Tag 182 | Networking

„Social Network“ ist ja mit soziales Netzwerk nur unzureichend übersetzt, schließlich bedeutet „social“ im Englischen nicht dasselbe wie „sozial“ im deutschsprachigen Raum. Gesellschaftliche Netzwerke, wie es besser übersetzt wäre, können aber auch sozial sein. Vom Posting der Anfrage „Hätte jemand eine gebrauchte Nähmaschine für eine Asylbewerberfamilie abzugeben? Die Frau möchte gerne Kindersachen selber nähen und würde sich sehr freuen. Bitte weitersagen…“ dauerte es heute früh weniger als eine Stunde, bis die Nähmaschine da war. Hat mit einem Rasenmäher und einer Satellitenschüssel für eine andere Familie übrigens auch schon geklappt.

Bevor nun einer auf falsche Gedanken kommt: Nein, ich selbst habe wirklich keine Nähmaschine, keinen Rasenmäher und keine Satellitenschüssel gebraucht, sondern nur gute Freunde, die ein soziales Netzwerk auch als solches verstehen.

Tag 181 | Per

Nun hab ich das Video mit Per Mertesacker schon fünf Mal oder öfter gesehen und finde ihn immer noch klasse in seiner Kotzbrockigkeit. Was ist das auch für ein bescheuertes Format, Leute zu interviewen, die sich gerade 120 Minuten die Seele aus dem Leib gerannt haben.

Tag 180 | Mutterland

Das musste ja kommen. Sollte die deutsche Nationalhymne nicht langsam mal ersetzt werden? Fragt ein besorgter Blogger. Im Sinne des Gleichheitsgrundsatzes, argumentiert er mit halbem Ernst, könne man die dritte Strophe von Hoffmann von Fallerslebens Deutschlandlied doch nur mit schlechtem Gewissen mitsingen. Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland, brüderlich mit Herz und Hand? Stimmt. Ist mir so noch nie aufgefallen. Man könnte natürlich, statt gleich eine neue Hymne zu schreiben, auch die zweite Strophe nehmen, da kommen die Frauen sehr wohl zu ihrem Recht:

Deutsche Frauen, deutsche Treue,
deutscher Wein und deutscher Sang,
sollen in der Welt behalten
ihren alten schönen Klang.
Uns zu edler Tat begeistern
unser ganzes Leben lang.
Deutsche Frauen, deutsche Treue,
deutscher Wein und deutscher Sang.

Tag 179 | Info

Nur mal so für alle, die heute schon einen Schauer auf den Kopf gekriegt haben (wie wir heute früh in Düsseldorf und auf der Autobahn unterwegs): Hier an der Nordseeküste ist heute anders als im großen Rest Deutschlands traumhaft schönes Wetter.

Ist übrigens, entgegen böser Verleumdungen, ganz oft so…

Tag 177 | Triathleten

Ich verfolge ja mit Sympathie, was meine beiden Kollegen Kathrin Kraft und Thomas Breves da so treiben (Bloghuus). Einen Triathlon wollen sie wagen, trainieren dafür fleißig und sind mittlerweile auch richtig fit. Dieses Foto hat mich allerdings nachdenklich gemacht. Darf man am Triathlon auch als Nichtschwimmer teilnehmen? Und wenn ja – ist das nicht gefährlich?

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Tag 172 | Ghana

Vermutlich gehöre ich zu den wenigen hier, die sich über das 2:2 gegen Ghana auch ein bisschen freuen können. Verdient war es sowieso, und unseren Freunden dort gönne ich die Freude und den Jubel darüber, gegen Deutschland nicht untergegangen zu sein. Nachwuchsprobleme haben die Westafrikaner auch nicht. Vielleicht ist unter diesen Kindern schon eins, das in acht oder zwölf Jahren in einer anderen ghanaischen Fußballmannschaft auf dem Platz steht und gegen Deutschland spielt.

