Tag 91 | Jungbrunnen

Tja, hmm, ich bin ehrlich gesagt etwas überrascht. Habe heute unaufgefordert einen Mitgliedsausweis zugeschickt bekommen. Nicht, dass ich mit dem Verein nichts am Hut hätte, im Gegenteil, ich finde ausgesprochen sympathisch, was die so machen. Aber ich war nie drin, nicht mal vor Jahrzehnten, als ich noch ein Landei war, und dass ich heute noch zur Zielgruppe gehöre, wundert mich doch. Aber man ist ja bekanntlich so jung wie man sich anfühlt. In dem Sinne: Seht mich ab sofort als Mitglied der Landjugend an!

Im Begleitbrief steht übrigens: "Hallo Helmut, wir freuen uns, Dir den Mitgliedsausweis der Niedersächsischen Landjugend für das kommende Jahr präsentieren zu können. Mit Deinem Mitgliedsausweis kannst Du Dich niedersachsenweit als Mitglied einer großen Landjugend-Gemeinschaft ausweisen und zahlreiche Vergünstigungen nutzen. (...) Wir würden uns freuen, Dich auf einer unserer nächsten Veranstaltungen zu sehen..."
Im Begleitbrief steht übrigens: „Hallo Helmut, wir freuen uns, Dir den Mitgliedsausweis der Niedersächsischen Landjugend für das kommende Jahr präsentieren zu können. Mit Deinem Mitgliedsausweis kannst Du Dich niedersachsenweit als Mitglied einer großen Landjugend-Gemeinschaft ausweisen und zahlreiche Vergünstigungen nutzen. (…) Wir würden uns freuen, Dich auf einer unserer nächsten Veranstaltungen zu sehen…“

Tag 88 | Kunst

Vater und Sohn – das kann ein spannungsgeladenes Verhältnis sein. Der eine will dies, der andere will das. So spannungsgeladen wie die Kunstwerke von Andreas Reiberg und Stephan Schmidt, die inzwischen an drei Standorten in Jever zu sehen sind, ist auch die Diskussion um diese Kunstwerke. Die einen finden sie schön, die anderen hässlich. Was will der Künstler mehr, als dass die Menschen sich mit ihren Arbeiten auseinandersetzen, statt achtlos vorbeizugehen? Das neue Werk des Grafiker-Bildhauer-Duos steht am Elisabethufer, direkt gegenüber der Brauerei.

Vater und Sohn. Skulptur von Andreas Reiberg und Stephan Schmidt. Jever, Elisabethufer, März 2014. Foto: Helmut Burlager
Vater und Sohn. Skulptur von Andreas Reiberg und Stephan Schmidt. Jever, Elisabethufer, März 2014.
Foto: Helmut Burlager

Tag 87 | Dienst ist Dienst

Fall jemanden interessiert, was ich den ganzen Tag so treibe. Musik hören zum Beispiel …

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Appell zur Neuausrichtung des Objektschutzregiments der Luftwaffe „Friesland“ am 28. März 2014 in Upjever.

Tag 87 | Radiotipp

Franz Radziwill (1895-1983) präsentierte die Natur und das Meer als geheimnisvolle Idylle, engagierte sich aber auch für den Schutz der Natur. Das Franz-Radziwill-Haus in Dangast und das Schlossmuseum in Jever würdigen den Maler und sein Lebenswerk vom 6. April bis 31. August in dem Ausstellungsprojekt „Die Halbinsel der Seligen – Franz Radziwill in der Natur“. Damit befasst sich am Dienstag, 1. April, in der Stunde ab 19 Uhr der „Kulturspiegel“ auf NDR 1 Niedersachsen. Livestream

Tag 77 | In der Kürze

An Telefonzellen (jüngere Leser wissen mit dem Begriff etwas anzufangen) stand früher (mein Gott, ich werde alt) der Hinweis „Fasse Dich kurz!“ Das war vor allem denen sympatisch, die in der Schlange darauf warteten, dass sie endlich an die Reihe kommen. In Zeiten des Mobiltelefons und der Flatrates labert jeder so lange und so viel er will. Für Schreiber gilt die Aufforderung „Fasse dich kurz“ ja im Grunde auch, wenngleich eher diejenigen berühmt geworden sind, die sich nicht daran gehalten haben, was jeder erinnert, der die „Glocke“ auswendig lernen oder die Buddenbrooks lesen musste. Journalisten aber plagen sich tagtäglich mit mangelndem Platz herum und müssen deshalb schon aus Eigeninteresse einen Weg finden, die Wörterdiarrhoe aufzuhalten. Eine Kollegin einer befreundeten Zeitung hat’s darin inzwischen zu wahrer Meisterschaft gebracht, sie schreibt – wenn auch privat und nicht für die Zeitung – seit einiger Zeit Haikus. Japanisches Versmaß. Drei Zeilen, siebzehn Silben. Konzentrierte Botschaft, alles drin. Vielleicht sollte ich sie abwerben. Würde ja mordsmäßig Honorar sparen, wenn man sie losschickte: „Berichte doch bitte für uns über die Ausstellungseröffnung im Schloss. Ach, übrigens, ein Haiku reicht!“

