Tag 39 | Weißkopfadler

Sorry, mir war nach Streiten zumute. Das hab ich dann, um den häuslichen Frieden nicht zu belasten, einfach auf Facebook gemacht. In einer Gruppe, die sich „Jever aktuell – Politik + Gemeinschaft“ nennt. Die ist ja wohl zum Streiten gegründet worden, oder? Was mich also aufregte, war, dass dort ein gewisser Ano-Jesper Nymus Meinungsbeiträge postet, in denen er über die Politik herzieht. Was ja nicht verboten ist. Aber feige, wenn man es nicht mit eigenem Namen und Gesicht, sondern unter Pseudonym und mit dem Konterfei eines Weißkopfadlers tut. Aus der Deckung der Anonymität lässt sich trefflich meckern und lästern, das hat leider im Netz immer mehr um sich gegriffen. Ich hab’s also beanstandet in dem Forum und eine schöne Diskussion ausgelöst. Der einzige, der’s nicht begriff, war übrigens der Weißkopfadler.

Tag 20 | Freunde

Die Anbahnung von Kontakten auf Facebook hat ja was Naives. „Willst Du meine Freundin sein?“ – das hat man doch zuletzt als Dreizehnjähriger so gefragt und eine Antwort nach dem Motto „Ohne meinen Alltours sag ich nichts“ bekommen. Außerdem kann kein Mensch 345 Freunde haben. „Willst Du mein Bekannter werden?“ ist allerdings auch keine Option, denn das kann man ja nur als Wildfremder fragen, und wie soll ich bei einem Wildfremden entscheiden, ob mir wirklich behagen würde, seine Bekanntschaft zu machen? Da lob‘ ich mir Twitter. Da ist man einfach Follower, und ich muss niemanden fragen, ob ich ihm folgen darf, ich tue es einfach, und wenn ich es nicht mehr tun werde, wird er es kaum merken, es sei denn, er hätte nur einen Verfolger. Das wäre so, als ob man bei Facebook nur einen Freund hätte. Den sollte man dann aber wirklich nicht im Stich lassen.

Freiwild. Kein schönes Wort. Und kein schönes Thema.

Von Carsten Feist

Mir fällt mit fast schon inflationärer Häufigkeit auf, wie sehr sich der Umgang der Menschen miteinander ändert. Im Internet. Besonders im Facebook.
Diese Entwicklung hat Vorteile. Neue Kontakte entstehen, alte Kontakte werden wiederbelebt und gepflegt, zum Teil über weite Entfernungen hinweg. Informationen stehen zur Verfügung. Immer wieder entwickeln sich spannende Diskussionen.
Die Kehrseite sind öffentliches Kesseltreiben, virtuelle Dauerbeleidigungen, scheinintelektuelle Besserwisserei und vernichtende Polemik unterhalb jeder Toleranzschwelle. Warum eigentlich müssen sich Verantwortungsträger aus Politik, Gesellschaft, Verwaltung, Sport, Kirche und Wirtschaft von Menschen in der virtuellen Welt öffentlich alles gefallen lassen, was ihnen diese selbsternannten „Kritiker“ in der realen Welt nicht einmal abgeschwächt ins Gesicht sagen würden?
Warum erlauben sich Menschen, die gerne auch noch ihren überlegenen Bildungsstatus vor sich hertragen, den virtuellen Pranger zu ihrem persönlichen Eigentum zu erklären? Als Raum frei von Grundrechten (der Angeprangerten) und frei von Regeln eines gesellschaftlichen Grundkonsens’, den ich in meiner Erziehung unter Begriffen wie „Anstand“, „Respekt“ und „Toleranz“ kennengelernt habe?
Was ist denn so anders in der virtuellen Welt? – Vielleicht – und dies ist nur der VERSUCH eines Ansatzes zur Erklärung – ist es die Anonymität, die den Feiglingen den Mut verleiht, ihren Schmutz auszuschütten. Hier, im Netz, wo ich mich hinter Pseudonymen verstecken kann, wo ich nicht über mich und mein Tun Rechenschaft ablegen muss, mich aber dennoch über andere erhaben darf, hier ist noch der größte Feigling mutig genug, andere mit Schmutz zu bewerfen.
Vielleicht – und dies ist der zweite VERSUCH eines Ansatzes zur Erklärung – ist es aber auch der Umstand, dass im Virtuellen selbst die noch Gehör finden, deren geballten Unsinn real niemand mehr hören will und wahrscheinlich noch nie hören wollte. Eine Kommunikationsplattform der Gescheiterten.

