Mein kleines Problem bei Facebook

Nur mal so zur Klarstellung: Wenn ich auf der Facebook-Seite eines Bürgermeisterkandidaten „gefällt mir“ klicke und die beiden anderen Kandidaten zu meinen „Freunden“ zähle, dann zeigt sich mal wieder, wie beschränkt FB in seinen Möglichkeiten ist. Bei google+ kann ich diesen Personen die Eigenschaften: Freunde, Familie, Bekannte, Kollegen, „Nur folgen“ und noch unzählige selbst kreierte Kategorien zuordnen, ohne dass der Betroffene oder Außenstehende erfahren, wie ich denjenigen oder diejenige einsortiert habe und persönlich zu ihm oder ihr stehe. Macht das jemand mit mir, erfahre ich nur, dass ich zu den „Kreisen“ desjenigen oder derjenigen gehöre, aber nicht, ob ich sein Freund bin oder er mich vielleicht unter seiner Rubrik „Pfeifen“ einsortiert hat.

Auf Twitter ist man einfach „Follower“ oder wird gefolgt (oder verfolgt?). Das ist jedenfalls neutral. Will ich auf Facebook jemandem folgen, was mir bei den Bürgermeisterkandidaten im bevorstehenden spannenden Wahlkampf in Jever natürlich wichtig ist, muss ich ihn zum „Freund“ machen oder „gefällt mir“ klicken, obwohl ich der Welt gar nicht zeigen will, ob mir einer der (bislang) drei überhaupt gefällt oder einer von ihnen zu meinen Freunden zählt. Was übrigens nicht der Fall ist. Und wer mir gefällt, das verrate ich am 22. September – meinem Stimmzettel!

„Respekt“ – Lebensgeschichten sind zu einem Stück Zeitgeschichte geworden

Buchvorstellung und Ausstellungseröffnung vor großem Publikum in Jever
DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters (v. l.) erhält von den Mitgliedern der Fresenia-Loge zu Jever, Jan-Edo Albers und JörgReents, einen Probedruck des Porträtbandes. Foto: Christoph Hinz, Copyright: Jeversches Wodhenblatt
DRK-Präsident Dr. Rudolf Seiters (v. l.) erhält von den Mitgliedern der Fresenia-Loge zu Jever, Jan-Edo Albers und Jörg Reents, einen Probedruck des Porträtbandes. Foto: Christoph Hinz, Copyright: Jeversches Wochenblatt

Jever – Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Bundesinnenminister a.D. Rudolf Seiters, hat dem Zeitungs-, Buch- und Ausstellungsprojekt „Respekt“  größten Respekt gezollt. Als Festredner war der prominente Emsländer am Freitag, 15. März, zu der Abschlussveranstaltung gekommen, in der das Buch zur Serie vorgestellt wurde. Im vergangenen Jahr waren im Jeverschen Wochenblatt 52 Folgen mit Porträts alter Menschen aus dem Jeverland erschienen. Die Texte und Bilder liegen nun zusammengefasst in einem Buch vor, das demnächst in den Verkauf geht, und in dieser Woche beginnt eine Ausstellung mit mehr als 50 Fotografien der Fotografin Sigrid Kasdorf. Die Porträtbilder werden in jeverschen Geschäften gezeigt.

Rudolf Seiters lobte ebenso wie die stellvertretende Landrätin des Kreises Friesland, Marianne Kaiser-Fuchs, das Engagement der an dem Projekt Beteiligten. Das waren neben dem Jeverschen Wochenblatt die Fresenia-Loge zu Jever, die nicht nur die Idee eingebracht, sondern auch die gesamte Organisation des Projekts übernommen hat, und der Landkreis Friesland, dessen Seniorenbeauftragte Nantke Ihnen aktiv daran mitarbeitete, und der das Buch und die Ausstellung mitfinanziert.

Für die Senioren, die in der Reihe porträtiert wurden, würdigte Hans-Georg Drescher aus Schortens die Arbeit des Autorenteams, das ein „Geschichtsbuch“ geschaffen habe. Lebensgeschichten seien hier zu einem Stück Zeitgeschichte geworden.

