Tag 323 | Wir und ihr

„Journalisten müssen oft vereinfachen, um komplizierte Sachverhalte für Mediennutzer kurz und verständlich darzustellen. Manchmal führt das zu einem Dilemma: Wie beschreibe ich die Gruppe, der ich zugehöre? Wie beschreibe ich die Anderen …?“
2013 sind auf Initiative der »Neuen deutschen Medienmacher« bundesweite Vertreterinnen und Vertreter von Medien, Wissenschaft und Verwaltung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zusammengekommen und haben Begriffe diskutiert und Definitionen abgeglichen. Daraus wurde Glossar „Formulierungshilfen für die Berichterstattung im Einwanderungsland“. Von „Afrodeutsche“ bis „Zuwanderer“ sind darin Begriffe zu den Themen „Wer sind wir – wer sind die Anderen?“, Islam, Kriminalitätsberichterstattung, Migration und Asyl erläutert und bewertet.

Tag 141 | Kunst

Ich liebe Deutsch sprechende Holländer. Und Deutsch schreibende auch. Neulich zum Beispiel, diese schöne Pressemitteilung:

Freitag ist der erste Tag das  Huntenkunst zu besuchen ist. Sehe Pressenachricht. Wir möchten bringen Sie Ihre Aufmerksamkeit Huntenkunst. Diese internationale Kunstbörse findet am 23., 24. und 25. Mai in Ulft statt. Wir würden gerne sehen, dass Sie darüber berichtet. Von jedem teilnehmenden Künstler, können wir digitale Fotos ihrer Arbeit zu liefern. 

Tag 98 | Junges Platt

Heute gebe ich aus Bequemlichkeit mal wieder einfach etwas weiter, nämlich eine Mitteilung des Instituts für Niederdeutsche Sprache in Bremen. Es geht um den Wettbewerb „Mien Leven mit Platt – dat is wat!“

Längst haben junge Autoren und Musiker die norddeutsche Regionalsprache für sich entdeckt. Nun können sie zeigen, dass sie mit Plattdeutsch auch im internationalen Vergleich mithalten können: Gerade angelaufen ist der europaweite Online-Sprachenwettbewerb MiLaS, der sich in erster Linie an Jugendliche und junge Erwachsene richtet.

Die Teilnehmer sollen motiviert werden, Texte in ihrer eigenen Sprache zu verfassen und vorzutragen. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt: Alle Formen moderner Literatur und Textkultur sind erlaubt – es können sogar mehrere Sprachen gemischt werden. Möglich ist auch die Verwendung musikalischer Elemente. Besonderen Wert legen die Organisatoren von „language diversity“ auf Regional- und Minderheitensprachen. Schließlich leisten diese einen wesentlichen Beitrag zur sprachlichen Vielfalt in Europa.

Um an dem Online-Sprachenwettbewerb teilnehmen zu können, muss ein maximal dreiminütiger Videobeitrag des selbstverfassten Textes – Kurzprosa, Lyrik, Rap, Sketch oder Lied – bis zum 28. April eingereicht werden. Parallel kann jeder online seinen Favoriten wählen. Die zehn Darbietungen mit den meisten Stimmen werden anschließend einer Fachjury übergeben, die entscheidet, welche fünf Gewinner zum Europatag am 9. Mai 2014 nach Sønderborg (Dänemark) eingeladen werden.

Weitere Informationen unter http://language-diversity.eu/campaigns/milas-wettbewerb sowie http://language-diversity.eu. Kontakt: info@language-diversity.eu

RechtSchreibReform

Die NordWestBahn jetzt also auch. Was für eine UnSitte, BindeStriche wegzulassen und GroßBuchstaben mitten in WortVerbindungen hineinzubauen, vom JadeWeserPort  bis zur Sparkasse LeerWittmund, von der NachtEule bis zum – nein, Sie brauchen mich jetzt nicht zu unterbrechen, ich weiß es selbst  –  mein geliebtes Wochenblatt ist auch nicht davor gefeit – bis zum LeserService. Wir sollten unser komplette MutterSprache überarbeiten, den BindeStrich abschaffen und überhaupt jedes LangWort  in jedem TextBeitrag  durch die neue SchreibWeise ersetzen. Wäre das nicht schön? (hbu)

Outdoor

War da nicht vor einem Jahr bei vielen der gute Vorsatz, weniger Anglizismen zu verwenden? Heute, am Silvestertag, wirbt das große Einkaufszentrum vor den Toren der Stadt in seiner Beilage für ein Haushaltsgerät, zu dem wir früher Schrubber sagten. Heute heißt das Teil, das da zum Super-Sonder-Preis verkauft wird: Outdoor-Besen. Na denn, Happy New Year!

Die Fachsprache der Küstenfischer

„Von Kamerunern, Pilgrims und Tobiaswaden”: Ein neues Buch von Klaus Siewert unter Mitarbeit von Wilko Theessen

Fischersprache Carolinensiel – Um die Fachsprache der Küstenfischer geht es in einem neuen Buch, das der Sprachwissenschaftler Klaus Siewert in Zusammenarbeit mit Wilko Theesen herausgegeben hat: „Von Kamerunern, Pilgrims und Tobiaswaden. Die Fachsprache der Küstenfischer in Ostfriesland“. Am Donnerstag wird es in Carolinensiel vorgestellt. Hier weiterlesen