Wattenmeer zwischen Wangerooge und dem Wangerland. Foto: Helmut Burlager
Das Wattenmeer der Nordsee ist einzigartig, es ist eines der größten Gezeitengebiete der Welt. Das bedeutet, dass dieses Gebiet sich mehrmals am Tag gänzlich verändert: Einmal findet man kilometerweit ausgedehnte Wattplaten voller Leben und ein paar Stunden später eine Wassermasse mit aufgepeitschten Wellen. Das Wattenmeer ist Wildnis pur. Es ist das einzige Watten- und Inselküstensystem der Welt mit einem gemäßigten Klima, das zudem derartig groß ist und solch eine enorme Vielfalt an Pflanzen und Tieren hat. Und mittendrin der Mensch mit seinen spezifischen Ansprüchen.
Ein „Nordseereport dazu unter dem Thema „5 Jahre Weltnaturerbe Wattenmeer“ ist zu sehen am kommenden Sonntag, 29. Juni, von 18 bis 18.45 Uhr im NDR-Fernsehen.
Dieser „Nordseereport“ zieht Bilanz und würdigt diesen Lebensraum. Moderatorin Antje Wöhnke taucht ein in die Welt der Inseln, Rinnen, Priele und Platen. Dabei zeigt sie auch die Gefahren auf, in die Besucher sich begeben, wenn sie die Kraft der Naturgewalt und das Tempo des auflaufenden Wassers unterschätzen. Ein Kamerateam besucht die neueste Insel – Kachelotplate. Doch neben Naturschönheit und Naturgewalt geht es auch um die Gefahren für das Weltnaturerbe, die vor allem von den Menschen ausgehen. Fischfang, Schifffahrt und die Erschließung von Energievorkommen bedrohen den einzigartigen Lebensraum. Der „Nordseereport“ zeigt aber auch Positivbeispiele bei Fischern, die sich um nachhaltige Fangmethoden bemühen und bei der Seekabelverlegung, bei der moderne und schonende Techniken eingesetzt werden.
Heute wieder mal mit einem Leser rumgestritten, der mir erklären wollte, Wangerooge sei keine der Ostfriesischen Inseln, wie wir das geschrieben hätten. Sie sei eine friesische Insel, genauer gesagt die friesische Insel.
Na ja, habe ich ihm geantwortet, dann wohl doch eher die oldenburgische oder jeverländische Insel, denn Friesland sei ja erst unter den Nazis entstanden, die hätten Wangerooge aber nicht erfunden. Und es gehe ja nicht um Politik, sondern um Geografie, wenn von den Ostfriesischen Inseln die Rede sei, und genau genommen reiche diese Inselkette sogar im Osten bis nach Mellum.
Nein, antwortete der Mann, er habe deswegen sogar beim Bürgermeister von Wangerooge angerufen, der meine auch, Wangerooge sei eine friesische Insel.
Tja, wenn der das sagt… Ich hab’s dann aufgegeben. Er hat ja auch nicht zum ersten Mal angerufen mit seinem offensichtlich großen Problem. Wo wir schon mal beim Thema sind. Hier ist ein ganz frischer dpa-Beitrag über Wangerooge. Der kleine Rechtschreibfehler im Vorspann des Zeitungsartikels passt übrigens haargenau zum Thema: Wangerooge ist keine ostfriesische, sondern eine Ostfriesische Insel. Das macht den Unterschied.
Den wohl ungewöhnlichsten Einsatz der vergangenen Tage fuhren die Norderneyer Seenotretter am Sonntagmorgen, 1. Juni. Aus dem Fahrwasser vor Norddeich retteten sie einen jungen Rehbock. Die Besatzung der „Frisia II“ hatte das um sein Leben kämpfende Tier von der hoch gelegenen Brücke der Fähre entdeckt und die DGzRS informiert. Mit dem Tochterboot „Johann Fidi“ des Seenotkreuzers „Bernhard Gruben“ näherten sich die Seenotretter dem völlig erschöpften Reh. Ein Seenotretter ging im Überlebensanzug ins Wasser und trug das Reh durch die Bergungspforte an Bord. „Es zitterte am ganzen Körper, war aber sonst völlig ruhig. Man konnte spüren, dass es über unsere Hilfe froh war“, sagt Seenotretter Ralf Jüttner. In Norddeich übernahm ein Jäger das Reh in seine Obhut.
