Mikrofinanz-Netzwerk verurteilt Verstaatlichung der Grameen-Bank

Willkürliche Übernahme steht gegen Eigentumsrechte der Kunden

Bonn – Die Mikrofinanzplattform Deutschland – das Netzwerk deutscher
Mikrofinanzspezialisten – verurteilt die willkürliche Übernahme der Grameen
Bank durch den Staat in Bangladesh.

Unterstützung aus der deutschen Mikrofinanz-Szene: Muhammad Yunus, dessen Lebenswerk sich der Staat aneignen will, mit dem Vorstand von Opportunity International, Stefan Knüppel. Foto: OID

Die Regierung von Bangladesh hat das bisherige Management der Grameen Bank abgesetzt und per Dekret verfügt, dass sie selbst über die Auswahl eines neuen Generaldirektors der Grameen Bank entscheiden kann. Damit setzt sich der Prozess der Verstaatlichung der „Bank der Armen“ fort. Die Eigentumsrechte der Kundinnen und Kunden, die  gemeinschaftlich 95 Prozent der Grameen Bank besitzen, werden damit in eklatanter Weise übergangen.

Im Mai 2011 war der Gründer und langjährige Generaldirektor der Grameen Bank, Muhammad Yunus, zum Rückzug gezwungen worden. Dies geschah fünf Jahre, nachdem Prof. Yunus und seine 1983 gegründete Bank gemeinsam den Friedensnobelpreis erhalten hatten. Die Regierung warf Prof. Yunus erst den Missbrauch von norwegischen Entwicklungshilfegeldern vor – unabhängige Untersuchungen in Norwegen und auch in Bangladesh haben dies widerlegt. Schließlich erklärte die Regierung, dass die Grameen Bank aufgrund einer 5%igen staatlichen Beteiligung als staatliche Institution zu bewerten sei und daher die staatliche Altersgrenze von 60 Jahren auch für den Generaldirektor Yunus anzuwenden sei: Muhammad Yunus war zu diesem Zeitpunkt 70 Jahre alt. Der Finanzminister, der dies verkündete und auch heute noch im Amt ist, ist sechs Jahre älter als Prof. Yunus. Die Mikrofinanzplattform Deutschland verurteilt das Vorgehen in Bangladesh. Die aktuelle Entwicklung gibt Anlass zu den schlimmsten Befürchtungen für die Zukunft der international hoch anerkannten Grameen Bank und ihrer mehr als acht Millionen Kundinnen und Kunden.

Bangladesch gehört zu den ärmsten Ländern der Erde und nimmt den 146. Platz von 182
Ländern beim Human Development Index ein. Ein großes Problem des Staates ist der hohe Grad an Korruption : Bangladesch liegt auf Platz 134 von 178 im globalen Korruptionsindex von Transparency International.

Die Mikrofinanzplattform Deutschland setzt sich für die Stärkung des Mikrofinanzwesens und der Finanzsektorentwicklung in Entwicklungs-, Schwellen- und Transformationsländern ein. Die Mitglieder der Mikrofinanzplattform Deutschland sind staatliche und nichtstaatliche Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit, Finanzinstitute und ihre Einrichtungen (z.B. Verbände und Bildungseinrichtungen), Unternehmen der Privatwirtschaft und ihre Einrichtungen und Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Das Webportal www.mikrofinanzwiki.de, welches Wissen zum Thema Mikrofinanz bündelt, wird von vielen Akteuren der Mikrofinanzplattform Deutschland gefördert.

Die Mitglieder der Mikrofinanzplattform Deutschland sind: Die Absolute Portfolio Management GmbH (APM), die Akademie Deutscher Genossenschaften (ADG), die AFOS-Stiftung, die Bank im Bistum Essen eG, der Bund Katholischer Unternehmer (BKU), der Deutsche Genossenschafts- und Raiffeisenverband e.V. (DGRV), die Frankfurt School of Finance & Management gGmbH, die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die KfW Entwicklungsbank, die Kölner Gesellschaft zur Förderung der Entwicklungsländerforschung e.V. (KGFE), die Invest in Visions GmbH, Oikocredit, Opportunity International Deutschland, die Pax-Bank, PlaNet Finance Deutschland e.V.  (sa:ve),  die Sparkassenstiftung für internationale Kooperation, die W. P. Schmitz-Stiftung und World Vision Deutschland e.V..

Nützt oder schadet Entwicklungshilfe?

