gesagt… Na ja, entscheidet Ihr!

Tag 21 | Plagiat

Am Tag 20 meines ziellos begonnenen Projekts, jeden Tag einen Blogbeitrag zu veröffentlichen, merke ich plötzlich, dass eine alte (pardon, Christine, das ist nicht aufs Lebensalter bezogen) Bloggerfreundin offenbar am 1. Januar genau den gleichen merkwürdigen Vorsatz gefasst hat und nun Tag für Tag ein bisschen von sich preisgibt. Sonderbare Fügung, ich kannte noch nicht einmal ihren neuen Blog „Vintage Family“, nun zählt sie wie ich die Tage des neuen Jahres an den Fingern ab, vielleicht auch nur, bis sie im Laufe des Jahres wieder nach Friesland zieht, wie sie heute verraten hat. Es zwingt uns ja niemand, das durchzuhalten, allenfalls der Ehrgeiz, es meinem Kollegen Christoph Hinz nachzutun, der fünf Jahre lang jeden Morgen eine Katze malte, nachzulesen hier: Der Mann, der zweitausend Katzen malte. Da bleibt viel zu tun. Christines Blog jedenfalls findet Ihr hier: Vintage Family

Friesenblog wünscht ein frohes neues Jahr

Glocken in aller Welt läuten in wenigen Stunden das neue Jahr ein. Diese hier hängt im Torre del Poniente hoch über der gewaltigen Kathedrale von Cadiz in Andalusien (Spanien). Friesenblog wünscht all seinen treuen Leserinnen und Lesern einen guten Rutsch und ein glückliches, erfolgreiches Jahr 2014!

Torre de Poniente, Kathedrale von Cadiz, Spanien.  Foto: Helmut Burlager
Torre de Poniente, Kathedrale von Cadiz, Spanien.
Foto: Helmut Burlager

„Ein ungewöhnliches Projekt“

„Respekt – das ist ein beachtenswertes, ein ungewöhnliches und ein wunderbares Projekt“, schreibt Heike Pohl in ihrer Rezension auf ihrem Blog „Textwerk“. Ein schöner Beitrag über unser Buch.

Heike

Ein paar Zitate aus der Rezension:

„Respekt. Achtung. Aufmerksamkeit. Vor den Lebensleistungen, dem Altern und dem Alter selbst zu wecken, Erinnerungen festzuhalten, das ist das Anliegen dieses nicht zuletzt durch seine wunderbaren Nahaufnahmen so bestechenden Buches. Vom Hilfsarbeiter über den Landtierarzt, die Kunsterzieherin, die in früheren Jahren auch Modell gestanden hatte, bis hin zur jungen Frau aus Ostpreußen, deren Lebensreise von Deutschland über Frankreich, die Vereinigten Staaten und schließlich ins Jeverland führte – so unterschiedlich die Lebenswege auch sein mögen, alle Porträtierten eint die während eines fürchterlich wütenden Weltkrieges verbrachte Kindheit und die Gabe, weder den Lebensmut noch die Freude daran jemals verloren zu haben. Und sie alle führen dem Leser eine Bescheidenheit vor Augen, die nachdenklich werden lässt.“

Zum Originaltext

Zweieinhalb Jahre Friesenblog – und 50.000 Klicks

Zwischenablage02Zugegeben, andere Seiten machen das an einem Tag. Aber Bild und Spiegel wollten wir sowieso nicht das Wasser abgraben. Friesenblog hat heute 50.000 Aufrufe erreicht.  Danke an alle Follower!

Mit diesem Foto fing's mal an. Der Friesenblog-Kutter aus Westeraccumersiel war zimlich lange das Erkennungszeichen des Friesenblogs. Foto (c): Helmut Burlager
Mit diesem Foto fing’s mal an. Der Friesenblog-Kutter aus Westeraccumersiel war ziemlich lange das Erkennungszeichen des Friesenblogs.
Foto (c): Helmut Burlager

ACC 1 – der Friesenblog-Kutter, heute mal in Acryl

Heute hat der Friesenblog ein schönes Geschenk bekommen. Meine treue Followerin, Facebook-Freundin, Kommentatorin und Retweeterin, die Microbloggerin Debora Hennigs aus Schortens, hat den Krabbenkutter ACC 1 aus Westeraccumersiel-Dornumersiel, der das Logo des Friesenblogs von Anfang an ziert, in Acryl (60×60) gemalt, abfotografiert und die Erlaubnis gegeben, das Bild im Blog zu veröffentlichen. Sogar die Möwe auf dem Dalben ist mit drauf. Was für eine schöne Idee, seht selbst:

