Tag 49 | Geburtshelfer

Der Seenotrettungskreuzer "Bernhard Gruben". Foto: DGzRS
Der Seenotrettungskreuzer „Bernhard Gruben“. Foto: DGzRS

An dieser Stelle berichte ich ja gern mal über die Arbeit der harten Jungs von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, die man als Küstenbewohner einfach unterstützen muss. Sie sind ja nicht nur in Orkannächten unterwegs, um in Seenot geratene Besatzungen zu bergen, ihre Aufgaben sind so unglaublich vielfältig. Wer weiß zum Beispiel schon, dass die Seenotretter jedes Jahr 20 bis 30 schwangere Frauen von den Inseln zum Festland bringen?

In der Nacht zu gestern war es wieder mal so weit. Die Seenotretter transportierten eine hochschwangere Frau von Norderney nach Norddeich, bei der bereits sehr starke Wehen eingesetzt hatten und die dringend in die Klinik musste. Mitten in der Nacht brachte die Besatzung der „Bernhard Gruben“ die Frau bei ordentlichem Seegang ans Festland.

Wie gesagt, so etwas passiert regelmäßig. Zuweilen kommt es sogar zur Geburt an Bord zu einer Geburt – zuletzt am 28. Oktober 2011 auf dem Seenotkreuzer „Vormann Leiss“ der Station Amrum.

Wenn die Schiffe fliegen lernen…

NDR-Beitrag über das Saisonende bei den Seglern in Horumersiel:

SKHS

Lions Clubs unterstützen die Seenotretter

Tonnen an Münzen für den guten Zweck

Jever – Seit der Einführung des Euro klimpern nicht mehr ganz so viele Fremdwährungs-Münzen in den Portemonnaies von heimkehrenden Urlaubern, doch immer noch bringen Reisende genug Hartgeld aus fremden Ländern mit nach Deutschland, dass sich das Einsammeln lohnt. Das tut der Lions-Club Jever unter der Federführung seines Mitglieds Udo König seit mittlerweile mehr als 25 Jahren, und die Spendenbüchsen mit dem Logo der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, die König in Bankfilialen aufstellt, werden immer noch gut gefüttert.

DSC_0429
Die Lions-Präsidenten Jan Scherf (Jever) und Henk Zilverberg (Emmen) sowie der Clubbeauftragte für die DGzRS-Sammlung Udo König übergaben dem Leiter des Informationszentrums Nordwest der DGzRS, Hans-Joachim Katenkamp, eine Spende von 3250 Euro für die Arbeit der Seenotretter. Foto (c): Helmut Burlager

Der Präsident des Lions-Clubs, Jan Scherf, übergab dem Leiter des Informationszentrums Nordwest der DGzRS, Hans-Joachim Katenkamp, am Mittwochabend in Jever eine weitere große Spende der Lions. Die hatten das ohnehin gute Ergebnis der Sammlung noch einmal aufgestockt, und die Freunde aus dem holländischen Partnerclub in Emmen, die Mittwoch in Jever zu Gast waren, spendierten 250 Euro obendrauf, sodass Katenkamp 3250 Euro für die Arbeit der Seenotretter in Empfang nehmen konnte. Im Laufe der Zeit hat die Sammlung der Lions einige Tonnen an Fremdwährung erbracht. Die Münzen werden bei einer englischen Firma gezählt und getauscht, und über die Jahre sind so mehr als 48000 Euro für den guten Zweck zusammengekommen.

Die DGzRS finanziert ihre wichtige Arbeit, bedrohten Menschen auf See rasche Hilfe zu bringen, ausschließlich aus Spenden. Die Fremdwährungsaktion der Lions läuft weiter. Ausländische Münzen, aber auch Eurobeträge können in die markanten Sammelschiffchen der DGzRS oder in die speziellen Sammeldosen der Lions bei den Banken eingeworfen werden. Hans-Joachim Katenkamp dankte allen Spendern und den Mitarbeitern von Banken in Friesland, die sich beteiligt haben.

