Tag 256 | Medien

Stefan Bergmann tritt zum 1. November in die Chefredaktion der Emder Zeitung ein. Foto: EZ
Stefan Bergmann tritt zum 1. November in die Chefredaktion der Emder Zeitung ein. Foto: EZ

Veränderung an der Spitze der Emder Zeitung: Der 46 Jahre alte Stefan Bergmann tritt zum 1. November in die Chefredaktion des Blattes ein. Er ist seit 2006 Chefredakteur der Münsterschen Zeitung, die jüngst an den örtlichen Konkurrenten Westfälische Nachrichten verkauft worden ist.

Stefan Bergmann übernimmt in Emden eine von der Größe her vergleichbare Zeitung. Die Münstersche Zeitung hat eine Auflage von 19.500 Exemplaren, die Emder Zeitung verkauft etwas mehr als 10.000 Exemplare. Sie gehört zu den wenigen Zeitungen dieser Größenordnung, die mit einer Vollredaktion arbeiten.

Seit Anfang der Achtzigerjahre produziert die Redaktion den überregionalen Teil wieder selbst, nachdem das Blatt bis dahin einen Mantel eingekauft hatte. Dies und ein aufsehenerregender Relaunch, der die EZ bis heute zu einem Exoten unter den Lokalzeitungen macht, war unter anderem das Werk des amtierenden Chefredakteurs Klaus Fackert (61).

Prägt die EZ seit Jahrzehnten: Klaus Fackert. Hier auf dem Cover seines Buches.
Prägt die EZ seit Jahrzehnten: Klaus Fackert. Hier auf dem Cover seines Buches.

Der war 1981 mit dem neuen Chefredakteur Herbert Kolbe nach Emden gekommen, hatte mit ihm zusammen die Zeitung umgekrempelt und in der Branche neue Maßstäbe gesetzt. 2006 übernahm Fackert die Chefredaktion. Seine Kolumne „Die Woche ist um“ war so erfolgreich, dass Fackert zum 25-jährigen Jubiläum ein Buch aus den besten Beiträgen machte. Nachdem er seit Monaten aus familiären Gründen sein Amt nicht mehr ausüben kann, wird die Chefredaktion nun um Stefan Bergmann erweitert.

Tag 255 | Interview

Bin auf eine neue Möglichkeit gestoßen, ohne viel Aufwand an Promi-Interviews zu kommen. Habe mich einfach mal gestern Abend nach der heute-Sendung beim Facebook-Chat mit dem neuen heute-Moderator Christian Sievers eingeklinkt und ein paar Fragen eingestreut. Wegen des großen Andrangs im Chat wurden nicht alle beantwortet, aber immerhin… ausbaufähig.

Sievers„Hallo Herr Sievers, erstmal herzlichen Glückwunsch zu Ihrem neuen Job. Sie machen das gut!

Christian Sievers: (Schickt als Antwort einen Smiley)

Isis, Ukraine, Ebola, Europa, Schottland, Katalanen – unruhige Zeiten, in denen Sie die heute-Sendung übernehmen. Welches Thema berührt Sie persönlich zurzeit am meisten?

Sievers: Ich habe fünf Jahre lang im Nahen Osten gelebt. Das Schicksal der Flüchtlinge dort, von denen ich einige persönlich getroffen habe, vergisst man so schnell nicht.

Wie gelingt es Ihnen, nüchtern und sachlich zu bleiben, wenn es um Nachrichten geht, die Ihnen persönlich an die Nieren gehen oder über die Sie eigentlich nur lachen oder den Kopf schütteln können?

Sievers: Aus der Sendung raushalten und dann privat lachen oder Kopf schütteln.

Den Rest des Interviews klaue ich einfach aus Fragen anderer Chat-Teilnehmer und den Antworten:

Wie ist so ein typischer Tagesablauf eines heute-Moderators? Wann ist man morgens im Sender, wann geht man? Was macht man den ganzen Tag im Sender?

Sievers: Sitzungen ab 10 Uhr. Viel diskutieren, lesen, telefonieren. Sendung um 19 Uhr, FB-Chat danach…

Wie viele Mitarbeiter hat ihre Redaktion? Ist das die gleiche wie beim heute Journal, oder sind dies getrennte Redaktionen?

Sievers: Das sind getrennte Redaktionen unter einem Dach. (wg. Mitarbeiterzahl frage ich morgen meinen Chef)

Wie viele Meldungen waren heute noch in petto, die dann aus Zeitgründen unter den Tisch fallen mussten? Und welche waren das, wenn’s der Fall war?

Sievers:  Es gibt jeden Tag viele tausend weitere Meldungen. Eine, die schon in der Sendung drin war und dann aus Zeitmangel wieder rausflog, war: „Strompreise stark gestiegen“.

Was sind Ihre (sichersten und schnellsten) Informationsquellen? DPA, AP, etc.?

Sievers: Wir haben alle wichtigen Agenturen hier. Außerdem internationale TV-Sender und den Eurovision News Austausch. Tageszeitungen. Twitter.

Sie waren lange Korrespondent in Israel. Was nehmen Sie aus der Zeit mit? Haben Sie Hebräisch gelernt?

Sievers: Eine große Bewunderung für die Menschen in Nahost. Israelis und Palästinenser. Riesen-Lob für das gute Essen dort. Und Sehnsucht nach der Sonne… Hebräisch habe ich gelernt und kann es trotzdem nicht wirklich.

Wie erfuhren Sie als Deutscher in Israel das deutsch/israelische Verhältnis, insbesondere bei der Unter-50-Generation?

