Tag 236 | Gedicht

Heute mal was fürs Bildungsbürgertum (lach…) und ein Schnappschuss aus dem Sielhafen Carolinensiel:

Die Ketten streift ich ab, und warf die Seile weg, Und wandte mich vom Tand der Welt in Eile weg! Von frost'ger Nüchternheit, von grübelnder Vernunft, Wie sehn ich mich davon, aus langer Weile, weg! Sagt ihr mir Schlimmes nach, so sagt ich's im voraus, Und nahm euch diesen Ruhm zum besten Teile weg: Ich zöge gern den Weg, den eure Tugend bahnt, Doch blieb ich stets davon um eine Meile weg; Denn wer zur Scheibe sich, zum Ziel die Sonne wählt, Der sendet stets umsonst die leichten Pfeile weg! Nun aber, Dichter, schweig und laß der Welt den Lauf, Und was ihr nicht behagt, vertilge, feile weg! August Graf von Platen, 1834
Die Ketten streift ich ab, und warf die Seile weg,
Und wandte mich vom Tand der Welt in Eile weg!
Von frost’ger Nüchternheit, von grübelnder Vernunft,
Wie sehn ich mich davon, aus langer Weile, weg!
Sagt ihr mir Schlimmes nach, so sagt ich’s im voraus,
Und nahm euch diesen Ruhm zum besten Teile weg:
Ich zöge gern den Weg, den eure Tugend bahnt,
Doch blieb ich stets davon um eine Meile weg;
Denn wer zur Scheibe sich, zum Ziel die Sonne wählt,
Der sendet stets umsonst die leichten Pfeile weg!
Nun aber, Dichter, schweig und laß der Welt den Lauf,
Und was ihr nicht behagt, vertilge, feile weg!
August Graf von Platen, 1834

Tag 230 | Pixelpartnerin

Die Regionalgesellschaft „JadeBay“ hat ihren Internetauftritt aufgefrischt, recht ungewöhnlich kommen die „Pixelpartner“ jetzt daher. Besonders gefällt mir natürlich das sympathische PixPar-Porträt von Katharina Guleikoff, Redaktionsleiterin von Radio Jade. „Es ist wichtig zu zeigen, dass das hier eine gute Region in Deutschland ist, in der man gut leben und arbeiten kann“, sagt sie. Zum Porträt…

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Tag 226 | Der Schrei

Edvard Munch: Der Schrei.  Aufnahme: Archiv Dr. Gerd Presler
Edvard Munch: Der Schrei.
Aufnahme: Archiv Dr. Gerd Presler

Als Edvard Munchs Gemälde „Der Schrei“ zu Beginn des Jahres 2012 in New York für 119,9 Millionen US Dollar versteigert wurde, bewahrheitete sich, was schon lange bekannt war: Munchs „Schrei“ ist das berühmteste und meist reproduzierte Gemälde des 20. Jahrhunderts. Was die wenigsten wissen: Das Werk durchlief eine mehrjährige Entstehungsgeschichte. Munch entwickelte das Thema aus skizzenhaften Anfängen Schritt für Schritt bis zur heute weltweit bewunderten Vollendung. Fünf Fassungen sind bekannt. Eine wurde noch nie öffentlich gezeigt. Prof. Dr. Dr. Gerd Presler, Munch-Experte, kennt das Gemälde.

Im Rahmen eines Vortrags am Sonntag, 24. August, um 11.30 Uhr in der Galerie „Kunstraum“ in der Kuranlage Deichhörn  in Dangast wird er mit beeindruckendem Bildmaterial alle Fassungen vorstellen und die Entstehungsgeschichte der Öl- und Pastellbilder darlegen.

„Der Schrei“ gilt als erstes Bild des Expressionismus und zugleich als Meisterwerk dieser Epoche. Neben Öl und Pastellausführungen existieren Lithographien des Bildes. Im Vordergrund des Bildes steht ein Mann mit leeren Augen, der sich die Hände an die Ohren hält. Sein Mund ist geöffnet als lautloser Ausdruck seines Entsetzens.

Spannend daran ist auch, dass das berühmte Motiv in den Skizzenbüchern Munchs noch nicht kurz als „Der Schrei“ benannt wurde, sondern Munch die Bildidee zunächst als „das Geschrei der Natur“ betitelte. Handschriftliche Äußerungen Munchs vom Januar des Jahres 1892 beschreiben eine Szene, in der der Künstler mit Freunden bei Sonnenuntergang spazieren geht. In dieser Situation fühlte er „das große Geschrei durch die Natur“ und Angst überkam ihn. Dieses Gefühl verewigte er in den Fassungen von “Der Schrei”, sie beschreiben die Verzweiflung und die existentielle Angst des Menschen der Moderne ebenso wie Gefühle gegenüber den Naturmächten. Damit ist das Thema im Begleitprogramm der Ausstellung über Franz Radziwill und die Natur bestens untergebracht.

Gerd Presler wohnt bei Karlsruhe, ist Kunsthistoriker, insbesondere Experte von Deutschem Expressionismus, Radziwill und Munch und er hat kürzlich das Werkverzeichnis von Munchs Skizzenbüchern erstellt.