Opportunity International erstmals beim Oldenburger Afrikatag vertreten

Oldenburg – Klein aber fein, so ließe sich der erste Auftritt des Freundeskreises Weser-Ems von Opportunity International beim Oldenbuger Afrikatag umschreiben. Zu der dritten Veranstaltung dieser Art in der Universätsstadt, getragen von 22 Oldenburger Insitutionen, die in irgendeiner Weise mit Afrika verbunden sind, hatten die Organisatoren erstmals auch Opportunity eingeladen.

Musik, Austausch, Information. Zum dritten Mal fand in Oldenburg ein Afrikatag statt. Erstmals war Opportunity International dabei vertreten. Foto (c): Helmut Burlager

Vor einem überschaubaren, aber sehr interessierten Teilnehmerkreis haben Schirmherr Dr. Karl Harms und Botschafter Helmut Burlager in einem der nachmittäglichen Workshops über Soziale Mikrofinanz im Allgemeinen und die Arbeit von OID im Besonderen vorgetragen und diskutiert. Sie berichteten in einem Klassenraum der Helene-Lange-Schule über die Entstehung des Freundeskreises Weser-Ems, die Projekte, die er in Ghana finanziert hat, über die Besuche vor Ort und über aktuelle Entwicklungen der Mikrofinanz.

Letztere boten auch den Ansatz für durchaus kritische Nachfragen und eine interessante Diskussion mit den Teilnehmern der Gesprächsrunde. Was unterscheidet „gute“ von „schlechter“ Mikrofinanz, wodurch hebt sich Opportunity von denjenigen ab, die Mikrokredite in Verruf gebracht haben? Die beiden Vortragenden stellten den sozialen, ganzheitlichen Ansatz und die Graswurzel-Arbeit von OID und der ghanaischen Partnerorganisation Sinapi Aba Trust heraus, sie betonten das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe anstelle von Almosen, das Prinzip der Nachhaltigkeit anstelle von Renditeerwartung und Gewinnmaximierung.

In Oldenburg war die Arbeit von Opportunity International vor wenigen Jahren bereits durch die erfolgreiche Weihnachtsaktion der Nordwest-Zeitung bekanntgeworden, die mehr als 100.000 Euro an Spenden für die Arbeit von OID einbrachte.

Ob Entwicklungshilfe überhaupt notwendig ist, darüber gab es allerdings auf dem 3. Oldenburger Afrikatag heftige Kontroversen. Während etliche der beteiligten Veranstaltergruppen mit unterschiedlichsten Projekten versuchen, Entwicklung in Afrika zu fördern, gab es in Podiumsdiskussionen Ansätze, solche Bemühungen als Einmischung in die ureigensten Angelegenheiten des Kontinents anzusehen. Ein entschiedener Gegner von Entwicklungshilfe ist der Oldenburger Professor Nico Paech, Beiratsmitglied von „attac“, ein Verfechter der sogenannten Postwachstumsökonomie, die davon ausgeht, dass statt Wirtschaftswachstum weltweit und besonders in den Industrieländern eine Wachstumsrücknahme notwendig ist. Er nannte es in einer Podiumsdiskussion anmaßend, wenn Europäer den Afrikanern sagten, was „Entwicklung“ für sie sein solle, und dass sie ihnen ihre Vorstellungen von Wohlstand und Glück aufdrängten.

Dem hielt Wolfgang Blum von der Norddeutschen Mission entgegen, Unterstützung für die afrikanischen Länder sei sehr wohl wichtig und sinnvoll, wenn sie auf der Ebene einzelner lokaler Projekte ansetze, die auf die Bedürfnisse der Bevölkerung träfen, und wenn diese von Partnern vor Ort entwickelt und umgesetzt würden. Dass staatliche, monetäre Entwicklungshilfe eher schade als nütze, dass sie Korruption und den Abfluss von Devisen aus Afrika begünstige, darin waren sich die Diskutanten überwiegend einig.

Bericht auf www.oid.org

3. Oldenburger Afrikatag

Undugu – Freundschaft ist das Motto

Mädchen in Wa (Ghana).
Foto (c): Helmut Burlager

Oldenburg – Das Wort kommt aus dem Suaheli und heißt Freundschaft: „Undugu“ ist das Motto des 3. Oldenburger Afrikatages, der an diesem Sonnabend, 16. Juni, von 11  Uhr bis in den späten Abend hinein in der Helene-Lange-Schule in Oldenburg, Marschweg 38, stattfindet.

