Heute vor 160 Jahren zerstörte eine gewaltige Orkanflut das Inseldorf Wangerooge. Ein interessanter Beitrag darüber bei ndr.de
Kategorie: Friesland
Tag 364 | Laway

Plattdeutsche Lieder und Friesen-Folk zum Winter mit der Folkgruppe „Laway“ – das gehört inzwischen unverzichtbar zur Zeit rund um den Jahreswechsel in den Kirchen auf der ostfriesischen Halbinsel. Und wie jedes Jahr seit 2003 gehen die friesischen Barden mit ihrer unverwechselbaren Mischung aus alten Weihnachtsliedern und rhythmischer Volksmusik bis Maria Lichmeß (2. Februar) wieder auf Tour. Handgemachte Folkmusik, wunderschöne Melodien, tiefgehende Songtexte, Lieder, die nichts Düsteres haben, nichts Resignatives und auch nichts Trauriges – im Gegenteil: In ihrer Grundstimmung vermitteln die meisten Songs Hoffnung, Stärke, Standhalten, den Blick nach vorn – und das ist eben das ganz Besondere an „Laway“. Die Konzertreihe startet 2015 bereits am ersten Januarwochenende mit Auftritten in Carolinensiel (2. Januar), Hage (3. Januar, Hesel (4. Januar) und Schortens (5. Januar).
Zur Stammbesetzung von „Laway“ gehören seit 1996 Petra Fuchs aus Schortens, Gerd Brandt aus Neustadtgödens und Jörg Fröse aus Neuwesteel. Die ebenso vielfältige wie abwechslungsreiche Auswahl an Instrumenten umfasst neben der akustischen Gitarre u.a. auch noch Handharmonika, Bouzouki, Cister, Geige, Mandoline, Lowwhistle Als neue Mitglieder hinzugekommen sind der Düsseldorfer Jonas Rölleke, der mit seinem wunderbaren Violinenspiel bereits bei den Störtebeker- Festspielen glänzen durfte, und Tjado Ihmels aus Upgant-Schoot am Schlagzeug. Die musikalische Leitung der Band hat Keno Brandt, der mit Piano, Keyboard und seinem tollen Bass-Bariton die Arrangements bereichert. „Laways“ Liebe zu irisch-schottischen Klängen ist dabei nicht zu überhören, aber die sechs Musikanten haben einen ganz eigenen Stil kreiert, den Sie selber als Friesenfolk-Rock bezeichnen.
Übersicht LAWAY-WINTERLEED-Tour im Januar 2015
Fr. 2.1. Carolinensiel 19.30 Uhr Deichkirche
Sa. 3.1. Hage 19.30 Uhr St Ansgari-Kirche
So. 4.1. Hesel 17.00 Uhr Ludgeri-Kirche
Mo. 5.1. Schortens 19.30 Uhr St. Stephanus-Kirche
Sa. 10.1. Düsseldorf 20.00 Uhr Maxhaus (Vvk. für 12,- im Maxhaus, Tel.: 0211 – 90 10 252)
So. 11.1. Ochtrup 17.00 Uhr Ev. luth. Kirche (Vorbestellungen über Tel.: 02553 – 983 77)
Fr. 16.1. Rellingen 20.00 Uhr Rellinger Kirche
Sa. 17.1. HH-Altengamme 19.30 Uhr Nicolai-Kirche
So. 18.1. Wittmund 17.00 Uhr Nicolaikirche
Fr. 23.1. Wiesmoor 19.30 Uhr Friedenskirche
Sa. 24.1. Zetel 19.30 Uhr St. Martinskirche
So. 25.1. Ostrhauderfehn 17.00 Uhr Ev. luth. Kirche (Konzert für die Gemeindestiftung)
Fr. 30.1. Westerstede 20.00 Uhr St. Petri Kirche
Sa. 31.1. Aurich 19.30 Uhr Lamberti-Kirche
So. 1.2. Wilhelmshaven 16.00 Uhr Neuender Kirche
Mo. 2.2. Emden 19.30 Uhr Gemeindehaus der Martin-Luther-Kirche
Ticketpreise
Abendkasse 18,00 EUR (erm. 13,00 EUR), Vorverkauf 15,00 EUR (erm.10,00 EUR)
Ermäßigung gilt für Schüler, Studenten, Auszubildende, Behinderte, Bedürftige und Kleinstrentner
Tickets online über info@laway.de oder telefonisch unter 04422 – 986 001
Vorverkauf Buchhandlungen
Buchhandlung Plenter in Leer und Emden (Bücherstube am Rathaus),, Buchhandlung Müller in Varel und Bockhorn, Buchhandlung Lübben in Zetel, Bücher Cassens in Hage, Buchhandlung Am Wall in Aurich
VVK Zeitungen
Anzeiger für Harlingerland in Wittmund, Wiesmoor und Esens, Jeversches Wochenblatt in Jever und SKN-Info in Norden
VVK Kirchengemeinden
Kirchenbüro Neuende, Schortens, Ostrhauderfehn, Zetel, Ochtrup und Altengamme
VVK sonstige
Schreibwaren Grundei in Sande, Touristinfo in Wilhelmshaven und Westerstede, Schreibwaren van Ahlen in Hesel, Raiffeisenbank Idafehn-Strücklingen, Maxhaus Düsseldorf, Fotostudio Gaedigk in Rellingen
Tag 363 | Am Strand
Tag 333 | Mellum
Am Rande des Weser-Elbe-Dreiecks liegt eine Insel, die den Vögeln gehört: Mellum. Neben den rund 40 Vogelarten, die hier leben, brüten oder für den Zug gen Süden ihre Kräfte sammeln, gibt es auf dem kleinen, unberührten Eiland nur einige Seehunde, Spitzmäuse und zeitweise ein paar Ornithologen. Seit 1921 steht die Insel unter besonderem Schutz. Betreten werden darf sie nur von Wissenschaftlern und im Rahmen seltener Exkursionen.
