Vielleicht sollte man einigen Kommunalpolitikern medienkundlichen Nachhilfeunterricht anbieten. Im Kulturausschuss der Stadt Schortens haben sie sich jetzt kritisch über eine Veranstaltung der NDR-Sommertour geäußert. Nun ist das ja beileibe kein investigatives Sendeformat, aber einigen Politikern ging es dann doch zu weit, wie sehr sich der NDR dem Einfluss der Politik entzogen hat. Dass ein SPD-Politiker bemängelte, „dass die Politik nicht frühzeitig mit ins Boot geholt worden sei“, wie das Jeversche Wochenblatt in seiner Montagausgabe (12.8.) berichtete, hatte zwar eher mit der Finanzierung der Sendung zu tun, zu der die Stadt gut 20.000 Euro beisteuern musste. Doch dann kritisierte eine CDU-Kommunalpolitikerin im Fachausschuss laut Zeitungsbericht, „dass man dem NDR gestattet habe, über das Aqua Toll zu berichten.“ Das Aqua Toll ist ein Spaßbad, in dem die Kommune aktuell ihr Geld versenkt, und ein bisschen kann man den Wunsch der Politikerin deshalb sogar verstehen, wenn sie meint, „solche kritischen Punkte sollten in einem Fernsehbeitrag lieber nicht erwähnt werden.“ Aber manche Wünsche behält man als Politiker eben besser für sich. Irgendwie beruhigend, dass man sich auch für 20.000 Euro beim Fernsehen keine heile Welt bestellen kann.
„Kein Bild von mir ist ohne Dangast möglich“
Zum 30. Todestag des Malers Franz Radziwill
Vortrag im Rahmen der aktuellen Ausstellung „In der Nähe des Paradieses – Der Maler entdeckt die Natur“

Dangast – Am Sonntag, 25. August, spricht Prof. Gerd Presler im Franz-Radziwill-Haus über das Lebenswerk des Malers (1895-1983). Der promovierte Theologe und Kunsthistoriker hat Franz Radziwill gut gekannt. Als Zeitzeuge und hervorragender Kenner des Werkes berichtet er mit eindringlichem Bildmaterial von neuen Forschungsergebnissen und bisher nicht bekannten Zusammenhängen.
Am 12. August jährt sich der 30. Todestag Franz Radziwills. Als der junge Künstler 1923 nach Dangast zog, besaß das kleine Fischerdorf am Jadebusen bereits eine künstlerisch reiche Geschichte. Die Maler der Dresdner „Brücke“ hatten hier zwischen 1907 und 1912 ihre vielleicht besten Bilder gemalt: Karl Schmidt-Rottluff, Erich Heckel und Max Pechstein. Ein reiches Erbe, das Franz Radziwill als „Repräsentant einer neuen Generation der Schaffenden“ dort weiterführte – selbständig und doch in der prägenden Kontinuität des Ortes. Das „Erlebnis Dangast“ inspirierte ihn zu großartigen Gemälden. Heute wissen wir: Was sich im anbrechenden 20. Jahrhundert in Dangast ereignete, gehört zu den unerhörten Kühnheiten künstlerischen Gestaltens.
Gerd Presler hat mehrfach über die Expressionisten und Willy Hinck publiziert. Er war bekannt mit dem Oldenburger Arzt und Radziwill-Sammler Georg Düser. Im Jahr 1993 veröffentlichte er das Werkverzeichnis über die Druckgrafik Franz Radziwiills, von dem 2010 die zweite Auflage erschien.
Ort/Zeit: Franz Radziwill Haus, 25.08.2013, 11:30 Uhr | Kosten: Erwachsene 3,00 € zzgl. Eintritt 3,50 (Schüler/Studenten 1,50 zzgl. 2,00 €)
Programmzettel zur Ausstellung „In der Nähe des Paradieses“
Gerd Presler (geb. am 27. November 1937 in Hannover), ist Theologe und Kunsthistoriker. Er war Professor an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe.
Gerd Presler studierte Germanistik, Philosophie, evangelische Theologie, Pädagogik und Kunstgeschichte an den Universitäten Münster/W., Berlin, Kopenhagen und Heidelberg. Im Rahmen seiner theologischen Forschungsarbeit veröffentlichte er zahlreiche Bücher und Beiträge in Fachzeitschriften, so beispielsweise über Martin Luther King jr. und Soeren Kierkegaard.