Wattensail in Carolinensiel

50 Traditionsschiffe werden zur "WattenSail" an diesem Wochenende in Carolinensiel erwartet. Foto (c): Deutsches Sielhafenmuseum
50 Traditionsschiffe werden zur „WattenSail“ an diesem Wochenende in Carolinensiel erwartet. Foto (c): Deutsches Sielhafenmuseum

Heute noch nichts vor? An diesem Wochenende läuft in Carolinensiel die „WattenSail“, ein Treffen von Traditionsseglern. Das Deutsche Sielhafenmuseum erwartet dazu um die 50 Schiffe von der ganzen deutschen Nordseeküste und aus den Niederlanden. Höhepunkt ist der Korso, der heute, Sonnabend, um 14 Uhr beginnt. Er wird vom Schirmherrn Andreas Bernau gestartet. Bernau ist Präsident des niedersächsischen Landesverbandes der Deutschen Lebensrettungs- Gesellschaft. Die DLRG feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen und begleitet die Veranstaltung nicht nur auf dem Wasser, sondern wird auch das neue Rettungsboot und ihren Taucherzug präsentieren.Um 17 Uhr heißt es dann wieder „Mit der Hosenboje über die Harle“. Ehrenamtliche Helfer von dem Sielhafenmuseum und dem Museumskutter „Gebrüder“ führen altes Rettungsgerät vor, mit dem in früheren Zeiten Menschen von gestrandeten Schiffen geborgen werden konnten.

.

47 Jahre Regatta der Krabbenkutter in Neuharlingersiel

Open-Ship und Krabbenpul-Meisterschaft am 26. Juli / Regatta am 27. Juli 2013

Bunt beflaggt: Die Krabbenkutter bei der traditionellen Regatta in Neuharlingersiel. Foto (c): Kurverein Neuharlingersiel
Bunt beflaggt: Die Krabbenkutter bei der traditionellen Regatta in Neuharlingersiel. Foto (c): Kurverein Neuharlingersiel

Neuharlingersiel – Die Regatta der Krabbenkutter ist seit 47 Jahren der traditionelle Höhepunkt des Veranstaltungssommers in Neuharlingersiel und über Ostfrieslands Grenzen hinaus bekannt. Ein guter Anlass für die Fischer, ihre Kutter mit vielen farbenfrohen Fähnchen zu schmücken und festlich herauszuputzen. Die bunten Fischkutter, der Klang der Seemannslieder und der Duft von frisch gebratenem Fisch sorgen an diesem Tag für eine einzigartige maritime Atmosphäre. Das traditionelle Fest am idyllischen Hafen wird am Sonnabend, 27. Juli 2013, wieder tausende von Besuchern anziehen.

Zum Auftakt laden die Kapitäne der Neuharlingersieler Krabbenkutter bereits am 26. Juli von 14 bis 17 Uhr zum „Open-Ship“ ein. An diesem Nachmittag können die Besucher jeden Kutter besichtigen und erhalten so einmalige Einblicke in den Alltag und die Arbeit der Fischer an Bord: Vom Fang der Garnelen mit den Schleppnetzen in den Tiefen der Nordsee über das Sortieren bis hin zur direkten Verarbeitung der Speisegarnelen im großen Krabbenkessel auf dem Kutter. Darüber hinaus werden Fragen technisch interessierter Besucher über die PS-Stärke und den Typ des Motors, das Navigiergerät, den Echolot, Kompass und Autopilot gerne von den Kapitänen beantwortet.

Das Pulen dieser frischen Garnelen steht im Mittelpunkt der Krabbenpul-Meisterschaft, die parallel zum Open-Ship von 14 bis 17 Uhr angeboten wird. Hier können die Besucher ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen und anschließend das köstliche Krabbenfleisch genießen. Die Sieger der Meisterschaft werden mit attraktiven Preisen belohnt. Am Abend, um 19 Uhr, veranstaltet der Landesfischereiverband Weser-Ems um 19 Uhr im Kursaal erstmalig einen kostenlosen Informationsabend über den Wandel der Fischerei.

Der große Tag der 47. Kutterregatta beginnt am Samstag um 11 Uhr. Ab 14 Uhr fällt der Startschuss für das spannende Rennen um das „Blaue Band“ von Neuharlingersiel. Vier Kilometer müssen die Kutterkapitäne und Partsleute richtig „Gas geben“. Dabei können die Besucher das spritzige Ereignis direkt an Bord erleben, denn das Besondere bei dieser Regatta ist, dass jeder Interessierte auf seinem „Lieblingskutter“ mitfahren kann.