Hier die Rede von Hans-Georg Drescher im Wortlaut:

Wir waren damit beschäftigt zu überleben 

 

 

Strategien gegen den Papierkorb oder: Wie Sie Medien richtig ansprechen

Sie sind für die Pressearbeit eines Vereins, einer Firma verantwortlich? Sie sollen zum Pressesprecher ernannt oder gewählt werden und hatten noch nie mit Zeitungen zu tun? Sie haben Probleme mit der örtlichen Redaktion? Vielleicht kann Ihnen dieser Vortrag weiterhelfen, den ich bei verschiedenen Vereinen und Clubs gehalten habe. Er gilt nicht für jedes Medium, vermittelt aber in einfachen Statements ganz allgemeine Erfahrungen über das Zusammenspiel gerade von Vereinen, Verbänden und Firmen mit Lokalredaktionen. Hier geht es weiter:

Wie Sie die Medien richtig ansprechen 

 

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„Respekt“ geht in eine neue Phase: Buch und Ausstellung mit Porträts alter Menschen aus dem Jeverland

Titel des Buches "Respekt", das am 15. März vorgestellt wird. Die Autoren Brigitte Meiners, Cornelia Lüers, Helmut Burlager und Christoph Hinz sowie die Fotografin Sigrid Kasdorf  stellen darin 53 Menschen aus dem Jeverland vor, die 75 Jahre und älter sind.
Titel des Buches „Respekt“, das am 15. März vorgestellt wird. Die Autoren Brigitte Meiners, Cornelia Lüers, Helmut Burlager und Christoph Hinz sowie die Fotografin Sigrid Kasdorf stellen darin 53 Menschen aus dem Jeverland vor, die 75 Jahre und älter sind.

Jever – Zehn Wochen nach Abschluss der Zeitungsserie „Respekt – Porträts von alten Menschen aus dem Jeverland“, in der die Lebensleistung von 53 Senioren gewürdigt wurde, geht das Projekt in eine neue Phase. In der kommenden Woche wird das Buch zur Serie vorgestellt, in der übernächsten Woche startet in Jever eine große Bilderausstellung mit großformatigen Fotoporträts der 53 „Respekt“-Kandidaten.

Sichtbarer Auftakt dieser Fortsetzung des „Respekt“-Projekts, das die Fresenia-Loge in Zusammenarbeit mit dem Jeverschen Wochenblatt und der Koordinierungsstelle „Älter werden“ des Landkreises Friesland seit mehr als eineinhalb Jahren vorangetrieben hat, wird ein Großformat-Banner mit dem Titelbild des neuen Buches sein. Das zwei mal drei Meter große Poster wird an diesem Sonnabend am Gebäude der „Spiel-Welt“ am Alten Markt aufgehängt. Es weist auf die Ausstellung hin, die vom 18. März an für einen Monat in zahlreichen jeverschen Geschäften zu sehen sein wird. Die mehr als 50 Porträtaufnahmen, die die Fotografin Sigrid Kasdorf im Laufe eines Jahres von Menschen ab 75 gemacht hat, werden als großformatige Abzüge, versehen mit Sinnsprüchen, in den Ladenräumen präsentiert.

Am kommenden Freitag wird dann das Buch „Respekt“ vorgestellt, das die Bilder und Texte der Serie  zusammenfasst. An der Präsentation des Werkes im „Schützenhof“ nehmen fast alle der Porträtierten teil. Als Ehrengast und Festredner hat der Präsident der Deutschen Roten Kreuzes, Bundesminister a.D. Dr. Rudolf Seiters, zugesagt.

Der Papst, der Rücktritt, der Tod und ich

Von Helmut Burlager

Ich persönlich finde es ja sympathisch, wenn ein Papst zurücktritt statt zu sterben. Obwohl mir der Tod von Päpsten beruflich mehr Vorteile verschafft hat, als es ein Rücktritt je könnte. So ein Rücktritt wie der von unserem Papst Benedikt ist schnell in der Welt, vom Vatikan bekanntgegeben, von den Agenturen verkündet, von Millionen per Twitter und Facebook kommentiert, noch bevor der Papst sich zum Mittagsschlaf gelegt hat. Keine Chance auf Exklusivität.