Autor dieses Beitrags ist Carsten Feist, Wilhelmshaven, Blogger, Präventionsexperte, Leiter des Jugendamtes, vielseitig sozial und ehrenamtlich engagiert.
Autor dieses Beitrags ist Carsten Feist, Wilhelmshaven, Blogger, Präventionsexperte, Leiter des Jugendamtes, vielseitig sozial und ehrenamtlich engagiert.

Wie auch immer. Ich nutze das Internet, ich mag seine Möglichkeiten. Und zu Weihnachten wünsche ich mir, dass sich alle mal wieder ein wenig besinnen und Kritik als große Chance sehen, Zustände zu verändern, ohne dass die Kritisierten dabei gleich mit vernichtet werden müssen. Bisweilen habe ich leider den Eindruck, dass es den virtuellen Heckenschützen nur noch um Selbstbefriedigung und Vernichtung Dritter geht.
Und je lauter sie durchaus eloquent dieses Motiv bestreiten, desto deutlicher entlarven sie sich selbst!

Landkreis Friesland wieder auf Facebook

FRI

Ab sofort online ist die neue Fanpage des Landkreises im sozialen Netzwerk Facebook, das allein in Deutschland 25 Millionen Menschen nutzen. Wegen widerstreitender  Rechtsmeinungen zum Datenschutz war Friesland 2011 vorsichtshalber ausgestiegen – hat jetzt aber Rückenwind vom Innenministerium bekommen.

 

„Wir sind zurück an Bord!“, sagt Landrat Sven Ambrosy zum Neustart des Landkreises auf Facebook. „Unsere neue Facebookseite rundet unser Angebot ab – von Briefen und Anrufen über unsere Webseite und unser Beteiligungsportal LiquidFriesland bis hin zu sozialen Netzwerken, wir kommen mit unseren Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch.“ Viele Nutzer, so Ambrosy, hätten sich einen Wiedereinstieg des Landkreises bei Facebook gewünscht. 2011 hatte der Landkreis angesichts wiederstreitender Rechtsmeinungen zum Datenschutz vorsichtshalber das Netzwerk Facebook verlassen und auf eine schnelle rechtliche Klärung gehofft. Diese Klärung ist leider bis heute nicht da. Das Innenministerium des Landes Niedersachsen als oberste Kommunalaufsicht hat dem Landkreis aber in einem Schreiben Ende 2012 Rückendeckung gegeben. Facebook war und ist hinsichtlich des Datenschutzes in der Pflicht. Auch der Landkreis Friesland appelliert an Facebook, hier nachzubessern. Verantwortlich dafür ist aber Facebook allein! Das Innenministerium unterstreicht diese Position in seinem Schreiben:  Kommunalrechtlich bestehen grundsätzlich keine Bedenken gegen das Betreiben von Fanpages in Facebook durch Kommunen.“

Hinsichtlich der unterschiedlichen Rechtsmeinungen zum Datenschutz schreibt das Innenministerium: „Aus hiesiger Sicht erscheint es jedoch vertretbar, eine Mitverantwortlichkeit des Betreibers einer Fanseite zu verneinen“. Das bedeutet: Für den Datenschutz ist Facebook allein verantwortlich. Ein einzelner Nutzer wie der Landkreis Friesland hat keinen Einfluss darauf. Diese Einschätzung sieht der Landkreis Friesland als solide Grundlage seiner obersten Kommunalaufsicht für die Entscheidung, wieder eine Fanpage zu betreiben. Unabhängig davon können und sollten private Nutzer vorsichtig mit ihren Daten umgehen und die Sicherheitseinstellungen nutzen, die Facebook ihnen bietet!

