Die Bockwindmühle in Dornum

Bockwindmuehle 064In ihrer Bauart hebt sie sich von den vielen typischen Galerieholländern auf der ostfriesischen Halbinsel ab, doch nicht nur deshalb lohnt sich am „Vatertag“ ein Ausflug zur Bockwindmühle in Dornum. Der Mühlenverein von 1626 – Herrlichkeit Dornum lädt für Donnerstag , den Himmelfahrtstag, mit einem bunten Programm rund um die Bockwindmühle ein. Um 11 Uhr öffnen sich die Türen auf dem Mühlengelände. Die Mühle wird in den Wind gedreht und Segel gesetzt. Es gibt es kostenlose Mühlenführungen und viele Geschichten rund um die Mühle. Und natürlich wird auch ein bisschen „Vatertag“ gefeiert.

Die Bockwindmühle Dornum wird auf Wikipedia genauer beschrieben: Zum Wikipedia-Artikel

Hümmlinger Kreisbahn fährt nach Bohnenburg

Ausflug im nostalgischen Schienenbus von Wilhelmshaven Richtung Hooksiel

Der nostalgische Schienenbus unterwegs zwischen Wilhelmshaven und Hooksiel.
Der nostalgische Schienenbus unterwegs zwischen Wilhelmshaven und Hooksiel.

Wilhelmshaven/Hooksiel – Eisenbahn-Nostalgie an Himmelfahrt und Pfingsten: Am kommenden Donnerstag, 7. Mai 2013,  fährt der 1955 gebaute Uerdinger Schienenbus der Hümmlinger Kreisbahn wieder auf der Strecke zwischen Wilhelmshaven und Bohnenburg, kurz vor Hooksiel. Die Mitnahme von Fahrrädern im angehängten Gepäckwagen bietet die Möglichkeit einer anschließenden Fahrradtour. Eine weitere Fahrt findet Pfingstmontag, 20. Mai, statt.

An Christi Himmelfahrt bietet die Wilhelmshaven Touristik & Freizeit GmbH erneut Fahrten mit dem Sande-Express an. Entlang der sonst nicht für den Personenverkehr freigegebenen Strecke führt die Fahrt vorbei an friesischen Ortschaften, Windrädern und Deichen. Ab Bohnenburg startet der Schienenbus um 9.30 Uhr und 16 Uhr. Der Haltepunkt befindet sich beim Deichschart am Bohnenburger Deich. Die Zufahrt erfolgt über die Straßen Inhausersieler Straße und Zum Terminal. Abfahrten ab Wilhelmshaven sind um 12 und 18 Uhr. Der Einstieg befindet sich an der Emsstraße (Einfahrt zum Betriebsgelände der Interseroh-Jade-Stahl GmbH). Die einfache Fahrt zwischen Bohnenburg und Wilhelmshaven kostet 8 Euro und dauert 1 bis 1,5 Std. Kinder von 3 bis 14 Jahre zahlen die Hälfte. Fahrräder werden mit einem Aufschlag von 2 Euro pro Fahrrad berechnet. Eine Anmeldung über die Tourist-Information ist zu empfehlen.

Am Endhaltepunkt angekommen bietet sich die Gelegenheit zu einer anschließenden Fahrradtour. Von Wilhelmshaven ist eine Tour entlang des Jadebusens möglich. Die Entfernung zwischen Bohnenburg und Hooksiel beträgt nur noch wenige Kilometer. Für den Rückweg kann beispielsweise ein Abschnitt der Fahrradroute „Tour de Fries“ durch die Ortschaften Jever, Schortens und Fedderwarden oder eine Tour vorbei am Hooksmeer, Hooksieler Hafen und JadeWeserPort gewählt werden. Oder man genießt ein weiteres Mal die nostalgische Fahrt mit dem Schienenbus der 50er-Jahre.

Bei dem eingesetzten Triebwagen VT 2 der Hümmlinger Kreisbahn handelt es sich um einen Schienenbus, wie er seit den fünfziger Jahren bei der Deutschen Bundesbahn in großer Stückzahl eingesetzt wurde. Im Regionalverkehr konnten Triebwagen dieses Typs oft auf der Strecke Oldenburg – Wilhelmshaven beobachtet werden. Selbst die Wilhelmshavener Vorortbahn setzte einen Uerdinger Schienenbus auf ihrem umfangreichen Streckennetz ein. Nach Betriebseinstellung der Vorortbahn 1961 wurde der Triebwagen an die Hümmlinger Kreisbahn abgegeben. Nun fährt ein bauartähnliches Fahrzeug an ausgewählten Terminen wieder in Wilhelmshaven.

