Tag 358 | Vor dem Fest

DSC_0130Die Heiligabendausgabe ist so gut wie fertig. Vierzehn Lokalseiten. Die produziert man heute in einer Tageszeitungsredaktion für jede normale Samstagsausgabe. Was früher bei unserem kleinen Blättchen, dem Jeverschen Wochenblatt, schon wegen ihres besonderen Umfangs eine „Heiligabendausgabe“ war, das kriegen die Leserinnen und Leser inzwischen jede Woche sonnabends geliefert. Und an normalen Werktagen auch nicht viel weniger. Die Zeiten sind eben schwieriger, die Leser anspruchsvoller, die Konkurrenz ist härter geworden.

Mehr als 14 Lokalseiten lassen sich auch am 24. Dezember beim besten Willen nicht machen, das gibt die Rotation gar nicht her, und die Anzeigenabteilung auch nicht.

Und doch ist es Jahr für Jahr wieder etwas Besonderes, an der Heiligabendausgabe zu arbeiten. Denn die Redaktion und die Autoren geben sich ganz von selbst besondere Mühe, ein „dickes Lesepaket für Weihnachten“ zu liefern, wie es ein Kollege hier im Hause immer etwas blumig formuliert.

So gibt es auch morgen wieder schöne Lesegeschichten über Menschen, die Besonderes leisten oder geleistet haben oder die auf bemerkenswerte Lebensgeschichten zurückblicken können. Von einer Frau, die am MS erkrankt ist, von einem älteren Herrn, der sich die schlohweißen Haare wachsen ließ und jetzt auf Mittelalter-Festen als „Gandalf, der Zauberer“ auftritt, von einem Museumsleiter, der sich eigentlich nicht gerne mit Vergangenheit, sondern lieber mit Zukunft beschäftigt. Lauter lesenswerte Sachen. Ich freu mich selbst schon auf die Ausgabe. Obwohl ich das meiste schon Korrektur gelesen habe. Euch allen jedenfalls eine vergnügliche Zeitungslektüre, egal welche Zeitung Ihr morgen früh vor Euch liegen habt. Und dann ein frohes Weihnachtsfest!

Tag 357 | Nordsee

PF2_Neues_Magazin_"die_nordsee"_und_neuer_Faltplan_"Draußen_an_der_Nordsee_(Hochformat)Die Marketingorganisation Die Nordsee GmbH gibt einen neuen Faltplan für die Ostfriesischen Inseln und die niedersächsische Nordseeküste heraus. Die kleine Orientierungshilfe für die Hosentasche soll vor allem den Freunden der mobilen Ferienunterkunft (Camper/Wohnmobilisten) und jenen Urlaubern einen Mehrwert bieten, die die Nordsee am liebsten ganz aktiv an der frischen Luft genießen.

Unter dem Titel „Draußen an der Nordsee“ zeigt der neue Faltplan nahezu alle Camping- und Wohnmobilstellplätze entlang der niedersächsischen Nordsee. Darüber hinaus enthält der Plan konkrete Tipps zu den Themen Wassersport, Watt- und Gästeführungen, Fahrradfahren und Schiffsausflüge. Nicht nur für die Regentage eignen sich die Tipps zu den Museen und Nationalpark-Häusern. Einrichtungen wie die Seehundstation in Norden-Norddeich oder das Historische Museum in Bremerhaven zeigen viel über das Leben am und mit dem Meer, aus ganz unterschiedlichen Perspektiven und Zeiten.

Aktuelles und Wissenswertes rund um die niedersächsische Nordseeküste und die sieben Ostfriesischen Inseln gibt es im Magazin „die nordsee“. Neben Informationen über alle Orte und Inseln enthält das Magazin auch spannende Artikel über das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer, das Thema Thalasso und die Vorzüge der stürmischen See. Das Magazin kann kostenlos über die Seite www.die-nordsee.de/magazin oder telefonisch unter 04421-9560991 bestellt werden.

Tag 356 | Fata Morgana

Zum wiederholten Male berichtet die „Welt am Sonntag“ heute von einem angeblichen Ableger der Pegida in Ostfriesland. Dabei gibt es bislang keinen stichhaltigen Hinweis auf die tatsächliche Existenz einer solchen Gruppe. In einem sehr interessanten Interview mit Ex-Innenminister und DRK-Präsident Rudolf Seiters stellt der Interviewer während eines Spaziergangs am Emsdeich bei Papenburg die Frage: „Befürchten Sie, dass mit Pegida die rechte Gewalt zurückkommen könnte? Es gibt ja sogar eine ostfriesische Splittergruppe, die ‚Ogida‘.“ Seiters geht auf diesen Hinweis auf Ogida nicht ein. Recherchen in den vergangene Wochen von Martin Wein und Ole Cordsen und haben jedoch widerlegt oder zumindest ernsthafte Zweifel geweckt, dass eine solche Gruppe überhaupt existiert. Siehe Berichterstattung im Weser-Kurier oder Ostfriesen-Zeitung. Eine Fata Morgana sei „Ogida“. Allerdings versucht inzwischen die NPD in Ostfriesland auf den Pegida-Zug aufzuspringen, siehe hier.

Dazu passt dann der Artikel von Susanne Gaschke (das ist die Journalistin, die Oberbürgermeisterin von Kiel war) über die Edathy-Affäre, ebenfalls in der heutigen Ausgabe. Ein kluger Beitrag, in dem sie auch die Medien kritisiert: „… hat Edathy zwar absolut recht, es wird zu viel geschlampt und falsch abgeschrieben in der täglichen Eiltempo-Berichterstattung.“

Wohl wahr. Möge die WamS bei sich selbst anfangen, es besser zu machen.

