Die erste Ausgabe der „Ostfriesischen Nachrichten“ im neuen Jahr ist draußen, die erste unter neuer redaktioneller Leitung bei den Aurichern. Dort war vor wenigen Wochen überraschend der langjährige Chefredakteur Ralf Klöker abberufen und mit Wirkung zum Jahreswechsel zur ebenfalls bei der Zeitungsgruppe Ostfriesland (ZGO) erscheinenden Ostfriesen-Zeitung (OZ) in Leer versetzt worden. Laut Impressum der ON zeichnet jetzt Stephan Schmidt als Chefredakteur bei den „Nachrichten“ verantwortlich. Der hat bis zum Jahreswechsel als Redakteur bei der OZ in Aurich gearbeitet und dort bis zuletzt fleißig fürs Lokale geschrieben. http://www.oz-online.de/-news/artikel/119082/Boeller-brachten-den-Umsatz-auf-Touren
Neben Schmidt taucht im Impressum auch Carsten Kanna als neuer Geschäftsführer der ON auf. Allerdings nur in der Printausgabe. Auf on-online wird im Impressum aktuell noch Otto Weber als Geschäftsführer genannt – und der längst entschwundene Ralf Klöker weiterhin als Chefredakteur.
Das Jahr fängt schon mal mit Fremdschämen an. Das Krankenhaus in Grenoble, wo Michael Schumacher um sein Leben kämpft, hat Reporter und Übertragungswagen vom Parkplatz und aus der Einfahrt zur Notaufnahme verbannt, weil es durch die Medienvertreter zu Behinderungen gekommen sei. Welcher Politiker war das noch mal, der Journalisten als „Wegelagerer“ bezeichnet hat?
Ostfriesland – Ein neuer Radiosender geht auf der ostfriesischen Halbinsel an den Start, „Radio Norseewelle“. Die Niedersächsische Landesmedienanstalt hat dem Bewerber Radio Nordseewelle GmbH & Co. KG in ihrer Versammlung am 18. Dezember 2013 lokale UKW-Frequenzen in der Region Ostfriesische Inseln / Küstenstreifen zugesprochen. Nach dem rundfunkrechtliche Zulassungs- und Zuweisungsverfahren muss allerdings noch die Frequenzzuteilung durch die Bundesnetzagentur erfolgen, bevor Radio Nordseewelle an den Start gehen kann. An dem künftigen Sender ist laut einer Pressemitteilung der Landesmedienanstalt die Zeitungsgruppe Ostfriesland (ZGO) mit knapp einem Viertel beteiligt, sie gibt auf der Halbinsel unter anderem die Ostfriesen-Zeitung (Leer), die Ostfriesischen Nachrichten (Aurich) und den General-Anzeiger (Rhauderfehn) heraus. Laut Landesmedienanstalt sind Gesellschafter der Nordseewelle folgende Anteilseigner: 28,1 % Rechtsanwalt Frank Wilken, Leer, 24,9 % ZGO Zeitungsgruppe Ostfriesland GmbH, Leer, 17,0 % TBD Technische Baudienstleistungen GmbH & Co. KG, Friedeburg, 17,0 % Holger Franz, Leer, 13,0 % Joachim Klemm, Leer.
Mir fällt mit fast schon inflationärer Häufigkeit auf, wie sehr sich der Umgang der Menschen miteinander ändert. Im Internet. Besonders im Facebook.
Diese Entwicklung hat Vorteile. Neue Kontakte entstehen, alte Kontakte werden wiederbelebt und gepflegt, zum Teil über weite Entfernungen hinweg. Informationen stehen zur Verfügung. Immer wieder entwickeln sich spannende Diskussionen.
Die Kehrseite sind öffentliches Kesseltreiben, virtuelle Dauerbeleidigungen, scheinintelektuelle Besserwisserei und vernichtende Polemik unterhalb jeder Toleranzschwelle. Warum eigentlich müssen sich Verantwortungsträger aus Politik, Gesellschaft, Verwaltung, Sport, Kirche und Wirtschaft von Menschen in der virtuellen Welt öffentlich alles gefallen lassen, was ihnen diese selbsternannten „Kritiker“ in der realen Welt nicht einmal abgeschwächt ins Gesicht sagen würden?
