Nordsee GmbH startet WattWiki

Die Aufzeichnung persönlicher Geschichten beginnt

Friesland – Die Suche nach neuen Geschichten und Erzählungen geht jetzt erst richtig los: Ausgestattet mit technischem Equipment reisen die Watt-Reporter Dennis Briddigkeit und Simon Baumann vom 8. bis 25. Mai 2012 in einem Wohnmobil die niedersächsische Nordseeküste entlang. Hier sind sie auf der Suche nach interessanten Menschen, die ihnen von verborgenen Mythen, skurrilen Erlebnissen und ihren persönlichen Geschichten berichten. Alle Interviews werden per Video aufgezeichnet und auf der Website www.watt-wiki.com eingestellt. So geraten die Geschichten der Menschen vor Ort nicht in Vergessenheit und werden für alle nachfolgenden Generationen festgehalten. Wie die Erlebnisse von Edda Poppinga, der Weltmeisterin im Krabbenpulen: www.watt-wiki.com/2012/04/die-erste-geschichte-im-watt-wiki/

Startschuss für das WattWiki-Archiv
Mit der Tour der Watt-Reporter beginnt ein einzigartiges Augenzeugenprojekt: In der mehrwöchigen Expedition fangen Dennis Briddigkeit und Simon Baumann das Lebensgefühl der Menschen am Wattenmeer ein und archivieren es online. Mit dem Projekt hält die Nordsee GmbH zusammen mit ihren niederländischen Partnern aus dem TOEKOMST-Förderprojekt, Marketing Groningen und Provinsje Fryslan, die Wattenmeer-Geschichten für alle Menschen fest.

Das WattWiki wird zum Gedächtnis der Region
Mit der Entdeckungsreise der Watt-Reporter entsteht die Grundlage für das WattWiki – einer Plattform von den Menschen für die Menschen. Anschließend ist jeder gefragt, seine Wattenmeer-Erzählung zum WattWiki beizutragen. Damit schaffen die TOEKOMST-Partner eine personalisierte Sozial- und Kulturgeschichte des Lebens mit und am Wattenmeer. Regelmäßige Updates über den Aufenthalt der Watt-Reporter und ihrer persönlichen Eindrücke sind auf der Website und auf www.facebook.com/wattwiki abrufbar.

Quelle: Nordsee GmbH

Lebendig auf den Scheiterhaufen

Hexenprozesse im Jeverland – bewegender Vortrag im Schlossmuseum

Jever – Im Jahr 1592 ist es in Jever zu einem regelrechten Massenprozess gekommen, nach dessen Abschluss 13 Frauen und zwei Männer hingerichtet wurden. Ein Hexenprozess, und die nach schwerer Folter verurteilten wurden auf grausame Weise hingerichtet. Über diesen und andere Hexenprozesse im Jeverland berichtete Prof. Dr. em. Almuth Salomon in einem Vortrag vor dem Jeverländischen Altertums- und Heimatverein. Aberglaube, Liebe, Missgunst, Neid und Habsucht – solcherart waren die Zutaten der spektakulären Verfahren, aus denen es für die Angeklagten kein Entrinnen gab. Ein interessanter Bericht über den Vortrag, Verfasser Jörg Stutz, ist hier nachzulesen: Jeversches Wochenblatt

 

Gärtnerisches Kunstwerk: Der Jaspersche Garten

Dr. Eberhard Pühl nahm den Jasperschen Garten in seinen Gartenführer „Parks und Gärten zwischen Weser und Ems“ auf, der inzwischen in vierter Auflage im Isensee-Verlag erschienen ist. Das Bild zeigt Pühl 2008 in dem Garten, als die Anlage akut bedroht war.
Foto (c): Helmut Burlager

Jever – Hinter einer hohen Hecke gelegen und öffentlich nicht zugänglich fristet in Jever ein Kunstwerk im wahren Sinn des Wortes ein Schattendasein, der verwunschene Garten hinter dem sogenannten Schulerschen Haus an der Lindenallee. Früher auch als Jasperscher Garten bezeichnet, weil er auf dem weitläufigen Gelände angelegt wurde, das früher zum Anwesen der Familie Jaspers am Schlosserplatz gehörte. Aus ihr ist der berühmte Philosoph Karl Jaspers hervorgegangen. Er streifte als Kind in der Gegend dort herum und dürfte auch den Garten hinterm Schulerschen Haus gekannt haben. Der wurde schon vor knapp zwei Jahrzehnten in den Gartenführer „Parks und Gärten zwischen Weser und Ems“ des Gartenhistorikers Dr. Eberhard Pühl aufgenommen. Zwischenzeitlich war die Anlage von Parzellierung und Bebauung bedroht, weil Denkmalpfleger den wahren Wert dieses außergewöhnlichen Gartens nicht erkannten. Mehr lesen