Das war 1978 ganz anders, als ich Jungredakteur beim Jeverschen Wochenblatt war, einer Tageszeitung, die damals noch mittags erschien. Redaktionsschluss war gegen zwölf Uhr, und da die beiden Mitbewerber als Morgenblätter herauskamen, eröffnete die ungewöhnliche Andruckzeit die Möglichkeit, aktuelle Ereignisse aus der Nacht und vom Morgen exklusiv und blitzschnell zu drucken.

Zu den Aufgaben des jüngsten Redakteurs gehörte es, den dpa-Ticker abzureißen, also die Endlosfahne von aktuellen Nachrichten in handliche Stücke zu zerschnippeln und dem Chefredakteur vorzulegen. Am 6. August 1978 stand ich also, den Schlaf noch in den Augen, früh morgens am Fernschreiber und hörte plötzlich die Alarmklingel für Eilmeldungen schellen. Die Schriftfarbe des Nachrichtenstranges wechselte von schwarz auf rot, und die Agentur meldete, der Papst sei gestorben. Mittags konnten unser Blatt exklusiv und mit einem Archivbild verkünden, dass Paul der Sechste das Zeitliche gesegnet habe. Die Welt war erschüttert, Jevers katholischer Pastor samt seiner Schäfchen tief traurig, wir aber freuten uns über den Scoop.

Es war nur wenige Wochen später, wieder früh morgens, wieder Dienst am Ticker, der einschläfernd vor sich hin ratterte, als erneut die Alarmglocke klingelte. „Eil + Eil + Eil + Papst Johannes Paul I. gestorben“. Nun funktionierten Fernschreiber damals so, dass Meldungen auf Lochstreifen geschrieben wurden, die Lochstreifen wurden in einen Lochstreifenleser gelegt, der aus der Abfolge gestanzter Löcher elektrische Signale machte und sie an die Fernschreiber auf der anderen Seite der Leitung schickte. Da konnte schon mal vorkommen, dass ein ebenfalls müder Agenturjournalist den falschen Lochstreifen griff und veraltete Nachrichten verbreitete. Meist folgte kurz darauf ein Rückruf. Der erste Verdacht bei dieser unwahrscheinlichen Meldung lautete also: Versehen bei der Agentur. Der zweite Impuls war, das Radio einzuschalten und Nachrichten zu hören. Der dritte Gedanke: Wenn das stimmt, wo kriegen wir ein Foto her? Der Papst war so frisch im Amt, dass das Archiv der Lokalzeitung überhaupt nichts hergab.

Die Agentur bestätigte den Tod des 33-Tage-Papstes nach wenigen Minuten, die Recherche für einen schnell geschriebenen Nachruf war kein Problem – wir hatten ja gerade erst über die Wahl und Amtseinführung des neuen Papstes berichtet. Aber das Foto…

Gegen 8 Uhr morgens traute ich mich, beim örtlichen katholischen Pfarrer anzurufen. „Herr Pastor Westendorf, Sie haben sicher schon gehört, dass der Papst gestorben ist …“. Der Pfarrer reagierte etwas unwirsch auf die morgendliche Störung. „Das ist sechs Wochen her, und da rufen Sie mich jetzt an?“ „Nein, Herr Westendorf, es tut mir Leid, es geht nicht um den alten, Papst, der neue ist heute Nacht gestorben.“ Man hätte die Todesnachricht zugegebenermaßen gefühlvoller überbringen können. Eine halbe Stunde später fand ich im Pfarrhaus einen am Boden zerstörten Priester vor, der aber in der Zwischenzeit eine katholische Zeitschrift herausgesucht hatte, deren Titelbild den neuen, nun auch schon wieder toten Papst zeigte. Dankbar nahm ich das Heft an mich, hastete damit ins Verlagshaus, die Treppe hinauf in die Setzerei, wo der Techniker das Bild auf den Klischografen spannte, um eine Druckvorlage herzustellen. Mittags meldete das Wochenblatt exklusiv den Tod des Papstes. Twitter und Facebook gab’s noch nicht. Dafür gibt’s heute keine Mittagszeitungen mehr.

