Ein junger Fotograf, der sich in der Wochenblatt-Redaktion die ersten Sporen verdiente, bevor er in die weite Welt aufbrach, bat mich an einem der letzten Arbeitstage, ihm dabei behilflich zu sein, bei der Bundeswehr für Afghanistan akkreditiert zu werden. Ich versuchte nicht wirklich, es ihm auszureden, aber ich habe mir auch keine Mühe gegeben, sein Ansinnen zu unterstützen, Kriegsfotograf zu werden. Er ist dann ein großartiger Porträtfotograf geworden, der wunderschöne Frauen wunderschön ins Bild setzt. Als ich gestern die Nachricht vom Tod der Kriegsfotografin Anja Niedringhaus in Kabul las, habe ich wieder an den jungen Kollegen gedacht. Er hätte sicher Erfolg gehabt, wäre er den zuerst eingeschlagenen Weg gegangen. Ich bin froh, dass er es anders gemacht hat.
Kategorie: Fotografie
Tag 7 | Ein Buch
Axel Bürgener lernte ich auf einer langen Autofahrt kennen. Ein Heeresgeneral a. D., der so aussieht und spricht wie ein Heeresgeneral a. D. – ein Mann mit scharfen Konturen, entschiedenen Ansichten, klarer Aussprache, befehlsgewohnter Stimme. Eine Weile redeten wir über seine Bundeswehrkarriere, seine Ansichten über die Notwendigkeit und Aufgaben des Militärs, über internationale Konflikte und über Politik, schließlich auch über meinen Beruf, den Journalismus. Die Fahrt war wirklich lang. Irgendwann sprachen wir über die prächtigen Wolkenbilder an diesem Sommertag, über Fotografie, über die Liebe zur Natur, über Tierschutz, über seinen Hund, sein Pferd, über Katzen und Vögel, über die Liebe zur norddeutschen Landschaft, über unsere Familien. Wie sehr kann ein erster Eindruck täuschen.
Vor wenigen Wochen hat Axel Bürgener mir sein neues Buch geschickt. „Wangerland von oben“ heißt es. Der Heeresgeneral ist in die Luft gegangen, hat Strände, Watt, Priele, Binnentiefe, Häfen, Dörfer, Burgen, Gehöfte, Schiffe, Boote und Robben aus der Vogelperspektive fotografiert. Zusammen mit seinem Nachbarn Klaus Siewert, einem renommierten Sprachforscher, hat er ein wunderschönes Buch daraus gemacht. Siewert stellte die Gedichte zusammen, die die einzelnen Fotos illustrierten, Klassiker von Goethe bis Mörike, aber auch viel Unbekanntes, Überraschendes darunter. „Impressionen aus dem Land zwischen den Gezeiten“ heißt das Buch im Untertitel, der nicht zuviel verspricht. Es geht um die unerfindlichen Sehnsüchte der Menschen und ihre Liebe zum Meer und dem Land, das sie ihm in Jahrhunderte abgerungen haben. Ich habe mich über das Geschenk eines Freundes gefreut. (Verlag Auf der Warft, Wiarden – Hamburg – Münster 2013, ISBN 978-3-939211-70-9)
Friesenblog wünscht ein frohes neues Jahr
Glocken in aller Welt läuten in wenigen Stunden das neue Jahr ein. Diese hier hängt im Torre del Poniente hoch über der gewaltigen Kathedrale von Cadiz in Andalusien (Spanien). Friesenblog wünscht all seinen treuen Leserinnen und Lesern einen guten Rutsch und ein glückliches, erfolgreiches Jahr 2014!