Rehnotretter Ralf Jüttner vom Seenotkreuzer „Bernhard Gruben“ von der Station Norderney, mit dem geretteten Rehbock am Anleger der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Norddeich am 1. Juni 2014. Foto (c): DGzRS
Für die Süddeutschen ist ja alles, was nördlich von Kassel liegt, „Ostfriesland“, aber es sieht so aus, als ob auch die Ostfriesen selbst klammheimlich ihr Territorium erweitern. Gestern hieß es in einer Pressemitteilung, eine Kindertagesstätte aus „Apen in Ostfriesland“ habe einen Wettbewerb gewonnen, und dann wurde noch gemeldet, dass ein Ostfriese den Zentralverband der Ingenieurvereine führe, nämlich Wilfried Grunau aus Edewecht-Friedrichsfehn. Das sollte den Oldenburgern zu denken geben. Aber solange sie nicht wieder ein Auge aufs Jeverland werfen, soll es uns egal sein.
Man muss ja kein Monarchist sein, um den König von Holland zu mögen. Bei mir reicht es, dass er früher mal den Spitznamen „Prins Pilsje“ trug. Schade, dass er auf seiner Norddeutschland-Reise nicht nach Jever kommt, das Bier hätte ihm bestimmt geschmeckt. Aber immerhin wird er sich in Ostfriesland umschauen. Hier das Besuchsprogramm: NiederlandeNet
Nein, der Titel soll nicht in die Irre führen, in Norddeutschland herrscht Schietwetter. Aber vielleicht können diese schönen Bilder Eure Gemüter aufhellen. Überführung des Forschungsschiffs „Sonne“ von Papenburg zur Nordsee.
Die „Exodus“. Bildquelle: Wikimedia Commons / Pikiwiki Israel
Im Sommer 1947 versuchten 4500 heimatlose Juden mit dem Dampfer Exodus nach Palästina auszuwandern. Unter den Augen der entsetzten Weltöffentlichkeit holten britische Soldaten die Passagiere in Haifa mit Waffengewalt vom Schiff und deportierten sie ausgerechnet ins kalte Nachkriegsdeutschland. In niedersächsischen Kasernengebäuden warteten sie einen Winter lang, um schließlich endgültig nach Israel auswandern zu können. Die Geschichte der jüdischen Flüchtlinge wird nun zum Thema der dokumentarischen Theatervorstellung „Exodus“, die vom Theater Das Letzte Kleinod in den kommenden Monaten in Israel und Norddeutschland an originalen Spielorten aufgeführt wird.
Damals in Hamburg hatte man die aus dem Schiff rausgeprügelt. Die wollten nicht an Land. Die kamen ja wieder nach Deutschland, hinter Stacheldraht. Denn mussten sie Namen sagen. Da haben sie alles Mögliche gesagt. Bloß ihren eigenen Namen nicht. (Gerda, Zeitzeugin aus Emden)
Für das Buch interviewte der Autor und Regisseur Jens-Erwin Siemssen zehn Zeitzeugen, die auf der Exodus mitfuhren oder das Geschehen in Emden und Wilhelmshaven als Anwohner miterlebten. Die originalen Aussagen wurden in diesem Buch dialogisiert und nur geringfügig verändert.
Aus den Erzählungen der Zeitzeugen entsteht das Theaterstück „Exodus“. Die Aufführung wird von einem internationalen Ensemble an drei originalen Schauplätzen der Geschichte inszeniert. Die Proben und eine Werkpräsentation fanden an einem besonderen Ort statt: Im ehemaligen britischen Haftlager in Atlit bei Haifa wurden früher illegale Einwanderer interniert. Vom ehemaligen Lager sind die Barracken, Stacheldrahtzäune, Wachtürme und Güterwagen erhalten. In Atlit kam das Ensemble auch mit israelischen Zeitzeugen in Kontakt, die Gedenkstätte wurde zum Schauplatz der dokumentarischen Inszenierung.
Seit Ende April 2014 finden die Proben in Emden statt. Auf dem Gelände der Karl-von-Müller-Kaserne wird die Uraufführung von „Exodus“ an einem weiteren originalen Schauplatz stattfinden. Mit Schauspielern aus Israel, Deutschland und aus den Niederlanden wird das Stück vor den illuminierten Fassaden des Kasernengebäudes gespielt. Die Vorstellung wird an die individuellen Möglichkeiten des Gebäudes angepasst: Bühnenorte, Bewegungsmöglichkeiten und der Raumklang beeinflussen die Spielhandlung. Als zusätzliche Objekte werden Gegenstände genutzt, die in leerstehenden Gebäuden zurück bleiben.
Ein Chor unter der Leitung des israelischen Komponisten Shaul Bustan singt in den brachliegenden Gebäuden der Kaserne. Die Zuschauer sitzen unter freiem Himmel auf einer Tribüne auf dem Kasernenhof. Die Uraufführung von „Exodus“ findet am Mittwoch, 14. Mai 2014, in Emden statt, die Vorstellung wird bis zum 17. Mai jeden Abend kurz vor Sonnenuntergang um 21 Uhr gespielt.