(Quelle Text und Bild: Franz-Radziwill-Gesellschaft)

Tag 224 | Ausgeladen

Eine Facebook-Gruppe, die sich „Jever aktuell“ nennt, hat sich das Wort von Voltaire zum Motto gemacht:  „Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst“. So tolerant ist man nicht überall im Nordwesten. Sogar die „Süddeutsche“ hat einen Vorgang im Emsland aufgegriffen, der ein bisschen sprachlos macht: Erklärungsnot nach Redeverbot

Tag 221 | Interfriesisch

Die Meldung darf im Friesenblog natürlich nicht fehlen. „Der Interfriesische Rat lädt in diesem Jahr zur Mitgliederversammlung nach Jever ein. Am 12. und 13. September treffen sich die Abordnungen der drei Sektionen Nord, Ost und West in Jever…“, meldet das Jeversche Wochenblatt

Tag 213 | Auf Fangfahrt

Bei Niedrigwasser fährt ein Krabbenkutter von Varelerhafen durch die wasserführende Priele in den Jadebusen hinaus. Fangfahrt im Sommer. Foto: Helmut Burlager
Bei Niedrigwasser fährt ein Krabbenkutter von Varelerhafen durch die wasserführende Priele in den Jadebusen hinaus. Fangfahrt im Sommer. Foto: Helmut Burlager

 

 

Tag 212 | Friesisch

Touristen erliegen in Friesland (dem deutschen Friesland) ja manchmal dem Irrtum, hier werde Friesisch gesprochen. Dabei ist die Sprache hier längst ausgestorben, nur in wenigen begrenzten Regionen wie dem Saterland ist es noch Alltagssprache, vornehmlich für die Älteren. In Friesland spricht man, wenn überhaupt, noch Plattdeutsch, doch auch das ist auf dem absteigenden Ast. Um so überraschender, wenn dann in einer friesländischen Zeitung, dem Jeverschen Wochenblatt, plötzlich eine Todesanzeige auftaucht, die ganz und gar auf Friesisch gehalten ist. Ich habe sie mal eingescannt, die persönliche Daten natürlich rausgenommen, um ein Gefühl dafür zu geben,welche schöne Sprache die Friesen einst vom heutigen Holland bis nach Dänemark hoch gesprochen haben. Wie kommt so eine Todesanzeige in eine deutsche Zeitung? Durch die Kinder und Enkelkinder, die schon vor Jahren vom niederländischen Friesland ins Jeverland gezogen sind. Schön, dass sie ihre Muttersprache nicht vergessen haben.

Bart

 

Tag 211 | Wangerland

Weltnaturerbe Niedersächsisches Wattenmeer – das ist nicht nur ein Prädikat für den Naturschutz, sondern auch ein Gütesiegel für Tourismus. Das Wangerland versteht es, sich damit bundesweit bekannt zu machen. Deutschland today

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Tag 209 | Oase der Ruhe

Lions laden zum Altstadtfest ein

Weinlokal seit zehn Jahren in der ehemaligen Mettcker-Druckereihalle

Jever – Altstadtfest feiern und eine gute Sache unterstützen, das geht auch in diesem Jahr im Weinlokal des Lions Clubs Jever. In der alten Mettcker-Druckereihalle am Elisabethufer, direkt an der Blankgraft, bietet der Serviceclub am Freitag, 8. August, und am Sonnabend, 9. August, jeweils ab 19 Uhr bis nach Mitternacht Weinspezialitäten aus deutschen Landen und kleine Snacks an. Am Sonnabend ist der Lions-Stand auch nachmittags von 13.30 bis 17 Uhr geöffnet, dann gibt es dort Kaffee und ein Kuchenbuffet.

Der Weinausschank für einen guten Zweck gehört fast von Anfang an zu den beliebten Treffpunkten von Einheimischen und Gästen auf dem Altstadtfest, das in diesem Jahr zum 40. Mal stattfindet. In den ersten Jahren war er im Weinhausgang an der Großen Burgstraße untergebracht, der irgendwann aber nicht mehr genügend Platz bot. Vor genau zehn Jahren eröffneten die Lions ihr Weinlokal dann erstmals in und vor der alten Druckerei des Jeverschen Wochenblatts, wo fleißige Helfer alljährlich mit Strandkörben, Bierzeltgarnituren, Lichterketten und Pflanzen eine kleine Oase im Trubel des Altstadtfestes schaffen, in der man in Ruhe ein Glas Wein genießen kann. Traditionell fließt der Reinerlös aus dem Weinlokal gemeinnützigen Projekten in Friesland zu.

Nach mehreren Jahren Pause legt der Lions Club für 2015 erstmals wieder einen Jahreskalender auf, der ebenfalls für einen guten Zweck verkauft wird. Der Kunstkalender, der in Zusammenarbeit mit dem Partnerclub aus Emmen (Niederlande) erstellt wurde, befasst sich mit der dort entstandenen und mittlerweile weltweit populären Kunstbewegung der „Toyisten“. Voraussichtlich werden erste Exemplare des Kalenders bereits während des Altstadtfestes zur Ansicht ausliegen.

Der Lions Club Jever wurde 1970 gegründet und ist damit einer der ältesten Serviceclubs in der Region, er hat rund 40 Mitglieder aus Jever, Wangerland, Schortens, Varel und Zetel.

Tag 207 | Tim Keweritsch

Tim Keweritsch, Selbstporträt
Tim Keweritsch, Selbstporträt

Im Künstlerhaus Hooksiel ist heute eine besondere Fotoausstellung eröffnet worden. Der kaum 30 Jahre alte Fotograf Tim Keweritsch hat bereits in England, Deutschland, Japan, China, Singapur und in den USA gearbeitet. Eine Auswahl seiner Werke ist bis zum 21. September zu sehen, dienstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr. Ein Portät des Fotokünstler hier:

Auf der Suche nach dem wirklichen Leben