Mit dem Lions-Club Jever in den Zoo Emmen

Von Andreas Kreye

Emmen
Gelbe Caps von der Verkehrswacht Jeverland als Wiedererkennungszeichen für die Kinder aus Friesland. Auf Einladung der Lions Clubs Jever und Emmen (NL) und betreut von den Freien Sozialen Diensten Friesland konnten sie einen spannenden Tag im Emmener Zoo verbringen. Foto (c): A. Kreye

Jever/Emmen (NL) – Die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem Lions Club Jever und den Freien Sozialen Diensten hat in der Vergangenheit schon vielen Kindern aus dem Jeverland Abwechslung vom tristen Alltag ermöglicht. Ein weiteres Kapitel der guten Zusammenarbeit wurde jetzt geschrieben. 15 Kinder aus Jever und Umgebung starteten früh morgens in der Marienstadt, um einen Tag im Zoo von Emmen zu verbringen. Die langjährige Freundschaft der Jeveraner zu dem Lions-Club in Emmen überwand alle bürokratischen Hindernisse und machte den besonderen Besuch möglich. Die Kinder merkten sehr schnell, dass sie im Ausland waren, zumal die Schilder nicht mehr zu lesen waren und die Gastgeber „so komisch“ sprachen. Durch den  Spaß an den exotischen Tieren und das gemeinsame Herumtoben auf den Spielgeräten entspann sich bald eine freundschaftliche Ebene, und die Kinder gewannen sehr schnell die Freundschaft der Holländer. Natürlich zogen die Elefanten, Nashörner, Giraffen, Löwen und Tiger die Kinder in ihren Bann. Aber auch die possierlichen Erdmännchen wurden zum Magnet.

Giraffen im Emmener Zoo. Eine von vielen Attraktionen. Foto (c): Udo König

Besonderen Spaß gab es bei der Fütterung der Paviane oder im Aquarium, als die Haie gefüttert wurden. Natürlich durfte die freie Zeit zum Herumtoben in der Spielscheune des Zoos nicht fehlen. Um der Gruppe ein einheitliches Aussehen zu geben und als Beitrag zur Sicherheit hat die Verkehrswacht Jeverland jedem Teilnehmer ein leuchtend gelbes Cap geschenkt. Erschöpft, aber rundherum zufrieden schlossen die Kinder ihre Eltern abends wieder in die Arme. Dank der guten Zusammenarbeit mit den Freien Sozialen Diensten konnten die Lions Clubs Jever und Emmen den Kindern einen Erlebnistag ermöglichen, den sie so schnell nicht wieder vergessen werden.

Ein paar Tage später hörten  einige Lions-Mitglieder aus Jever  in Emmen einen Vortrag des Zoo -Direktors Frankwin Beers, in dem er die Zukunftspläne des Zoos vorstellte. Der Zoo soll im Zuge der Verlegung aus dem Stadtzentrum auf das Zweieinhalbfache vergrößert werden und eine neue Zoo- und Erlebniswelt erhalten. Diese umfasst neben der Vergrößerung der Savanne und sonstigen Freigehegen Hallen mit Urwald- und Tropen-Atmosphäre, in denen man umhergehen oder auch mit den Affen in den Bäumen klettern kann. Es werden große Summen investiert und das Projekt soll in ertwa vier  Jahren realisiert sein. Das macht den Emmener Zoo für Besucher weiterhin hoch interessant. Bis dahin werden die Lions Jever sicher noch den einen oder anderen Besuch mit Kindern veranstalten.

Der Emmener Zoo

Dierenpark Emmen (nederlands)

Ich schütze das Klima

Von Helmut Burlager

„Wir haben uns ein Ziel gesetzt.“ Wir, das ist der Landkreis Friesland, und als einer von ungefähr hunderttausend Friesländern gehöre ich natürlich dazu, also habe auch ich mir ein Ziel gesetzt, wie ich aus einer Broschüre erfahre, die der Landkreis herausgegeben hat. Unser Ziel ist, so lese ich, das Klima zu retten. Wer macht da nicht gerne mit?

Es ist auch ganz einfach. Wir müssen alle an einem Strang ziehen, nicht warten, sondern starten, jeder kann etwas tun, ich muss nur erstens aus einer Liste von Klimatschutzmaßnahmen drei auswählen und sie umsetzen und dann zweitens mindestens drei Personen über die Folgen des Klimawandels und die möglichen Klimaschutzmaßnahmen informieren. Punkt zwei ist erledigt, sobald mindestens drei Leute diesen Beitrag gelesen haben.

