Carola Schede: Worum dreht sich deine Welt!

Foto – und Audioausstellung im Mehrgenerationenhaus Zetel

Der Ursprungsgedanke entstand in der Planungsphase für das Mehrgenerationenhaus in Zetel vor vier Jahren. Auf einem Treffen sprach Carola Schede erstmals ihre Idee an, die Bürgerinnen und Bürger mitten in das Mehrgenerationenhaus zu holen, nämlich in Form einer Ausstellung.

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Carola Schede im Gespräch mit Dareen Kanaan. Sie ist seit zwei Jahren deutsche Staatsbürgerin. Foto: Tanja Finke

Es sollte eine Ausstellung werden, die Fotos und Hörgeschichten kombiniert. Die Idee: Die Besucher entdecken Menschen, die sie kennen, oder denen sie vielleicht einfach nur häufig im Ort über den Weg laufen, ganz neu. Die Geschichten, produziert wie professionelle Radiobeiträge, könnten, so die Hoffnung der Zetelerin, sogar im besten Fall Hemmschwellen abbauen und ein bisschen den Blick aufeinander ändern oder füreinander öffnen. „Ich würde gerne Menschen miteinander ins Gespräch bringen, die sonst keine Berührungspunkte haben“, sagt Carola Schede.

Sie fand Unterstützung bei Joann Hagen von der Gemeinde, die zusammen mit der freien Journalistin das Konzept beim Landkreis Friesland einreichte. Vor allem wegen des inklusiven Grundgedankens gab es sofort eine breite Zustimmung.

Zehn Menschen hat die Hörfunk – und Fernsehautorin nun in den vergangenen Wochen besucht und interviewt. Tanja Finke, noch Studentin der Jade Hochschule und angehende Medienwirtin, hat die Porträtaufnahmen gemacht. Sie trafen Menschen, die sie zum Teil gar nicht selber kannten. Engagierte Jugendliche, Ältere, die aus alten Zeiten berichten und Familien, die erzählen, warum sie sich entschieden haben, genau hier Zuhause zu sein. Sie sind Zurückgekehrte, Zugezogene und Hiergebliebene. Sogar eine blinde Frau ist dabei, die sich selbst das Klavierspielen beigebracht hat. Oder eine Syrerin, die schon seit Jahren hier lebt. Sie  erzählt, dass sie Wirtschaft studiert hat, wie das Leben vor dem Krieg in Damaskus war, und wie es für sie war, hier ganz anzukommen.

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Mit dabei: Björn Richter und seine Mutter. Seit seinem vierten Schlaganfall sitzt Björn im Rollstuhl. Die beiden sind immer zusammen unterwegs. Foto: Tanja Finke

„Jeder von uns hat eine besondere Geschichte, die sich lohnt, erzählt zu werden“, so die 43-jährige Journalistin. „Viel zu selten bleiben wir stehen, und hören hin. Oder nehmen uns mal die Zeit für die anderen. Es gäbe so viele Geschichten, die in diese Ausstellung gehörten. Es war echt hart, sich auf zehn zu reduzieren!“ Die Geschichten, die jetzt in der Ausstellung zu sehen und zu hören sind, sind auf jeden Fall: mitten aus der Gemeinde.

Die Eröffnung ist am 14. Januar im Mehrgenerationenhaus Zetel und öffentlich. Beginn ist um 9.30 Uhr.

Wittmunder Holger Heymann ist neues Mitglied im Beirat der friesischen Volksgruppen

Berlin/Hannover – Der niedersächsische Landtagsabgeordnete Holger Heymann (SPD) ist neues Mitglied im beratenden Ausschuss für Fragen der friesischen Volksgruppe. Der Ausschuss tagte in dieser Woche im Bundesinnenministerium  in Berlin.