Warum erlauben sich Menschen, die gerne auch noch ihren überlegenen Bildungsstatus vor sich hertragen, den virtuellen Pranger zu ihrem persönlichen Eigentum zu erklären? Als Raum frei von Grundrechten (der Angeprangerten) und frei von Regeln eines gesellschaftlichen Grundkonsens’, den ich in meiner Erziehung unter Begriffen wie „Anstand“, „Respekt“ und „Toleranz“ kennengelernt habe?
Was ist denn so anders in der virtuellen Welt? – Vielleicht – und dies ist nur der VERSUCH eines Ansatzes zur Erklärung – ist es die Anonymität, die den Feiglingen den Mut verleiht, ihren Schmutz auszuschütten. Hier, im Netz, wo ich mich hinter Pseudonymen verstecken kann, wo ich nicht über mich und mein Tun Rechenschaft ablegen muss, mich aber dennoch über andere erhaben darf, hier ist noch der größte Feigling mutig genug, andere mit Schmutz zu bewerfen.
Vielleicht – und dies ist der zweite VERSUCH eines Ansatzes zur Erklärung – ist es aber auch der Umstand, dass im Virtuellen selbst die noch Gehör finden, deren geballten Unsinn real niemand mehr hören will und wahrscheinlich noch nie hören wollte. Eine Kommunikationsplattform der Gescheiterten.
Autor dieses Beitrags ist Carsten Feist, Wilhelmshaven, Blogger, Präventionsexperte, Leiter des Jugendamtes, vielseitig sozial und ehrenamtlich engagiert.
Wie auch immer. Ich nutze das Internet, ich mag seine Möglichkeiten. Und zu Weihnachten wünsche ich mir, dass sich alle mal wieder ein wenig besinnen und Kritik als große Chance sehen, Zustände zu verändern, ohne dass die Kritisierten dabei gleich mit vernichtet werden müssen. Bisweilen habe ich leider den Eindruck, dass es den virtuellen Heckenschützen nur noch um Selbstbefriedigung und Vernichtung Dritter geht.
Und je lauter sie durchaus eloquent dieses Motiv bestreiten, desto deutlicher entlarven sie sich selbst!
Vortragsreihe des Instituts für Medienwirtschaft und Journalismus startet
Michael Konken, Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verband. Foto (c): Anja Cord, DJV
Wilhelmshaven – Mit einem öffentlichen Vortrag zum Thema „Zukunftsperspektiven des Qualitätsjournalismus“ eröffnet Michael Konken, Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), in diesem Wintersemester die Vortragsreihe des Instituts für Medienwirtschaft und Journalismus (InMWJ) an der Jade Hochschule am Studienort Wilhelmshaven. Der Vortrag findet am Donnerstag, 10. Oktober, um 16 Uhr in Raum H 303 (Hauptgebäude, Friedrich-Paffrath-Straße 101, 26389 Wilhelmshaven) statt. Die Veranstaltungsreihe trägt den Titel „Hintergrundberichte zur Kommunikation“.
Der Journalismus befindet sich im Umbruch und muss sich neu orientieren. So haben sich die Arbeitsbedingungen für Journalisten in den vergangenen Jahren stark verändert. Es stellt sich aktuell die Frage, so Michael Konken, mit welchen Rahmenbedingungen Qualitätsjournalismus künftig noch funktioniert, wie die Aussichten von Print, Online und Rundfunk sind und wie er finanziert werden kann.
Michael Konken ist seit 2003 Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV). Er ist Mitglied des ZDF-Fernsehrates und der deutschen UNESCO-Kommission. An der Universität Vechta lehrt er Journalismus, Politik und Öffentlichkeit, an der Jade Stadt- und Regionalkommunikation. Zuvor arbeitete Konken unter anderem für den Deutschlandfunk in Köln, für Radio Bremen und für das Jeversche Wochenblatt. Außerdem war er im Studiengang Medienwirtschaft und Journalismus der Jade Hochschule sowie als Pressesprecher für die Stadt Wilhelmshaven und die „Expo am Meer“ tätig. Alle Interessierten sind zu dem öffentlichen Vortrag herzlich eingeladen.