Weitere Informationen sowie Anmeldungen: Tourist-Information, Tel. 04421/ 91 3000, tourist-info@wilhelmshaven-touristik.de

„Respekt“ – Lebensgeschichten sind zu einem Stück Zeitgeschichte geworden

Buchvorstellung und Ausstellungseröffnung vor großem Publikum in Jever
DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters (v. l.) erhält von den Mitgliedern der Fresenia-Loge zu Jever, Jan-Edo Albers und JörgReents, einen Probedruck des Porträtbandes. Foto: Christoph Hinz, Copyright: Jeversches Wodhenblatt
DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters (v. l.) erhält von den Mitgliedern der Fresenia-Loge zu Jever, Jan-Edo Albers und Jörg Reents, einen Probedruck des Porträtbandes. Foto: Christoph Hinz, Copyright: Jeversches Wochenblatt

Jever – Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Bundesinnenminister a.D. Rudolf Seiters, hat dem Zeitungs-, Buch- und Ausstellungsprojekt „Respekt“  größten Respekt gezollt. Als Festredner war der prominente Emsländer am Freitag, 15. März, zu der Abschlussveranstaltung gekommen, in der das Buch zur Serie vorgestellt wurde. Im vergangenen Jahr waren im Jeverschen Wochenblatt 52 Folgen mit Porträts alter Menschen aus dem Jeverland erschienen. Die Texte und Bilder liegen nun zusammengefasst in einem Buch vor, das demnächst in den Verkauf geht, und in dieser Woche beginnt eine Ausstellung mit mehr als 50 Fotografien der Fotografin Sigrid Kasdorf. Die Porträtbilder werden in jeverschen Geschäften gezeigt.

Rudolf Seiters lobte ebenso wie die stellvertretende Landrätin des Kreises Friesland, Marianne Kaiser-Fuchs, das Engagement der an dem Projekt Beteiligten. Das waren neben dem Jeverschen Wochenblatt die Fresenia-Loge zu Jever, die nicht nur die Idee eingebracht, sondern auch die gesamte Organisation des Projekts übernommen hat, und der Landkreis Friesland, dessen Seniorenbeauftragte Nantke Ihnen aktiv daran mitarbeitete, und der das Buch und die Ausstellung mitfinanziert.

Für die Senioren, die in der Reihe porträtiert wurden, würdigte Hans-Georg Drescher aus Schortens die Arbeit des Autorenteams, das ein „Geschichtsbuch“ geschaffen habe. Lebensgeschichten seien hier zu einem Stück Zeitgeschichte geworden.

Hier die Rede von Hans-Georg Drescher im Wortlaut:

Wir waren damit beschäftigt zu überleben 

 

 

Als Kind im Lande des Erbfeinds

Von Helmut Burlager

Zu den Dingen, die mir aus meiner frühesten Kindheit in Erinnerung geblieben sind, gehört das alte Nordmende-Röhrenradio meines Großvaters, das auf einem Bord über seinem Lehnstuhl stand. Er saß dort mit dem Ohr am Lautsprecher und der Hand am rechten Drehknopf, auf der Suche nach Kurz-, Mittel- und Langwellenstationen. Und dann lauschte er den rauschenden und knisternden Sendern.

Sobald ich lesen konnte, studierte ich die fremdartig klingenden Namen der Städte, die auf der von hinten beleuchteten Skala aufgeführt waren, Beromünster, Hilversum, Bruxelles, Dunkerque. „Dünkirchen“, sagte mein Großvater, „das ist Dünkirchen, das ist weit weg, in Frankreich.“ Er war im Krieg dort gewesen.

Der erste Ausländer, den ich näher kennenlernte und der mein Jugendfreund wurde, hieß Jean-Marie, er kam aus Dünkirchen. Wir waren dreizehn oder vierzehn, er war wie ich Eisenbahnerkind aus einfachen Verhältnissen, er sprach anfangs so schlecht Deutsch wie ich Französisch, und wir trafen uns auf einer internationalen Jugendfreizeit des Bundesbahnsozialwerks. Eisenbahnerkinder durften damals umsonst durch Europa fahren, und so haben wir uns ein paar Jahre lang Sommer für Sommer gegenseitig besucht.