Tag 330 | Berufung
Tag 325 | Heimat
Ein Almanach (mittelniederl. almanag aus mittellatein. almanachus = (astronomisches) Jahrbuch von der arabischen Wurzel منح manaḥa) ist eine periodische, meist einmal im Jahr erscheinende Schrift zu einem thematisch abgegrenzten Fachbereich. Der Duden unterscheidet zwischen einem (früheren) Gebrauch mit einem Kalender verbundene bebilderte Sammlung von Texten aus verschiedenen Sachgebieten wie der Belletristik, Theater, Mode, Reisen und ähnlichem sowie einem aus besonderem Anlass oder aus Werbegründen veröffentlichter Querschnitt aus der Jahresproduktion eines Verlages.
Das war Wikipedia. Ostfriesisches Almanach nennt sich im Untertitel der Harlinger Heimatkalender, und aus der Wikipedia-Definition darf man sich in diesem Fall herausgreifen, dass es sich um eine „mit einem Kalender verbundene bebilderte Sammlung von Texten aus verschiedenen Sachgebieten“ handelt. Im 66. Jahrgang erscheint das Kalendarium aus dem Brune-Mettcker-Verlag in Wittmund inzwischen. Und neben kalendarischen Informationen, die man nicht überall findet, zum Beispiel dass der 15. Oktober der Gedenktag der Hedwig von Schlesien ist, bietet der Heimatkalender wieder eine Vielzahl historischer Informationen. Karl-Heinz de Wall hat „Historische Notizen“ aus der Gemeinde Friedeburg beigesteuert, Gerd Rokahr schribt über Sinti und Roma in Esens, Ude Hangen über 250 Jahre Friedrichsgroden und Friedrichsschleuse. Ein kleines Porträt des ostfriesischen Politikers Jann Berghaus verfasste Martin Stolzenau. Axel Heinz erinnert an untergegangene Marschendöfer im Watt vor Bensersiel. Einen Kunstschatz in der Burg Edenserloog, nämlich einen Fayence-Kachelofen, beschreibt Ulrich Cramer. Rainer Hinrichs stellt das Neudorfer Grashaus bei Buttforde vor und Rolf Adert erzählt, wo das „Alte Tief“ durch Wittmund verlief. Detlef Kiesé, der den Kalender auch redigiert,hat über die fast vergessene Industrie der Muschelkalkwerke in Ostfriesland geforscht und beschreibt das Muschelkalkwerk in Esens. Der Erste Weltkrieg, der vor hundert Jahren den Kontinent erschütterte, hatte seine Auswirkungen bis in die einsamsten ostfriesischen Dörfer. Davon berichtet Rainer Hinrichs.
Ein besonderes Nachschlagwerk beschließt den Kalender. Von Landkreis, Städten und Gemeinden über Schulen, Kirchen und Gerichten bis zu Vereinen und Verbände im Harlingerland und darüber hinaus sind Namen, Anschriften, Telefonnummern und etliche weitere Informationen über die wichtigsten Institutionen der Region aufgelistet. Das erspart manche schwierige Suche in Telefonbuch, Adressbuch oder im Internet. Dass der Heimatkalender traditionell mit dem Trächtigkeitskalender endet, unterstreicht seine Bedeutung für eine sehr ländliche Region.