Punkt eins ist da schon etwas schwieriger, auch wenn als Überschrift „So einfach geht’s“ drüber steht. Doch wie soll man sich entscheiden? Schalte ich, Vorschlag 1, alle Elektrogeräte aus, ehe ich in die Ferien fahre? Die Tiefkühltruhe würde es mir nach zwei Wochen mit pestilenzähnlichem Gestank heimzahlen. Soll ich, Vorschlag vier, beim Duschen das Wasser abstellen, wenn ich mich einseife? Mich fröstelts doch eh schon in diesem schrecklichen April. Soll ich, Vorschlag fünf, regionale Produkte kaufen? Mein Winzer von der Mosel wird mich für verrückt erklären, wenn ich ihm sage, dass ich nur noch Wein aus Friesland trinke. Soll ich, Vorschlag neun, beim Kochen immer den Topf mit einem passenden Deckel auf die passende Platte stellen? Dazu müsste ich den Deckel im Chaos des Topfschranks erst mal wiederfinden.

Nun, es bleiben ja noch ein paar andere Möglichkeiten, die Welt zu retten. Ich kann die Raumtemperatur um ein Grad senken (brrrr…), ich kann nur noch Energiesparlampen verwenden (gibt’s andere überhaupt noch?), ich kann auf Plastiktüten verzichten (habe allerdings 47 davon im Küchenschrank liegen), ich kann mich über die Vorteile einer energetischen Gebäudesanierung informieren (sich informieren ist immer gut, tut auch nicht weh!).

Die Welt retten, den Fön verkaufen. Foto(c): Anneke Glabasnia

Und dann werde ich dem Landkreis mal schreiben, dass er einen besonders effektiven Vorschlag vergessen hat. Ich habe nämlich schon vor Jahren begonnen, das Klima auf meine eigene Art und Weise zu schützen. Ich habe meinen Fön abgeschafft …

Naturschutzbund kritisiert Torfabbau

Holger Buschmann: „Irreführung beim Klimaschutz – Torf gehört ins Moor!“

Bahnsteig Der NABU Niedersachsen lehnt die Ausweisung von neuen Torfabbauflächen als Vorranggebiete für Rohstoffnutzung im Landesraumordnungsprogramm besonders aus Klimaschutzgründen ab. Dr. Holger Buschmann, NABU-Landesvorsitzender Niedersachsen, erklärte zur Kabinettsentscheidung am Dienstag, 17. April 2012: „Es ist ein Unding, dass gegen den Protest vieler Kommunen und der Naturschutzverbände, behördlich abgesichert, weiterhin den Mooren in Niedersachsen zusätzlich auf neuen Flächen buchstäblich ‚der letzte Torf abgegraben‘ wird. Trotz Reduzierung der Vorranggebiete für die Rohstoffnutzung erhöht sich real die Vorrangfläche für den Torfabbau um über 1000 Hektar.

Foto: Abgetorftes Moor bei Elisabethfehn. © Helmut Burlager

Der Trick ist nämlich, dass bereits abgetorfte Flächen herausgenommen sowie neue Gebiete aufgenommen worden sind. Somit entsteht rechnerisch eine Reduzierung, die in der Realität aber eine Flächenerweiterung bedeutet. Das Land Niedersachsen wird damit seiner hohen Verantwortung im Moor- und Klimaschutz keineswegs gerecht.

Es ist aus Gründen des Klimaschutzes unverantwortlich, die als größte Kohlenstoffspeicher in Niedersachsen funktionierenden Moore abzutorfen und damit Unmengen von Kohlendioxid in die Luft zu blasen. Schon heute werden auf den aktuell 29.600 Hektar Abtorfungsflächen in Niedersachsen über 1,7 Mio Tonnen Kohlendioxid pro Jahr emittiert. Mit den zusätzlich neuen Flächen von 1035 Hektar wird diese Bilanz noch schlechter.

Die Ausweisung von weiteren Hoch- und Niedermoorflächen als Vorranggebiete für den Torfabbau stellen einen Rückfall in die 70-er Jahre dar. Wir lehnen die Ausweisung von Torfabbauflächen als Vorranggebiete für Rohstoffnutzung insbesondere aus Klimaschutzgründen ab.

Gärtnern ist auch ohne Torf durchaus möglich, da heute bereits vielfach torffreie Erde im Handel und Baumärkten angeboten wird. Und auch für den Erwerbsgartenbau gibt es für Torf schon heute Alternativen, so dass eine deutliche Reduzierung des Torfbedarfs möglich ist.

