Ein junger Fotograf, der sich in der Wochenblatt-Redaktion die ersten Sporen verdiente, bevor er in die weite Welt aufbrach, bat mich an einem der letzten Arbeitstage, ihm dabei behilflich zu sein, bei der Bundeswehr für Afghanistan akkreditiert zu werden. Ich versuchte nicht wirklich, es ihm auszureden, aber ich habe mir auch keine Mühe gegeben, sein Ansinnen zu unterstützen, Kriegsfotograf zu werden. Er ist dann ein großartiger Porträtfotograf geworden, der wunderschöne Frauen wunderschön ins Bild setzt. Als ich gestern die Nachricht vom Tod der Kriegsfotografin Anja Niedringhaus in Kabul las, habe ich wieder an den jungen Kollegen gedacht. Er hätte sicher Erfolg gehabt, wäre er den zuerst eingeschlagenen Weg gegangen. Ich bin froh, dass er es anders gemacht hat.
Kategorie: Leben
Tag 93 | Presslufthammer-BBBernhard
Weil Männer ja großes Spielzeug lieben, hier mal etwas von Wochenblatt-TV. Das Dream-Team Jürgen Eden und Charly Sanders im Outdoor-Einsatz hinterm Deich.
Tag 91 | Jungbrunnen
Tja, hmm, ich bin ehrlich gesagt etwas überrascht. Habe heute unaufgefordert einen Mitgliedsausweis zugeschickt bekommen. Nicht, dass ich mit dem Verein nichts am Hut hätte, im Gegenteil, ich finde ausgesprochen sympathisch, was die so machen. Aber ich war nie drin, nicht mal vor Jahrzehnten, als ich noch ein Landei war, und dass ich heute noch zur Zielgruppe gehöre, wundert mich doch. Aber man ist ja bekanntlich so jung wie man sich anfühlt. In dem Sinne: Seht mich ab sofort als Mitglied der Landjugend an!

Tag 87 | Dienst ist Dienst
Tag 86 | Emissionen
Früher war auch nicht alles besser. Wenn man sich die Gemälde alter Meister anschaut, erkennt man sehr genau die Folgen von Umweltverschmutzung und Zerstörung. DRadio Wissen hat darüber jetzt einen interessanten Beitrag veröffentlicht: „Alte Meister malen Umweltverschmutzung“. Klimaforscher haben Bilder der letzten 500 Jahre analysiert und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass mancher schöne Sonnenuntergang aus dem beginnenden industriellen Zeitalter nur dank der vielen Staubpartikel zustande gekommen ist, die den Himmel verdüsterten. Unter dem Aspekt könnte man sich auch mal die alten Kinderlieder vornehmen. Was ist die Volksweise „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach, klipp-klapp. Bei Tag und bei Nacht ist der Müller stets wach, klipp-klapp“ denn anderes als eine Klage schlafloser Betroffener über Lärmemissionen?
Tag 85 | Gedenksekunde
Homebanking ist ja keine sentimentale Angelegenheit, es sei denn, es fällt einem besonders schwer, sich von seinem Geld zu trennen. Ansonsten ist es ein nüchterner Vorgang, je nach Sicherheitsverfahren über mehrere Schritte verlaufend vom Aufrufen der Internetseite, Eingabe des Nutzers und des Passwortes über das Ausfüllen des Formulars bis hin zum Generieren der Transaktionsnummer – und weg damit. Beim Online-Banking eines Kreditkartenunternehmens mit englischem Namen und Sitz in Hamburg ist es allerdings ein wenig anders und rührt mich jedesmal an. Denn um ins Allerheiligste, zu den Kontoauszügen, zu gelangen, muss der Kunde hier nicht nur sein „Alias“ und sein Passwort eingeben, sondern wird in einem weiteren Sicherheitsschritt mit einer Frage konfrontiert, die in den meisten Fällen wohl tatsächlich nur der Kontoinhaber aus dem Stand beantworten kann. „Wie lautet der Mädchenname Ihrer Mutter?“, „Wo ist Ihr Vater geboren?“ und „In welchem Jahr wurde ihre Mutter geboren?“. Kein Problem, das schnell auszufüllen. Und jedesmal blitzt für einen Moment eine kleine Erinnerung an die längst verstorbenen Eltern auf. Bei einer Alltagshandlung, die profaner nicht sein könnte. Chapeau für die, die sich das ausgedacht haben.
