Tag 249 | Kamikaze II

Und hier nun das Gegenstück zur gestrigen Klage über rücksichtslose Autofahrer: die Klage über rücksichtslose Radfahrer. Nicht von mir geschrieben, sondern von Reinhard Mohr, ein Beitrag in Deutschlandradio Kultur. Zum Schmunzeln. 

Die neue Massenbewegung – oder zum Anhören hier klicken

Tag 248 | Kamikaze

Nachdem mir heute auf dem Weg zur Arbeit ein rasender Autofahrer in einem Wohngebiet die Vorfahrt genommen hat und eine weitere Autofahrerin an einer Einmündung mich erst im allerletzten Moment sah und bremste, also zwei Beinahunfälle auf eineinhalb Kilometern, geht mir das Thema Sicherheit für Radfahrer mal wieder durch den Kopf. Ich fahr ja schon kaum noch auf Radwegen, weil es dort in Jever ziemlich gefährlich ist. Und, siehste: Der Tagesspiegel berichtet just im Moment darüber: Die Straße, der unbekannte Radweg

Tag 246 | Sicherheit

Die Schlagzeile war ja zu erwarten. „Nach tödlichen Schüssen in Finanzamt Debatte über Sicherheit“ heißt es heute in den dpa-Nachrichten, nachdem in Rendsburg ein Steuerberater einen Finanzbeamten getötet hat. Die Überschrift passt immer, wenn einer einen erschießt, wo es nicht zu erwarten gewesen wäre. Man kann Finanzamt durch Schule, Arbeitsamt, Gericht, Jobcenter, Arztpraxis, Flughafen, Gefängnis, Spielplatz, Oktoberfest ersetzen und noch durch viele weitere Orte, an denen man gewohnheitsmäßig nicht erschossen wurde, bis es irgendwann doch passierte. Nun also wieder eine „Debatte über Sicherheit“. So wie damals, als die Justizbehörden beschlossen, in jedem Amtsgericht einen Metalldetektor aufzustellen, um Besucher kontrollieren zu können. Das passiert auch, wenn es Prozesse gibt, zu denen ein Publikum mit erhöhtem Aggressionspotenzial erwartet wird. An anderen Tagen staubt das Ding so vor sich hin, die Leute gehen dran vorbei. Bis einer kommt, vielleicht nur ein harmloser Steuerberater, dran vorbeigeht und jemanden erschießt. Dann wir es wieder eine „Debatte über Sicherheit“ geben. 

„Seien wir ehrlich“, hat Erich Kästner gesagt. „Leben ist immer lebensgefährlich.“

Tag 245 | Spenden

In gemeinnützig steckt ja das Wort gemein. Wenn eine wohltätige Organisation dank eines genialen PR-Coups so viel an Spenden einwirbt, dass für viele andere, die Gutes tun wollen, deutlich weniger Geld bleibt, dann können letztere dies durchaus als – sagen wir mal – unerfreulich empfinden. Das kann im Kleinen wie im Großen passieren. In einer norddeutschen kreisfreien Stadt etwa, wo ein neu eröffnetes und jeder Unterstützung wertes Hospiz derart im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit und in der Gunst der Spender steht, dass anderen seit Jahren hier karitativ tätigen Vereinen momentan angst und bange um ihre Projekte wird. Oder in der weiten Welt des Internets, wo sich mit dem Eiswasser aus Plastikeimern zugleich eine Spendenflut über die ALS-Forschung ergießt, die diese zweifellos sehr gut gebrauchen kann, die aber den Einnahmefluss für andere nicht weniger wichtige Hilfsorganisationen spärlicher dahinplätschern lässt.

„Ich wurde nominiert, aber…“ schreibt deshalb Martin Weigert in netzwertig.com. Ein Beitrag, den ich so unterschreiben kann. Um gleich noch eine dritte Organisation hizuzufügen, die in Weigerts Sinne arbeitet. Opportunity International. Dorthin geht meine Spende für die (noch) nicht erfolgte Nominierung zur Ice Bucket Challenge.

 

Tag 244 | Ausflug

Was bedeutete noch mal „hoher Freizeitwert“? Ach ja, jetzt weiß ich’s wieder: Sonntags nach Neuharlingersiel radeln, Familie auf dem Segelboot treffen, im Sonnenschein Kaffee trinken, Kekse essen, zum Schluss am Hafen ein Matjesbrötchen  verputzen, mit Rückenwind zurückdüsen, allen Regenschauern ausweichen, nach 56 Kilometern schön verschwitzt unter die Dusche und anschließend die Beine hochlegen.

Schönen Sonntag noch…

Tag 243 | Umziehen

Was man beim Twittersurfen so alles erfährt. Heute ist der Tag des Umzugs, meldet die Website koeln.de. Scheint was dran zu sein, unsere Nachbarn gegenüber ziehen auch gerade aus.

Tag 242 | Ins Fernsehen

Einladung zu einer Pressekonferenz. Der Gastgeber meint es offenbar gut mit den Printjournalisten. Oder wie soll ich diesen Satz verstehen? „Über eine rege Teilnahme freuen wir uns auch aufgrund der Tatsache, dass sich der NDR mit einem Kamerateam angekündigt hat.“ Na besten Dank!

Tag 231 | Schnitzel

Was das Essen angeht, ist Holland ja, sagen wir es mal vorsichtig: anders. Man sollte annehmen, dass die Niederländer es genau so wollen, sonst würden sie ja kochen wie wir oder wie die Franzosen oder die Schweizer. Aber irgendwie hadern sie doch mit ihrer eigenen Küche. Dem Besucher aus dem Nachbarland, den wir heute Mittag in eines der besseren Restaurants in Jever führten, gingen schon beim Studieren der Speisekarte die Augen über, und voller Freude bestellte er sich dann etwas, das er offenbar jedesmal bestellt, wenn er in ein deutsches Gasthaus geht: Schnitzel! „Gibt es die bei Euch nicht?“ „Doch“, sagt er. „Aber bei uns kann man sie nicht essen!“

Tag 229 | Herr Je

Eine interessante und durchaus beklemmende Dokumentation im Ersten zeigt, wie Menschen (vor allem junge) in die Fänge evangelikaler Glaubensgemeinschaften mit ihrem verqueren Weltbild geraten. Mission unter falscher Flagge. Genauso interessant sind die heftigen Reaktionen darauf, dokumentiert und beantwortet von den Autorinnen des Beitrags, nachzulesen hier.