Die NordWestBahn jetzt also auch. Was für eine UnSitte, BindeStriche wegzulassen und GroßBuchstaben mitten in WortVerbindungen hineinzubauen, vom JadeWeserPort bis zur Sparkasse LeerWittmund, von der NachtEule bis zum – nein, Sie brauchen mich jetzt nicht zu unterbrechen, ich weiß es selbst – mein geliebtes Wochenblatt ist auch nicht davor gefeit – bis zum LeserService. Wir sollten unser komplette MutterSprache überarbeiten, den BindeStrich abschaffen und überhaupt jedes LangWort in jedem TextBeitrag durch die neue SchreibWeise ersetzen. Wäre das nicht schön? (hbu)
Minister im Gespräch – aber nicht mit Lokalpolitikern. Foto (c): Helmut Burlager
Wenn bekannte Politiker kommen, wollen alle mit aufs Bild. Ein bisschen vom Glanz der Präsidenten, Kanzler und Minister soll in Wahlkampfzeiten schließlich abstrahlen auf die örtlichen Kandidaten. Dafür vor allem werden die Promis durchs ganze Land kutschiert und geflogen. Gern stellen sich, wenn sich die Gelegenheit ergibt, auch Kandidaten und Kommunalpolitiker mit aufs Foto, die einer ganz anderen Partei angehören. Weltmeister darin war SPD-Mann Olaf Lies, als er noch nicht Minister war und die CDU-Leute in der Region zur Weißglut trieb, weil er ungefragt immer dabei war, wenn ein Unionsminister nach Friesland kam. Heute lassen sich andere gern mit ihm fotografieren – so ändern sich die Zeiten. Die haben sich auch für Thomas de Maizière geändert. Einst Hoffnungsträger der CDU, ist der Verteidigungsminister infolge der Drohnen-Affäre schwer angeschlagen, plötzlich umgibt ihn die Aura des Verlierers. So lief er auf dem Fliegerhorst Upjever ziemlich alleine durch die Gegend, als er sich vor ein paar Tagen zwei Stunden lang zum Truppenbesuch bei den Objektschützern aufhielt.
Als ob er eine ansteckende Krankheit hätte. Keiner fragte nach einem Gruppenbild, niemand strahlte beim Shakehands mit dem Minister in die Kameras, an der Pressekonferenz nahmen die örtlichen Politiker anderer Couleur gar nicht erst teil. Und das am „Gewinnerstandort“ der Bundeswehrreform, wie de Maizière Upjever nannte. Undank ist der Welt Lohn. Und die Friesen waren auch schon mal freundlichere Gastgeber…
Das NDR-Medienmagazin „Zapp“ hat am Mittwochabend über den Versuch des Auricher Landrats berichtet, einen missliebigen Redakteur der Lokalzeitung aus dem Verkehr zu ziehen.
ZAPP gestern verpasst? Hier gibt es noch mal die ganze Sendung inkl. komplette Interviews und weiterführende Links: http://t.co/oqs3xROShb
In der ostfriesischen Zeitungslandschaft, nach wie vor eine der buntesten in Deutschland, aber in den vergangenen Jahren bereits durch Fusionen und Übernahmen verändert, tut sich wieder etwas. Die ZGO Zeitungsgruppe Ostfriesland GmbH hat heute mitgeteilt, dass sie den Leeraner Anzeigenblattverlag Sonntags-Report GmbH & Co. Kommanditgesellschaft von der Nordwest Medien GmbH & Co. KG gekauft hat. Die Geschäfte werden der Mitteilung zufolge seit gestern (Mittwoch, 14. August) durch die ZGO übernommen. In der ZGO erscheinen bereits die Tageszeitungstitel Ostfriesen-Zeitung (Leer), General-Anzeiger (Rhauderfehn), Ostfriesische Nachrichten (Aurich) sowie die Anzeigenblätter „Der Wecker“ und „Von Haus zu Haus“. Der anzeigenstarke Sonntags-Report erscheint in Leer, Papenburg und im nördlichen Landkreis Emsland. Er hat eine Auflage von 108 693 Exemplaren. Erstmalig ist der Titel Sonntags-Report am 7. September 1986 erschienen. Der Kauf durch die ZGO Zeitungsgruppe Ostfreisland GmbH wurde der Pressemitteilung zufolge durch eine jüngst beschlossene Veränderung des Pressefusionsrechtes möglich. „Die Kundenbeziehungen werden durch den Sonntags-Report fortgeführt. Alle Mitarbeiter werden übernommen. Über die Höhe des Kaufpreises haben beide Parteien Vertraulichkeit vereinbart“, heißt es weiter.