Zum Ablauf: Alle Neuharlingersieler Kutter nehmen zu jeder Fahrt Gäste mit einem Fahrausweis an Bord. Grundsätzlich fährt jeder Kutter die Regattastrecke dreimal. Die Fahrtzeit beträgt rund 30 Minuten. Der Start der 1. Gruppe erfolgt gegen 14 Uhr. Jede folgende Bewertungsgruppe wird in Abständen von 45 Minuten auf die Regattastrecke geschickt. Um der Bewertungsgruppe freie Fahrt zu bieten, nehmen alle übrigen Kutter bereits 15 Minuten früher Gäste an Bord und verlassen den Hafen. Neben den Kuttern bietet auch in diesem Jahr der große Muschelkutter „Royal Frysk“ Fahrten für die Besucher der Kutterregatta an.

Während der Regatta können die Besucher über die Lose für ihren Lieblingskutter stimmen und somit den Gesamtsieger festlegen. So gewinnt am Ende der Kutter, der nach Ansicht der Besucher den besten Gesamteindruck hinterlassen hat. Darüber hinaus wird noch eine interne Schnelligkeitswertung durchgeführt. Die Regatta-Leitung wird auch in diesem Jahr wieder von der Dachterrasse des Störmhuus die Kutterregatta moderieren. Von diesem erhöhten Standort aus informiert Kurdirektor Andreas Eden über das spannende Geschehen.

Für die Verpflegung an Land sorgen zahlreiche Neuharlingersieler Vereine und Institutionen. An ihren Ständen bieten sie den ganzen Tag über verschiedene Spezialitäten und Getränke an. Am Abend stehen um 18 Uhr die feierliche Siegerehrung der Kapitäne des schnellsten und des schönsten Kutters und des Krabbenpul-Meisters sowie die Nennung der Gewinner der Verlosaktion auf dem Programm.

Fahrkarten gibt es bis Freitag, 26. Juli, bis 12 Uhr in der Tourist-Information und am Samstag, 27. Juli, ab 11 Uhr am Hafen. Veranstaltet wird die Kutterregatta vom Fischerverein Neuharlingersiel und dem Kurverein Neuharlingersiel.

www.neuharlingersiel.de

Blühende Schifffahrt

Seefahrtbegeisterung und nationaler Stolz. Man fuhr mit dem Schiff zur „Kaiserparade“ im September 1912

Wie merkwürdig sich manche Dinge im Laufe der Geschichte wiederholen. Es war im September 1912, genau hundert Jahre vor der Einweihung des Jade-Weser-Ports in Wilhelmshaven, an den die ganze Region so große Hoffnungen knüpft, als das Jeversche Wochenblatt in seiner Ausgabe vom 1. September einen gewaltigen Boom meldete. In Wilhelmshaven blühten die Geschäfte, weil die Schifffahrt florierte. „Die gegenwärtige Zeit der geschäftlichen Hochflut gibt den Wilhelmshavener und Rüstringer Geschäftsleuten, insbesondere den Kaufleuten, Schlachtern, Bäckern usw. Gelegenheit, den Beweis ihrer Leistungsfähigkeit zu erbringen. Die Anforderungen, die jetzt an sie herantreten, sind nicht gering und manchem mag der Kopf schwirren. Sind doch in diesen Tagen 27 Linienschiffe und Kreuzer und mehrere Torpedobootsflottillen mit einer Kriegsschiffbesatzung von insgesamt rund 20.000 Mann hier anwesend. Erschwerend fällt dabei ins Gewicht, daß ein solcher Geschäftsandrang nur ein kurzer vorübergehender ist, Vorausbestellungen bei den meisten Lebensmittel-Bedürfnissen von den Schiffen wenig oder gar nicht erfolgen können und die Geschäftsleute sich daher mit vielen Artikeln aufs Geratewohl ausrüsten müssen, wobei sie immerhin einige Gefahr laufen, damit sitzen zu bleiben. Es wurden bisher jedoch im allgemeinen alle Ansprüche befriedigt. Eine kolossale Anfuhr von landwirtschaftlichen Produkten aller Art war heute auf dem Wochenmarkte auf dem Bismarckplatz zu verzeichnen; fast alle Artikel waren gut am Preise und fanden leicht Absatz. Sehr willkommen wäre den Geschäftsleuten das Vorhandensein eines Privat-Verkehrsdampfers zur Bedienung der auf Reede liegenden Kriegsschiffe gewesen, doch leider existiert ein solcher seit dem Verkauf des Schleppers August Bahr nicht mehr.“