Der Schwerpunkt seines wissenschaftlichen Wirkens liegt in der Bildenden Kunst. Zu seinen maßgeblichen Publikationen gehören Bücher über die Künstlergruppe Die Brücke, Art Brut sowie über die Neue Sachlichkeit. Darüber hinaus erarbeitete er Werkverzeichnisse der Skizzenbücher von Ernst Ludwig Kirchner, Edvard Munch, Asger Jorn, Max Beckmann, Willi Baumeister, Walter Stöhrer und Ludwig Meidner. Bis heute ist er mit zahlreichen Aufsätzen an den Ausstellungskatalogen der Franz-Radziwill-Gesellschaft in Dangast beteiligt.
Wattensail in Carolinensiel

Heute noch nichts vor? An diesem Wochenende läuft in Carolinensiel die „WattenSail“, ein Treffen von Traditionsseglern. Das Deutsche Sielhafenmuseum erwartet dazu um die 50 Schiffe von der ganzen deutschen Nordseeküste und aus den Niederlanden. Höhepunkt ist der Korso, der heute, Sonnabend, um 14 Uhr beginnt. Er wird vom Schirmherrn Andreas Bernau gestartet. Bernau ist Präsident des niedersächsischen Landesverbandes der Deutschen Lebensrettungs- Gesellschaft. Die DLRG feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen und begleitet die Veranstaltung nicht nur auf dem Wasser, sondern wird auch das neue Rettungsboot und ihren Taucherzug präsentieren.Um 17 Uhr heißt es dann wieder „Mit der Hosenboje über die Harle“. Ehrenamtliche Helfer von dem Sielhafenmuseum und dem Museumskutter „Gebrüder“ führen altes Rettungsgerät vor, mit dem in früheren Zeiten Menschen von gestrandeten Schiffen geborgen werden konnten.
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Spiel nicht mit dem Feuer…
Bei Anruf fort
Ein Landrat, ein Chefredakteur, ein Telefon und ein Versuch, der nicht strafbar ist
Von Helmut Burlager
Frage: Was hat eigentlich ein Landrat in Ostfriesland zu befürchten, der versucht, einen ihm missliebigen Journalisten per Anruf beim Chefredakteur aus seinem Berichterstattungsgebiet zu entfernen? Antwort: Gar nichts. Was Christian Wulff noch auf die schiefe Ebene brachte, auf der er bis zu seinem unrühmlichen Amtsverzicht dahinschlitterte – der Anruf bei Bild-Chef Kai Diekmann – dürfte für den Chef im Auricher Kreishaus, Harm-Uwe Weber, folgenlos bleiben. Und zwar, weil die örtlichen Medien, selbst die betroffene Zeitung, den Vorgang anscheinend gar nicht weiter bemerkenswert finden.
Was ist passiert? Im Zusammenhang mit einer Datenpanne, die ein Skandal für sich ist, haben Politiker anderer Parteien dienstliche SMS des Landrats auf ihren I-Pads mitlesen können. So wurde der Inhalt einer SMS bekannt, den Weber an den SPD-Fraktionsvorsitzenden im Auricher Kreistag, Jochen Beekhuis, geschickt hat, und in dem er diesem mitteilte, er habe beim Chefredakteur der örtlichen Zeitung, der „Ostfriesischen Nachrichten“ interveniert und erreicht, dass dieser den Redakteur aus der Berichterstattung über den Kreistag zurückziehen werde.
So stellt es der Landesverband Niedersachsen des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) in einer Pressemitteilung dar, auf die es prompt eine Gegendarstellung der Ostfriesischen Nachrichten gab. Chefredakteur Ralf Klöker, Mitglied der Geschäftsführung und verantwortlicher Chefredakteur bei den Ostfriesischen Nachrichten GmbH, habe „weder gegenüber Landrat Harm-Uwe Weber noch gegenüber irgendeinem Dritten zugesagt, einen Redakteur aus der Berichterstattung zurückzuziehen. Der verantwortliche Redakteur für die Berichterstattung über den Landkreis Aurich ist auch nicht zurückgezogen worden“, heißt es darin. Im eigenen Blatt stellte die ON-Redaktion es genauso dar. Der Versuch des Landrats sei „erfolglos“ gewesen.