Aus dem armseligen Ostfriesland der sechziger Jahre kam ich also mit dem Zug ins noch armseligere Nordfrankreich, die Familie von Jean-Marie nahm mich freundlich auf. Sie gaben mir Miesmuscheln zu essen und Artischocken, ich durfte Roséwein trinken und am Pastis nippen, der nach Lakritz schmeckte. Es war herrlich.

Merkwürdig waren nur die Ausflugsziele. Sie fuhren mit mir an die Küste und zeigten mir, wo die Alliierten gelandet waren. Zur Gedenkstätte für die gefallenen Soldaten des Zweiten Weltkriegs. Trafen wir unterwegs oder in der Stadt Bekannte der Familie, so sprachen sie über mich, den kleinen „Boche“. Ich begriff nicht viel, nur dies: Sie strichen mir übers Haar und staunten, dass so ein kleiner, blonder und unschuldig dreinblickender „Allemand“ sich nach Nordfrankreich traute. Und dass er so vollkommen ungefährlich aussah.

Abends, zu Hause, erzählte der Vater voller Stolz heroische Geschichten von Krieg und Widerstand. Jean-Marie verdrehte die Augen. Wenn wir seine Freunde trafen, sprachen wir nicht über Krieg, sondern über Musik und Comics und die Unterschiede zwischen französischen und deutschen Mädchen. Soweit wir diese schon beurteilen konnten.

Jean-Marie habe ich später aus den Augen verloren, selbst das Internet hat uns nicht wieder zusammengebracht. Was geblieben ist, ist meine Zuneigung zu einem Land, von dem man meinem Großvater noch erzählt hat, dort lebe der „Erbfeind“, gegen den er ins Feld ziehen müsse. Wenn ich in diesem Sommer wieder hinfahre, fahre ich zu Freunden.

 

22. Januar 2013. 50 Jahre Elysée-Vertrag. Der Beitrag erschien erstmals 2009 im Jeverschen Wochenblatt

 

Die Nacht der Nächte in Jever

Püttbier bei der "Melkenklamppütt" in Jever mit Püttmeisterin Käthe Blumenthal, ihrem Nachfolger Dieter Lübben  und Gastgeber Otto Meents. Foto: Helmut Burlager
Püttbier bei der „Melkenklamppütt“ in Jever mit Püttmeisterin Käthe Blumenthal, ihrem Nachfolger Dieter Lübben und Gastgeber Otto Meents. Foto: Helmut Burlager

Die Stadt Jever wirkt heute morgen ein bisschen verkatert, in der Stadt wurde in der vergangenen Nacht „Püttbier“ gefeiert, ein Traditionsfest der fast 30 Brunnengemeinschaften, die teilweise mehrere Jahrhunderte alt sind und sich alljährlich am Montag nach Heilige Drei Könige zur Rechnungslegung und Neuwahl des Püttmeisters zusammenfinden. Die Wasserprobe gehört dazu, und natürlich wird sie mit Feuerwasser vollzogen.

Mehr über das Püttbier 

Eine Bildergalerie gibt’s beim Jeverschen Wochenblatt und hier den aktuellen Bericht

Eilhard Mitscherlich: Gelehrter Herr mit gutem Geschmack

DSC_9949Stolz blickt er, ein wenig von oben herab, hat auch allen Grund dazu: Eilhard Mitscherlich, berühmter Sohn des Jeverlandes, Chemiker und Mineraloge. Er verstand was von der Zusammensetzung der Dinge. Auch von Gerste, Hopfen, Hefe und Wasser, jener Mixtur, aus der köstliches Bier entsteht. Ob er aber ganz freiwillig zum Werbeträger geworden ist? Irgendjemand wird wohl nachgeholfen haben. Ohne eine waghalsige Kletterpartie ging das bei dem hohen Herrn an der St.-Annen-Straße in Jever allerdings nicht.

Foto (c): Helmut Burlager

DieMilchMacht. Ostfriesische Milchgeschichte

Werbebroschüre für das Libby-Milchwerk in Leer, das ostfriesische Kuhmilch zu Kondensmilch verarbeitete.