„Wir versprechen eine Facebookseite mit vielen spannenden Informationen, und wir freuen uns auf den Kontakt zu den Nutzern“, so blickt Landrat Ambrosy auf den Start der neuen Seite. Auch im Austausch zwischen seiner Online- Beteiligungsplattform LiquidFriesland (www.liquid-friesland.de) und der neuen Facebookseite sieht der Landkreis großes Potenzial. Facebook-Nutzer könnten sich so noch schneller über aktuell von Bürgern diskutierte kommunalpolitische Themen informieren und dann auf LiquidFriesland auch selbst abstimmen.

Link zur Facebookseite: www.facebook.com/LandkreisFRI

Der Landkreis bei Twitter:  @LandkreisFRI

Die Beteiligungsplattform des Landkreises: https://www.liquid-friesland.de/

 

Mein kleines Problem bei Facebook

Nur mal so zur Klarstellung: Wenn ich auf der Facebook-Seite eines Bürgermeisterkandidaten „gefällt mir“ klicke und die beiden anderen Kandidaten zu meinen „Freunden“ zähle, dann zeigt sich mal wieder, wie beschränkt FB in seinen Möglichkeiten ist. Bei google+ kann ich diesen Personen die Eigenschaften: Freunde, Familie, Bekannte, Kollegen, „Nur folgen“ und noch unzählige selbst kreierte Kategorien zuordnen, ohne dass der Betroffene oder Außenstehende erfahren, wie ich denjenigen oder diejenige einsortiert habe und persönlich zu ihm oder ihr stehe. Macht das jemand mit mir, erfahre ich nur, dass ich zu den „Kreisen“ desjenigen oder derjenigen gehöre, aber nicht, ob ich sein Freund bin oder er mich vielleicht unter seiner Rubrik „Pfeifen“ einsortiert hat.

Auf Twitter ist man einfach „Follower“ oder wird gefolgt (oder verfolgt?). Das ist jedenfalls neutral. Will ich auf Facebook jemandem folgen, was mir bei den Bürgermeisterkandidaten im bevorstehenden spannenden Wahlkampf in Jever natürlich wichtig ist, muss ich ihn zum „Freund“ machen oder „gefällt mir“ klicken, obwohl ich der Welt gar nicht zeigen will, ob mir einer der (bislang) drei überhaupt gefällt oder einer von ihnen zu meinen Freunden zählt. Was übrigens nicht der Fall ist. Und wer mir gefällt, das verrate ich am 22. September – meinem Stimmzettel!

An Social Media geht kein Weg vorbei

Wer’s nicht glaubt, muss sich nur mal die neuesten Statistiken angucken. Hier klicken:

http://www.socialmedia-blog.de/2011/05/social-media-nutzerzahlen-deutschland-2011/ 

socialnetworks

Totalumbau des Friesenblogs

Ab und zu muss aufgeräumt werden. Im Friesenblog haben sich mittlerweile so viele Beiträge – Texte, Fotos, Links, kleine und größere Geschichten zu Olympia verschiedensten Themen – angesammelt, dass man leicht den Überblick verlieren konnte. Jetzt sind aus etlichen Artikeln Seiten geworden, die man in den Rubriken im Kopf der Seite anklicken kann.

Auf der Seite “Home” werden in Zukunft nur noch kleinere, aktuelle Einträge oder Querverweise auf neue Beiträge auf den Seiten stehen. Und wie gewohnt gibt’s Benachrichtigungen über Twitter und Facebook, und wer möchte, kann den Friesenblog hier auch per E-Mail-Benachrichtung abonnieren (siehe Button rechts). Hier und da könnte ein Link auf Artikel innerhalb des Blogs verloren gegangen sein, für Hinweise darauf wäre ich dankbar, ich werde es dann umgehend reparieren.

Allen Freunden, Leserinnen und Lesern auch in Zukunft viel Spaß, und über ein gelegentliches Feedback würde ich mich freuen.

Der Friesenblogger