Der erste Afrikatag wurde im Jahr 2008 vom Arbeitskreis Oldenburg-Afrika (OLAF) ausgerichtet, der ein Jahr zuvor aus der Boumdoudoum-Arbeitsgemeinschaft des Neuen Gymnasiums hervorgegangen war. Mit Informations- und Verkaufsständen, Workshops zu verschiedenen Thmen, mit Filmen, Musik und Theater wurde den Oldenburgern das Thema Afrika nähergebracht. 2010 folgte die zweite Auflage, am kommenden Wochenende ist nun der 3. Afrikatag. Ziel der Veranstaltung ist es, die Vereine, Gruppen, Organisationen, Firmen und Schulen, die mit Organisationen in Afrika zusammenarbeiten, enger zu vernetzen und die Aktivitäten einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.

Rund um einen afrikanischen Markt mit Köstlichkeiten aus Kamerun, Ghana, Togo, Senegal, Algerien, Marokko, Tunesien und anderen Ländern Afrikas gibt es ein buntes Informationsangebot mit Ausstellungen, Workshops, Vorträgen, Diskussionen, Lesungen, Musik, Kunst, Tanz und Film. Ein Schwerpunkt des diesjährigen Afrikatages ist das Thema Landraub, in Podiumsdebatten geht es um Afrikaner in Deutschland (Die afrikanische Diaspora zwischen Integration und Entwicklungszusammenarbeit) und um Entwicklungszusammenarbeit (Ist Entwicklungshilfe sinnvoll?). Abends werden die Workshopergebnisse präsentiert, ab 20 Uhr spielt die Band „Top Afrika“, anschließend ist Party.

Neben den etwa 20 Mitgliedern des Arbeitskreises OLAF nimmt erstmals der Freundeskreis Weser-Ems von Opportunity International am Oldenburger Afrikatag teil. In einer von mehreren Informationsveranstaltungen, die ab 15 Uhr laufen, werden Dr. Karl Harms, Schirmherr von Opportunity, und Helmut Burlager, Botschafter der Mikrofinanzorganisation, über die Entwicklungszusammenarbeit mit Ghana sprechen. Der Freundeskreis hat seit 2008 mehr als 400.000 Euro an Spenden eingeworben und damit in Dörfern der Voltaregion zahlreiche Trustbanks, kleinste Genossenschaftsbanken, ins Leben gerufen, die überwiegend weibliche Kleinstgewerbetreibende mit Mikrokrediten von durchschnittlich 200 Euro versorgen. Opportunity verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz und bietet neben Krediten auch Mikrosparen, Mikroversicherungen, soziale und wirtschaftliche Beratung, Vermarktungshilfen und Bildungsprogramme an. Mehr dazu: Opportunity International Deutschland

Marienbank kann an den Start gehen

Entwicklungshilfe: Jetzt ist schon die vierte Mikrobank in Gründung

Von Helmut Burlager

Kreditnehmerinnen in Wa im Norden Ghanas. Sie produzieren Erdnüsse für den Straßenverkauf.

Jever – „Gründe eine Bank mit Herz“, appellierte vor einem Jahr die Entwicklungshilfeorganisation Opportunity International Deutschland, die vom Freundeskreis Weser-Ems starke Unterstützung erfährt. In Jever nahm man den Aufruf sehr wörtlich: Drei Mikrobanken mit einem Startkapital von je 5000 Euro sind schon gegründet, für eine vierte werden schon Spenden gesammelt. An den Start gehen kann jetzt auch die „St.-Marienbank“, deren finanzieller Grundstock vor einem halben Jahr aus Anlass des 475. Stadtjubiläums von Jever gelegt wurde.

Opportunity International leistet weltweit Entwicklungshilfe durch Mikrofinanz-Angebote wie Kleinkredite, Mikrosparen, Mikroversicherungen oder kleine Privatschulen. Der Freundeskreis Weser-Ems unterstützt seit Jahren vor allem Projekte in der Voltaregion im westafrikanischen Ghana, mittlerweile wurden mehr als 400.000 Euro dafür gesammelt. Das Geld fließt im Empfängerland in einem Kreislauf von Ausleihungen und Rückzahlungen, Einzahlungen und Wiederausleihungen. Davon profitieren zahlreiche Familien, die sonst von keiner Bank Geld bekommen würden, und die mit den Darlehen kleine wirtschaftliche Existenzen gründen können. Von dem Erfolg der Arbeit haben sich die Mitglieder des Freundeskreises in Jever bei mehreren Besuchen in Ghana überzeugen können.