Während man sich an Land also Gedanken über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Schiffffahrts-Booms machte und sich auf höhere Umsätze freute, ging es auf der Wasserseite wie in diesen Tagen des September 2012 auch vor hundert Jahren um das Thema Sicherheit auf See. In derselben Ausgabe des Wochenblatts wurde über die Seeamtsverhandlung nach einem Schiffsunfall im Emder Hafen berichtet, bei dem der Frachtdampfer Ems bei der Einfahrt von dem Regierungsdampfer Logum gerammt und beschädigt worden war. „Der Dampfer Logum wurde geführt von dem Matrosen Heikes an Stelle des beurlaubten Kapitäns. Hiervon ausgehend kritisierte der Reichsbevollmächtigte Kontreadmiral Lilie (Oldenburg) scharf den Umstand, daß die Logum von einem einfachen Matrosen geführt wurde, der nach eigner Angabe die Vorschriften des Seestraßenrechts nicht kennt. Die Verantwortung sei der Behörde zuzuschieben, die den Matrosen mit der Führung betraut habe.“

Lustfahrt – die Stimmung war gut im kaiserlichen Wilhelmshaven. Am Vorabend des Ersten Weltkrieges boomte die Marinestadt.

Und dann war in Norddeich noch die Funkstation ausgefallen: „Zur Sicherung der Schifffahrt hat die Reichspostverwaltung für die Telefunkenstelle zu Norddeich besondere Maßnahmen getroffen“, heißt es in einem Korrespondentenbericht. „Die Schadhaftwerdung des Rufzeichengebers im Korrigierwerk hatte unmittelbar eine bedrohliche Gefährdung der Schifffahrt durch Unterbrechung zur Folge“, berichtete das Jeversche Wochenblatt. Es wurden Ersatzapparate gebaut, um den unterbrechungsfreien Seefunkverkehr zu sichern. So lernte man vor hundert Jahren auch schon aus Pleiten, Pech und Pannen.

Der Text erschien zuerst in der Beilage „Friesische Heimat“ des Jeverschen Wochenblatts vom 15. September 2012 www.jeversches-wochenblatt.de

Mitreißende Reportagen aus dem Alltag der Seenotretter

Buch „Retter ohne Ruhm“ erscheint in siebter, völlig überarbeiteter Auflage

 Bremen – In siebter Auflage ist jetzt das Buch „Retter ohne Ruhm“ von Hans Georg Prager erschienen. Auf 224 Seiten schildert der renommierte Autor und Schifffahrtskonsulent kenntnisreich und unterhaltsam den wechselvollen Alltag der Seenotrettung in Europa und der Welt.

Neu erschienen: Retter ohne Ruhm, das Buch mit Reportagen über die Einsätze der Seenotretter. Von Hans Georg Prager.

In spannenden und ergreifenden Episoden erlebt der Leser hautnah mit, welchen Gefahren sich die Seenotretter weltweit jeden Tag aufs Neue aussetzen. Reich illustriert, erzählt dieser Band vom Alltag der bewundernswerten Helfer und dokumentiert, wie sich das Rettungswesen im Lauf der Jahrzehnte verändert hat, inklusive einer lückenlosen Darstellung auch der modernsten technischen Hilfsmittel. Dieses komplett überarbeitete und aktualisierte Standardwerk ist für jeden Seefahrtinteressierten ein Muss.

Dem Leser fetzt immer wieder Salzwasser-Gischt ins Gesicht, wenn er hautnah die bisweilen höchst riskanten Einsätze der Seenotretter miterlebt. Er ist dabei, wenn es um die dramatische Abbergung der Besatzungen von Frachtern geht, die im Sturm auf dem Scharhörnriff oder dem Großen Vogelsand gestrandet und auseinandergebrochen sind. Er macht auch den geradezu höllischen Orkaneinsatz zur Rettung der wenigen Überlebenden einer ostwärts von Kap Arkona gekenterten polnischen Frachtfähre mit.