Alles in Ordnung also in Aurich? Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Der Landrat hat, wie die ON klar stellen, mit seiner Intervention keinen Erfolg gehabt. Es gab ihn also, den Versuch. Mit keinem kritischen Wort aber würdigt das Blatt, noch würdigen es andere Blätter, dass der Landrat offensichtlich mit dem Ziel zum Telefonhörer griff, einen missliebigen Redakteur aus der Kreistagspolitik herauszukicken. Hallo?
Nur zur Erinnerung: Erfolglos war auch der Versuch von Christian Wulff, eine Veröffentlichung der „Bild“-Zeitung über die Umstände seines Hauskaufs per Anruf beim Chefredakteur zu verhindern. Doch allein der Versuch verursachte einen medialen Aufschrei, welcher der Anfang vom Ende des Bundespräsidenten war. Nun muss der Landrat vielleicht nicht gleich zurücktreten, peinlich genug ist die Sache ja sowieso. Dass der Politiker in den Medien so gänzlich ungeschoren davonkommt, das ist das eigentlich Überraschende an dieser Posse. Es ist wohl so: In Ostfriesland regt man sich einfach nicht so leicht auf wie in Berlin.
Das Medienmagazin Zapp berichtete am 14. August über die Affäre: Zum Beitrag
Der Landkreis Aurich hat inzwischen eine Presseerklärung zum Thema abgegeben. Darin heißt es unter anderem:
Entschieden weist der Landrat Behauptungen zurück, er habe versucht, Einfluss auf die Berichterstattung der Ostfriesischen Nachrichten zu konkreten Sachverhalten zu nehmen. „Nach meinem Eindruck war aber aufgrund der inneren Einstellung eines einzelnen Journalisten der Ostfriesischen Nachrichten eine objektive Berichterstattung über Angelegenheiten des Landkreises nicht in jedem Fall gewährleistet“, erklärt Weber. Er habe es daher als sein gutes Recht und auch als Verpflichtung angesehen, auf eine solche sachliche und faire Berichterstattung hinzuwirken. Daher habe er, wie es vom Chefredakteur der Ostfriesischen Nachrichten, Ralf Klöker, ausgedrückt wurde, ein „Krisengespräch“ mit ihm geführt. Weitere persönliche Gespräche habe es in dieser Angelegenheit, wie es auch Herr Klöker schon erklärt habe, nicht gegeben.
Dass er sich mit der Chefredaktion der Ostfriesischen Nachrichten in Verbindung gesetzt habe, sei auch in der Politik seit langem bekannt gewesen. Wenn die Grünen dieses Thema nun mit der aktuellen Datenproblematik verquicken, sei dies nur mit dem Bundestagswahlkampf zu erklären.
Die ganze Pressemitteilung hier beim NDR
Freier Strand
Habe neulich drei Euro zur Rettung der Gemeinde Wangerland beigesteuert. An der Strandkasse in Hooksiel nicht lange verhandelt, sondern Eintritt gezahlt, obwohl der Nachmittag schon stark Richtung Abend unterwegs war. „Kassiert ihr immer noch?“ Die Frage war mehr der Uhrzeit geschuldet als dem Prinzip. Der Torhüter zuckt mit den Achseln. Wahrscheinlich hat er die Frage heute schon hundert Mal gehört – allerdings dem Prinzip geschuldet, nicht der Uhrzeit. „Wo wollen Sie denn hin?“, fragt er. „Ach, nur noch mal kurz ins Wasser springen.“ „Falsche Antwort“, sagt er bedeutungsschwer. „Wieso?“ „Hätten Sie gesagt, dass Sie nur mit dem Rad durchfahren wollen, hätte ich Sie so durchgelassen.“ Jetzt bloß nicht ärgern, es ist so ein schöner Tag. Nach einer halben Stunde ist der Badespaß vorbei, schweres Gewitter im Anzug, die Leute flüchten. Der Kassierer hat Feierabend gemacht, doch ich fahre sowieso den anderen Weg, über den Campingplatz. Da stand früher auch eine Kasse mit einem unerbittlichen Kassierer. Gibt’s nicht mehr. Jeder, der will, kann mit dem Rad einfach so durchfahren, rein und raus. Keine drei Euro. Werde ich beim nächsten Mal auch so machen. Wie sagte Wickert noch mal? Der Ehrliche …
Segler vor Langeoog gerettet
Vor Langeoog ist heute Nachmittag, Montag, 29. Juli 2013, ein Segler von der Besatzung eines Fischkutters gerettet worden. Ein durchziehender Gewittersturm hatte das Boot des Mannes, der allein an Bord war, zum Kentern gebracht. Nur dem großen Zufall, dass er von der Besatzung des Fischkutters „Komet“ aus Accumersiel gesehen wurde, verdankt der Mann sein Leben. Den Fischern gelang es, den Mann aus dem Wasser zu retten. Durch heftige Regenböen herrschte im Seegebiet der Ostfriesischen Inseln zu diesem Zeitpunkt kaum zehn Meter Sicht.Das Seenotrettungsboot „Casper Otten“/ Station Langeoog der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), lief dem Fischkutter entgegen und übernahm den Schiffbrüchigen, der etwa eine halbe Stunde im Wasser getrieben war. Er steht leicht unter Schock, ist aber ansonsten unverletzt.