Anschließend wird die Vorstellung in der Armin-Zimmermann-Kaserne in Wilhelmshaven-Sengwarden aufgeführt. Auch hier waren im Winter 1947/48 über Tausend jüdische Flüchtlinge vom Schiff „Exodus“ untergebracht. Bei diesen Vorstellungen wirkt der Jugendclub der Landesbühne Nord mit. Ein weiterer Spielort in Norddeutschland wird eine ehemalige amerikanische Kaserne in Bremerhaven sein, die Carl-Schurz-Kaserne in Bremerhaven.
Mittwoch, 14. Mai 2014, 21:00 Uhr, Uraufführung in Emden 14. – 17. Mai 2014, Karl-von-Müller-Kaserne, Gerhard-Hauptmann-Straße, 26721 Emden, in Kooperation mit dem Kulturbunker Emden,
22. – 24. Mai 2014, Armin-Zimmermann-Kaserne, Wilhelmshaven-Sengwarden, in Kooperation mit dem Heimatverein Sengwarden
29. – 31. Mai, 02. – 04. Juni 2014, Carl-Schurz-Kaserne, Amerikaring, 27580 Bremerhaven
Der „Friesland“-Krimi ist ja nun schon ein paar Mal in Rezensionen mit dem Münster-Tatort oder mit Wilsberg verglichen worden. Mag sein, dass manche ihn als genauso witzig oder auch als genauso platt empfunden haben wie die Folgen der Münster-Drehs. Was den Unterschied macht, ist die Grundeinstellung. Ostfriesland gleich doof gleich rückständig gleich insgesamt nicht ernstzunehmen. Was von Münster natürlich niemand sagen würde. Weil Münster Stadt ist und Ostfries- eben Land. Sobald der Münster-Tatort die Stadtgrenzen verlässt, blüht übrigens auch dort das Klischee. Eigentlich schade. Und Friesland hätte einen richtig guten Krimi verdient gehabt.
Morgen ist der 1. Mai, da werden wieder überall Maibäume aufgestellt. Was zumindest in Friesland überhaupt nicht der Tradition entspricht. Hier stellt man sie nämlich eigentlich am Vorabend auf und bewacht sie über Nacht. Und klauen darf man Maibäume auch, wenn man bestimmte Regeln einhält.
Ein Programmtipp vom NDR. In der „nordstory“ geht es um Viehhändler:
Viehhandel vom Ammerland bis nach Ostfriesland: erst werden Sprüche geklopft, dann wird zwischen den Vertragspartnern lautstark geschachert, am Schluss einigt man sich per Handschlag. Und der zählt seit über 500 Jahren. Die traditionellen Viehmärkte sind Anziehungspunkt für Tausende Schaulustige und Landwirte aus ganz Deutschland. Rund drei Dutzend Familien in der Region bestreiten schwerpunktmäßig ihren Lebensunterhalt durch den Handel mit Vierbeinern, auch wenn die Geschäfte schwieriger werden.
Detlef Ferdinand aus Ostfriesland handelt mit Rindern. Der Ferdinand-Clan ist ein professionell aufgezogenes Familienunternehmen. Ehefrau Elke kümmert sich um das Büro. Sohn Eike, inzwischen 24 Jahre alt, hat eine Ausbildung im Fleischhandel absolviert und mehrere Jahre in Lübbecke gearbeitet. Nun ist Eike zurück und im Betrieb seines Vaters angestellt. Vorerst wohnt er auch wieder bei seinen Eltern. Seine erste Bewährungsprobe wird der Gallimarkt sein.
Dirk Sandstede besitzt im Ammerland einen Betrieb mit fast 300 Tieren. Der Pferdehandel läuft schleppend. Nebenbei züchtet Sandstede Limousin-Rinder, die er an den Mann bringt. Handeln liegt ihm im Blut. Bereits als Elfjähriger verschacherte er Tauben in der Schule. In der Region ist Dirk Sandstede wie bunter Hund bekannt. Nach dem Motto „man muss im Gespräch bleiben“, setzt er sich gerne in Szene, nimmt bei den jährlichen Landesmeisterschaften in der Kutschvielseitigkeit teil, veranstaltet legendäre Viehabtriebe im Herbst und auch er lässt den Gallimarkt nie aus.
„die nordstory“ begleitet die beiden Viehhändler und ihre Familien in ihrem Kampf um lebendige Tradition und blickt mit ihnen hinter die Kulissen des Gallimarktes.
die nordstory – Die Viehhändler | Sendung am Freitag, 25. April 2014 um 20.15 Uhr im NDR Fernsehen