Der Kalender kostet 5,95 Euro, bestellen kann man ihn hier (zuzüglich 4 Euro Versandkosten). Es gibt ihn auch in den Geschäftsstellen des Anzeiger für Harlingerland und des Jeverschen Wochenblatts sowie im regionalen Buchhandel.
Tag 318 | Stiekelstrüük
„Stachelsträucher“ im Elisabeth-Anna-Palais
Ein Konzertabend mit Texten von Oswald Andrae im Foyer des Sozialgerichts
Am kommenden Sonnabend, 22.November, ab 20 Uhr stehen unter dem Motto „Stiekelstrüük – Stachelsträucher“ im Foyer des Elisabeth-Anna-Palais am Schlosswall 16 (Sozialgericht) in Oldenburg zwei Auftritte auf dem Programm, die sich auf sehr unterschiedliche Weise mit dem Werk des jeverschen Schriftstellers Oswald Andrae (1926-97) befassen.
Iko Andrae, der in Oldenburg lebende Sohn des Autores und seine Band haben 2009/10 im wunderschönen Foyer des Palais ihre CD „Stiekelstrüük“ aufgenommen, 19 auf Oswald-Andrae-Texte komponierte Songs. Die vier Musiker wollen ihr Werk nun fünf Jahre später am Ort der Aufnahme live aufführen. Iko Andrae wird dabei begleitet von seinen Kollegen Michael Jungblut an der Gitarre, Bahli Bahlmann an den Drums und Olaf Liebert am Bass.
Cor-a-Song ist ein gemischter Chor aus Oldenburg und hat beim Plattart-Festival 2013 im Oldenburgischen Staatstheater „De Fahn“ aufgeführt. „De Fahn“ ist ein kurzes Gedicht Oswald Andraes gegen den Fahnenkult und wurde 1973 vertont von Günther Maurischat. Cor-a-Song wird im Elisabeth-Anna-Palais dieses Chorstück noch einmal aufführen.

Oswald Andrae war ein über die Grenzen seiner Heimat bekannter und preisgekrönter Lyriker aus Jever. Zu Lebzeiten schon wurde er als Erneuerer der niederdeutschen Dichtkunst gefeiert, der diese in seinen Versen ab den 1960ern vom Verstaubten und oft Gestrigen befreite und sie in einen aktuellen und sehr wirklichkeitsnahen Kontext brachte. Viele seiner Texte wurden von niederdeutschen Folksängern in musikalische Form gebracht.
Die CD „Stiekelstrüük“ erschien 2010 beim Folklabel Artychoke und wurde schon bald in der Liederbestenliste des Vereins für deutschsprachige Musik e.V. als CD des Monats Januar 2011 ausgezeichnet. Das Album wurde überwiegend im Elisabeth-Anna-Palais aufgenommen. „Das große Foyer des Hauses bot sich wegen seiner fast sakralen Akustik als Aufnahmeort an. Das ganze Album war inspiriert durch das Cowboy-Junkies-Album „The Trinity Sessions“ von 1988,“ so Iko Andrae.
Am Tag nach dem Konzert im Foyer des Sozialgerichts wird Oswald Andrae ein weiteres Mal geehrt. Das Mariengymnasium in Jever wird einen Raum einweihen, der seinen Namen tragen und sich ganz dem vielseitigen Schaffen seines ehemaligen Schülers widmen soll.
Tag 295 |Sturmflut
Sturmflutgefahr an der Küste und auf den Inseln meldet der Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Wasserstände bis zu zwei Meter über dem normalen Hochwasser sind in der Nacht zum Mittwoch und am Mittwochmittag möglich. Das bedeutet Überflutungsgefahr für Strände, Vorländer und Hafenflächen. Unter www.nlwkn.niedersachsen.de können die Wasserstandsvorhersagen des Sturmflutwarndienstes sowie die Pegelstände abgerufen werden. Der NLWKN ist darauf vorbereitet, auch das Emssperrwerk in Gandersum zu schließen. Dies ist allerdings erst der Fall, wenn die Prognosen von deutlich mehr als zwei Meter über dem mittleren Tidehochwasser ausgehen.
Die Mitarbeiter des NLWKN auf den ostfriesischen Inseln sind ebenfalls auf die angekündigte Sturmflut vorbereitet. Auf Spiekeroog wird beispielsweise das Pferdebahnschart schon heute geschlossen, normalerweise ist das erst am 1. November der Fall. Auf Norderney wurden die großen Deckwerkscharte (Milchbar und Moltkestraße) zur Vorbereitung auf die Sturmflutsaison ohnehin schon teilverschlossen, ebenso das Schart auf Baltrum beim Strandhotel Wietjes.
