Tag 213 | Auf Fangfahrt

Bei Niedrigwasser fährt ein Krabbenkutter von Varelerhafen durch die wasserführende Priele in den Jadebusen hinaus. Fangfahrt im Sommer. Foto: Helmut Burlager
Bei Niedrigwasser fährt ein Krabbenkutter von Varelerhafen durch die wasserführende Priele in den Jadebusen hinaus. Fangfahrt im Sommer. Foto: Helmut Burlager

 

 

Tag 212 | Friesisch

Touristen erliegen in Friesland (dem deutschen Friesland) ja manchmal dem Irrtum, hier werde Friesisch gesprochen. Dabei ist die Sprache hier längst ausgestorben, nur in wenigen begrenzten Regionen wie dem Saterland ist es noch Alltagssprache, vornehmlich für die Älteren. In Friesland spricht man, wenn überhaupt, noch Plattdeutsch, doch auch das ist auf dem absteigenden Ast. Um so überraschender, wenn dann in einer friesländischen Zeitung, dem Jeverschen Wochenblatt, plötzlich eine Todesanzeige auftaucht, die ganz und gar auf Friesisch gehalten ist. Ich habe sie mal eingescannt, die persönliche Daten natürlich rausgenommen, um ein Gefühl dafür zu geben,welche schöne Sprache die Friesen einst vom heutigen Holland bis nach Dänemark hoch gesprochen haben. Wie kommt so eine Todesanzeige in eine deutsche Zeitung? Durch die Kinder und Enkelkinder, die schon vor Jahren vom niederländischen Friesland ins Jeverland gezogen sind. Schön, dass sie ihre Muttersprache nicht vergessen haben.

Bart

 

Tag 211 | Wangerland

Weltnaturerbe Niedersächsisches Wattenmeer – das ist nicht nur ein Prädikat für den Naturschutz, sondern auch ein Gütesiegel für Tourismus. Das Wangerland versteht es, sich damit bundesweit bekannt zu machen. Deutschland today

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Tag 209 | Oase der Ruhe

Lions laden zum Altstadtfest ein

Weinlokal seit zehn Jahren in der ehemaligen Mettcker-Druckereihalle

Jever – Altstadtfest feiern und eine gute Sache unterstützen, das geht auch in diesem Jahr im Weinlokal des Lions Clubs Jever. In der alten Mettcker-Druckereihalle am Elisabethufer, direkt an der Blankgraft, bietet der Serviceclub am Freitag, 8. August, und am Sonnabend, 9. August, jeweils ab 19 Uhr bis nach Mitternacht Weinspezialitäten aus deutschen Landen und kleine Snacks an. Am Sonnabend ist der Lions-Stand auch nachmittags von 13.30 bis 17 Uhr geöffnet, dann gibt es dort Kaffee und ein Kuchenbuffet.

Der Weinausschank für einen guten Zweck gehört fast von Anfang an zu den beliebten Treffpunkten von Einheimischen und Gästen auf dem Altstadtfest, das in diesem Jahr zum 40. Mal stattfindet. In den ersten Jahren war er im Weinhausgang an der Großen Burgstraße untergebracht, der irgendwann aber nicht mehr genügend Platz bot. Vor genau zehn Jahren eröffneten die Lions ihr Weinlokal dann erstmals in und vor der alten Druckerei des Jeverschen Wochenblatts, wo fleißige Helfer alljährlich mit Strandkörben, Bierzeltgarnituren, Lichterketten und Pflanzen eine kleine Oase im Trubel des Altstadtfestes schaffen, in der man in Ruhe ein Glas Wein genießen kann. Traditionell fließt der Reinerlös aus dem Weinlokal gemeinnützigen Projekten in Friesland zu.

Nach mehreren Jahren Pause legt der Lions Club für 2015 erstmals wieder einen Jahreskalender auf, der ebenfalls für einen guten Zweck verkauft wird. Der Kunstkalender, der in Zusammenarbeit mit dem Partnerclub aus Emmen (Niederlande) erstellt wurde, befasst sich mit der dort entstandenen und mittlerweile weltweit populären Kunstbewegung der „Toyisten“. Voraussichtlich werden erste Exemplare des Kalenders bereits während des Altstadtfestes zur Ansicht ausliegen.

Der Lions Club Jever wurde 1970 gegründet und ist damit einer der ältesten Serviceclubs in der Region, er hat rund 40 Mitglieder aus Jever, Wangerland, Schortens, Varel und Zetel.

Tag 207 | Tim Keweritsch

Tim Keweritsch, Selbstporträt
Tim Keweritsch, Selbstporträt

Im Künstlerhaus Hooksiel ist heute eine besondere Fotoausstellung eröffnet worden. Der kaum 30 Jahre alte Fotograf Tim Keweritsch hat bereits in England, Deutschland, Japan, China, Singapur und in den USA gearbeitet. Eine Auswahl seiner Werke ist bis zum 21. September zu sehen, dienstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr. Ein Portät des Fotokünstler hier:

Auf der Suche nach dem wirklichen Leben

Tag 202 | WSLBNJB

Welcher Seemann lag bei Nanni im Bett? Mit dieser Eselsbrücke konnten wir uns schon als Kinder die Reihenfolge der Ostfriesischen Inseln merken, auch wenn wir dabei leicht rote Ohren bekamen. Der NDR stellt die Eilande Wangerooge, Spiekeroog, Langeoog, Baltrum, Norderney, Juist und Borkum – das ist die geografische Abfolge von Ost nach West – in einer kleinen Serie von Online-Artikeln vor. Hier gehts lang…