Ausstellung im Heimatmuseum
in Leer ab 23. September

Von Burghardt Sonnenburg

Ostfriesland – Kühe kennt jeder – sie sind lila – und die Extraportion Milch macht müde Männer munter. Der ostfriesische Milchbauer lächelt oft über die Auswüchse der Milch-Werbeindustrie. Für ihn ist die Erzeugung eines der wichtigsten Lebensmittel der Welt ein hartes Geschäft. Im Spannungsfeld zwischen Stall und Weide, Ökonomie und Ökologie, Region und Europa ist heute nur wenig Raum für sonnige Kuhromantik. Trotzdem kommt dem Nutztier und der Milch mit all seinen Produkten – Butter, Käse, Joghurt, Quark, Butter und, zunehmend, Milchpulver – fast schon mythologische Qualität zu.

Seit Jahrtausenden kennt und nutzt der Mensch das Lebensmittel Milch. Schon Tacitus wusste zu berichten, dass die Germanen gerne „geronnene Milch“ verzehrten. Im Mittelalter gewinnen Butter und Käse an Bedeutung. Kunstvoll verzierte und zur Schau getragene „Butterberge“ kennzeichnen die Tafel wohlhabender Bauern und Bürger in der Frühen Neuzeit.

Für die ostfriesische Wirtschaft sind die Produktion von und der Handel mit Butter und Käse wichtig. Seit den 1960er Jahren gewinnt die Produktion von Milchpulver zunehmend an Bedeutung. Zeit für einen Rückblick und Ausblick auf die Geschichte der Milch in Ostfriesland.

Die Sonderausstellung „DieMilchMacht“ zeigt die Entwicklung der Milchwirtschaft in der Region von der Römerzeit bis in die Gegenwart hinein. Dabei werden sowohl wirtschaftliche und soziale Aspekte angesprochen als auch politische und ökologische Fragen. Vor allem der Übergang von der „traditionellen“, extensiv betriebenen Milchwirtschaft „von Hand auf dem Land“ hin zur „modernen“ industriellen Verarbeitung und Vermarktung von Milchprodukten in den Molkereien stehen dabei im Blickpunkt.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Geschichte des ostfriesischen Molkereiwesens: Zahlreiche Objekte, Bilder und Darstellungen aus der Sammlung Gerhard Busemann (Jemgumgeise) bilden hier die Grundlage und ergänzen die Schau.

Die Ausstellung ist als Lern- und Mitmachausstellung konzipiert. Über eigenes Erleben – melken, buttern, Sahne schlagen, Umgang mit der Handzentrifuge – erlangt der Besucher ein Gespür für die historische Milchverarbeitung auf den Bauernhöfen und bekommt gleichzeitig Einblicke in die Arbeitsweise moderner Molkereien. Spezielle Angebote für Kindergärten und Schulen (Sonderführungen, Workshops, Milchrallye, Milchquiz) runden das Angebot ab.

Die Ausstellung eröffnet am 23. September 2012 und ist bis zum 31. Dezember 2012 im Heimatmuseum Leer zu sehen. Das Museum ist Dienstag bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr geöffnet.

Kontakt: Heimatmuseum Leer | Neue Straße 12-14 | 26789 Leer | Tel. 0491 2019 | www.heimatmuseum-leer.de

Blühende Schifffahrt

Seefahrtbegeisterung und nationaler Stolz. Man fuhr mit dem Schiff zur „Kaiserparade“ im September 1912

