„Kauf ein Teil mehr“ für die Kunden der Tafel

Lions und Leos sammeln an diesem Sonnabend am Sonnabend bei Famila

Lebensmittelspenden für bedürftige Familien. Die Aktion läuft schon zum dritten Mal.

„Kauf ein Teil mehr“ läuft am Sonnabend zum dritten Mal. Von links Organisator Martin Schadewald, Lions-Präsident Jan Scherf, Tafel-Vorsitzende Luise Eden, stellvertretender Marktleiter Mario Gembler, Timotheus Ritter und Tom Thomssen von den Leos. Foto©: Helmut Burlager
„Kauf ein Teil mehr“ läuft an diesem Sonnabend zum dritten Mal. Von links Organisator Martin Schadewald, Lions-Präsident Jan Scherf, Tafel-Vorsitzende Luise Eden, stellvertretender Marktleiter Mario Gembler, Timotheus Ritter und Tom Thomssen von den Leos. Foto©: Helmut Burlager

Jever – Menschen aus der Region helfen Menschen in der Region – deshalb hat die Arbeit der Tafeln, die bedürftige Menschen mit Lebensmitteln unterstützen, so großen Charme. Und deshalb kamen die beiden ersten Aktionen des Lions-Clubs Jever und des Leo-Clubs Jever „Achtern Diek“ in den vergangenen zwei Jahren auch so gut an. An diesem Sonnabend ist es wieder so weit, die beiden Serviceclubs bitten die Kundinnen und Kunden im Famila-Markt in Jever: „Kauf ein Teil mehr“.


Die hier beschriebene Aktion ist Vergangenheit, sie war ein großer Erfolg. Kunden des Famila-Marktes haben am Sonnabend 27 prall gefüllte Einkaufswagen mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln für die Tafel gespendet.


Etwa 25 Lions, Leos und Helfer der Tafeln Jever und Hohenkirchen werden die Passanten in der Eingangshalle ansprechen, Handzettel mit den erbetenen Waren verteilen (zum Beispiel H-Milch, Margarine, Butter, Kaffee, Tee, Konserven, Zucker, Mehl, Marmelade, Nutella) und in der Kassenzone die Spenden entgegennehmen. 2011 und 2012 kamen so jeweils mehr als zwei Dutzend prall gefüllter Einkaufswagen mit Lebensmitteln zusammen. Gestern stellten Organisator Martin Schadewald und Präsident Jan Scherf für den Lions Club, der stellvertretende Präsident der Leos Tim Ritter und Leo-Mitglied Tom Thomssen, Tafel-Vorsitzende Luise Eden und stellvertretender Marktleiter Mario Gembler die diesjährige Aktion vor.

Luise Eden betonte, wie willkommen diese Spenden kurz vor Weihnachten seien, sie kommen fast 170 Familien in Jever und etwa 60 in Hohenkirchen zugute, darunter viele mit Kindern und neuerdings eine zunehmende Zahl von Asylsuchenden, die Friesland zugewiesen wurden. Die gespendeten Waren sollen dann schon ab nächster Woche nach und nach an die Kunden der Tafel ausgegeben werden. Viele seien wirklich darauf angewiesen, so Luise Eden. Dabei sei der schwierigste Schritt für viele Menschen, sich überhaupt zu trauen, zum ersten Mal zur Tafel zu gehen. Niemand müsse aber mit dem Gefühl kommen, Bittsteller zu sein. Die Aktion bei Famila läuft an diesem Sonnabend von 9 bis 18 Uhr.