Tag 84 | Haltung
Rauchen ist ja eine Frage der Haltung. Die Rauchenden tun es wahlweise mit Stolz oder eher verschämt. Die Nichtrauchenden sind mal tolerant, mal militant. Eine Meinung zum Rauchen hat jeder. In meiner Firma haben die Nichtraucher die Raucher jahrelang mit allerdings nachlassender Geduld ertragen. Als Jungredakteur habe ich in einem Sechs-Mann-Kleinraumbüro gearbeitet, in dem ich der einzige Nichtraucher war. Über das Rauchverbot wurde später nicht groß gestritten, die verbliebenen Süchtigen rotten sich seit Jahren an einem ungemütlichen Ort vor dem Damenklo zusammen, bei gutem Wetter wird eine Seiteneingangstür geöffnet, bei schlechtem zieht der Qualm durchs Gebäude. Oft wurde ihr Reservat dort in Frage gestellt, lange konnten sie es verteidigen, doch nun ist Schluss. Der Hausmeister baut ihnen draußen gerade ein Gartenhäuschen aus dem Baumarkt auf, dort sollen sie bald weitab von Arbeitsplätzen ihrem Laster frönen, ein letzter Rückzugsort für diese armen Menschen. Der Verschlag misst zweimal zwei Meter, viel höher ist er auch nicht, die Tür hat jemand konstruiert, der früher für Pygmäen in Afrika baute. Ein wenig mitleidig schauen die Nichtraucher jetzt auf die Raucher, die da demnächst in bußfertig gebeugter Haltung hineinschlüpfen müssen, und fragen sich: Ist das eigentlich artgerecht?
Tag 80 | Muss haben

Ein „Must-Have“ für Frauen, etwas Unverzichtbares also, was fällt Euch dazu ein? Handtaschen, Schuhe, Schmuck? Cabrio? diamantenbesetztes I-Phone? Die Firma ALKO behauptet von ihrem neuesten Produkt, es sei so ein „Must-Have. Es ist der Lady-Mäher Comfort in den Modefarben purpur oder bordeaux. Macht richtig was her beim Rasenmähen, wie der PR-Text verspricht: „Mit dem neuen Lady-Mäher geht die Gartenarbeit gleich noch leichter von der Hand und dabei hat die auffällig gestaltete Farbvariante einen praktischen Nebeneffekt: Sie zieht die neidischen Blicke der Nachbarinnen auf das eigene Grün.“ Das gönnt man seiner Frau doch. Und in Afrika ist Muttertag.
Tag 79 | Kreativ
Die Homepage der Werbeagentur ist wirklich eins a. Das Team sprüht nur so vor Ideen, das kann, soll und wird potenzielle Kunden auf den Geschmack bringen. Auch die Texter der Agentur stellen sich mit einem eingängigen Satz vor: „Man nehme gewöhnliche Worte und sage ungewöhnliche Dinge.“ Darauf muss man erst mal kommen. Na ja, Kreative eben. Der Spruch passt perfekt in meine kleine Zitatensammlung. Bevor man es veröffentlicht, sichert man sich allerdings gern noch mal schnell ab, und siehe da: Der olle Schopenhauer hat’s gesagt. Aber wen interessiert schon geistiges Eigentum?
Tag 78 | Pechvogel
Unglücksrabe, weiblich: Eine 54-jährige Frau hat am vergangenen Sonnabend nach ihrem Einkauf in Wilhelmshaven auf dem Parkplatz versehentlich ihr Portemonnaie in einen unverschlossenen grünen Golf gelegt, der ihrem eigenen sehr ähnlich sah. Als sie den Irrtum bemerkte, war der Wagen nicht mehr da und ihre Geldbörse leider auch nicht. Nun hoffen die Dame und die Polizei auf einen ehrlichen Finder.