Wie merkwürdig sich manche Dinge im Laufe der Geschichte wiederholen. Es war im September 1912, genau hundert Jahre vor der Einweihung des Jade-Weser-Ports in Wilhelmshaven, an den die ganze Region so große Hoffnungen knüpft, als das Jeversche Wochenblatt in seiner Ausgabe vom 1. September einen gewaltigen Boom meldete. In Wilhelmshaven blühten die Geschäfte, weil die Schifffahrt florierte. „Die gegenwärtige Zeit der geschäftlichen Hochflut gibt den Wilhelmshavener und Rüstringer Geschäftsleuten, insbesondere den Kaufleuten, Schlachtern, Bäckern usw. Gelegenheit, den Beweis ihrer Leistungsfähigkeit zu erbringen. Die Anforderungen, die jetzt an sie herantreten, sind nicht gering und manchem mag der Kopf schwirren. Sind doch in diesen Tagen 27 Linienschiffe und Kreuzer und mehrere Torpedobootsflottillen mit einer Kriegsschiffbesatzung von insgesamt rund 20.000 Mann hier anwesend. Erschwerend fällt dabei ins Gewicht, daß ein solcher Geschäftsandrang nur ein kurzer vorübergehender ist, Vorausbestellungen bei den meisten Lebensmittel-Bedürfnissen von den Schiffen wenig oder gar nicht erfolgen können und die Geschäftsleute sich daher mit vielen Artikeln aufs Geratewohl ausrüsten müssen, wobei sie immerhin einige Gefahr laufen, damit sitzen zu bleiben. Es wurden bisher jedoch im allgemeinen alle Ansprüche befriedigt. Eine kolossale Anfuhr von landwirtschaftlichen Produkten aller Art war heute auf dem Wochenmarkte auf dem Bismarckplatz zu verzeichnen; fast alle Artikel waren gut am Preise und fanden leicht Absatz. Sehr willkommen wäre den Geschäftsleuten das Vorhandensein eines Privat-Verkehrsdampfers zur Bedienung der auf Reede liegenden Kriegsschiffe gewesen, doch leider existiert ein solcher seit dem Verkauf des Schleppers August Bahr nicht mehr.“

Während man sich an Land also Gedanken über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Schiffffahrts-Booms machte und sich auf höhere Umsätze freute, ging es auf der Wasserseite wie in diesen Tagen des September 2012 auch vor hundert Jahren um das Thema Sicherheit auf See. In derselben Ausgabe des Wochenblatts wurde über die Seeamtsverhandlung nach einem Schiffsunfall im Emder Hafen berichtet, bei dem der Frachtdampfer Ems bei der Einfahrt von dem Regierungsdampfer Logum gerammt und beschädigt worden war. „Der Dampfer Logum wurde geführt von dem Matrosen Heikes an Stelle des beurlaubten Kapitäns. Hiervon ausgehend kritisierte der Reichsbevollmächtigte Kontreadmiral Lilie (Oldenburg) scharf den Umstand, daß die Logum von einem einfachen Matrosen geführt wurde, der nach eigner Angabe die Vorschriften des Seestraßenrechts nicht kennt. Die Verantwortung sei der Behörde zuzuschieben, die den Matrosen mit der Führung betraut habe.“

Lustfahrt – die Stimmung war gut im kaiserlichen Wilhelmshaven. Am Vorabend des Ersten Weltkrieges boomte die Marinestadt.

Und dann war in Norddeich noch die Funkstation ausgefallen: „Zur Sicherung der Schifffahrt hat die Reichspostverwaltung für die Telefunkenstelle zu Norddeich besondere Maßnahmen getroffen“, heißt es in einem Korrespondentenbericht. „Die Schadhaftwerdung des Rufzeichengebers im Korrigierwerk hatte unmittelbar eine bedrohliche Gefährdung der Schifffahrt durch Unterbrechung zur Folge“, berichtete das Jeversche Wochenblatt. Es wurden Ersatzapparate gebaut, um den unterbrechungsfreien Seefunkverkehr zu sichern. So lernte man vor hundert Jahren auch schon aus Pleiten, Pech und Pannen.

Der Text erschien zuerst in der Beilage „Friesische Heimat“ des Jeverschen Wochenblatts vom 15. September 2012 www.jeversches-wochenblatt.de

Lebendig auf den Scheiterhaufen

Hexenprozesse im Jeverland – bewegender Vortrag im Schlossmuseum

Jever – Im Jahr 1592 ist es in Jever zu einem regelrechten Massenprozess gekommen, nach dessen Abschluss 13 Frauen und zwei Männer hingerichtet wurden. Ein Hexenprozess, und die nach schwerer Folter verurteilten wurden auf grausame Weise hingerichtet. Über diesen und andere Hexenprozesse im Jeverland berichtete Prof. Dr. em. Almuth Salomon in einem Vortrag vor dem Jeverländischen Altertums- und Heimatverein. Aberglaube, Liebe, Missgunst, Neid und Habsucht – solcherart waren die Zutaten der spektakulären Verfahren, aus denen es für die Angeklagten kein Entrinnen gab. Ein interessanter Bericht über den Vortrag, Verfasser Jörg Stutz, ist hier nachzulesen: Jeversches Wochenblatt