MalereiKutter1

© Debora Hennigs / Friesenblog

Der Bundespräsident und die Bürgermeister

Von Helmut Burlager

Natürlich bekommt jeder Chefredakteur Anrufe von Politikern, die wegen eines Berichts oder eines Kommentars sauer sind. Sonst würden er und seine Leute ja was falsch machen. Wenn sich nie ein Politiker über die Zeitung aufregt, ist die Zeitung nicht kritisch und distanziert genug.

Chefredakteure gehen, wenn sie Charakter und Berufsethos haben, auf solche Beschwerdeanrufe nicht ein, sofern die Kollegen sauber recherchiert, die Betroffenen angehört und die Sachverhalte korrekt dargestellt haben. Gibt es begründete Beschwerden über einen Beitrag, dann wird der Verfasser befragt, werden die Fakten gegebenenfalls noch einmal geprüft, im ungünstigeren Fall muss mit einer Richtigstellung oder einer Entschuldigung reagiert werden. Das kommt vor.

Es kommt, allerdings sehr, sehr selten, auch vor, dass von einer Berichterstattung Betroffene im Vorfeld versuchen, einen unbequemen Beitrag zu verhindern. Ein Chefredakteur, der sich darauf einließe, ebenso ein Verlagsleiter oder Verleger, der dem nachgäbe, hätte komplett versagt. Ein Politiker, der so etwas versuchen würde, ebenfalls. Ein guter Politiker weiß das auch. Deshalb versuchen es auch nicht viele. In meiner mehr als 35-jährigen Laufbahn ist das noch nicht vorgekommen, und ich habe in meinem kollegialen Umfeld hier im Nordwesten selten davon gehört.

Was mich nun in diesen Tagen ärgert, ist neben der Causa Wulff vor allem die Art und Weise, wie große Medien darüber berichten. So sagte der stellvertretende Chefredakteur der „taz“, Rainer Metzger, in einem Interview mit dem Heute-Journal am Montag, 2. Januar 2012, über Wulff: „Worum geht es ihm eigentlich? Er denkt, er kann da einfach Einfluss ausüben, mit einem Telefonat bei einer so großen Zeitung. Das ist keine Lokalzeitung.“

Und ähnlich hat sich laut Deutschlandfunk eine bekannte Journalistin der Süddeutschen Zeitung geäußert: „’Die Symbiose zwischen Medien und Politikern sei enger geworden. Aber es sei außergewöhnlich, dass ein Bundespräsident sich so benimmt‘, sagt die SZ-Journalistin Franziska Augstein. Das kenne man von Lokalpolitikern und von wütenden Rumpelstilzchen wie dem französischen Präsidenten Sarkozy.“ Und so ähnlich argumentieren auch andere.

Nun hat man bei der taz und der Süddeutschen im besseren Falle Vorstellungen von der Arbeit bei einer Lokalzeitung, die sich nicht ganz mit der Realität decken. Im schlimmeren Fall ist es Arroganz. Es macht nämlich überhaupt keinen Unterschied, ob ein Lokalpolitiker oder ein Bundes-Promi versucht, missliebige Berichterstattung zu unterbinden, und es sollte genauso gleichgültig sein, ob er sich dabei an die Verlegerin der „Bild“ wendet oder an die einer kleinen Provinzzeitung. Denn Pressefreiheit unterscheidet nicht  zwischen groß und klein, bedeutend oder unbedeutend. Und gute Journalisten und Verleger lassen sich nirgendwo in der Bundesrepublik einschüchtern, egal ob da der Bundespräsident anruft oder der Bürgermeister.

„Bild dir deine Meinung“ mit der Süddeutschen

„Bild dir deine Meinung“ mit der Süddeutschen.

via„Bild dir deine Meinung“ mit der Süddeutschen.

Ein Beitrag von Heinz-Peter Tjaden  zur Frage, warum eigentlich die Süddeutsche und nicht Bild über einen merkwürdigen Anruf des Bundespräsidenten berichtete. Plausibel…