Der lange Weg von Jever nach Babelsberg

Nicolai Rohde, Tatort-Regisseur. Er stammt aus Jever.  Foto (c): Helmut Burlager
Nicolai Rohde, Tatort-Regisseur. Er stammt aus Jever.
Foto (c): Helmut Burlager

Der Tatort-Regisseur Nicolai Rohde hat seine Wurzeln in Friesland

Als am 6. Oktober im Vorspann des „Tatorts“ aus Ludwigshafen der Name des Regisseurs über den Bildschirm lief, hat niemand an Jever gedacht. Es sei denn, er wüsste, dass Nicolai Rohde früher einen anderen Namen trug. In einer anderen Zeit, in einer anderen Welt als die, in der er heute lebt, wuchs er nämlich als Nico Görs auf. In Jever, an der Schlachte. Nach langer Zeit kehrte der Filmemacher jetzt dorthin zurück. Erzählte von seinem langen Weg von Jever nach Babelsberg. Mehr lesen…

Eine Reise ins jüdische Ostfriesland

Broschüre lässt den einst so lebendigen Alltag der Juden in Ostfriesland wieder gegenwärtig werden

Aurich – Unter dem Titel „Reise ins jüdische Ostfriesland“ hat die Ostfriesische Landschaft eine Broschüre veröffentlicht, mit der das einst so lebendige jüdische Leben in Ostfriesland wieder gegenwärtig wird. Anlass der Publikation ist die Pogromnacht vom 9. November 1938, die sich zum 75. Mal jährt. Durch die Veröffentlichung wird es möglich, sich auf die Spuren jüdischen Lebens auf der gesamten Ostfriesischen Halbinsel zu begeben.

Die Broschüre "Reise ins jüdische Ostfriesland". Foto (c): Jantje Appel
Die Broschüre „Reise ins jüdische Ostfriesland“.
Foto (c): Jantje Appel

Auf den 67 Seiten der Broschüre können interessierte Leser auf viele Informationen und Veranstaltungsangebote zur jüdischen Kulturgeschichte in der Region zugreifen. Darin findet man auch 14 allgemeine Informationen, beispielsweise über das jüdische Gemeinde- oder Alltagsleben. Beschreibungen für individuelle Rundgänge zu 13 historischen Stätten vervollständigen die Entdeckungsreise durch das jüdische Ostfriesland. Persönlichkeiten, Alltagsgeschichten und Ereignisse aus Weener oder auf Norderney sind dort genauso aufgeführt, wie der jüdische Friedhof in Jever oder ein Rundgang durch Wilhelmshaven. Die Schrift erzählt auch von besonderen jüdischen Persönlichkeiten, wie der gebürtigen Norderin Recha Freier, die Tausenden jüdischen Kindern zur Flucht nach Palästina verhalf oder dem Schützenkönig Simon Oppenheimer, der 1902 von der Schützencompagnie Esens von 1577 zu ihrem König gekürt wurde.

21 Kultureinrichtungen, davon neun Museen und fast alle ehemaligen Synagogenstandorte, zeigen in ihren Ausstellungen und Projekten, wie ein Thema aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet werden kann. Eine musikalische Besonderheit bildet die Konzertreihe der Folkgruppe „Laway“. Das Ensemble präsentiert erstmals die vertonten Verse des Holocaust-Überlebenden Iakovos Kambanellis auf Plattdeutsch, der Sprache, welche auch die ostfriesischen Juden sprachen.

Insgesamt neun von zehn Kultursparten sind bei dem Kooperationsprojekt „Reise ins jüdische Ostfriesland“ vertreten. „Gerade die Zusammenarbeit unterschiedlichster kultureller Bereiche hat uns bei diesem Projekt überzeugt und deshalb haben wir dieses gerne gefördert“, so Dr. Kathrin Höltge, Referatsleiterin beim Ministerium für Wissenschaft und Kultur.

Eine ganz besondere Auszeichnung erhielt das Ausstellungsprojektes „Haggadah, Kunst zum jüdischen Pessach-Buch“, das in der Knesset, dem Parlament des Staates Israel im Mai 2014, präsentiert wird.

„Reise ins jüdische Ostfriesland“ ist ein großes gemeinsames Projekt im Rahmen des dritten kulturtouristischen Themenjahres „Land der Entdeckungen 2013“. Dieses umfasst die gesamte Ostfriesische Halbinsel; vom Ammerland bis zu den Inseln, vom Dollart bis zum Jadebusen. „Mit der Broschüre ist uns die Stärkung der Vernetzung und die regionenübergreifende Zusammenarbeit besonders gelungen“, so Helmut Collmann, Präsident der Ostfriesischen Landschaft. „Die Anfragen aus dem gesamten Bundesgebiet, England und den Niederlanden ermutigen uns, auf diesem Weg weiter zu gehen“, so Collmann weiter.