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Holger Heymann. Foto: Sören Mandel

Der Landtagsabgeordnete aus Neuschoo im Kreis Wittmund rückt für den  aus dem niedersächsischen Landtag ausgeschiedenen SPD-Politiker Claus Peter-Poppe in den beratenden Ausschuss nach. Heymann sagte, für ihn seien die Pflege und die Akzeptanz kultureller Identität sehr wichtig. Die niederdeutschen Sprachen und insbesondere das Saterfriesische und das Plattdeutsche „gehören zu Niedersachsen genauso wie Harz und Nordsee“.

„Ich selbst bin mit der plattdeutschen Sprache groß geworden und befürworte die Bemühungen der Landesregierung beispielsweise in Schulen regionale Sprachen am Leben zu erhalten“, so der ostfriesische Landtagsabgeordnete. Aus der Sitzung in Berlin berichtet Heymann, dass auf hohem Niveau zukünftige, auch interregionale Projekte angestoßen und besprochen wurden. Es gehe keineswegs um Abgrenzung gegenüber anderen Regionen, sondern darum, „die kulturellen Errungenschaften wertzuschätzen und pflegen zu können“, so der SPD-Politiker.

Friesenblog 5.12.2015

Tag 340 | Land unser

Foto: Klaus Schreiber
Foto: Klaus Schreiber

Bildbände hat jede Gemeinde vorzuweisen, die etwas auf sich hält und nicht ganz bar jeglicher Sehenswürdigkeiten ist. Oft sind sie ziemlich langweilig. Mit dem Buch dagegen, das der Wilhelmshavener Fotograf Klaus Schreiber jetzt veröffentlichte, hat er nicht nur einen wunderschönen Bildband geschaffen, sondern dem Dorf, das er porträtiert, und den Menschen in dieser Gemeinde ein Denkmal gesetzt.

„Land unser. Dorf inner Gebirg“ heißt es, und der Titel lässt schon ahnen, dass Klaus Schreiber seiner geliebten norddeutschen Landschaft, über die er Dutzende von Kalendern und Büchern veröffentlicht hat, diesmal untreu geworden ist. Das Buch ist dem österreichischen Dorf Unken gewidmet.

Ausstellung UNKEN (3512)-Im Mai 2013 hatte der Wilhelmshavener Alpen-Fan  zwei Wochen lang auf Einladung des Berliner Filmemachers Siegfried Kamml eine Arbeitsphase als „Artist in Residence“ in dessen Chalet  in Unken verbracht. Die Dorfbewohner nahmen ihn und seine Frau Anne  sehr freundlich auf, öffneten ihm Tür und Tor, luden ihn zu ihren öffentlichen Festen und privaten Feiern ein – es entstanden Tausende von Fotos von der alpinen Landschaft, dem pittoresken Dorf und – vor allem – vom immer noch ganz ursprünglichen Leben der Menschen in österreichischen Bergtälern.

Eine Ausstellung war geplant, dazu ist es dann aber nicht gekommen, stattdessen entschieden Klaus Schreiber und Siegfried Kamml sich, ein Buch zu veröffentlichen, und das hat sich als goldrichtig erwiesen. In einer ehemaligen Zollstation zwischen Unken und Ruhpolding präsentierten die beiden Freunde jetzt das 144 Seiten starke Werk, das in großartigen, teils sehr anrührenden Bildern die Welt der östlichen Chiemgauer Alpen vorführt. Klaus Schreiber ist Land und Leuten sehr, sehr nahe gekommen. Er begleitete sie in Gottesdienste, saß in ihren Küchen, beobachtete sie beim Feiern, fotografierte sie in Arbeitskleidung und in Trachten. Gewaltige Landschaftspanoramen stehen neben intimen Porträts und Schnappschüssen, die den Blick fürs kleinste Detail verraten.

„Ich habe mich dort ausgesprochen wohl gefühlt und nie das Gefühl gehabt, jemanden zu belästigen. Ich habe die Menschen ohne Komplikationen fotografieren können“, erzählt Schreiber. Das spürt man beim Durchblättern des Bandes, den Siegfried Kamml betextet hat. „Gewidmet den Bewohnern von Unken“ haben die beiden dem Buch als Motto vorangestellt. Ein schöneres Geschenk hätten sie dem Dorf nicht machen können.

