Tag 224 | Ausgeladen

Eine Facebook-Gruppe, die sich „Jever aktuell“ nennt, hat sich das Wort von Voltaire zum Motto gemacht:  „Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst“. So tolerant ist man nicht überall im Nordwesten. Sogar die „Süddeutsche“ hat einen Vorgang im Emsland aufgegriffen, der ein bisschen sprachlos macht: Erklärungsnot nach Redeverbot

Tag 223 | Tagnummern

Nein, da kommt jetzt nicht Anzügliches. Es ist nur passiert, was ich immer befürchtet habe, ich bin durcheinander gekommen mit der Nummerierung der Tage im Jahr 2014. Das geschieht, wenn man mal nicht postet und es am nächsten Tag nachholen will und wieder nicht schafft. Dabei wäre es so einfach. Es gibt nämlich, wie ich jetzt festgestellt habe, im Internet Tabellen für so etwas. Tagnummern also, da kann man sie einfach ablesen. Und so müsste ich heute endlich wieder auf dem Laufenden sein.

Tagnummern

Tag 222 | Wasser

Wenn ich übrigens aus Frankreich wie in jedem Jahr außer Roséwein, Kräutern der Provence, Seife und Olivenöl noch was mitbringen möchte, dann diesen Hinweis an die deutsche Gastronomie: In Frankreich gibt’s in jedem Restaurant zu jedem Essen und selbst wenn man nur einen Kaffee bestellt, automatisch oder in jedem Fall auf Nachfrage eine Karaffe oder ein Glas mit gekühltem Leitungswasser dazu. Nicht dass ein Franzose deshalb darauf verzichten würde, seinen Viertel Wein oder sein Glas Bier zum Essen zu bestellen. Aber Wasser gibt’s immer, nimmt jeder und – kostet nix. Nur mal so als Anregung.

Tag 221 | Interfriesisch

Die Meldung darf im Friesenblog natürlich nicht fehlen. „Der Interfriesische Rat lädt in diesem Jahr zur Mitgliederversammlung nach Jever ein. Am 12. und 13. September treffen sich die Abordnungen der drei Sektionen Nord, Ost und West in Jever…“, meldet das Jeversche Wochenblatt

Tag 220 | Musik zwo drei

Das Altstadtfest 1450 Kilometer weg, dafür ein Dorfgemeinschaftshaus in der Nachbarschaft des Ferienhauses und die Erkenntnis: Auf Familienfesten in Frankreich spielen sie auch keine andere Musik als auf Stadtfesten zu Hause. Gerade versucht die Sängerin sich an Adeles  „Skyfall“. Ich geh dann lieber mal schlafen…

Tag 219 | Twitter

Und immer mal wieder die überraschte Feststellung:  „Man kann also ein Jever in Jever trinken? Klingt interessant…“ (Twitter, 9. August, 13.57 Uhr von einer jungen Dame aus dem Main-Kinzig-Kreis).

Antwort eines Twitterers: „Man kann. Und die Brauerei besichtigen.“

Darauf sie: „Ich hoffe, die haben dann auch dieses Segelschiff da stehen.“

Darauf er: „Das ist von Becks“.

Tag 218 | Altstadtfest

Ja, es gibt auch ein Leben ohne Altstadtfest. Aber irgendwas fehlt. Deshalb nur zu Erinnerung noch einmal, für alle, die heute und morgen Abend noch nichts vorhaben: Lions-Weinlokal

Tag 217 | Schleusen

Die Schleusentreppe von Fonserranes bei Beziers, Frankreich. Foto: Helmut Burlager
Die Schleusentreppe von Fonserranes bei Beziers, Frankreich. Foto: Helmut Burlager

Wer glaubt, von Wasserbau verstünden nur wir Friesen etwas, ist noch nicht in Béziers gewiesen, wo die „9 Ecluses de Fonserannes“  den Canal du Midi von einem Hochplateau fast auf Meeresspiegelhöhe herabbringen. Ein meisterhaftes Bauwerk, das allein durch die Kraft des Wassers funktioniert. Die Schleusentreppe ist ständig in Betrieb, zurzeit in der Feriensaison passieren sie wieder täglich Hunderte von Booten der Freizeitskipper auf dem Kanal, der eine Touristenattraktion in Südfrankreich ist. Mehr bei Wikipedia

Über den Canal di Midi hat der Friesenblog hier schon einmal geschrieben.

 

Tag 216 | Neviges

Ja, es gibt Blogs, die können einen neidisch machen, und ich rede nicht von Niggemeyer. Und der, um den es hier geht, hat auch nicht so viel mehr Klicks gehabt als der Friesenblog. Bis er vom Stern entdeckt wurde, jetzt hat er mehr. Braucht er aber gar nicht, denn so ein Blog wie 42553 Neviges hat einfach so seine Daseinsberechtigung, auch wenn ihn keiner klicken würde. Ein Blog über – Nichts! Schaut selbst.

Tag 215 | 1914

Hundert Jahre, verdammt lang her. Aber mein Großvater zum Beispiel war erst 15 Jahre alt, als der Erste Weltkrieg begann. Er war zu jung, um mitzukämpfen im „großen Krieg“, wie ihn die Franzosen bis heute nennen. Wenn es von seinen Kriegserlebnissen in Frankreich erzählte, dann vom Zweiten Weltkrieg, der ihn bis an den Golf von Biscaya brachte. Wenn ich heute einmal im Jahr nach Frankreich reise, erinnern mich zwei Schilder an der Autobahn immer kurz an den Schrecken dieser ersten Katastrophe, die vor hundert Jahren ihren Lauf nahm. An der Abfahrt Verdun und bei der Überquerung des Flusses Marne befällt mich jedes Mal ein Gefühl der Beklommenheit. Was für historische Orte. Erst recht in dem Jahr, in dem sich das zum hundertsten Mal jährt. Sonderbar, gerade jetzt in Frankreich zu sein. Die Zeitungen hier sind übrigens voll davon. Vom Ersten Weltkrieg. Und von der deutsch-französischen Freundschaft.