Leserdank

Wahlabend in Niedersachsen, die Redaktion hat bis kurz vor Mitternacht unter Hochdruck gearbeitet, es war wieder mal super-hektisch. Kurz vor Schluss noch schnell ein paar Beiträge ins Internet gestellt, als kostenlosen Service für Abonnenten und Nicht-Abonnenten. Da flutscht ein Artikel durch, der in Eile heruntergeschrieben und noch nicht korrigiert ist, steht über Nacht im Netz. Morgens kommt man müde, doch ziemlich zufrieden an den Schreibtisch. Wahlabende sind anstrengend, aber spannend, und wenn man dann noch alle Ergebnisse einigermaßen fehlerfrei ins Blatt gebracht hat …

Das erste, was ich lese, ist ein Kommentar eines angeblichen „Kollegen“ unter dem unkorrigierten Online-Artikel. Der Mann belohnt die ganze Mühe des Vorabends mit dem Satz: „liebe redaktion, auch wenn die wahlen sich erst sehr spät entschieden haben: achtet doch bitte etwas auf eure sprache.“

Vielen Dank, das brauchten wir jetzt!

Reicht

Da gibt es einen ziemlich klaren Grundsatz: Anonyme Briefe und Mails an Zeitungsredaktionen wandern in den Papierkorb. Man kann keine Meinung veröffentlichen, zu der der Einsender nicht mal mit seinem Namen stehen mag. Es kommen viele solcher Briefe an. Mal sind sie einfach nur nicht unterschrieben, mal unterzeichnet von Herrn „Ein empörter Bürger“, mal ist der Name des Absenders ausgedacht, die Adresse erfunden. Manchmal muss der Redakteur zweimal hinschauen. Der Wutbrief, den neulich  jemand per E-Mail schickte, war unterschrieben von: S. Reicht.

LiquidFriesland: 500. Zugangscode verschickt

Jever – Sein Brief war der fünfhundertste: Harro Freese aus Jever hat den 500. Zugangscode zu LiquidFriesland bekommen. Nach dem Start der Plattform für Online-Bürgerbeteiligung im November sind bereits die ersten Initiativen erfolgreich abgestimmt.
Themen wie  Abfallentsorgung, Gülle, Ausbildungsmöglichkeiten und Strandeintritt werden in den kommenden Monaten die Ausschüsse des Kreistages beschäftigen – denn der hat 2012 den für LiquidFriesland entscheidenden Automatismus beschlossen: Wer mit seiner Idee die Abstimmung in der Online-Plattform gewinnt, setzt diese Idee auf jeden Fall auf die Tagesordnung des zuständigen Ausschusses.

Druck

Auch andersherum funktioniert LiquidFriesland: Vorhaben und Ideen der Kreisverwaltung stehen genauso zur Abstimmung bereit. So wird sich der nächste Ausschuss für Mobilität im März damit befassen, ob die Termine und Standorte der mobilen „Blitzer“ nicht mehr veröffentlicht werden sollen – dafür hatte sich eine knappe Mehrheit derjenigen ausgesprochen, die online abgestimmt haben.

Für die Zukunft ist geplant, die Nutzer zusätzlich auch per Mail über bestimmte Funktionen und Abläufe zu informieren, „weil ja klar ist, dass in so einer Übungsphase erst einmal jeder ausprobieren muss, welche Möglichkeiten LiquidFriesland ihm bietet“, so Ambrosy. So seien vergleichsweise viele Nutzerinnen und Nutzer im Diskussionsprozess aktiv gewesen, weniger hätten sich dagegen an den abschließenden Abstimmungen beteiligt. Ambrosy erklärte, die Kreisverwaltung habe jetzt wie angekündigt eine Seite auf www.friesland.de  eingerichtet (in „Schnell gefunden“), über die jedermann verfolgen könne, was aus den Ergebnissen der Online-Abstimmungen in der Kreispolitik würde.

„LiquidFriesland hat uns schon jetzt bereichert, wir konnten ein einmaliges Experiment in Sachen Bürgerbeteiligung starten und sind gespannt, wie es weitergeht“, so Ambrosy.