Klaus Schreiber und Sigi Kamml:  Land unser. Dorf inner Gebirg. 144 Seiten, zahlreiche farbige Abbildungen. 25 Euro. Erhältlich beim Verfasser und im örtlichen Buchhandel.

Tag 240 | Eis schmilzt

Sooo, dann wäre das auch geklärt:
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Beitrag von Katharina Hercules auf Facebook, ich hoffe, Ihr könnt das öffnen.

Tag 228 | Helfen

Flüchtlingen im Nordirak werden von der REACH, der Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe versorgt. Bild: Diakonie Katastrophenhilfe
Flüchtlingen im Nordirak werden von der REACH, der Partnerorganisation der Diakonie Katastrophenhilfe versorgt. Bild: Diakonie Katastrophenhilfe

Der Oberkirchenrat der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg stellt der Diakonie Katastrophenhilfe 5000 Euro als Soforthilfe für die humanitäre Hilfe für Menschen im Nordirak zur Verfügung. Das Hilfswerk versorgt vertriebene Familien in den kurdischen Städten Dohuk, Erbil und Suleimaniyah mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Hygieneartikeln. Die Organisation will ihre Hilfe für die Menschen in der gesamten Region in den kommenden Monaten weiter ausweiten.

Gleichzeitig ruft Oberkirchenrätin Annette-Christine Lenk die Kirchengemeinden der Oldenburger Kirche und die Bevölkerung auf, die Betroffenen angesichts der dramatischen Lage mit Kollekten, Spenden und Fürbitten zu unterstützen. „Die Berichte, die uns über die humanitäre Katastrophe erreichen, die sich seit Wochen im Norden des Irak ereignet, erschüttern und erschrecken. Für die vom islamistischen Terror verfolgten und ermordeten Christinnen und Christen, Jesiden und andere Minderheiten ist jede Form humanitärer Hilfe dringend notwendig. Allen Menschen in Not gilt unsere Hilfe, unser Gebet und unser Mitgefühl.“

Der schnelle Vormarsch der Kämpfer des Islamischen Staates (IS) im Nordirak hat in den vergangenen Tagen laut Angaben der Vereinten Nationen etwa 200.000 Menschen in die Flucht getrieben. Insbesondere ethnische und religiöse Minderheiten, wie Christen und Jesiden, müssen überstürzt fliehen.

Bereits seit Beginn der IS-Offensive im Juni arbeitet die Diakonie Katastrophenhilfe mit lokalen Partnerorganisationen im Nordirak zusammen, um die Situation der Flüchtlinge, Binnenvertriebenen und aufnehmenden Gemeinden zu verbessern. Der Vormarsch der IS-Kämpfer und die sich schnell verschiebenden Kampfeslinien bringen aktuell Gefahren für Flüchtlinge und Helfende mit sich.

Rita Szekely, Projektkoordinatorin im Regionalbüro Istanbul der Diakonie Katastrophenhilfe, berichtet: „Die Not dort ist so groß wie nie. Die Familien finden zwar Zuflucht unter anderem in Schulen und Kirchen. Dort werden notdürftig mit Stoff Räume abgeteilt und die Menschen leben auf sehr engem Raum. Viele Vertriebene ziehen nach einigen Tagen weiter, um eine sicherere und bessere Unterkunft zu finden. Für unsere lokalen Partner ist die Verteilung daher eine große Herausforderung.“

Spendenkonto:
Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin,
Evangelische Darlehnsgenossenschaft Kiel,
Konto: 502502, BLZ 210 602 37
IBAN: DE26210602370000502502, BIC: GENODEF1EDG,
Stichwort: Irak

Tag 56 | Kitsch

Ich bin ja für so Kitschpostkarten nicht zu haben, deshalb ist es mir auch ein bisschen peinlich, dieses Foto aus Stein am Rhein (Schweiz) zu veröffentlichen. Aber so war das halt auf der Radtour am Sonntag…

Stein am Rhein, Schweiz. Foto: Helmut Burlager
Stein am Rhein, Schweiz. Foto: Helmut Burlager