Lions Clubs unterstützen die Seenotretter

Tonnen an Münzen für den guten Zweck

Jever – Seit der Einführung des Euro klimpern nicht mehr ganz so viele Fremdwährungs-Münzen in den Portemonnaies von heimkehrenden Urlaubern, doch immer noch bringen Reisende genug Hartgeld aus fremden Ländern mit nach Deutschland, dass sich das Einsammeln lohnt. Das tut der Lions-Club Jever unter der Federführung seines Mitglieds Udo König seit mittlerweile mehr als 25 Jahren, und die Spendenbüchsen mit dem Logo der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, die König in Bankfilialen aufstellt, werden immer noch gut gefüttert.

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Die Lions-Präsidenten Jan Scherf (Jever) und Henk Zilverberg (Emmen) sowie der Clubbeauftragte für die DGzRS-Sammlung Udo König übergaben dem Leiter des Informationszentrums Nordwest der DGzRS, Hans-Joachim Katenkamp, eine Spende von 3250 Euro für die Arbeit der Seenotretter. Foto (c): Helmut Burlager

Der Präsident des Lions-Clubs, Jan Scherf, übergab dem Leiter des Informationszentrums Nordwest der DGzRS, Hans-Joachim Katenkamp, am Mittwochabend in Jever eine weitere große Spende der Lions. Die hatten das ohnehin gute Ergebnis der Sammlung noch einmal aufgestockt, und die Freunde aus dem holländischen Partnerclub in Emmen, die Mittwoch in Jever zu Gast waren, spendierten 250 Euro obendrauf, sodass Katenkamp 3250 Euro für die Arbeit der Seenotretter in Empfang nehmen konnte. Im Laufe der Zeit hat die Sammlung der Lions einige Tonnen an Fremdwährung erbracht. Die Münzen werden bei einer englischen Firma gezählt und getauscht, und über die Jahre sind so mehr als 48000 Euro für den guten Zweck zusammengekommen.

Die DGzRS finanziert ihre wichtige Arbeit, bedrohten Menschen auf See rasche Hilfe zu bringen, ausschließlich aus Spenden. Die Fremdwährungsaktion der Lions läuft weiter. Ausländische Münzen, aber auch Eurobeträge können in die markanten Sammelschiffchen der DGzRS oder in die speziellen Sammeldosen der Lions bei den Banken eingeworfen werden. Hans-Joachim Katenkamp dankte allen Spendern und den Mitarbeitern von Banken in Friesland, die sich beteiligt haben.

Der Mann, der zweitausend Katzen malte

Christoph Hinz  arbeitete fünf Jahre an seinem Katzenwerk

Jetzt sind die ersten Bilder als Kalender erschienen

Ein bisschen verrückt muss wohl sein, wer fünf Jahre lang jeden Morgen nach dem Aufstehen erst einmal eine Katze malt. Christoph Hinz hat seinen ersten Kalender veröffentlicht. Foto (c): Cornelia Lüers
Ein bisschen verrückt muss wohl sein, wer fünf Jahre lang jeden Morgen nach dem Aufstehen erst einmal eine Katze malt. Christoph Hinz hat seinen ersten Kalender veröffentlicht. Foto (c): Cornelia Lüers

Jever – Wirklich Großes schafft nur, wer ein bisschen verrückt ist. So verrückt zum Beispiel, trotz eines stressigen, den Tag ausfüllenden Berufes jeden Morgen um fünf Uhr aufzustehen, um eine Katze zu malen. 365 Tage im Jahr, fünf Jahre lang, eine Katze nach der anderen, eine schöner als die andere. Und zwar erst einmal nur für sich selbst. Erst als Christoph Hinz, um den es hier geht, eine gewisse Übung darin hatte, zeigte er das eine oder andere Bild her. Die Zeitung – seine Zeitung, das Jeversche Wochenblatt, bei der er als Redakteur arbeitet – schrieb zweimal darüber, doch darüber hinaus hat der Katzenmaler nie eines seiner Werke publiziert oder ausgestellt. Erst nach Abschluss dieser Schaffensphase und nach beträchtlichem Drängen anderer ist das jetzt passiert. Seit wenigen Wochen ist er im Verkauf, der immerwährende Wandkalender für Katzenliebhaber: „Katzen Zeit“.