Foto: Helmut Burlager
Yard Art. Der Schrottkünstler Diedel Klöver

Rallenbüschen? Muss man auf der Landkarte erst mal finden. Diedel Klöver? Für viele Kunstfreunde im Nordwesten ein Begriff. Der Bildhauer zaubert den Menschen, die seine Kunstwerke betrachten, ein Lächeln ins Gesicht. Aus Schrott schweißt der Künstler großartige Skulpturen zusammen. Besonders gerne Tierfiguren, von Miniaturen bis hin zu lebensgroßen Löwen und Nashörner. Einmal im Jahr stellt er seine neuen Arbeiten vor, bei der Ausstellung „Yard Art“ im weitläufigen Garten seines Elternhauses in Rallenbüschen. Wo war das noch mal? Ein Bericht von Brigitte Meiners. Weiterlesen hier:
Spiel nicht mit dem Feuer…
„Ein ungewöhnliches Projekt“
„Respekt – das ist ein beachtenswertes, ein ungewöhnliches und ein wunderbares Projekt“, schreibt Heike Pohl in ihrer Rezension auf ihrem Blog „Textwerk“. Ein schöner Beitrag über unser Buch.
Ein paar Zitate aus der Rezension:
„Respekt. Achtung. Aufmerksamkeit. Vor den Lebensleistungen, dem Altern und dem Alter selbst zu wecken, Erinnerungen festzuhalten, das ist das Anliegen dieses nicht zuletzt durch seine wunderbaren Nahaufnahmen so bestechenden Buches. Vom Hilfsarbeiter über den Landtierarzt, die Kunsterzieherin, die in früheren Jahren auch Modell gestanden hatte, bis hin zur jungen Frau aus Ostpreußen, deren Lebensreise von Deutschland über Frankreich, die Vereinigten Staaten und schließlich ins Jeverland führte – so unterschiedlich die Lebenswege auch sein mögen, alle Porträtierten eint die während eines fürchterlich wütenden Weltkrieges verbrachte Kindheit und die Gabe, weder den Lebensmut noch die Freude daran jemals verloren zu haben. Und sie alle führen dem Leser eine Bescheidenheit vor Augen, die nachdenklich werden lässt.“
Zum Originaltext
Medienpreis für das Projekt „Respekt“
Wochenblatt-Serie über alte Menschen gewinnt Wettbewerb des Verbandes Deutscher Lokalzeitungen
Jever/Berlin – Die Zeitungsserie „Respekt – Porträts von alten Menschen aus dem Jeverland“, die in diesem Jahr auch als Buch erschien, ist mit dem „FERAG-Leser-Blatt-Bindungspreis“ des Verbands Deutscher Lokalzeitungen(VDL) ausgezeichnet worden Der Preis wurde am Mittwoch, 12. Juni, anlässlich des VDL-Kongresses in feierlichen Rahmen in der Akademie der Künste in Berlin überreicht.

Wochenblatt-Redaktionsleiter Helmut Burlager, Fotografin Sigrid Kasdorf und Autorin Brigitte Meiners nahmen den ersten Preis in der Kategorie „Redaktion“ stellvertretend für das gesamte „Respekt“-Team entgegen, zu dem auch die Wochenblatt-Redakteure Cornelia Lüers und Christoph Hinz, Jörg Reents und Ottmar Kasdorf von der Fresenia-Loge Jever sowie Nantke Ihnen vom Landkreis Friesland gehören.
Mit der Auszeichnung hat das gemeinsame Projekt „Respekt“ des Jeverschen Wochenblatts, der Fresenia-Loge zu Jever und der Koordinierungsstelle „Älter werden“ des Landkreises Friesland eine bundesweit ausstrahlende Würdigung erfahren. Der Preis wird jährlich in drei Kategorien mit ersten, zweiten und dritten Plätzen vergeben. Die Wochenblatt-Serie mit 52 Porträts alter Menschen aus dem Jeverland wurde in der Kategorie „Redaktion“ von der Jury einstimmig auf Platz 1 gesetzt. Übergeben wurde der Preis durch Verkaufsleiter Tim Kuhrau vom Druckmaschinenhersteller Ferag GmbH. Das ist der Sponsor der von Bildhauerin Anne Hollmann aus Dötlingen gestalteten Trophäen, die den „Leser“ und seine Anhänglichkeit an „sein“ Blatt symbolisieren. Jurymitglied Stefan M. Kob interviewte auf der Bühne vor Verlagsmanagern und Chefredakteuren aus ganz Deutschland die aus Jever angereisten Teammitglieder Sigrid Kasdorf, Brigitte Meiners und Helmut Burlager, nachdem die Besonderheit des Projekts in einer Multimedia-Präsentation gewürdigt worden war.