47 Jahre Regatta der Krabbenkutter in Neuharlingersiel
Open-Ship und Krabbenpul-Meisterschaft am 26. Juli / Regatta am 27. Juli 2013

Neuharlingersiel – Die Regatta der Krabbenkutter ist seit 47 Jahren der traditionelle Höhepunkt des Veranstaltungssommers in Neuharlingersiel und über Ostfrieslands Grenzen hinaus bekannt. Ein guter Anlass für die Fischer, ihre Kutter mit vielen farbenfrohen Fähnchen zu schmücken und festlich herauszuputzen. Die bunten Fischkutter, der Klang der Seemannslieder und der Duft von frisch gebratenem Fisch sorgen an diesem Tag für eine einzigartige maritime Atmosphäre. Das traditionelle Fest am idyllischen Hafen wird am Sonnabend, 27. Juli 2013, wieder tausende von Besuchern anziehen.
Zum Auftakt laden die Kapitäne der Neuharlingersieler Krabbenkutter bereits am 26. Juli von 14 bis 17 Uhr zum „Open-Ship“ ein. An diesem Nachmittag können die Besucher jeden Kutter besichtigen und erhalten so einmalige Einblicke in den Alltag und die Arbeit der Fischer an Bord: Vom Fang der Garnelen mit den Schleppnetzen in den Tiefen der Nordsee über das Sortieren bis hin zur direkten Verarbeitung der Speisegarnelen im großen Krabbenkessel auf dem Kutter. Darüber hinaus werden Fragen technisch interessierter Besucher über die PS-Stärke und den Typ des Motors, das Navigiergerät, den Echolot, Kompass und Autopilot gerne von den Kapitänen beantwortet.
Das Pulen dieser frischen Garnelen steht im Mittelpunkt der Krabbenpul-Meisterschaft, die parallel zum Open-Ship von 14 bis 17 Uhr angeboten wird. Hier können die Besucher ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen und anschließend das köstliche Krabbenfleisch genießen. Die Sieger der Meisterschaft werden mit attraktiven Preisen belohnt. Am Abend, um 19 Uhr, veranstaltet der Landesfischereiverband Weser-Ems um 19 Uhr im Kursaal erstmalig einen kostenlosen Informationsabend über den Wandel der Fischerei.
Der große Tag der 47. Kutterregatta beginnt am Samstag um 11 Uhr. Ab 14 Uhr fällt der Startschuss für das spannende Rennen um das „Blaue Band“ von Neuharlingersiel. Vier Kilometer müssen die Kutterkapitäne und Partsleute richtig „Gas geben“. Dabei können die Besucher das spritzige Ereignis direkt an Bord erleben, denn das Besondere bei dieser Regatta ist, dass jeder Interessierte auf seinem „Lieblingskutter“ mitfahren kann.