Tag 197 | Kurztrip

Fünf Minuten vom Start bis zur Landung: Die Inselflieger bieten auf der Strecke Harle-Wangerooge eine der kürzesten Linienflüge der Welt. Foto: Helmut Burlager
Fünf Minuten vom Start bis zur Landung: Die Inselflieger bieten auf der Strecke Harle-Wangerooge eine der kürzesten Linienflüge der Welt. Foto: Helmut Burlager

Die „Welt“ beschäftigt sich in einem Beitrag mit den kürzesten Linienflügen der Welt, und bevor man es gelesen hat, ahnt man schon: Da sind wir doch dabei! Fünf Minuten dauert laut Flugplan der Trip von Harlesiel nach Wangerooge oder von der Insel aufs Festland. Je nach Windrichtung kann es auch mal etwas schneller gehen oder ein wenig länger dauern. Aber sonst kommt in Deutschland keine Airline mit den „Inselfliegern“ mit. International allerdings sehr wohl; der kürzeste Linienflug soll laut „Welt“ nur 47 Sekunden dauern und geht von einer Orkney-Insel zu einer anderen. Tomatensaft wird unterwegs nicht angeboten. Zum Bericht

Tag 195 | Sundowner

Die Redaktionskonferenz tagt. Drei Redakteure anwesend, drei Abendtermine sind zu besetzen. Ein historischer Vortrag in Jever, eine feierliche Ordensverleihung in Jever, ein Hintergrundgespräch mit Bier und Würstchen im Beach-Club „Sonnendeck“ in Dangast. Ich hab mich dann geopfert und den Auswärtstermin übernommen…

Tag 193 | Salz

Die mögliche Einleitung von Salzabwässern aus dem Kaliabbau im hessisch-thüringischen Kalirevier beschäftigt die betroffene Region an der Nordsee, die Gemeinde Wangerland und die Stadt Wilhelmshaven, schon geraume Zeit. Das Vorhaben ist aberwitzig. Es soll 900 Millionen kosten, und die Firma, die das bezahlen soll, Kali & Salz (K+S), sieht überhaupt keinen Sinn darin. Man möchte wetten, dass die Pipeline von der Werra zum Jadebusen nicht kommen wird, aber wer weiß, man hat schon Pferde vor der Apotheke…

Ein aktueller Beitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

Tag 192 | Schillighörn

Louis und Marie beim Tag der offenen Tür, mit dem die Jugendherberge offiziell in Betrieb genommen wurde. Foto (c): DJH
Louis und Marie beim Tag der offenen Tür, mit dem die Jugendherberge offiziell in Betrieb genommen wurde. Foto (c): DJH

Am Ende der Welt liegt sie, die Jugendherberge Schillighörn im Wangerland. Wen man von der A 29 auf die L 810 fährt und dann Richtung Norden, bis es nicht mehr weitergeht, und dann noch einmal links abbiegt, steht sie am Ende der Straße und am Anfang des Wattenmeers. Jetzt hat das Deutsche Jugendherbergwerk (DJH) noch einmal kräftig in dieses besondere Haus investiert. Es erhielt einen modernen Erweiterungsbau mit 76 Betten. Die Jugendherberge Schillighörn wird zukünftig besonders das Thema Integration und interkulturelles Lernen als profilbildendes Thema aufgreifen – und Schulklassen und Jugendgruppen die Herausforderungen nahe bringen, die ein Miteinander unterschiedlicher Kulturen an eine Gesellschaft stellt. Als erste Team-Jugendherberge im Nordwesten projiziert die Jugendherberge Schillighörn den Gemeinschaftsgedanken der Jugendherbergen auf die Fragen einer interkulturellen Gesellschaft. Dieses Anliegen wird auch in den Räumen des Neubaus sowie in der Verpflegung umgesetzt: In nach verschiedenen Migrantengruppen benannten Zimmern finden die Gäste Informationen zum jeweiligen Land und seinen Menschen sowie zum Leben der Migranten in Deutschland.

„Herzstück des Konzepts sind die interkulturellen Programme und -bausteine, die den Standort weiter für Schulklassen profilieren werden“, so Thorsten Richter, Geschäftsführer im DJH Landesverband Unterweser-Ems, bei der Eröffnung am Freitag. Diese setzen vor allem auf eine sensible Auseinandersetzung mit kultureller Vielfalt. Die Programme regen an, Gemeinsamkeiten und Unterschiede, Selbst- und Fremdbild wahrzunehmen und eigene Erfahrungen mit diesem Thema zu reflektieren. Nebenbei entdecken die Schülerinnen und Schüler ihre persönlichen Stärken, Interessen und Talente und entwickeln gemeinsam ihre sozialen Kompetenzen weiter.

Insgesamt bietet die Jugendherberge Schillighörn, inklusive Haupthaus, 188 Betten in 43 Zwei-, Vier-und Sechsbettzimmern sowie sieben Tagesräume. Die Jugendherberge Schillighörn konnte mit 124 Betten im Jahr 2013 15.166 Übernachtungen (davon 9.086 Schulklassenübernachtungen) von insgesamt 4.379 Gästen verzeichnen und zählt damit zu den stärksten Schulklassenstandorten im nordwestlichen Niedersachsen. Im Durchschnitt machen Schulklassen rund 40 Prozent der Gäste der Jugendherbergen im Nordwesten aus, in Schillighörn sind es 55 bis 60 Prozent Etwa die Hälfte der Schulklassen kommen aus Nordrhein-Westfalen und sind Grundschulklassen. Für das Jahr 2014 rechnet das Deutsche Jugendherbergswerk mit rund 17.500 Übernachtungen, ab 2015 sollen es dann mit 188 Betten mehr als 20.000 Übernachtungen pro Jahr werden.