Im Urteil der Jury heißt es unter anderem: „Respekt vor dem Alter ist eine hehre gesellschaftliche Forderung. Wenn man sie aber mit bewegenden Lebensgeschichten untermauert wie das Wochenblatt, stellt sich Respekt auch bei jungen Lesern von alleine ein.“ Die Beiträge hätten „fast nebenbei“ eine Brücke zwischen Alt und Jung geschlagen. Beeindruckt habe die Jury auch die formale Umsetzung der Serie mit professionellen Porträts aus dem Fotostudio und dem durchgängig gestalteten Schreibstil mit kurzen Sätzen und klarer Sprache.
Die starke Resonanz aus der Leserschaft, die Erstellung eines Reprints in Buchform nach dem Serienende und die Planung einer Ausstellung wurden als Gesamtkonzept besonders hervorgehoben. „Besser kann man Leser – ob jung, ob alt – nicht an die Zeitung binden“, fand die Jury.
Der Verband Deutscher Lokalzeitungen ist die Interessenvertretung von mehr als 80 mittelständischen Zeitungen mit einer Gesamtauflage von 1,4 Millionen Exemplaren.
Mehr über das Projekt und das Buch: Hier klicken
Zweieinhalb Jahre Friesenblog – und 50.000 Klicks
Zugegeben, andere Seiten machen das an einem Tag. Aber Bild und Spiegel wollten wir sowieso nicht das Wasser abgraben. Friesenblog hat heute 50.000 Aufrufe erreicht. Danke an alle Follower!

Foto (c): Helmut Burlager
Bilderreise durch Friesland

Isensee Verlag bringt neuen Bildband heraus
Jever – Der Schlossturm in Jever, der Westturm auf Wangerooge, das Wasserschloss Gödens, die Schlosskirche Varel – der neue Bildband „Friesland. Weites Land am Jadebusen“ aus dem Isensee Verlag zeigt gleich auf der Titelseite die Schönheiten des Landkreises. Das ist auch die Absicht, die Autor Jürgen Woltmann und Verleger Florian Isensee mit dem Buch verfolgen. In Jever stellten sie es im Kreisamt vor und übergaben es an den stellvertretenden Landrat Gustav Zielke, der sich im Namen des Landkreises für das Werk bedankte und dem Verfasser großes Lob aussprach.
Idyllische Landschaft und ein Landkreis zwischen Tradition und Moderne – so kündigte Florian Isensee den Bildband an. Zahlreiche farbige Fotografien und interessante Texte entführen den Leser in den Norden des Oldenburger Landes, der an Jadebusen und Nordsee grenzt. Genau diese haben es dem Autoren Jürgen Woltmann auch angetan.
Der frühere leitende Mitarbeiter des Unternehmens Cewe-Color in Oldenburg hatte nämlich jahrelang sein Segelrevier auf der Jade. So nannte er auch Hooksiel seinen Lieblingsplatz im Landkreis Friesland. Als Oldenburger ist ihm obendrein besonders Dangast mit seinem Hafen, dem Strand und dem Alten Kurhaus von Jugend an vertraut. Mit liebevollem Blick fürs Detail und mit historischen Fakten stellt der Autor die schönsten Plätze vor und schafft neben einem informativen Rundgang für Touristen auch neue Einblicke für Einheimische. Sowohl die Kulturgeschichte als auch die abwechslungsreiche Natu Frieslands fängt er in Bild und Text ein. Dabei nimmt er den Leser mit auf seine ganz eigene Reise durch seine Heimat und die Traditionen, die diesen Landstrich prägen. Die besondere Geschichte der Region stellt der Autor informativ und spannend vor. Wie Wortmann sagte, haben es ihm besonders die großen Kirchen, die Burgen und Schlösser Frieslands angetan. Er hat sie alle bereist, fotografiert, ihre Geschichte recherchiert.