Die Wasserstände werden nicht so hoch auflaufen wie Anfang Dezember des vergangenen Jahres, als Orkantief „Xaver“ wütete. Das ausgedehnte Tiefdruckgebiet führte um den Nikolaustag herum zu einer Kette von vier Sturmfluten, wobei die in der Nacht zum Nikolaustag hinsichtlich der eingetretenen Wasserstände zu einer der schwersten Sturmfluten der vergangenen einhundert Jahre an der Niedersächsischen Küste zählt. Am Pegel Norderney wurde ein Wasserstand von 2,83 Meter über dem mittleren Tidehochwasser ermittelt, lediglich die Sturmflut von 1962 wies in diesem Zeitraum einen noch höheren Wind-stau auf. Im Bereich der Ems lagen die Wasserstände sogar über denen von 1962, jedoch unter denen der Sturmflut vom November 2006. An der Weser- und Elbemündung blieb der Wasserstand unter den Marken von 1962 und auch 1976. Aufbauend auf den Prognosen des Deutschen Wetterdienstes hatte der Sturmflutwarndienst des NLWKN die zu erwartenden Wasserstände zutreffend voraus berechnet und frühzeitig vor dieser sehr schweren Sturmflut gewarnt.
Klassifizierung der Sturmfluten
- Leichte Sturmflut: Von 0,93 bis 2,01 m über dem normalen Tidehochwasser am Pegel Norderney.
- Schwere Sturmflut Von 2,01 bis 2,75 über dem normalen Tidehochwasser am Pegel Norderney.
- Sehr schwere Sturmflut: Mehr als 2,75 m über dem normalen Tidehochwasser am Pegel Norderney.
Tag 292 | Vertrauen
Unbewacht liegen seit heute Mittag 500 Euro auf dem Alten Markt in Jever herum. In 50.000 Ein-Cent-Stücken, die in Form von neun Buchstaben zusammengelegt worden sind:
V E R T R A U E N
Nach einer Stunde hatte sich die Summe bereits deutlich erhöht, denn viele Eröffnungsgäste der Kunstaktion der Fresenia-Loge zu Jever und des Künstlers Ralf Kopp aus Darmstadt legten größere Münzen dazu oder tauschten sie gegen die blanken Cent-Stücke. Aber was, wenn keine Zuschauer mehr herumstehen, siegt dann die Gier über das Vertrauen? Eine Videokamera wird das dokumentieren, ohne potenzielle Diebe bloßzustellen. Eine Woche lang soll das Geld auf dem Marktplatz liegen – wenn es denn nicht vorher weg ist. Die Fresenia Loge ist zuversichtlich, dass Jever sich als ehrliche Stadt erweist.
Eröffnet wurde die Aktion durch Bürgermeister Jan Edo Albers. Der hat sie dann selbst auf Facebook dokumentiert.
P.S.: Die Sache mit dem Vertrauen hat sich dann übrigens in weniger als 24 Stunden erledigt. In der Nacht zum Sonntag haben Unbekannte das Kunstwerk verwüstet und einen Teil des Geldes gestohlen.
Tag 291 | Braun
Manchmal hat man ja so ein Gefühl…
Wenn einmal im Jahr die Einladung zur „Sonnenwendfeier“ in Conneforde in der Redaktion eintrudelt, schmeiße ich sie in den Papierkorb. Nicht weil der Text, den ein Heimatverein schickt, wirklich anstößig wäre oder ich die Leute kennen würde, die so etwas veranstalten. Aber die Anmutung des Flugblatts – das Logo, die Frakturschrift, das Programm, die Heimattümelei, die Berufung auf die überlieferten Bräuche der Germanen und Kelten – ist: irgendwie braun, irgendwie völkisch, irgendwie nazi. Vielleicht tue ich den Veranstaltern damit unrecht, ich war noch nie zur Sonnenwende in Conneforde.
In Conneforde gibt es auch einen Friedhof, eine sogenannte Ahnenstätte. Und die lässt ahnen, dass der Ort im nördlichen Ammerland, hart an der Kreisgrenze zu Friesland, eine beträchtliche Anziehungskraft auf Leute ausübt, deren Kirchenferne und Atheismus aus einer Zeit rührt, die am Ende doch nicht ganz tausend Jahre gedauert hat. Über die „Letzte Ruhe für alte Nazis“ berichtete jetzt Radio Bremen. Dem Image des Dorfes ist es nicht wirklich zuträglich.
Ich glaub‘, ich schmeiß die Einladungen zu den Sonnenwendfeiern auch in Zukunft weg. Und mögen die Heimatfreunde dort noch so harmlos Volkslieder singen und Feuerräder rollen…


