Vom Blues am Ende der Welt

„Men in Blues“ im Tunis in Marx

Von Carsten Feist

Men in Blues.(c) Meyer original

Ein regnerischer Freitagabend mitten in Ostfriesland. Für Kölner Berufsmusiker liegt dieser Teil Deutschlands am Ende der Welt. Sagt Klaus „Major“ Heuser, einer der „Men in Blues“. Sein Bühnennachbar Richard Bargel hätte Marx irgendwo anders erwartet und hält das „Tunis“ für ein Museum.

Er sagt dies zutiefst respektvoll. Bargel mag dünn besiedelte Regionen, auch wenn sich dort anreisenden Musikgrößen gelegentlich Pferde auf der Fahrbahn in den Weg stellen. Zusammen sind Heuser & Bargel (http://www.bargelheuser.de/) mit ihrer Band ein Beweis, wie erwachsene Blues-Musik auch im winterlichen Dauerschmuddelwetter in Ostfriesland ein überwiegend fachkundiges Publikum anzieht.

Die Herren gehören seit Jahren – nein: Jahrzehnten – der Spitzengruppe der Musik-Bundesliga der Republik an und füllen in den Metropolen mühelos große Clubs. Die gut 100 Gäste im Tunis werden mit allerfeinster Musik und bisweilen etwas langatmigen Anekdoten drei Stunden bestens unterhalten. Als Duo haben sich Heuser & Bargel mit ihrer gerade erschienen zweiten CD weiter entwickelt. Sind rockiger geworden – lässiger. Entwickeln einen eigenen Stil, eine individuelle Klanglichkeit mit Wiedererkennungswert.

War das erste Programm der letzten beiden Jahre noch mit vielen (hörenswerten) Cover-Versionen durchzogen, so spielen sie nun ihr eigenes Ding. Mit großer Leichtigkeit auf Basis perfekten Handwerks lassen sie ihre Gitarren sich unterhalten. Ein dreistündiger Dialog auf zwölf Saiten. Dies ist nur möglich, weil sich hier zwei Musiker mit großem Respekt begegnen, sich gegenseitig Raum lassen – sich nichts mehr beweisen müssen. So etwas ist wohl als Alterssouveränität zu bezeichne und es fühlt sich gut an.

Das Publikum genießt, lässt sich ein auf eine Reise durch Epochen und Stile. Geht mit, wenn das Quartett auf der Bühne die Handbremse löst und die Verstärker aufdreht. Bleibt aufmerksam bei den ruhigen Geschichten, leidet auf dem Höhepunkt des Blues. Und begegnet den vier Herren auf der Bühne mit Respekt und Wertschätzung. Diese genießen sichtbar die intime Atmosphäre eines großen Wohnzimmers und bedanken sich beim Publikum mit Blues-Rock auf höchstem Niveau.

Insgesamt eine wirklich brillante Idee der Betreiber des Tunis, ein solches Event anzubieten! Bleibt zu hoffen, dass weitere Konzertangebote dieser Güteklasse folgen werden!

Fährschiff-Idylle in Neuharlingersiel

Am 650 Jahrestag der 2. Marcellusflut, der “Großen Manntränke”, zeigt sich die Nordsee so ruhig wie selten. Und das wenige Tage nach den schweren Orkantiefs, die über die Küste zogen. Und friedlich zieht die Fähre “Spiekeroog I” in den Hafen von Neuharlingersiel:

Mediathek: Der Retter des Grünkohls

Wer ihn verpasst hat, kann den Beitrag über den Grünkohl-Züchter Reinhard Lühring aus Rhauderfehn in der NDR-Mediathek anschauen:

http://www.ndr.de/mediathek/index.html?media=naturnah435

 

Kohl

Der Weg zum Retter des Grünkohls

Grünkohl in verschiedenen Formen und Farben.

Was ein fehlender Buchstabe ausmachen kann: Nur weil der NDR in seiner Ankündigung des Beitrags über den “Retter des Grünkohls” den Namen falsch geschrieben hat, gibt es heute Abend unzählige Suchanfragen bei Google & Co. die ins Leere gehen. Die Rede ist von Reinhard Lühring aus Rhauderfehn, er heißt nicht “Lüring”, das wäre ja auch nicht ostfriesisch.

Hier ein paar Links zum Grünkohl-Lühring:

http://www.dreschflegel-verein.de/pflanzenvielfalt/ostfriesland.php

http://youtu.be/t0eXOVbvcVo

http://www.oz-online.de/index.php?id=97&tx_ttnews%5Btt_news%5D=50109&cHash=d70e6d4d0e&ftu=b1870de999

http://www.dreschflegel-saatgut.de/hoefe/rhauderfehn/

Der Retter des Grünkohls

Sendung “NaturNah” im  NDR Fernsehen

Auf der Suche nach neuen Grünkohlsorten: Reinhard Lühring im Gespräch mit einem ostfriesischen Landsmann.