Autor Hans Georg Prager (2.v.r.) stellt die siebte Auflage seines Erfolgsbuches im Stationsgebäude der Seenotretter in Cuxhaven vor. Mit dabei (v.l.n.r.): Markus Holzhauer vom Sutton-Verlag, Vormann Holger Wolpers vom Seenotkreuzer „Hermann Helms“ von der Station Cuxhaven und Dr. Bernd Anders, Mitglied der DGzRS-Geschäftsführung.

Neben faszinierend lebendigen Reportagen spannt Prager in historischen Rückblicken den Bogen von den Anfängen der organisierten Seenotrettung zu Beginn des 19. Jahrhunderts in England und Holland über die Gründung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) 1865 in Kiel und die Ära der Ruderrettungsboote bis zum ersten Einsatz von Motorrettungsbooten in Deutschland im Jahr 1911 und zur Entwicklung der Seenotkreuzer in der 1950er Jahren. Ausführlich würdigt Prager die technische Entwicklung und das bewundernswerte Engagement der Retter. Fachkundig schildert er die Ausbildung der Fachkräfte, den Alltag auf den Rettungsstationen und an Bord der Seenotkreuzer sowie die riskanten Einsätze auf den Weltmeeren.

Neben den Einsätzen in deutschen Gewässern ist der Leser hautnah bei Seenotrettungen in Norwegen, Schweden, Finnland, China oder den USA dabei. Auch Kurioses wie ein im Watt freilaufendes Pferd, ein Schiffbrüchiger, der sich nicht retten lassen wollte, oder ein schwimmend flüchtender Autodieb finden sich in der Einsatzgeschichte der Seenotrettung.

Hans Georg Prager ist selbstständiger Fachberater für See- und Binnenschifffahrt sowie Fachlektor und Autor. Er war neun Jahre bei der Marine und in der Handelsschifffahrt auf allen Weltmeeren unterwegs, zeitweise auch als Rettungsmann auf Seenotkreuzern. Prager verdankt sein Leben dem hohen Einsatz freiwilliger schwedischer Seenotretter, die ihn und seine Besatzung vor dem sicheren Tod in der Orkanbrandung auf den Granitklippen des Kaps Kullen bewahren konnten. Er veröffentlichte eine Vielzahl von Publikationen zu den Themen Schifffahrt und Technik.

„Retter ohne Ruhm“ ist im Onlineshop der Seenotretter erhältlich: www.seenotretter.de/onlineshop

Retter ohne Ruhm – Das Abenteuer der Seenothilfe
7. aktualisierte, bedeutend erweiterte und neu illustrierte Auflage
von Hans Georg Prager

ISBN 978-3-95400-024-1 • 24,95 Euro [D] • 224 Seiten • 62 Abbildungen • gebunden • 16,7 x 24,0 cm • 600 g

Am 29. Juli ist Tag der Seenotretter

Viele Stationen an Nord- und Ostsee geöffnet

Seenotrettungsboot BUTT/Station Maasholm der DGzRS bei einer Vorführung. Die Arbeit der Besatzungen können Besucher an Nord- und Ostsee am Tag der Seenotretter, 29. Juli, hautnah erleben. Foto: DGzRS

Rettungsdemonstrationen und Besichtigung der Seenotkreuzer

Friesland – Rund um die Uhr, bei jedem Wetter, sind die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) einsatzbereit. Die meisten ihrer mehr als 2000 Einsätze pro Jahr finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt – bei „Nacht und Nebel“, weit draußen auf See.

Umso beliebter ist der „Tag der Seenotretter“ bei Urlaubern, Tagesgästen, Küstenbewohnern und Insulanern, um mit den Besatzungen der DGzRS ins Gespräch zu kommen. In diesem Jahr stellen die Rettungsmänner und -frauen am Sonntag, 29. Juli 2012, auf zahlreichen Stationen an Nord- und Ostseeküste, auf einigen Inseln und in der Zentrale der DGzRS in Bremen ihre Arbeit vor.

Im Mittelpunkt stehen Rettungsdemonstrationen und Besichtigungen der Seenotkreuzer und Seenotrettungsboote. Die Besatzungen berichten aus erster Hand von ihrer meist freiwilligen und häufig gefahrvollen Arbeit. Die Besucher können sich selbst ein Bild von der Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit der Seenotretter machen.