Die Idee, ein Dutzend der nach Tausenden zählenden Katzenbilder zu einem Kalender zu verarbeiten, haben Christoph Hinz und die Fresenia-Loge zu Jever für einen guten Zweck umgesetzt: Der Überschuss aus dem Verkauf soll dem Verein Tierschutz Aktiv e. V. und dem Integrationsprojekt der Academy of Dance zugute kommen. Aus Sicht der Loge passt das prima: Die einen schützen Katzen und andere Tiere, die anderen gehen schon mal in Katzenkostümen auf die Bühne, um zu tanzen.

Katzen haben es Christoph Hinz schon immer angetan. Er lebt seit vielen Jahren mit Katzen und hat sich lange aktiv im lokalen Tierschutz engagiert. Im Jahr 2007 beschloss er dann, Katzen zu zeichnen. Am 1. Januar 2008 setzte er sich zum ersten Mal an den heimischen Küchentisch und zeichnete eine Katze. Ab dann jeden Tag eine – bis zum 31. Dezember 2012. „Ich habe das Zeichnen nie gelernt und musste mir die Grundlagen während des Projektes erst aneignen“, erzählt er.

Dafür reichte das ursprünglich geplante eine Jahr nicht aus, es wurden fünf Jahre, in denen er sich weiterentwickelte. Seine Modelle waren natürlich die eigenen Katzen, aber da Katzen nicht still halten, bediente er sich auch zahlreicher eigener und fremder Fotos, um sich dem Wesen dieser Tiere anzunähern. Er zeichnete mit Tinte und Feder, Aquarellfarben und Espresso. In den frühen Morgenstunden oder in der späten Nacht holte er sich seine Pinsel, Stifte und Farben. Die so entstandene Serie umfasst 1827 Blätter. Mit den Zeichnungen, die Christoph Hinz nebenher produzierte, kommt er auf gut 2000 Arbeiten.

Gemeinsam mit der Fresenia Loge zu Jever traf Hinz eine Auswahl für diesen immerwährenden Wandkalender. Nun liegt der Kalender also vor: ein farbenfroher Begleiter durchs Jahr, der immer wieder neu aufgeschlagen werden kann und zwei großartige Projekte unterstützt. Um Katzen geht es nicht nur bei den monatlichen Motiven, Christoph Hinz hat jeweils auch kleine Texte zur Verfügung gestellt, in denen er über die eigenen Katzen und die Spuren berichtet, die sie im Leben der Menschen hinterlassen.

Katzen Zeit – ein immerwährender Kalender |Format A 3 | Herausgeber: Fresenia Loge zu Jever, I.O.O.F | Wittmunder Straße 2 | Herstellung: werbungundco | ISBN: 3-87542-081-4 |

Preis: 11,90 € | Auflage: 1000

„Respekt“ für die Sozialministerin

Das Buch „Respekt“, Ergebnis eines gemeinsamen Projekts des Jeverschen Wochenblatts, der Fresenia-Loge und des Landkreises Friesland, bekam Sozialministerin Cornelia Rundt als Gastgeschenk, als sie jetzt den Landkreis besuchte. Unser Bild zeigt von links Landrat Sven Ambrosy, Geschäftsführer Bernhard Bruhnken von der Wohnungsbaugesellschaft Friesland, Ministerin Rundt, Fachbereichsleiter Soziales Stefan Wiese und Simone Wernli-Lübken, Mitarbeiterin des neuen Pflegestützpunktes Friesland. Foto (c): Helmut Burlager
Das Buch „Respekt“, Ergebnis eines gemeinsamen Projekts des Jeverschen Wochenblatts, der Fresenia-Loge und des Landkreises Friesland, bekam Sozialministerin Cornelia Rundt als Gastgeschenk, als sie jetzt den Landkreis besuchte. Unser Bild zeigt von links Landrat Sven Ambrosy, Geschäftsführer Bernhard Bruhnken von der Wohnungsbaugesellschaft Friesland, Ministerin Rundt, Fachbereichsleiter Soziales Stefan Wiese und Simone Wernli-Lübken, Mitarbeiterin des neuen Pflegestützpunktes Friesland. Foto (c): Helmut Burlager