Leer – Wie ein Schatzsucher durchkreuzt Reinhard Lühring mit dem Motorrad seine ostfriesische Heimat, um Palmen zu suchen. Die Ostfriesische Palme, eine Grünkohlsorte, ist zwischen Ems und Weser legendär, aber fast ausgestorben. Selbst die staatlichen Samenbanken verfügen nicht über sortenreines Saatgut.
Reinhard Lühring. kümmert sich um den Erhalt der seltenen Sorte und züchtet mittlerweile 50 unterschiedliche Grünkohlarten in seinem Betrieb. Das beliebte Wintergemüse, so fand der Landwirt und Gemüsezüchter heraus, gab es früher in vielen Unterarten. Es wurde bis zu 1,50 Meter hoch und hatte durchaus unterschiedlichen Geschmack.

Die Dokumentation beobachtet Reinhard Lühring von der Samenernte bis zum Verkauf des Grünkohls und begleitet ihn auf seinen Erkundungstouren in ostfriesischen Gemüsegärten. Ein Film nicht nur für Grünkohlfans.

„NaturNah: Der Retter des Grünkohls“. Zu sehen ist die 30-minütige Natur-Dokumentation am heutigen Dienstag, 10. Januar 2012, um 18.15 Uhr im NDR Fernsehen. Wiederholt wird die Sendung am Folgetag (11.01.) um 13 Uhr.

Das NDR Fernsehen sendet wochentags um 18.15 Uhr spannende, unterhaltsame Reportagen und Dokumentationen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten. Am Montag beginnt die Woche mit der Reihe „die nordreportage“, es geht weiter mit „NaturNah“, „So ein Tag!“, „Typisch!“ und am Freitag macht der NDR „Lust auf Norden“. Jeden Dienstag widmet sich das NDR Fernsehen mit der Sendung „NaturNah“ des Themas Natur im weitesten Sinne: also alle Themen rund um Natur, Tiere, Landstriche, Essen und ähnliches.

Lokalpolitiker muss Robbe Schmerzensgeld zahlen

1386902 Leer/Ostfriesland – Ein als Rechtspopulist geltender Kommunalpolitiker aus Leer in Ostfriesland muss einem Bericht des Magazins “queer.de” zufolge 3000 Euro an den SPD-Politiker und früheren Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages, Reinhold Robbe (Bild), zahlen. Er hatte sich diffamierend über dessen Verpartnerung mit dem Opernregisseur Frejo Majer geäußert und diese als “ekelhaft” bezeichnet. Der 57-jährige Robbe verklagte den Kommunalpolitiker. Das Schmerzensgeld will er dem Bericht zufolge spenden.

Foto © : Deutscher Bundestag/Achim Melde/Lichtblick

Jevers fünfte Jahreszeit: das Püttbier

Am Montag nach Heilige Drei Könige feiert Jever ein besonderes Fest, das Püttbier. Ein Nachbarschaftsfest mit besonderer Tradition, geht es doch auf eine Art Lebensmittelverordnung zurück: Es dreht sich um sauberes Wasser.

Wangerpütt

Auf dieser historischen Aufnahme ist die Püttacht Wangerstraße zu sehen, eine von mehr als einem Dutzend historischer Püttgemeinschaften, die bis auf den heutigen Tag einmal im Jahr zusammenkommen, um die Rechnungslegung der Pütt (des Gemeinschaftsbrunnens) zu beschließen und einen neuen Püttmeister zu küren – und um kräftig zu feiern.

Mehr über das Püttbier in einem Artikel, der weitgehend auf Recherchen und einem vor fünf Jahren verfassten Text von Jevers früherem Stadtdirektor Ingo Hashagen fußt, hier: Zum Beitrag

Outdoor

War da nicht vor einem Jahr bei vielen der gute Vorsatz, weniger Anglizismen zu verwenden? Heute, am Silvestertag, wirbt das große Einkaufszentrum vor den Toren der Stadt in seiner Beilage für ein Haushaltsgerät, zu dem wir früher Schrubber sagten. Heute heißt das Teil, das da zum Super-Sonder-Preis verkauft wird: Outdoor-Besen. Na denn, Happy New Year!

Kein Haar in der Suppe gefunden…

Das Hamburger Abendblatt stellte heute das einzige Luxushotel in Wilhelmshaven vor, das Columbia:

Columbia

Zum Bericht

Das Friesenblog-Weihnachts-Bilderrätsel

Da rechnet man stündlich mit dem Rücktritt des Bundespräsidenten und sucht schon mal Archivbilder raus. Und dann kündigt er uns vertrauensvolle Zusammenarbeit auch 2012 an. Na schön. Und was mache ich nun mit dem Bild? Ein Bilderrätsel vielleicht? Der erste, der dem Friesenblog alle sechs Personen auf diesem Bild in der richtigen Reihenfolge von links nach rechts mit vollem Namen benennen kann, der kriegt von mir, der kriegt, na was kriegt er denn? Ich werde mir was einfallen lassen. Also: Einfach eine Mail an friesenblogger@googlemail.com und her mit den Namen.

Und ansonsten: Ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Neue Jahr wünscht

der FRIESENBLOG

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P.S.: Das Bild entstand am 11. April 1994 in Waddewarden. Da hatte jemand Geburtstag…

P.P.S.: Na gut, ich gebe mich auch mit Teilergebnissen zufrieden. Mal sehen, wer die meisten Personen auf dem Bild benennen kann …