Spijöök, das besondere Museum in Varel. Im Mai wird es wieder eröffnet.
Im Anblick von Schnee und Eis hier schon mal ein Ausblick aufs Frühjahr. Spijöök, das Kuriositätenmuseum am Vareler Hafen, macht am Sonnabend, 9. Mai, um 15 Uhr seine Türen für die Saison 2015 auf. Zum Auftakt gibt es wieder eine Erfinderbörse, bei der Kreative ihre neusten Produktionen – auch von umstrittener Sinnhaftigkeit – vorstellen können. Das Publikum diskutiert die Neuerungen. Die besten Erfindungen kommen ins Museum.
Die Besucher des besonderen Museums werden in die Welt der Mythen und Seemannslegenden entführt. Die Mischung aus Gegenständen lang vergessener Tage, Kuriositäten der seemännischen Fachwelt und Aktionstheater soll den Gästen das „Geschichtsgefühl der Küstenbewohner“ und deren Lebensweise näher bringen. Und jedes noch so unbedeutend erscheinende Fundstück lassen Geschichte und Geschichtchen lebendig werden. Das Skelett der berüchtigten RVAG´s (Ratten von außergewöhnlicher Größe) oder der einzige Piranha, der jemals im Vareler Hafen gefangen wurde, können bestaunt werden. Im Außenbereich sind ein U-Boot der Roten Armee sowie ein Hubschrauber zu besichtigen.
Das Projekt des Kulturfördervereins Kunstdünger hat in Zusammenarbeit mit der Aktionsgruppe „Menschenmüll“ dieses einmalige Erlebnismuseum zusammengestellt. Der Besuch des Kuriositätenmuseums muss sein, aber unbedingt mit Führung.
Öffnungszeiten von 9. Mai 2015 bis Mitte September. Sonnabends und sonntags von 15 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung. Führungen finden zu jeder vollen Stunde statt.
Das Gröschler-Haus – Zentrum für Jüdische Geschichte und Zeitgeschichte der Region – in Jever hat jetzt eine eigene Internet-Seite. Sie versteht sich als Informationsplattform über die Aktivitäten des Hauses, aber auch anderer zeitgeschichtlicher Anbieter der Region. Unter den Rubriken Archiv und Veranstaltungen finden sich Fotos, PDF-Dokumente, Video- und Audiodateien über die Zeitgeschichte. Zum Beispiel sind die Zeitzeugenberichte ehemaliger jüdische Bewohner Jevers, die 1984 Jever besuchten, im Audio-Archiv abrufbar oder der polnische Militärfim „Droga do Wilhelmshaven“ kann in deutscher Übersetzung angeschaut werden. Die gegenwärtig im GröschlerHaus präsentierte Ausstellung „Zur Geschichte der Juden Jevers“ kann jetzt auch im Netz studiert werden. Es handelt sich nach Angaben des Leiters der Einrichtung, Hartmut Peters, noch um eine Grundaustattung, die laufend erweitert werden soll.
Am Montag nach Heilige Drei Könige begeht Jever Jahr für Jahr ein besonderes Fest, so auch heute: Püttbier. Eigentlich immer eine ausgelassene Feier, stand es vor hundert Jahren unter schlechten Vorzeichen. Seit wenigen Monaten tobte der Weltkrieg. Mancher, der sonst mitgefeiert hätte, kämpfte stattdessen an der Front. So auch Walter Hildebrand. Er schrieb seinen Püttgenossen aus Anlass des Püttbiers 1915 einen anrührenden Brief, zugleich ein Dokument des Leids der Soldaten in jenem ersten Kriegswinter des 1. Weltkriegs, hier nachzulesen: „So Gott will werde ich nächstes Jahr wieder mitfeiern können“
Nach Stationen in Dänemark und Schleswig-Holstein ist die Wanderausstellung „Orgeln an der Nordsee – Kultur der Marschen“ nun auch im Bereich der Ev.-luth. Kirche in Oldenburg zu sehen: Vom 12. bis 17. Januar in der St. Lambertikirche in Oldenburg, vom 18. Januar bis zum 17. Februar in der Stadtkirche Delmenhorst und vom 18. Februar bis zum 15. März in der Sitxtus- und Sinicius-Kirche in Hohenkirchen, Wangerland.
Konrad Küster, Professor für Musikgeschichte an der Universität Freiburg, hat diese multimediale Ausstellung im Auftrag der Nordkirche und in Kooperation mit der Landeskirche Hannovers und der oldenburgischen Kirche entwickelt.
Die Orgelausstellung ist ein Meilenstein auf dem Weg zum Reformationsjubiläum 2017, denn die norddeutsche Musik hat das Luthertum geprägt. Die ansprechend illustrierten Bildtafeln, Tondokumente, Filme und Computerpräsentationen der interaktiven Ausstellung sind das Ergebnis einer 15-jährigen Forschungsarbeit. Sie zeigen die Schätze der einzigartigen und ältesten Orgellandschaft der Welt und erklären ihre Entstehung an der Nordseeküste.
