Sag’s mit Blumen

Die Wilhelmshavener haben ja einen speziellen Humor. Da werden zum Beispiel ehemalige Friedhöfe, die ihren Zweck nicht mehr erfüllen, in Parks umgewandelt und im Volksmund dann „Knochenpark“ genannt. Manche Wilhelmshavener haben aber auch starke Nerven, so wie ein 39-jähriger Einheimischer, der mit seinem kleinen Kind am Sonnabend zur Mittagszeit in der Nähe des Knochenparks in der Gökerstraße gelbe und weiße Narzissen aus einem Blumenbeet pflückte. Von der Polizei erwischt, entgegnete er arglos, die seien für Oma.

 

Die Wohlwollenden und die Bösartigen

Gerade in dem Moment, als ich diese Geschichte erzählen will …

20 Cent.jpgHeute Nachmittag im Drogeriemarkt Rossmann in Jever. Ein junges Flüchtlingspaar aus der nahe gelegenen Notunterkunft will einen Nagelknipser für 1,89 Euro kaufen. Der Ehemann gibt sein ganzes Kleingeld hin, die Verkäuferin zählt einen Berg Cent-Stücke. „Das reicht nicht, es fehlen 20 Cent“, sagt die Verkäuferin, keineswegs unfreundlich. Zwei Stimmen gleichzeitig aus der Warteschlange hinter den beiden Flüchtlingen, zweimal dieselben Worte: „Das zahl‘ ich!“ Das Ehepaar, überrascht, nickt etwas verschämt, ein stiller Dank, und zieht seines Weges.

… lese ich diese gemeinsame Erklärung der Stadt Wilhelmshaven und der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland

„In virtuellen Netzwerken macht seit dem 22. Januar 2016 eine Meldung die Runde, nach der Flüchtlinge in einem Einzelhandelsgeschäft in der Wilhelmshavener Innenstadt versucht haben sollen, großen Mengen Waren zu kaufen. Die Polizei soll gerufen worden sein, die Stadt Wilhelmshaven habe gemäß der Darstellung erklärt, sie würde die Rechnung bezahlen. Vertretern der Polizeiinspektion Wilhelmshaven-Friesland und der Stadt Wilhelmshaven ist dieser Vorgang nicht bekannt. Kein Vertreter der Polizei oder der Stadt ist mit dem Vorgang befasst gewesen und hat Erklärungen abgegeben oder die Bezahlung von Waren-Rechnungen für Großeinkäufe von Flüchtlingen zugesagt. In einer gemeinsamen Presseerklärung verweisen Polizei und Stadt darauf, dass für die Ausstattung von Asylbewerbern klare gesetzliche Regelungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz gelten und konsequent eingehalten werden. Beide Behörden äußerten ihr Unverständnis darüber, dass mit gezielten Falschmeldungen immer wieder Stimmung gegen Migranten gemacht werden soll und riefen dazu auf, entsprechende Meldungen nicht ungeprüft in den sogenannten sozialen Medien (wie z.B. Facebook) weiter zu verbreiten.“

 

Jetzt: Mathilde Maersk im Jade-Weser-Port Wilhelmshaven

Das sind schon ganz ordentliche Pötte, die da regelmäßig im Jade-Weser-Port ankommen. Hier kann man sich über die Schiffsbewegungen informieren:

JWP

und hier: http://www.jadeweserport.de/betrieb/port-office/schiffsankuenfte.html

Pop Art aus Wilhelmshaven

FOTOPOPART – Eine Symbiose aus Foto-Design und Pop Art

Ausstellungseröffnung am Donnerstag, 1. Oktober 2015, 18.30 Uhr
in der Sparkassenzentrale am Theaterplatz

Text zur Ausstellung Sparkasse FOTOPOPART.inddKlaus Schreiber (Foto-Design) und Holger Mühlbauer (Grafik Design + Kunst) kennen sich nun länger als 15 Jahre und haben erstmals einen kreativen Prozess in Gang gebracht, um beide Kunstarten miteinander verschmelzen zu lassen, zur FOTOPOPART! Klaus Schreiber ist seit mehr als 40 Jahren als Foto-Designer in Wilhelmshaven und Friesland bekannt. Er ist ein renommierter Foto-Designer mit vielen Ausstellungen im In- und Ausland. Holger Mühlbauer ist schon von Kindesbeinen an kreativ im Bereich Grafik Design und Kunst. Er ist seit 1996 selbstständig und Inhaber der Agentur „Mühlbauer Design im Pförtnerhaus“ in Wilhelmshaven.

(c) Klaus Schreiber, Holger Mühlbauer
(c) Klaus Schreiber, Holger Mühlbauer

Kreischende Farben, wilde Farbspritzer auf alten Spanplatten, die wieder und wieder fotografiert, gemischt mit Real-Bildern in digitaler Kunstform zusammen gebracht werden. Das ist die Arbeitsweise von Schreiber und Mühlbauer für diese spezielle Kunstart. Diese neue Art besteht aus digitalen und manuellen Materialien, die letztendlich alle digital verarbeitet werden. Die limitierten Werke sind auf Leinenstoff mit 4 cm Keilrahmen in verschiedenen Formaten erhältlich.