So beschäftigt sich das Buch am Ende doch mehr mit der Tradition als mit der Moderne, es wendet sich naturgemäß an die Touristen, die in großer Zahl nach Friesland kommen. Sie nehmen mit diesem Buch ein Stück Friesland mit nach Hause, mit all seinen Sehenswürdigkeiten und schönen Landschaften.
Für den Isensee Verlag schließt der neue Band eine Lücke. Wie Florian Isensee sagte, ist damit die Reihe der Bildbände über die Landkreise und kreisfreien Städte im Oldenburger Land wieder komplett. Der Isensee Verlag hat vor etlichen Jahren bereits einen Friesland-Bildband herausgegeben, damals noch in schwarz-weiß, doch der war längst vergriffen, und so war es an der Zeit, ein neues Buch zu schaffen. Den Auftrag dafür erhielt Jürgen Wortmann, der bereits einige Bildbände aus der gesamten Region des Oldenburger Landes illustriert und mit Texten versehen hat.
Friesland. Weites Land am Jadebusen. 84 Seiten, 151 Abbildungen. 14,80 Euro. Verlag Isensee. ISBN 978-3-89995-966-6.
Friesland von der Schokoladenseite
Bildband mit dreisprachigen Erläuterungen – die leider nicht immer zutreffen
Schade, wenn ein gut gemachter Bildband unter den Mängeln des bisschen Textes leidet, der die schönen Fotos illustriert. So wie im neu erschienenen Werk aus dem Wartberg-Verlag, „Im Land der Friesen“. Es gibt ja nicht wenige solcher Bildbände, die das Land zwischen Ems und Jade mit seinen pittoresken Städtchen, Sielhäfen und Inseldörfern so zeigen, wie es sich auch in Tourismusprospekten gern präsentiert. Das ist nicht ganz das wahre Ostfriesland, sondern nur die Schokoladenseite eines Landstrichs, der auch Hinterhöfe hat. Aber Bayern besteht ja auch nicht nur aus Bergen, Seen und Lederhosen.
Es ist also ein Bildband wie viele, mit Ansichten zahlreicher friesischer Sehenswürdigkeiten von Kutterhäfen bis Windmühlen, von Inselstränden bis zu holländisch anmutenden Altstadtgässchen. Die Fotos von Günter Franz, ergänzt um eine Reihe von Agenturbildern, zeigen, dass er den Blick fürs Typische hat, aber das außergewöhnliche Motiv nicht übersieht.
Die Idee, die das Buch von der Masse abhebt, ist eine andere: Es ist dreisprachig, die erläuternden Texte stehen auf Deutsch, Englisch und Französisch nebeneinander. Der Bildband ist dadurch ein ausgezeichnetes Mitbringsel für ausländische Besucher der Region. Die werden auch, anders als der heimatkundlich bewanderte einheimische Leser, nicht bemerken, dass die beschreibenden Texte aus der Feder des Sachbuchautors Ulf Kaack hier und da etwas fehlerhaft daherkommen.
Das fängt mit sonderbaren Aufzählungen („Ostfriesland, das Wangerland und Butjadingen sind…“) an, geht über veraltete Informationen („Seit 1903 ist Emden die Heimat der Nordseewerke. Heute werden hier nicht nur Schiffe gebaut…“) und falsche historische Angaben („Die 1896 errichtete Alte Inselkirche ist die älteste Kirche Ostfrieslands“) bis hin zur Erfindung neuer geografischer Bezeichnungen („Die östlichste der ostfriesischen Inseln gehört als Einzige politisch nicht zu Ostfriesland, sondern zum friesischen Weserland“). Das mindert die Qualität der sonst gefällig und kurzweilig verfassten Erläuterungen ein wenig, stört am Ende wohl aber nur den, der sich etwas besser auskennt. Vielleicht verkauft die erste Auflage sich so gut, dass vor dem Druck der zweiten die kleinen Pannen ausgebügelt werden. Der Bildband selbst wäre es wert.
Ulf Kaack, Günter Franz, Im Land der Friesen – Zwischen Ems und Weser. 72 Seiten, gebunden, zahlreiche Farbfotos, deutsch/englisch/französisch. 15,90 Euro, Wartberg Verlag, ISBN 978-3-8313-2490-3