Kinder in Ghana - offen, fröhlich, neugierig - und fußballverrückt. Foto: Helmut Burlager
Kinder in Ghana – offen, fröhlich, neugierig und fußballverrückt. Foto: Helmut Burlager

 

 

 

Tag 170 | Konsequenz

England verliert 1:2 gegen Uruguay und ist so gut wie raus. Die Gemahlin hat die letzten fünf Minuten der Partie aufmerksam mit angeschaut und die Ereignisse der letzten 24 Stunden in Spanien noch gut im Gedächtnis. Ihr lakonischer Kommentar: „Nun muss die Queen abdanken!“

Tag 168 | Bern

Man kann es drehen und wenden wie man will, die Rückfahrt von Bern nach Jever dauert immer mindestens zehn Stunden, ob mit der Bahn oder mit dem Auto. Irgendwas ist immer… In der schweizerischen Hauptstadt kommt man den Regierenden übrigens viel näher als in Berlin, bei Hitze sogar auf Badehose…

Bundeshaus in Bern mit Wasserspielen. Foto (c): Helmut Burlager
Bundeshaus in Bern mit Wasserspielen. Foto (c): Helmut Burlager

Tag 167| Helm auf

Nach einschlägigen eigenen Erfahrungen kann ich die Position der Deutschen Verkehrswacht nur unterstützen. Sie hat heute darauf hingewiesen, wie sinnvoll es ist beim Radfahren Helm zu tragen. Hier die Erklärung im Wortlaut:
Fahrradfahrer ohne Fahrradhelm tragen bei einem unverschuldeten Unfall kein Mitverschulden an den erlittenen Verletzungen, urteilte heute der Bundesgerichtshof (BGH). Das Urteil bedeutet keine Ablehnung eines Fahrradhelms; dieser kann im Falle eines Unfalls schwerwiegende gesundheitliche Folge mindern, betont die Deutsche Verkehrswacht (DVW).
In seinem Urteil gab der BGH einer Radfahrerin aus Schleswig-Holstein Recht, die auf dem Weg zur Arbeit bei einem Unfall mit einer Autofahrerin schwer am Kopf verletzt worden war. Obwohl das Oberlandesgericht Schleswig der Autofahrerin eine 100-prozentige Schuld am Unfall zusprach, rechnete sie der Radfahrerin eine 20-prozentige Mitschuld an den Unfallfolgen zu, da sie keinen Fahrradhelm getragen hatte; dagegen klagte die Radfahrerin. Der BGH urteilte, dass Radfahrer, die unverschuldet in einen Unfall geraten, auch ohne Schutzhelm Anspruch auf vollen Schadenersatz haben.
Das Urteil versteht die DVW nicht als Aufruf zum Verzicht auf einen Fahrradhelm; es dreht sich ausdrücklich um die Frage der Mitschuld. Bodewig: „Jeder Radfahrer ist angehalten, alles für seine Sicherheit zu tun. Ein Fahrradhelm ist hier ein wichtiger Beitrag zum eigenen Schutz, der aber, wenn es darauf ankommt, Unfallfolgen mindern und sogar Leben retten kann.“ Die DVW plädiert für das freiwillige Tragen eines Helms. Bodewig: „Kein Verständnis habe ich für die Ablehnung des Helmtragens durch selbsternannte Fahrradaktivisten.“
Im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) führt die DVW seit 2011 die Aktion „Ich trag Helm“ durch, mit der sie erfolgreich für das Tragen von Fahrradhelmen wirbt. In allen Altersgruppen steigt die Helmtragequote. Nach Aussagen der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) liegt sie insgesamt bei mittlerweile 15 Prozent. Angesichts der wachsenden Bedeutung des Radverkehrs und den Gefährdungen, die bei einem Sturz drohen, sind alle Radfahrer aufgefordert, einen Fahrradhelm aufzusetzen.
Wenn der Kopf bei einem Fahrradunfall ungeschützt aufprallt, wirken wuchtige Kräfte: Das Gehirn stößt an die Schädeldecke, es kommt zu einer Blutung. Wenn das Gewebe anschwillt, werden Blutgefäße gequetscht, was eine Unterversorgung mit Sauerstoff zur Folge hat. Ob der gestürzte Radfahrer mit einer leichten Gehirnerschütterung davonkommt oder ob der Unfall zu einer dramatischen Bewusstseinsstörung, womöglich zu einem Wachkoma führt, kann niemand vorhersagen.
Bodewig: „Auch diese unschöne Wahrheit sollte im Rahmen dieser Diskussion genannt werden. Verkehrssicherheit ist und bleibt ein gesellschaftlich relevantes Thema, um das sich nicht nur die Politik kümmern muss. Jeder kann etwas für eine sichere Mobilität tun. Die Einsicht, einen Fahrradhelm zu tragen, ist ein Stück Sicherheit, die man sich selbst gönnt.“