Wir fordern, die Ausweisung neuer Vorranggebiete für den Rohstoff Torf bis zur Erstellung eines Moorschutzprogramms mit integriertem Klimaschutzkonzept zurückzustellen. Die Ausweisung konterkariert die ‚Empfehlungen der Regierungskommission Klimaschutz‘, die am 15. Februar 2012 dem Niedersächsischen Umweltminister übergeben wurden. Hierin wird die große Bedeutung der niedersächsischen Moore für den Klimaschutz verdeutlicht und ebenfalls vom Land Niedersachsen die Entwicklung eines entsprechenden Moorschutzprogramms gefordert.“

Schon allein aus Naturschutzgesichtspunkten dürften Moore keinesfalls abgebaut werden. Hier fordert der NABU das Land auf, das Versprechen von Ex-Umweltminister Sander einzuhalten, diese Fläche als Vorranggebiet zu löschen.

Vor genau 30 Jahren wurde das Niedersächsische Moorschutzprogramm erstellt, um eine einzigartigen niedersächsische Naturlandschaft zu bewahren. Bereits damals wurde den Abbauunternehmen der Ausstieg aus der Moornutzung, aufgrund endlicher Ressourcen und aufgrund besonderer Naturschutzauflagen nicht erweiterbaren Abbauflächen, als unumgänglich klargestellt.

Hooksmeer, Hafenbarkasse Große Freiheit II

Hooksmeer
Auf der Hafenbarkasse "Große Freiheit II" auf dem Hooksmeer in Hooksiel. (c) Helmut Burlager
Kapitän Klaus-Peter Schmitz fährt die "Große Freiheit II" im Hooksmeer.
Kapitän Klaus-Peter Schmitz fährt die "Große Freiheit II" im Hooksmeer. (c) Helmut Burlager
Offizieller Heimathafen Emden: Die "Große Freiheit II"
Offizieller Heimathafen Emden: Die "Große Freiheit II". (c) Helmut Burlager
Hooksmeer
Hooksmeer. (c) Helmut Burlager

Der Bericht zum Start der Hooksmeer-Rundfahrten mit der Barkasse „Große Freiheit“ ist hier nachzulesen: Mit Käpt’n Schmitz auf Tour – Jeversches Wochenblatt

 

Vinyl-Scheiben und Schlaghosen

Michael Diers - Moderator Marx – Drei Monate sind wieder um, die Kult-Party im Tunis mit DJ Michael Diers (Radio Jade) ist wieder da! Wer die Discothek Tunis aus den ganz frühen Tagen noch kennt und liebt, ist hier genau richtig!

Sonnabend, 10. März 2012:

TUNIS REVIVAL PARTY in Marx (Friedeburg)

Die Revival-Party in Original-Location mit originalem DJ ist ein Muss für jeden, der damals schon dabei war oder gerne gewesen wäre. Raritäten, Klassiker und Perlen der Anfangszeiten wecken Erinnerungen, hier trifft man die Freunde, Bekannten und auch die skurrilen Figuren von damals wieder. Und für dieses Mal gibt es wieder ein Detail mehr, das damals Kult war: Der gute alte Portwein!
Also stimmt Euch drauf ein, pustet den Staub von Euren alten Vinyl-Scheiben, kramt in alten Fotos – und wer richtig authentisch sein möchte, sucht vielleicht auf dem Dachboden noch nach der alten Schlaghose…

NDR: Winter in Friesland

Jever, Gödens, Neuenburg, der Jade-Weser-Port, der Blaudrucker und vieles mehr: ein NDR-Beitrag über Friesland: 

NDR: Winter in Friesland

Historiker Dr. Jürgen Schmädeke gestorben

Dr. Jürgen Schmädeke in Dangast.

Berlin/Jever – Im Alter von 74 Jahren ist in Berlin der bekannte Historiker Dr. Jürgen Schmädeke, Experte für den Reichstagsbrand und die Geschichte des Reichstages sowie für den Widerstand gegen den Nationalsozialismus, gestorben. Dank familiärer Beziehungen nach Friesland hielt sich der Wissenschaftler und Journalist häufig in Jever auf. Ein Nachruf des Friesenblogs auf einen guten Freund auf nachfolgender Seite:

Zum Nachruf: Ein Kind der Küste und Kenner der Hauptstadt

Beiträge von Jürgen Schmädeke im „Tagesspiegel“ sind hier nachzulesen: Buchrezensionen