Link zur Plattform: www.liquid-friesland.de

Quelle: Landkreis Friesland

Wolfgang Menge ist tot

Karl-Heinz Wocker, Marianne Koch und Wolfgang Menge in der Talkshow „3nach9“. Damals ging es noch richtig zur Sache, es wurde gestritten, geraucht und getrunken. Foto (c): Radio Bremen

Da war noch was los im Deutschen Fernsehen: Karl-Heinz Wocker, Marianne Koch und Wolfgang Menge in der Talkshow „3nach9“. Das war ein anderes Kaliber als die flauschigen und politisch korrekten Sofarunden heute. Am Donnerstag teilte Radio Bremen mit, dass der Fernsehautor und Mitbegründer der Talkshow „3nach9“ Wolfgang Menge, gestorben ist. Er hatte 1974 die Sendung mit aus der Taufe gehoben und acht Jahre lang moderiert. Nach Auskunft eines Angehörigen starb Menge am Mittwoch, 17. Oktober, im Kreis seiner Familie. Menge wurde 88 Jahre alt.

Radio Bremen-Intendant Jan Metzger würdigte Menge als eine prägende Persönlichkeit des deutschen Fernsehens: „Er war ein Autor und Moderator, der für das Fernsehen handwerkliche und moralische Maßstäbe gesetzt hat. Er hat das Publikum ernst genommen und gefordert. Bei ihm durfte man mitdenken und wurde gleichzeitig auch noch gut unterhalten. Auch wie er unsere kleine Talkshow moderiert hat, war große Kunst.“

„3nach9“ war 1974 die erste Talkshow ihrer Art im deutschen Fernsehen. Gemeinsam mit Marianne Koch und Gert von Paczensky, später Karl-Heinz Wocker, moderierte Menge 3nach9 – „drei Moderatoren um kurz nach 9“ –, hatte großen Erfolg und fand viele Nachahmer. Es war die wilde Zeit der Talkshows: Es wurde geraucht, getrunken und mit großer Leidenschaft gestritten. Unvergesslich sind vielen Zuschauern Menges originelle und manchmal lakonisch gestellten Fragen an die Studiogäste und sein staubtrockener Humor.

Menge absolvierte nach dem Zweiten Weltkrieg ein Volontariat beim German News Service, aus dem später die Deutsche Presse Agentur wurde. Nach Stationen als Assistenz-Korrespondent in London und Reporter beim Hamburger Abendblatt ging er für Die Welt nach Asien. Schon in dieser Zeit arbeitete Menge auch für Radio und Fernsehen. Unter anderem stammten die Drehbücher von „Strafbataillon 999“ und „Polizeirevier Davidswache“ aus seiner Feder. Einer seiner größten Erfolge war das visionäre Fernsehereignis „Das Millionenspiel“ und die Satire „Ein Herz und eine Seele“, die in den siebziger Jahren lief. Immer wieder gelang es ihm, mit satirischem Blick Politik beziehungsweise das politische Geschehen medial aufzuarbeiten – so auch mit der Serie „Motzki“. Für diese Leistung erhielt er unter anderem den Ernst-Reuter-Preis, den Grimme-Preis, den Ernst-Schneider-Preis, den Bambi und 2002 den Deutschen Fernsehpreis für sein Lebenswerk.

In einem Nachruf auf seinen 3nach9-Moderatorenkollegen Karl-Heinz Wocker schrieb Menge einmal: „Man bleibt zurück, ist häufig betrübt, wenn man an die Verstorbenen denkt. Bei einigen jedoch stimmt die Abwesenheit nicht lediglich melancholisch. Sie fehlen. Ein paar Tote hinterlassen Lücken, die nie mehr geschlossen werden können.“ Zu diesen Menschen gehört für Radio Bremen auch Wolfgang Menge.

Sein größter Erfolg war übrigens nicht „3nach9“, sondern ohne Zweifel wohl „Ein Herz und eine Seele“. Die Figur von „Ekel Alfred“ bleibt unsterblich.

Quelle: Radio Bremen