Zum Ablauf: Alle Neuharlingersieler Kutter nehmen zu jeder Fahrt Gäste mit einem Fahrausweis an Bord. Grundsätzlich fährt jeder Kutter die Regattastrecke dreimal. Die Fahrtzeit beträgt rund 30 Minuten. Der Start der 1. Gruppe erfolgt gegen 14 Uhr. Jede folgende Bewertungsgruppe wird in Abständen von 45 Minuten auf die Regattastrecke geschickt. Um der Bewertungsgruppe freie Fahrt zu bieten, nehmen alle übrigen Kutter bereits 15 Minuten früher Gäste an Bord und verlassen den Hafen. Neben den Kuttern bietet auch in diesem Jahr der große Muschelkutter „Royal Frysk“ Fahrten für die Besucher der Kutterregatta an.
Während der Regatta können die Besucher über die Lose für ihren Lieblingskutter stimmen und somit den Gesamtsieger festlegen. So gewinnt am Ende der Kutter, der nach Ansicht der Besucher den besten Gesamteindruck hinterlassen hat. Darüber hinaus wird noch eine interne Schnelligkeitswertung durchgeführt. Die Regatta-Leitung wird auch in diesem Jahr wieder von der Dachterrasse des Störmhuus die Kutterregatta moderieren. Von diesem erhöhten Standort aus informiert Kurdirektor Andreas Eden über das spannende Geschehen.
Für die Verpflegung an Land sorgen zahlreiche Neuharlingersieler Vereine und Institutionen. An ihren Ständen bieten sie den ganzen Tag über verschiedene Spezialitäten und Getränke an. Am Abend stehen um 18 Uhr die feierliche Siegerehrung der Kapitäne des schnellsten und des schönsten Kutters und des Krabbenpul-Meisters sowie die Nennung der Gewinner der Verlosaktion auf dem Programm.
Fahrkarten gibt es bis Freitag, 26. Juli, bis 12 Uhr in der Tourist-Information und am Samstag, 27. Juli, ab 11 Uhr am Hafen. Veranstaltet wird die Kutterregatta vom Fischerverein Neuharlingersiel und dem Kurverein Neuharlingersiel.
Licht gegen das Analphabetentum
Antoine Bankoley will afrikanische Schulen mit Strom versorgen

Jever – Antoine Adeyika Bankoley würde gerne dafür sorgen, dass 240 Kindern in einem Dorf im westafrikanischen Togo ein Licht aufgeht. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn die rund 5000 Einwohner zählende Gemeinde Wli-Centre in der Präfektur Zio hat keine Stromversorgung. Was zur Folge hat, dass ab 18 Uhr, wenn in dem Land nah am Äquator die Sonne untergeht und es sehr schnell stockfinster wird, Kinder wie auch Erwachsene nur noch im flackernden Schein von Petroleumlampen lesen können. Ein Hindernis bei den Bemühungen um die Alphabetisierung der Bevölkerung Togos, wo viele Menschen nicht richtig lesen und schreiben können. Sonnenkollektoren und Batterien zum Speichern der Energie sollen die Lösung bringen, die Grundschule der Gemeinde soll eine Stromversorgung erhalten. 7000 Euro kostet eine solche Anlage. Es ist nicht die erste Hilfsaktion, die der Jeveraner Antoine Bankoley in seinem Heimatland startet…
„Ein ungewöhnliches Projekt“
„Respekt – das ist ein beachtenswertes, ein ungewöhnliches und ein wunderbares Projekt“, schreibt Heike Pohl in ihrer Rezension auf ihrem Blog „Textwerk“. Ein schöner Beitrag über unser Buch.
Ein paar Zitate aus der Rezension:
„Respekt. Achtung. Aufmerksamkeit. Vor den Lebensleistungen, dem Altern und dem Alter selbst zu wecken, Erinnerungen festzuhalten, das ist das Anliegen dieses nicht zuletzt durch seine wunderbaren Nahaufnahmen so bestechenden Buches. Vom Hilfsarbeiter über den Landtierarzt, die Kunsterzieherin, die in früheren Jahren auch Modell gestanden hatte, bis hin zur jungen Frau aus Ostpreußen, deren Lebensreise von Deutschland über Frankreich, die Vereinigten Staaten und schließlich ins Jeverland führte – so unterschiedlich die Lebenswege auch sein mögen, alle Porträtierten eint die während eines fürchterlich wütenden Weltkrieges verbrachte Kindheit und die Gabe, weder den Lebensmut noch die Freude daran jemals verloren zu haben. Und sie alle führen dem Leser eine Bescheidenheit vor Augen, die nachdenklich werden lässt.“
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