Seit dem Spätmittelalter (16. Jhdt.) kamen die Marschbewohner durch Landwirtschaft und Handel mit den aufstrebenden Städten Nord- und Mitteleuropas zu Wohlstand. Neben dem Küstenschutz entwickelte sich in den Marschen eine zweite große Kulturleistung: sie statteten ihre zum Teil kleinen Dorfkirchen mit hochklassigen Orgeln aus. Kleinste Dörfer sind wegen ihrer großen, traditionsreichen Instrumente zu Weltruhm gelangt. Dies erzählt die Ausstellung quer durch die Jahrhunderte, durch die Geschichte von Orgelbau und -musik. Ein Großteil der berühmten Orgeln befindet sich in Kirchengebäuden, die zur Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg gehören.
In allen drei Kirchen ist die Ausstellung täglich von 11.00-18.00 Uhr zu sehen.
Die Getreuen von Jever feiern den Geburtstag des „Eisernen Kanzlers“ Fürst Otto von Bismarck in jedem Jahr am 1. April mit einem Kommers. In diesem Jahr gibt es ein besonderes Jubiläum: Der erste Reichskanzler des Deutschen Reiches, dessen Gründung er selbst vorangetrieben hatte, wurde nämlich vor genau 200 Jahren, am 1. April 1815, in Schönhausen an der Elbe (Sachsen-Anhalt) geboren. Der Stammtisch der Getreuen von Jever, der auf eine ebenfalls schon 143-jährige Tradition zurückblickt, plant aus Anlass des runden Geburtstages eine Reihe von Veranstaltungen.
Die Bismarck-Tradition in Jever rührt aus Geschenken, die die „Getreuen“ und der „Eiserne Kanzler“ sich gegenseitig machten. Alljährlich sandte der Stammtisch dem Politiker, der ein Genießer war, 101 Kiebitzeier. Bismarck revanchierte sich 1883 mit einem edlen Kiebitz-Pokal, der bis heute jährlich am Geburtstag des „Eisernen Kanzlers“ mit edlem Wein gefüllt die Runde macht.
Vor genau 100 Jahren wollten die Getreuen ihrem Idol am Ortseingang von Jever mit der „Bismarckwarte“ ein grandioses Denkmal setzen. Der Plan scheiterte am Ausbruch des Weltkrieges. Mehr dazu im Friesenblog: Heldenverehrung ist passé
Die aktuelle Besetzung von „Laway“ mit (v.l.n.r.): Keno Brandt, Tjado Ihmels, Petra Fuchs, Jörg Fröse, Jonas Rölleke und Gerd „Ballou“ Brandt. Foto: Artychoke.
Plattdeutsche Lieder und Friesen-Folk zum Winter mit der Folkgruppe „Laway“ – das gehört inzwischen unverzichtbar zur Zeit rund um den Jahreswechsel in den Kirchen auf der ostfriesischen Halbinsel. Und wie jedes Jahr seit 2003 gehen die friesischen Barden mit ihrer unverwechselbaren Mischung aus alten Weihnachtsliedern und rhythmischer Volksmusik bis Maria Lichmeß (2. Februar) wieder auf Tour. Handgemachte Folkmusik, wunderschöne Melodien, tiefgehende Songtexte, Lieder, die nichts Düsteres haben, nichts Resignatives und auch nichts Trauriges – im Gegenteil: In ihrer Grundstimmung vermitteln die meisten Songs Hoffnung, Stärke, Standhalten, den Blick nach vorn – und das ist eben das ganz Besondere an „Laway“. Die Konzertreihe startet 2015 bereits am ersten Januarwochenende mit Auftritten in Carolinensiel (2. Januar), Hage (3. Januar, Hesel (4. Januar) und Schortens (5. Januar).
Zur Stammbesetzung von „Laway“ gehören seit 1996 Petra Fuchs aus Schortens, Gerd Brandt aus Neustadtgödens und Jörg Fröse aus Neuwesteel. Die ebenso vielfältige wie abwechslungsreiche Auswahl an Instrumenten umfasst neben der akustischen Gitarre u.a. auch noch Handharmonika, Bouzouki, Cister, Geige, Mandoline, Lowwhistle Als neue Mitglieder hinzugekommen sind der Düsseldorfer Jonas Rölleke, der mit seinem wunderbaren Violinenspiel bereits bei den Störtebeker- Festspielen glänzen durfte, und Tjado Ihmels aus Upgant-Schoot am Schlagzeug. Die musikalische Leitung der Band hat Keno Brandt, der mit Piano, Keyboard und seinem tollen Bass-Bariton die Arrangements bereichert. „Laways“ Liebe zu irisch-schottischen Klängen ist dabei nicht zu überhören, aber die sechs Musikanten haben einen ganz eigenen Stil kreiert, den Sie selber als Friesenfolk-Rock bezeichnen.