Susannas neues Buch mit Haikus: Hier

Tag 75 | Weltreise

GlobusVon England über die Türkei nach Amerika, und das mit dem Fahrrad, das geht nirgendwo anders als im Friesischen. Allerdings gibt es Ortsnamen, die zugleich Namen von Ländern oder gar Kontinenten sind, nicht nur auf der Ostfriesischen Halbinsel, sondern auch in anderen Regionen Deutschlands, wenn auch nicht so gehäuft. Die Zeit hat in ihrer Serie „Deutschlandkarte“ eine schöne Landkarte dazu veröffentlicht, die man sich glatt als Poster an die Wand hängen könnte. Hier geht’s zum Artikel und hier zur Karte.

Tag 66 | Im Gezeitentakt

Über eine etwas abenteuerlich wirkende Brückenkonstruktion passierte die Tidebahn die Deichlinie.  Foto: Archiv Manfred Terhardt
Über eine etwas abenteuerlich wirkende Brückenkonstruktion passierte die Tidebahn die Deichlinie.
Foto: Archiv Manfred Terhardt

Eine Bahnstrecke, deren Fahrplan sich nach Ebbe und Flut richtet – diese Besonderheit gaben die Deutsche Bahn AG und der Landkreis Friesland vor 25 Jahren freiwillig und voreilig auf. 1989 wurde die Linie Jever-Harle stillgelegt. Im vergangenen Jahr hätte sie ihr 125-jähriges Jubiläum feiern können. Aber sie „überlebte“ nur gerade mal 100 Jahre. Im vergangenen Jahr, zum 125-jährigen „Geburtstag“ der Bahnstrecke, hat Manfred Terhardt einen Beitrag über die Tidebahn und ihr Ende verfasst, den er dem Friesenblog zur Verfügung stellte. Nachzulesen ist er hier

Tag 62 | Was macht eigentlich…?

ICEDas war ein Ereignis im Sommer 2008, als ein Intercity Express (ICE) der Deutschen Bahn AG in den „Hauptbahnhof“ von Jever einfuhr und auf den Namen der Kleinstadt getauft wurde. Seitdem verkehren hier wieder nur die Züge der Nordwestbahn, die ja auch ganz schick, aber nicht so mondän sind. Bleibt die Frage: Was ist eigentlich aus dem Jever-ICE geworden? Er fährt. Und zwar auf der Strecke vom dänischen Århus nach Berlin Ostbahnhof (ICE 381), wie auf Bahnbilder.de dokumentiert ist. Wie es aussieht, geht’s dem Intercity „Jever“ gut. Schade nur, dass er nicht zwischen Wilhelmshaven und Berlin fährt.

Tag 52 | Fremdsprache

Das Buch bestellen: Hier klicken!
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Wer im Norden wohnt und ab und zu ein paar plattdeutsche Brocken in sein Reden einbaut, wird verstanden und wundert sich, wenn es woanders nicht funktioniert. Die nette Dame aus Süddeutschland, die sich mal kurz das Buch „Respekt“ mit Lebensgeschichten älterer Menschen aus dem Jeverland ausgeliehen hat, erzählt beim Mittagessen, sie habe schon etliche Geschichten gelesen, sie sei sehr beeindruckt. „Da oben wird ja anscheinend noch viel Plattdeutsch gesprochen“, sagt sie, jedenfalls sei sie an solchen kurzen Passagen im Buch hängengeblieben. „Verstanden“, gibt sie zu, „habe ich kein Wort.“

Tag 44 | Upjever

Der Fliegerhorst Upjever wird seit dem Sommer 2013 nicht mehr als Flugplatz genutzt und wird es wohl nie wieder werden. Was für eine Verschwendung von teuer bezahlter Infrastruktur, sagen die einen, denn schließlich wurde da eine vollständig intakte Start- und Landbahn samt Rollfeld aufgegeben. Was für eine Chance, sagen die anderen. Denn der Fliegerhorst war ja nicht immer da. In den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts im Zuge von Hitlers Rüstungspolitik in einem zusammenhängenden Waldgebiet angelegt und in den fünfziger Jahren für die Royal Air Force der Briten noch einmal drastisch erweitert, hat die Militärbasis über Jahrzehnte einen überregional zusammenhängenden Grünzug zerschnitten, sagt Helmut Wilbers, Sprecher der Initiative „Upjever-lieb-ich“. Er denkt, was viele noch nicht denken mögen: den teilweisen Rückbau der nun ohnehin stillgelegten Betonflächen Mehr lesen: Upjever-lieb-ich