Dass das Thema „Älter werden“ in Friesland eine große Rolle spielt, machte Stefan Wiese, Fachbereichsleiter Soziales beim Landkreis Friesland, jetzt mit einem Gastgeschenk an Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) deutlich. Er überreichte ihr während eines Besuchs das Buch „Respekt – Porträts alter Menschen aus dem Jeverland“, das in Kooperation des Jeverschen Wochenblatts, der Fresenia-Loge und des Landkreises Friesland entstanden ist. Die Ministerin blätterte sofort darin und meinte: „So etwas müsste man alle paar Jahre wiederholen, es wachsen ja immer neue Generationen mit immer neuen Lebenserfahrungen nach.“ Bei dem Projekt „Respekt“ waren im Jahr 2012 über zwölf Monate hinweg 53 Menschen ab 75 in Wort und Bild porträtiert worden. Zunächst erschienen die Beiträge als Zeitungsserie, dann als Buch und als Bilderausstellung. Die Serie und das Gesamtprojekt wurden im Sommer mit einem Journalistenpreis des Verbandes Deutscher Lokalzeitungen ausgezeichnet. (hbu)

Humor mit hintergründigen Zwischentönen

Gerd Brandt, Albertus Akkermann und Werner Jürgens beleuchten in ihren Live-Programm bekannte und weniger bekannte Facetten aus dem Leben von Hannes Flesner

Hannes Flesner in den 80er Jahren.  Bild: Privatarchiv Flesner.
Hannes Flesner in den 80er Jahren.
Bild: Privatarchiv Flesner.

Ostfriesland. Musik und Döntjes rund um Hannes Flesner lautet das erfolgreiche Konzept ihrer Live-Show. Die beiden Folk-Musiker Gerd Brandt (Gitarre & Gesang) und Albertus Akkermann (Akkordeon & Gesang) werden bald wieder gemeinsam mit dem Autor der Flesner-Biografie „Gröön-Bohnen-Rock’n’Roll“ Werner Jürgens unterwegs sein, um ihrem Publikum in Gesprächen und Liedern bekannte und weniger bekannte Seiten des bis heute unvergessenen ostfriesischen „Schgangsongjees“ nahe zu bringen. Das Programm verspricht einen kurzweiligen biographischen Rückblick mit viel Humor, aber auch einigen überraschend hintergründigen Zwischentönen. Letztes Jahr spielte das Trio unter anderem vor ausverkaufter Kulisse im Leeraner „Kulturspeicher“. Für den September 2013 stehen jetzt weitere Termine an.

„Wir nennen unser Programm Radio-Show“, erläutert Brandt. „Das haben wir uns ein bisschen aus den USA abgeguckt. Im Kern geht es darum, dass wir in einer lockeren Abfolge von Talkrunden und Musikeinlagen das Leben von Hannes Revue passieren lassen wollen. “ Und die Vita des 1984 im Alter von nur 55 Jahren verstorbenen urigen Barden war durchaus facettenreich. Neben seinen plattdeutschen „Schgangsongs“ wie „Bottermelk-Tango“ oder „Genever Marie“ hat Flesner darüber hinaus ebenfalls für andere renommierte Künstler Schlagertexte geschrieben; so zum Beispiel für Rex Gildo, Nana Mouskouri, Lisa Fitz, Trude Herr, Lale Andersen, Willy Millowitsch, Henry Vahl, um nur ein paar Namen zu nennen. Manche seiner Titel, die er zumeist unter dem Pseudonym Peter Buchenkamp verfasste, erreichten gar Spitzenplatzierungen in den Hitparaden.