Übersicht LAWAY-WINTERLEED-Tour im Januar 2015
Fr. 2.1. Carolinensiel 19.30 Uhr Deichkirche
Sa. 3.1. Hage 19.30 Uhr St Ansgari-Kirche
So. 4.1. Hesel 17.00 Uhr Ludgeri-Kirche
Mo. 5.1. Schortens 19.30 Uhr St. Stephanus-Kirche
Sa. 10.1. Düsseldorf 20.00 Uhr Maxhaus (Vvk. für 12,- im Maxhaus, Tel.: 0211 – 90 10 252)
So. 11.1. Ochtrup 17.00 Uhr Ev. luth. Kirche (Vorbestellungen über Tel.: 02553 – 983 77)
Fr. 16.1. Rellingen 20.00 Uhr Rellinger Kirche
Sa. 17.1. HH-Altengamme 19.30 Uhr Nicolai-Kirche
So. 18.1. Wittmund 17.00 Uhr Nicolaikirche
Fr. 23.1. Wiesmoor 19.30 Uhr Friedenskirche
Sa. 24.1. Zetel 19.30 Uhr St. Martinskirche
So. 25.1. Ostrhauderfehn 17.00 Uhr Ev. luth. Kirche (Konzert für die Gemeindestiftung)
Fr. 30.1. Westerstede 20.00 Uhr St. Petri Kirche
Sa. 31.1. Aurich 19.30 Uhr Lamberti-Kirche
So. 1.2. Wilhelmshaven 16.00 Uhr Neuender Kirche
Mo. 2.2. Emden 19.30 Uhr Gemeindehaus der Martin-Luther-Kirche
Ermäßigung gilt für Schüler, Studenten, Auszubildende, Behinderte, Bedürftige und Kleinstrentner
Tickets online über info@laway.de oder telefonisch unter 04422 – 986 001
Vorverkauf Buchhandlungen
Buchhandlung Plenter in Leer und Emden (Bücherstube am Rathaus),, Buchhandlung Müller in Varel und Bockhorn, Buchhandlung Lübben in Zetel, Bücher Cassens in Hage, Buchhandlung Am Wall in Aurich
VVK Zeitungen
Anzeiger für Harlingerland in Wittmund, Wiesmoor und Esens, Jeversches Wochenblatt in Jever und SKN-Info in Norden
VVK Kirchengemeinden
Kirchenbüro Neuende, Schortens, Ostrhauderfehn, Zetel, Ochtrup und Altengamme
VVK sonstige
Schreibwaren Grundei in Sande, Touristinfo in Wilhelmshaven und Westerstede, Schreibwaren van Ahlen in Hesel, Raiffeisenbank Idafehn-Strücklingen, Maxhaus Düsseldorf, Fotostudio Gaedigk in Rellingen
Am Rande des Weser-Elbe-Dreiecks liegt eine Insel, die den Vögeln gehört: Mellum. Neben den rund 40 Vogelarten, die hier leben, brüten oder für den Zug gen Süden ihre Kräfte sammeln, gibt es auf dem kleinen, unberührten Eiland nur einige Seehunde, Spitzmäuse und zeitweise ein paar Ornithologen. Seit 1921 steht die Insel unter besonderem Schutz. Betreten werden darf sie nur von Wissenschaftlern und im Rahmen seltener Exkursionen.
Es ist ein einsames Leben, das die Forscher hier führen. Aber die Vielfalt der Fauna und die Möglichkeit, die Entwicklung einer Insel zu erleben, die ganz den Kräften der Gezeiten überlassen ist, locken alljährlich neue Gesichter und alte Bekannte nach Mellum.
Eines dieser neuen Gesichter war im Juni 2013 Christoph Heilscher. Der Journalist und Naturliebhaber hat mehrere Wochen in der Vogelwarte Mellum verbracht und seine Erlebnisse auf der Insel in eindrucksvollen Bildern und stimmungsvollen Texten festgehalten. Entstanden ist eine lebendige Lese-Reise zur einsamen Insel „nebenan“.
Christoph Heilscher wurde 1958 geboren und leitet die Lokalredaktion der Kreiszeitung Wesermarsch in Nordenham. Außerdem ist er Autor diverser Bücher und verschiedener Beiträge zur Region zwischen Weser und Jade. Für Christoph Heilscher ist der Gesang der Feldlerche ein Stück Lebensqualität, der Lärm der großen Vogelkolonien auf Mellum Musik in seinen Ohren.
Christoph Heilscher: Mellum. Die einsame Insel nebenan. Carl Schünemann Verlag 2014, 128 farbige Seiten, Klappenbroschur, 12,90 Euro, ISBN 978-3-944552-21-7