Sievers: Ein superwichtiges Thema. Tel Aviv – Berlin, die Verbindung klappt hervorragend. Beide Städte sind sich sehr ähnlich. Die Menschen auch. Wenn man sagt, man kommt aus Berlin, hört man in Israel immer: „Ah super, da komme ich gerade her.“ oder „Da fahre ich morgen hin.“

Ihre Erfahrungen als Auslandskorrespondent all die Jahre, hilft das bei der Anmoderation der Themen oder steht diese Erfahrung außen vor?

Sievers: Das hilft sehr. Ich glaube, dass man viele Fähigkeiten eines Reporters auch als Moderator gut gebrauchen kann: Die richtigen Fragen stellen. Auf den Punkt bringen.

Eine Frage noch: Gibt es bei heute eigentlich einen Dresscode oder könnten Sie theoretisch auch im Polohemd moderieren?

Sievers: Theoretisch ja, aber praktisch nicht. Die Zuschauer erwarten einen gewissen Look, wenn man Nachrichtensendungen macht.

Beim Spiegel würde jetzt stehen: „Wir danken Ihnen für das Gespräch!“ War ja leider gar keins…

Tag 254 | Seite 1

Um noch mal kurz auf Christian Wulff zu kommen, der am vergangenen Montag in Jever bei der Vorstellung seines Buches vor allem mit den Boulevard-Medien abrechnete: Zu dem Thema gibt es jetzt auch ein Theaterstück. Ingolf Lück ist der Darsteller des Ein-Personen-Stücks, das jetzt in Gütersloh Premiere hatte. Darüber berichtet das Medienmagazin Zapp:

Realistisch? Medienkritik als Theaterstück

Tag 253 | Auf AB

Christian Wulff in Jever. Fragen aus dem Publikum. Thema Kai Diekmann. Ein Zuschauer: „Sprechen Sie heute noch Leuten auf die Mailbox?“

Wulff: „Ja, ich spreche noch auf Mailboxen. Ich liebe Mailboxen, weil man dann schnell loswird, was man zu sagen hat. Trotzdem war es dämlich. Ich habe zu spät überlegt, wem ich da auf die Mailbox gesprochen haben.“

Tag 242 | Ins Fernsehen

Einladung zu einer Pressekonferenz. Der Gastgeber meint es offenbar gut mit den Printjournalisten. Oder wie soll ich diesen Satz verstehen? „Über eine rege Teilnahme freuen wir uns auch aufgrund der Tatsache, dass sich der NDR mit einem Kamerateam angekündigt hat.“ Na besten Dank!

Tag 224 | Ausgeladen

Eine Facebook-Gruppe, die sich „Jever aktuell“ nennt, hat sich das Wort von Voltaire zum Motto gemacht:  „Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst“. So tolerant ist man nicht überall im Nordwesten. Sogar die „Süddeutsche“ hat einen Vorgang im Emsland aufgegriffen, der ein bisschen sprachlos macht: Erklärungsnot nach Redeverbot

Tag 216 | Neviges

Ja, es gibt Blogs, die können einen neidisch machen, und ich rede nicht von Niggemeyer. Und der, um den es hier geht, hat auch nicht so viel mehr Klicks gehabt als der Friesenblog. Bis er vom Stern entdeckt wurde, jetzt hat er mehr. Braucht er aber gar nicht, denn so ein Blog wie 42553 Neviges hat einfach so seine Daseinsberechtigung, auch wenn ihn keiner klicken würde. Ein Blog über – Nichts! Schaut selbst.

Tag 210 | 10 Gründe

Heute mal eine Anleihe bei Lousy Pennies. Spricht mir aus der Seele: Zehn Gründe, warum Journalisten nicht bloggen sollten

Tag 207 | Tim Keweritsch

Tim Keweritsch, Selbstporträt
Tim Keweritsch, Selbstporträt

Im Künstlerhaus Hooksiel ist heute eine besondere Fotoausstellung eröffnet worden. Der kaum 30 Jahre alte Fotograf Tim Keweritsch hat bereits in England, Deutschland, Japan, China, Singapur und in den USA gearbeitet. Eine Auswahl seiner Werke ist bis zum 21. September zu sehen, dienstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr. Ein Portät des Fotokünstler hier:

Auf der Suche nach dem wirklichen Leben

Tag 206 | Risikoberuf

Traumberuf Journalist – immer öfter ein Alptraumberuf, wenn man über den Tellerrand des grundgesetzlich vor Zugriffen geschützten, wirtschaftlich meist recht komfortabel bis auskömmlich ausgestatteten und Journalismus in unserem Land hinausschaut. 61 tote Journalisten – so lautet die grausige Bilanz des ersten Halbjahrs 2014, die das International News Safety Institute (INSI) gezogen hat. Laut einer Pressemitteilung des Deutschen Journalistenverbandes (DJV) ist die Zahlt getöteter Journalisten in aller gegenüber dem ersten Halbjahr 2013 in diesem Jahr bereits um 21 gestiegen. Die meisten Opfer waren in der Ukraine zu beklagen: Hier starben sieben Journalisten. Zahllose weitere Berichterstatter wurden verletzt, bedroht oder entführt. Sechs Journalisten ließen im Irak ihr Leben. Jeweils fünf Korrespondenten bezahlten ihren Einsatz in Syrien bzw. Pakistan mit dem Leben, vier in Afghanistan. 23 der 61 getöteten Journalisten arbeiteten für das Fernsehen, bei den meisten Opfern handelte es sich um Berichterstatter, die in dem jeweiligen Krisenland zu Hause waren. Zwölf Auslandskorrespondenten starben in Ausübung ihres Berufs.