Ursprünglich war Hannes Flesner gelernter Journalist. Bis Mitte der 60er Jahren arbeitete er als Feuilleton-Chef bei der „Bild“-Zeitung. Dort hielt er in einer eigenen Musikkolumnen die Leser regelmäßig über die neuesten Trend auf dem Laufenden. In dem Zusammenhang war der Ostfriese einer der wenigen, die bereits frühzeitig das Potenzial der ersten Beatles-Platte mit Tony Sheridan erkannten. Als Flesner 1965 Pressechef der Plattenfirma Philips wurde, leistete er dann wichtige Schützenhilfe für den deutschen Karrierestart von späteren Superstars wie z.B. Abi & Esther Ofarim, Alexandra, Black Sabbath, Genesis, Kraftwerk, um wiederum nur ein paar Namen zu nennen. Bis heute sind auf vielen Platten-Covern und CD-Heftchen Texte zu finden, die aus der Feder des Ostfriesen stammen.

Ab den 70er Jahren rückte Hannes Flesner schließlich selber ins Rampenlicht. „Die meisten haben ihn auf die Rolle des Spaßmachers reduziert“, sagt sein Biograph Werner Jürgens. „Das wird ihm jedoch nicht gerecht. Denn Hannes hat sich in seinen Liedern auch immer wieder mit ernsten gesellschaftspolitischen Themen wie Umweltverschmutzung, Konsumzwang oder Entfremdung beschäftigt. Zudem war er im Kontext der damaligen Liedermacherbewegung definitiv der erste und lange Zeit auch der einzige Künstler, der konsequent auf die plattdeutsch Sprache gesetzt hat.“

Gut zwei Stunden dauert das Live-Programm, mit dem Gerd Brandt, Werner Jürgens und Albertus Akkermann ihren Zuschauern diese zahlreichen Facetten von Hannes Flesner nahe bringen werden. Die Tickets kosten 12 Euro an der Abendkasse oder 10 Euro zzgl. 10 % Gebühr im VVK. Online-Kartenbestellungen unter info@artychoke.de.

Termine der Flesner-Show in der Übersicht:

Sa. 07. September 2013 Kirche Groothusen (19.30 Uhr)

            VVK: Küster Mulders 04923-7792, Bücherstube Plenter Emden oder 04422-986001

So. 08. September 2013 Hayungshof Dunum (19.30 Uhr)

            VVK: Harlinger, Karl Erdmann 04971-2818 oder 04422-986001

Mo. 09. September 2013 Dorfgemeinschaftshaus Bunde (19.30 Uhr)

VVK: Bürgerbüro und Borus in Bunde, RZ Weener oder 04422-986001

Mo. 23. September 2013 Theater Norderney (20 Uhr)

Veranstaltung im Rahmen der 5. Norderneyer Plattdeutschen Woche

So. 29. September 2013 Dorfgemeinschaftshaus Neustadtgödens (16 Uhr)

            Vorverkauf: Jeversches Wochenblatt und Anzeiger für Harlingerland

Yard Art. Der Schrottkünstler Diedel Klöver

Affenstark, der Gorilla in Lebensgröße.  Foto (c): Brigitte Meiners
Affenstark, der Gorilla in Lebensgröße. Foto (c): Brigitte Meiners

Rallenbüschen? Muss man auf der Landkarte erst mal finden. Diedel Klöver? Für viele Kunstfreunde im Nordwesten ein Begriff. Der Bildhauer zaubert den Menschen, die seine Kunstwerke betrachten, ein Lächeln ins Gesicht. Aus Schrott schweißt der Künstler großartige Skulpturen zusammen. Besonders gerne Tierfiguren, von Miniaturen bis hin zu lebensgroßen Löwen und Nashörner. Einmal im Jahr stellt er seine neuen Arbeiten vor, bei der Ausstellung „Yard Art“ im weitläufigen Garten seines Elternhauses in Rallenbüschen. Wo war das noch mal? Ein Bericht von Brigitte Meiners. Weiterlesen hier:

Yard Art – der Schrottkünstler Diedel Klöver

„Kein Bild von mir ist ohne Dangast möglich“

Zum 30. Todestag des Malers Franz Radziwill

Vortrag im Rahmen der aktuellen Ausstellung „In der Nähe des Paradieses – Der Maler entdeckt die Natur“

Der Maler Franz Radziwill in Dangast. Foto (c): Franz-Radziwill-Archiv
Der Maler Franz Radziwill in Dangast. Foto (c): Hergen Deuter

Dangast – Am Sonntag, 25. August, spricht Prof. Gerd Presler im Franz-Radziwill-Haus über das Lebenswerk des Malers (1895-1983). Der promovierte Theologe und Kunsthistoriker hat Franz Radziwill gut gekannt. Als Zeitzeuge und hervorragender Kenner des Werkes berichtet er mit eindringlichem Bildmaterial von neuen Forschungsergebnissen und bisher nicht bekannten Zusammenhängen.

Am 12. August jährt sich der 30. Todestag Franz Radziwills. Als der junge Künstler 1923 nach Dangast zog, besaß das kleine Fischerdorf am Jadebusen bereits eine künstlerisch reiche Geschichte. Die Maler der Dresdner „Brücke“ hatten hier zwischen 1907 und 1912 ihre vielleicht besten Bilder gemalt: Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel und Max Pechstein. Ein reiches Erbe, das Franz Radziwill als „Repräsentant einer neuen Generation der Schaffenden“ dort weiterführte – selbständig und doch in der prägenden Kontinuität des Ortes. Das „Erlebnis Dangast“ inspirierte ihn zu großartigen Gemälden. Heute wissen wir: Was sich im anbrechenden 20. Jahrhundert in Dangast ereignete, gehört zu den unerhörten Kühnheiten künstlerischen Gestaltens.

Gerd Presler hat mehrfach über die Expressionisten und Willy Hinck publiziert. Er war bekannt mit dem Oldenburger Arzt und Radziwill-Sammler Georg Düser. Im Jahr 1993 veröffentlichte er das Werkverzeichnis über die Druckgrafik Franz Radziwiills, von dem 2010 die zweite Auflage erschien.

Ort/Zeit: Franz Radziwill Haus, 25.08.2013, 11:30 Uhr | Kosten: Erwachsene 3,00 € zzgl. Eintritt 3,50 (Schüler/Studenten 1,50 zzgl. 2,00 €)

Programmzettel zur Ausstellung  „In der Nähe des Paradieses“


Gerd Presler (geb. am 27. November 1937 in Hannover), ist Theologe und Kunsthistoriker. Er war Professor an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe.

Gerd Presler studierte Germanistik, Philosophie, evangelische Theologie, Pädagogik und Kunstgeschichte an den Universitäten Münster/W., Berlin, Kopenhagen und Heidelberg. Im Rahmen seiner theologischen Forschungsarbeit veröffentlichte er zahlreiche Bücher und Beiträge in Fachzeitschriften, so beispielsweise über Martin Luther King jr. und Soeren Kierkegaard.

Der Schwerpunkt seines wissenschaftlichen Wirkens liegt in der Bildenden Kunst. Zu seinen maßgeblichen Publikationen gehören Bücher über die Künstlergruppe Die Brücke, Art Brut sowie über die Neue Sachlichkeit. Darüber hinaus erarbeitete er Werkverzeichnisse der Skizzenbücher von Ernst Ludwig Kirchner, Edvard Munch, Asger Jorn, Max Beckmann, Willi Baumeister, Walter Stöhrer und Ludwig Meidner. Bis heute ist er mit zahlreichen Aufsätzen an den Ausstellungskatalogen der Franz-Radziwill-Gesellschaft in Dangast beteiligt.

www.presler.de


Spiel nicht mit dem Feuer…

Vorführung bei der Freiwilligen Feuerwehr Jever am 3. August 2013. In dem Anzug steckt der Feuerwehrmann Mario Alich. Die Demonstration zeigt, was passiert, wenn ein Topf mit in Brand geratenem Frittierfett mit Wasser gelöscht wird. Bilder zum Vergrößern anklicken. Foto (c): Helmut Burlager

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