Die Ausstellung läuft vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2015 in der
Sparkassenzentrale Wilhelmshaven, Theaterplatz.

(c) Klaus Schreiber, Holger Mühlbauer
(c) Klaus Schreiber, Holger Mühlbauer

Idylle am Jadebusen: Das Banter Fischerdorf

An meiner Lieblings-Fahrradstrecke liegt das Banter Fischerdorf. Direkt am Wasser, vor dem Deich. Der NDR hat jetzt einen schönen Beitrag darüber gemacht.

Bant

NDR-Diskussion über Streit um das Bismarck-Denkmal in Wilhelmshaven

NDRDer Leiter des Gröschler-Hauses – Zentrum für die Zeitgeschichte der Region –  in Jever, Hartmut Peters, hat vorgeschlagen, den Bismarckplatz in Wilhelmshaven umzubennen, statt dort wie geplant ein Bismarck-Denkmal aufzustellen. Peters war Teilnehmer einer Diskussion über den Denkmalstreit, die am Dienstagabend vom NDR aufgezeichnet wurde und heute (Donnerstag, 15. Januar 2015) ab 19 Uhr auf NDR 1 Niedersachsen gesendet wird.

Auf dem Podium waren außerdem Werner Bohlen-Janßen (Ratsherr, CDU), Reiner Beckershaus (Club zu Wilhelmshaven) und Ursula Aljets (Arbeitskreis Banter Geschichte). Zu Wort kamen auch  der ehemalige Oberbürgermeister Eberhard Menzel, der frühere Landtagsabgeordnete Wilfrid Adam und der Initiator der Denkmalssetzung,  Drehorgelspieler August Desenz.

Es ging um die Bewertung von Bismarcks politischem Erbe, den Sinn eines solchen Denkmals und die Art und Weise, wie es durchgesetzt wurde. Natürlich wurde sehr kontrovers diskutiert. Hartmut Peters schlug vor, den Bismarck-Platz in „Platz der Revolution von 1918“  umzubennen und eine Informationsstätte über die Novemberrevolution 1918 und ihre Bedeutung für die erste deutsche Demokratie (Weimarer Republik) zu errichten. Der Aufstand der Arbeiter und Matrosen in der Kriegsmarinestadt sei eine der Initialzündungen zur Demokratie gewesen. Kein obrigkeitsstaatliches Memento, sondern ein Zeichen der republikanischen Tradition würde einer Stadt mit sonst überwiegend negativ besetzter Geschichte guttun und den Beitrag der Region Wilhelmshaven-Friesland zur Demokratiegeschichte verdeutlichen, so Peters.

Tag 353 | Jade-Weser-Port

Der Containerhafen in Wilhelmshaven, bislang schwach ausgelastet, könnte 2015 endlich in Gang kommen. Foto: Helmut Burlager
Der Containerhafen in Wilhelmshaven, bislang schwach ausgelastet, könnte 2015 endlich in Gang kommen. Foto: Helmut Burlager

Geduld ist ja weder die Stärke der Medien noch die der Politiker. Wer einen Containerhafen baut, braucht diese Charaktereigenschaft aber ganz offensichtlich, denn es schien lange Zeit nicht so zu sein, als ob alle Welt auf den Jade-Weser-Port gewartet habe. Obwohl Politiker und Medien das ja durchaus über Jahre behauptet haben. Nun schlägt aber langsam die Stunde der Geduldigen. Gestern wurde bekannt, dass der Tiefwasserhafen an der Jade ab 2015 nicht nur von zwei, sondern von drei großen Linien angefahren werden wird.

Nach einer aktuellen Fahrplanankündigung wird die weltgrößten Containerreederei Maersk Line mit der Linie ME 1 (Mittlerer Osten: Vereinigte Arabische Emirate, Indien, Oman, Saudi Arabien) den Jade-Weser-Port am 26. Februar 2015 erstmals und dann regelmäßig ansteuern. Schon vor einigen Wochen hatte Maersk angekündigt, Wilhelmshaven im Rahmen des Netzwerkes 2 M in zwei Asienrouten aufzunehmen (Asiendienste AE 1,Sri Lanka, Singapur, China, Japan, und AE 5, Südkorea, China, Malaysia).

„Der neue Dienst ist auch deshalb so interessant, weil der Mittlere Osten und Indien attraktive Regionen für die niedersächsische Wirtschaft sind. Wir haben gemeinsam mit Eurogate in den vergangenen 22 Monaten hart gearbeitet, um unserem Tiefwasserhafen Schritt für Schritt den Weg für den Markt zu öffnen. Dabei haben wir immer wieder auch das Gespräch mit unserem Partner Maersk gesucht“,  hat Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies, Aufsichtsratsvorsitzender der Jade-Weser-Port-Gesellschaften, gestern erklärt. „Diese Anstrengungen beginnen, sich jetzt auszuzahlen. Mit drei Überseelinien ist die Basis gelegt, um die Beschäftigung im Hafen zu sichern und um neue Ziele anzusteuern. Wir wollen natürlich weitere Reeder für das Container Terminal Wilhelmshaven gewinnen und wir streben auch Ansiedlungserfolge für das Güterverkehrszentrum an. Es liegt noch viel Arbeit vor uns, aber wir werden uns den künftigen Herausforderungen gerne stellen, um den JadeWeserPort zum Erfolg zu führen.“