„Bank mit Herz“ ist ein neues Instrument, Spenden für diesen guten Zweck zu sammeln. Für jeweils 5000 Euro kann eine neue kleine Genossenschaftsbank ins Leben gerufen werden, die Spender erhalten dann für eine gewisse Zeit Berichte über die Entwicklung genau dieser Mikrobank. Aus Anlass der Grundsteinlegung für das St.-Annen-Quartier hatte Investor Dr. Karl Harms zusammen mit der Ev.-luth. Kirchengemeinde Jever die erste „Bank mit Herz“ ins Leben gerufen, sie trägt den Namen „St.-Annen-Bank“.

Auf einem gemeinsamen Gemeindefest der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde wurde dann im Sommer als Geschenk der Kirchen zum Stadtjubiläum die St.-Marien-Bank in Erinnerung nicht nur an die Mutter Jesu, sondern auch an das Fräulein Maria von Jever gestartet. Am Silvestertag wurde mit einer Kollekte im letzten evangelischen Gottesdienst des Jahres auch dieser 5000-Euro-Topf voll und wird nun in Ghana zu einer weiteren Bankgründung führen. Doch ebenfalls ausgelöst durch das erwähnte Gemeindefest hatte bereits der Jeveraner Benno Lockmann, der der katholischen Kirchengemeinde St. Benedikt angehört, 5000 Euro für eine weitere Mikrobank gespendet. Die trägt den Namen seiner Ehefrau und heißt „Elisabethbank“.

Inzwischen hat eine Kirchenälteste der lutherischen Gemeinde mit einer Spende den Startschuss für eine vierte „Bank mit Herz“ gegeben, die noch keinen Namen trägt, an der sich aber jeder Interessierte mit Zuspenden beteiligen kann. Die Kontonummer lautet 118 003 9009 bei der Volksbank Jever, Bankleitzahl 28262254, Stichwort „Bank mit Herz“.

Neben diesen Mikrobank-Projekten befasst sich der Freundeskreis Weser-Ems zurzeit mit landwirtschaftlichen Projekten in Ghana und mit der Gründung von Mikroschulen. Opportunity International Deutschland hat außerdem gerade ein neues großes Mikrofinanz-Projekt in Indien gestartet.

Lesen Sie auch: St. Annenbank, eine Bank mit Herz

Zur Seite von Opportunity Inernational:  www.oid.org

Kleinkredite durch Spenden aus Weser-Ems

Das Genossenschafts-Magazin Weser-Ems berichtet über eine Veranstaltung von Opportunity International in Jever. Zum Bericht

Unternehmer

Wer hilft, lebt gesünder…

Warum verschenken die einen die Hälfte ihres Vermögens, während die anderen am hungernden Mitmenschen achtlos vorbeigehen? Und warum lebt gesünder, wer sich dafür einsetzt, die Armut auf der Welt zu verringern, den Hunger und die Krankheiten zu bekämpfen? Und warum sollte ich was abgeben, wenn die anderen auch nichts oder viel weniger abgeben? Ein interessanter Aufsatz im Magazin der Süddeutschen: „Es geht nicht um viel, es geht um alles“, schreibt Michaela Haas: Zum SZ-Beitrag

Pressesprecher von Opportunity International tödlich verunglückt

JanBinder Köln/Jever – Der Pressesprecher von Opportunity International, Jan Binder, ist am vergangenen Freitag bei einem Badeunfall in der Nähe von Accra (Ghana) ums Leben gekommen. Das hat die Entwicklungshilfeorganisation mit Sitz in Köln am Montag mitgeteilt. Der Tod des jungen Mitarbeiters von Opportunity Deutschland ist auch in Jever mit großer Bestürzung aufgenommen worden. Jan Binder (31) arbeitete eng mit dem Freundeskreis Weser-Ems von Opportunity zusammen, hatte mehrere Veranstaltungen in der Region organisiert, pflegte persönliche Kontakte hierher und war erst kürzlich wieder in Jever gewesen.

Jan Binder  war im Rahmen einer Journalistenreise in Ghana unterwegs. Der tragische Badeunfall ereignete sich am vergangenen Freitag bei einem Hotel nahe der Hauptstadt Accra. Wie Opportunity International auf der Homepage der Stiftung mitteilt, war Binder mit einer Journalistin des Deutschlandfunks unterwegs. Die beiden hatten in der Voltaregion Landwirtschaftsprojekte besucht und dort recherchiert. Sie waren vormittags noch bei Microschools gewesen, um Bilder und Lebensgeschichten mitzubringen.