Mancherorts runden historische Rettungseinheiten, Modellboote, Musik und Filme, Speisen und Getränke das Programm ab. Die Seenotretter freuen sich auf den Gedankenaustausch und viele neue Kontakte am 29. Juli 2012. Weitere Informationen über die teilnehmenden Stationen: www.seenotretter.de/termine

DH 3774 auf Patrouillenfahrt

Neulich auf der Jade: Seenotrettungsboot Otto Behr. Foto (c): Helmut Burlager

Die „Otto Behr“ ist seit fast 20 Jahren in Wilhelmshaven stationiert. Das Seenotrettungsboot der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) hat das Rufzeichen DH 3774. Es wurde am 13. Juli 1993 in Wilhelmshaven auf den Namen eines Bremer Kaufmanns getauft, der die DGzRS in seinem Nachlass mit einer großzügigen Spende bedacht hatte. Das Boot ist mit Funkanlagen, Echolot, Radar, GPS, Lenzpumpen und einer Bergungspforte ausgestattet. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger finanziert sich vollständig aus Spenden und Zuwendungen Dritter.

Mit MS „Rudolf“ fing alles an

60 Jahre Reederei Cassen Eils: Fährverkehr nach Helgoland

Cuxhaven – Vor 60 Jahren nahm der Schraubendampfer „Rudolf“ seinen Linienfahrplan von Cuxhaven nach Helgoland auf – damals ein großes Ereignis.

Der Schraubendampfer „MS Rudolf“ begründete die Helgolandlinie der Reederei Cassen Eils.

Die Geschichte der Reederei ist von Beginn an eng mit der Entwicklung der Insel Helgoland verknüpft. Nach deren Wiederfreigabe an Deutschland im März 1952 begann Kapitän Cassen Eils zunächst mit der Inselversorgung und legte den Grundstein für das heutige Unternehmen. Der Tourismus auf die Hochseeinsel kam recht schnell in Gang, die Flotte der Reederei wurde nach und nach erweitert. Schiffe wie z.B. die „Seute Deern“ erlangten unter Helgolandfahrern einen nahezu legendären Ruf.

Nachdem der Reederkapitän Cassen Eils verstorben war, wurde die Reederei Cassen Eils Mitte 2010 an die Firmengruppe AG „EMS“ übereignet. Die Reederei AG „EMS“ geht ihrerseits auf das Jahr 1843 zurück und betreibt u.a. den Schiffsliniendienst zur Insel Borkum. Bereits seit 1926 werden Ausflugsfahrten nach Helgoland angeboten, darunter seit 1989 Fahrten mit MS „Nordlicht“, dem ersten deutschen High-Speed-Katamaran.

Drei von vier Schiffen der Eils-Flotte: Heute sind MS „Atlantis“, MS „Funny Girl“, MS „Fair Lady“ und MS „Helgoland“ von Cuxhaven, Büsum, Bremerhaven und Wilhelmshaven zur Hochseeinsel unterwegs.

Geschäftsführer Peter Eesmann freut sich über das Firmenjubiläum: „Ich freue mich, dieses Jubiläum der Reederei Cassen Eils mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an Land und auf See feiern zu dürfen. Auch wenn die letzten Jahre von sehr viel Unruhe im Helgoland-Verkehr geprägt waren, die Reederei Cassen Eils stand stets wie der Fels in der Brandung und sicherte das ganze Jahr die Anbindung der Insel. Als Inselversorger im Winter haben wir unter Beweis gestellt, dass man auf uns zählen kann.“ Die Reederei Cassen Eils hat heute Gäste an die Alte Liebe in Cuxhaven eingeladen, um in maritimer Atmosphäre auf das Firmenjubiläum anzustoßen und deutlich zu machen, dass sie auch weiterhin für Helgoland einsteht.

Heute sind MS „Atlantis“, MS „Funny Girl“, MS „Fair Lady“ und MS „Helgoland“ von Cuxhaven, Büsum, Bremerhaven und Wilhelmshaven zur Hochseeinsel unterwegs. Helgoland ist aufgrund des Fahrplanangebots von Cassen Eils das ganze Jahr über auf dem Seeweg erreichbar.

Zusätzlich verbindet MS „Flipper“ die in der Elbmündung liegende Insel Neuwerk mit Cuxhaven und unternimmt verschiedene Ausflugsfahrten z.B. in den Nord-Ostsee-Kanal oder zu den Seehundsbänken.

www.ag-ems.de