Tag 293 | Kunst

Die "Norddeutsche Landschaft" von Heiner Altmeppen, Kunstfreunden im Nordwesten vielleicht bekannt von Besuchen in der Kunsthalle Emden, ziert jetzt ein Haus in Wilhelmshaven. Foto: Wilhelmshaven Touristik
Die „Norddeutsche Landschaft“ von Heiner Altmeppen, Kunstfreunden im Nordwesten vielleicht bekannt von Besuchen in der Kunsthalle Emden, ziert jetzt ein Haus in Wilhelmshaven. Foto: Wilhelmshaven Touristik

Die „Norddeutsche Landschaft“ ist ein fotorealistisches Gemälde, das im Nordwesten viele kennen, denn es gehört zu den wichtigen Exponaten der Emder Kunsthalle. Neuerdings können auch die Wilhelmshavener das Bild betrachten, allerdings um ein Mehrfaches größer als in der benachbarten Hafenstadt, hundert Quadratmeter groß genauer gesagt.

Buko Königshoff. Foto: Wilhelmshaven Touristik
Buko Königshoff. Foto: Wilhelmshaven Touristik

Denn der Künstler Buko Königshoff (kleines Foto) hat das Altmeppen-Gemälde in mehrwöchiger Arbeit auf eine Hausfassade in der Bismarckstraße reproduziert. Es ist nicht das erste Großkunstwerk in der Jadestadt. Im vergangenen Jahr ist bereits eine Hauswand in der Luisenstraße mit einer überdimensionalen Reproduktion von Franz Radziwills Werft-Bild verziert worden.

Initiiert worden ist die Kunst am Bau von der Wilhelmshaven Touristik und Freizeit GmbH unter ihrem Geschäftsführer Michael Diers, der auch der „Erfinder“ des Wilhelmshavener Street-Art-Festivals ist. Gesponsert wurde das Werk in der Bismarckstraße 143 am Haus von Bernd Frerichs von dem örtlichen Malerei- und Gerüstbauunternehmen Nietiedt.

Tag 277 | Die Welle

Ausgezeichnet mit dem Fritz-Höger-Preis 2014 in Silber: Die „Kirche am Meer – St. Marien" in Schillig von Königs Architekten, Köln. Foto ©: Christian Richters
Ausgezeichnet mit dem Fritz-Höger-Preis 2014 in Silber: Die „Kirche am Meer – St. Marien“ in Schillig von Königs Architekten, Köln. Foto ©: Christian Richters

Zu den schönsten und interessantesten Kirchen-Neubauten in Friesland der letzten Jahrzehnte zählt die St.-Marien-Kirche in Schillig. sie ist jetzt im Deutschen Architekturzentrum (DAZ) in Berlin mit dem Fritz-Höger-Preises 2014 für Backstein-Architektur ausgezeichnet worden. Vor internationalem Publikum wurden die besten Beiträge des diesjährigen Wettbewerbs verkündet. Die St. Marien Kirche in Schillig gewann den Fritz-Höger-Preis 2014 in Silber. Mit mehr als 500 eingereichten Projekten und großer internationaler Resonanz hat der zum dritten Mal ausgelobte Fritz-Höger-Preis 2014 für Backstein-Architektur seinen festen Platz unter den bedeutenden Architekturpreisen gefunden und präsentiert einen beeindruckenden Querschnitt internationaler Backstein-Architektur.
In der Kategorie „Öffentliche Bauten, Sport und Freizeit“ konnte das Projekt „Kirche am Meer – St. Marien in Schilling“ die hochkarätig besetzte Fachjury überzeugen und wurde mit dem Fritz-Höger-Preis 2014 in Silber prämiert. Verantwortlich für das Projekt zeichnet das Architekturbüro Königs Architekten aus Köln.
Die geschwungene Wand- und Dachausbildung des skulpturalen Sakralbaus – als Verweis auf den Ort – lädt seine Betrachter ein zu metaphorischen Interpretationen des Themas „Kirche am Meer“.
Fast alle ausgezeichneten Projekte – darunter die genannte Arbeit – werden bis zum 19. Oktober 2014 im Deutschen Architektur Zentrum (DAZ) im Rahmen einer Ausstellung im Detail gezeigt und später an verschiedenen Hochschulen in Deutschland als Wanderausstellung zu sehen sein.
Der erstmals 2008 ausgelobte Fritz-Höger-Preis für Backstein-Architektur ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert und wird alle drei Jahre von der Initiative Bauen mit Backstein in Kooperation dem Bund Deutscher Architekten BDA verliehen. Der Preis ist nach dem Architekten und Baumeister Fritz Höger (1877 – 1949) benannt. Zu seinen bekannten Werken zählt das Rathaus von Wilhelmshaven.