Tag 76 | Verkauft

Wenn Drucker genau dann kaputt gehen würden, wenn die letzte Druckerpatrone verbraucht ist, lägen in unseren Schubladen nicht so viele originalverpackte teure Tintenbehälter herum wie es seit Jahren der Fall ist. Nachdem auch der letzte Versuch gescheitert ist, den Tintenstrahler wieder in Gang zu kriegen, stellt sich erneut die Frage: Wohin damit? Gleich in den Müll? „Stell es doch bei Ebay rein“, rät ein Freund. Gesagt, getan, nach wenigen Stunden ist tatsächlich ein Käufer gefunden, der sich die Patronen für kleines Geld abholen will. Er freut sich, ich freue mich. Braucht übrigens noch jemand  einen Berg Tintenpatronen für den Canon Pixma 4200?

Tag 74 | Weitsicht

Es ist schon mehr als ein Jahr her, da kam die Absage. Schade, dachten die Banker damals. Das wäre eine tolle Veranstaltung gewesen. Nun mussten sie sich einen anderen Redner für ihr Unternehmerforum suchen. Das klappte zwar, aber ein bisschen haben sie ihrer ursprünglichen Idee doch nachgetrauert. Eine Weile jedenfalls. Bis sie erfuhren, warum der Promi ganz andere Sorgen hat als die, ob Wilhelmshaven in seinen Terminkalender passt. Gestern stellte sich nun heraus, dass die Veranstaltung sowieso geplatzt wäre, selbst wenn der Referent zugesagt hätte. Der Mann hätte den Termin nämlich absagen müssen, weil er zum Zeitpunkt der Veranstaltung wohl längst wegen Steuerhinterziehung im Gefängnis sitzen wird. Da hat jemand Weitsicht bewiesen.

Tag 73 | Hallo

„Netto ruft Weißwurst zurück“, lese ich beim Bild online und stelle mir das gerade bildlich vor. „Hallo Weißwurst! Haaaalllooooo! Kommst du bitte noch mal zurück?“

Tag 71 | Kenntnisreich

Kann man mehr Fehler in eine Immobilienanzeige einbauen?

„Die angebotene Mietwohnung befindet sich in äußerst begehrter Lage in der historischen Stadt Jever, welche 1536 entstand.“

(Jever ist mehr als tausend Jahre alt, erhielt nur 1536 die offiziellen Stadtrechte)

„Jever ist durch die hohe Einwohnerzahl von rund 14.100 eine der größten Städte im Landkreis Friesland.“

(Es gibt nur drei Städte im Landkreis Friesland, davon ist Jever die kleinste)

„Durch die Nähe zu Wilhelmshaven (15 km) sowie dem Küstenbadeort Hooksiel (10 km) wird die Attraktivität dieser Lage nochmals unterstrichen.“

(Bei diesen Entfernungsangaben kommt man mal gerade bis zum Ortsrand der genannten Ziele, aber seien wir nicht kleinlich)

Die Wohnung, um die es geht, ist übrigens hübsch. Das hab ich mit eigenen Augen gesehen …

Tag 69 | Aus Lemgo

Pinar Atalay moderiert künftig die Tagesthemen. Foto: NDR/Thorsten Jander
Pinar Atalay moderiert künftig die Tagesthemen. Foto: NDR/Thorsten Jander

Spiegel online fragt die künftige Tagesthemen-Moderatorin Pinar Atalay in einem Interview: „Wie sehr nervt es Sie eigentlich, dass Ihr Migrationshintergrund so häufig thematisiert wird?“ Will Spiegel online uns damit sagen, dass der Migrationshintergrund von Medienleuten und Politikern zu oft thematisiert wird? Dann hätten die Kollegen vielleicht mal auf die Frage verzichten sollen. Wie auch immer, Frau Atalay geht äußerst entspannt mit der Frage und mit dem Thema um. „Eigentlich habe ich ja auch gar keine Migrationsgeschichte, ich stamme aus Lemgo, also Ostwestfalen-Lippe“, antwortet sie. Das Interview ist lesenswert:

Türken haben immer noch ein Gastarbeiter-Image

Tag 65| Lebensbuch

Johannes Diekhoff.  Foto: Reinhard Former
Johannes Diekhoff.
Foto: Reinhard Former

Im Alter von 94 Jahren ist im vergangenen Jahr Johannes Diekhoff gestorben, ein geschätzter zweisprachiger ostfriesischer Autor und Vordenker. Die Journalisten Johann Haddinga und Reinhard Former haben jetzt, sozusagen als Vermächtnis des bekannten Schriftstellers, dessen letztes Buch herausgebracht. „Dat mag Jo good gahn“ verbindet die Biografie des Ostfriesen mit Reportagen, Interviews und Berichten sowie einer Auswahl seiner wichtigen Werke. Mehr über das Buch gibt es hier.

Tag 64 | Erkenntnis

Seit ich das Wort zum Tage immer schon kurz nach Mitternacht freischalte, weiß ich erst, wie viele Nachteulen es gibt, die nicht ins Bett finden und nach zwölf noch hellwach anderer Leute Blogs lesen und liken.

Tag 61 | Spetz

Die "Plattdüütsche Landkoort" stellt Orte vor, die sich für zweisprachige Ortsbeschilderung entschieden haben, so wie Auerk, die ostfriesische Hauptstadt.
Die „Plattdüütsche Landkoort“ stellt Orte vor, die sich für zweisprachige Ortsbeschilderung entschieden haben, so wie Auerk, die ostfriesische Hauptstadt.

Von „Spetz“ war ja neulich schon in Zusammenhang mit der reiselustigen Seniorin die Rede (Alma will naa Afrika), nun wird das ostfriesische Dorf auch in einer Veröffentlichung des Instituts für Niederdeutsche Sprache (INS) erwähnt. Es dient als Beispiel für die Zweisprachigkeit bei Ortsnamen. Das Dorf Spetzerfehn im Landkreis Aurich (Auerk) wird nämlich gemeinhin „Up Spetz“ genannt. Das Institut dokumentiert solche zweisprachigen Ortsbezeichnungen auf einer interaktiven Landkarte. Alma, die derzeit in Gambia weilt, kehrt übrigens nächste Woche aus Afrika zurück naa Up Spetz.