Es sei der letzte Arbeitstag gewesen, die beiden hätten dann zusammen mit ihrem ghanaischen Begleiter entschieden, noch an die Küste zu fahren und eine ausgefüllte und anstrengende Woche ausklingen zu lassen. Die Strömung des Ozeans sei jedoch so stark gewesen, dass Jan Binder die Kontrolle verlor und vor den Augen des ghanaischen Mitarbeiters ertrank. Ein sofort eingeleiteter Wiederbelebungsversuch am Strand blieb erfolglos. Später konnte im Krankenhaus nur sein Tod festgestellt werden. Die Journalistin, ebenfalls Opfer der Strömung, konnte gerettet werden.

Vorstand Stefan Knüppel sagte am Montag: „Opportunity International verliert nicht nur einen großartigen Mitarbeiter, der seit 2009 für die Stiftung tätig war, sondern auch einen echten Freund. Sein fachliches Knowhow, aber auch sein weit darüber hinaus gehendes Engagement im Kampf gegen die weltweite Armut, werden uns sehr fehlen. Wir sind in großer Trauer verbunden mit seiner Familie und seinen Freunden. Ihnen gilt unser besonderes Mitgefühl.“ Jan Binder hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.

Zur Homepage von Opportunity International

(28. November 2011)

Besuch aus Ghana beim Freundeskreis Weser-Ems

Mikrofinanz:  Schon 400 000 Euro Spenden für Ghana aus dem Nordwesten
Tony Fosu spricht auf Veranstaltung von Opportunity International in Jever

Tony Fosu ist Vorstand der Entwicklungsbank Sinapi Aba Trust in Kumasi (Ghana). Foto: Helmut Burlager

Jever – Unterstützung für arme Menschen in armen Ländern hat sich der Freundeskreis Weser-Ems von Opportunity International auf die Fahnen geschrieben. Seit 2007 wirbt ein kleiner Kreis von Aktiven rund um die Gründer Jochen Ewald, Dr. Karl Harms und Rüdiger Möllenberg Spenden für Ghana ein.

Dabei geht es nicht darum, in Afrika Almosen zu verteilen. Die Stiftung Opportunity International Deutschland (OID) widmet sich der sozialen Mikrofinanz. Direkt oder über Partnerorganisationen in den Ländern, in denen die Stiftung tätig ist, vergibt sie Mikrokredite vornehmlich an Frauen aus ärmsten Verhältnissen, die dadurch in die Lage versetzt werden, auf einfachste Weise unternehmerisch tätig zu werden. Sei es als Händlerin, sei es als Friseurin, Schneiderin oder in der Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte. Zudem helfen weitere Instrumente der sozialen Mikrofinanz – Mikrosparen, Mikroversicherungen, Mikroschulen, Vermarktungshilfen – die wirtschaftliche und soziale Situation armer Familien nachhaltig abzusichern.

400 000 Euro sind in Weser-Ems in den knapp fünf Jahren seit Beginn seiner Tätigkeit bereits zusammengekommen, dank vieler Einzelspenden, aber auch durch große Zuwendungen von Unternehmen, Einzelpersonen und Organisationen aus der Weser-Ems-Region. „Was ist aus den vielen Spenden bis jetzt konkret geworden?“ – um diese Frage geht es am Donnerstag, 27. Oktober, um 17.30 Uhr in einer Veranstaltung im Audienzsaal des Schlosses in Jever, zu der ein Ehrengast eingeladen worden ist, der die Frage so authentisch beantworten kann wie wenige andere. Tony Fosu aus Ghana ist Vorstand der Mikrofinanzorganisation Sinapi Aba Trust (SAT) mit Sitz in der Großstadt Kumasi. Die aus christlichen Wurzeln entstandene Entwicklungsbank setzt die Projekte von Opportunity vor Ort um. Die Spenden aus Weser-Ems sind dabei im Wesentlichen in die Voltaregion geflossen, ein wenig entwickeltes Gebiet im Osten Ghanas, in dem die Menschen von Fischfang, Landwirtschaft sowie bescheidenem Handel und Handwerk leben.

Moderiert wird der Vortrags- und Gesprächsabend von Stefan Knüppel, Vorstand der in Köln ansässigen Stiftung OID, und von Jochen Ewald. Wer Interesse an der Arbeit von Opportunity International hat und dabei sein möchte, kann sich per E-Mail melden: opportunityweserems@googlemail.com.