(Der Beitrag wurde zuerst auf Schreibkram veröffentlicht)

Tag 355 | Bloggen 2.0

Der Trend geht ja zum Zweitblog, und da in wenigen Tagen mein Tagebuch 2014 an dieser Stelle endet, will ich den Friesenblog ein bisschen anders, wieder regionaler aufstellen. Deshalb ist seit gestern Schreibkram online, dort will ich meine persönlichen Steckenpferde weiterreiten. Den könnt Ihr, wenn Ihr Lust habt, ebenfalls abonnieren, außerdem findet Ihr Posts des neuen Blogs natürlich wie gewohnt auf Facebook, Twittergoogle+ und Linkedin. Über Euren Besuch würde ich mich freuen. Mal sehen, was draus wird…

Blogsite

Tag 354 | Ewige Lampe

Radio OstfrieslandInas Nacht gibt es auch in Ostfriesland. Wirklich schräg ist dieses Video von Radio Ostfriesland, das in der Auricher Kultkneipe „Ewige Lampe“ gedreht wurde. Schaut selbst.

Ewige Lampe

Tag 353 | Jade-Weser-Port

Der Containerhafen in Wilhelmshaven, bislang schwach ausgelastet, könnte 2015 endlich in Gang kommen. Foto: Helmut Burlager
Der Containerhafen in Wilhelmshaven, bislang schwach ausgelastet, könnte 2015 endlich in Gang kommen. Foto: Helmut Burlager

Geduld ist ja weder die Stärke der Medien noch die der Politiker. Wer einen Containerhafen baut, braucht diese Charaktereigenschaft aber ganz offensichtlich, denn es schien lange Zeit nicht so zu sein, als ob alle Welt auf den Jade-Weser-Port gewartet habe. Obwohl Politiker und Medien das ja durchaus über Jahre behauptet haben. Nun schlägt aber langsam die Stunde der Geduldigen. Gestern wurde bekannt, dass der Tiefwasserhafen an der Jade ab 2015 nicht nur von zwei, sondern von drei großen Linien angefahren werden wird.

Nach einer aktuellen Fahrplanankündigung wird die weltgrößten Containerreederei Maersk Line mit der Linie ME 1 (Mittlerer Osten: Vereinigte Arabische Emirate, Indien, Oman, Saudi Arabien) den Jade-Weser-Port am 26. Februar 2015 erstmals und dann regelmäßig ansteuern. Schon vor einigen Wochen hatte Maersk angekündigt, Wilhelmshaven im Rahmen des Netzwerkes 2 M in zwei Asienrouten aufzunehmen (Asiendienste AE 1,Sri Lanka, Singapur, China, Japan, und AE 5, Südkorea, China, Malaysia).

„Der neue Dienst ist auch deshalb so interessant, weil der Mittlere Osten und Indien attraktive Regionen für die niedersächsische Wirtschaft sind. Wir haben gemeinsam mit Eurogate in den vergangenen 22 Monaten hart gearbeitet, um unserem Tiefwasserhafen Schritt für Schritt den Weg für den Markt zu öffnen. Dabei haben wir immer wieder auch das Gespräch mit unserem Partner Maersk gesucht“,  hat Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies, Aufsichtsratsvorsitzender der Jade-Weser-Port-Gesellschaften, gestern erklärt. „Diese Anstrengungen beginnen, sich jetzt auszuzahlen. Mit drei Überseelinien ist die Basis gelegt, um die Beschäftigung im Hafen zu sichern und um neue Ziele anzusteuern. Wir wollen natürlich weitere Reeder für das Container Terminal Wilhelmshaven gewinnen und wir streben auch Ansiedlungserfolge für das Güterverkehrszentrum an. Es liegt noch viel Arbeit vor uns, aber wir werden uns den künftigen Herausforderungen gerne stellen, um den JadeWeserPort zum Erfolg zu führen.“

Tag 352 | Trutz, blanke Hans

Für die Deiche an der Küste ist jede Sturmflut eine Bewährungsprobe. Dann stellt sich heraus, ob die Mitarbeiter des Landesbetriebes für Küstenschutz ihre Arbeit gut gemacht haben. Das ganze Jahr über waren die Küstenschützer in Niedersachsen im Einsatz, um die Schäden zu beheben, die das Orkantief „Xaver“ Ende 2013 hinterlassen hat. Tonnenweise wurden auf den Inseln Juist, Wangerooge und Spiekeroog Sandmassen bewegt, um die schadhaften Stellen zu beheben und die entstandenen Lücken zu schließen. Darüber berichtet das NDR-Fernsehen am Dienstag, 23. Dezember, von 18.15 bis 18.45 Uhr in der „NaturNah“-Sendung „Wellen, Wind und Küstenschutz“.

Kioskbesitzer Lars Bücking fürchtet jedes Jahr um seinen Zeltplatz auf Spiekeroog, der direkt hinter der Dünenkette liegt. Bei ihm stand das Wasser nach „Xaver“ fast kniehoch im Verkaufsladen.

Auf Wangerooge wurden 2014 nicht nur die Dünenabbrüche repariert, sondern auch mit dem Neubau eines Deiches begonnen. Da die Insel keinen eigenen Kleiboden hat, musste dieser für den Deichbau notwendige Baustoff mit großem Aufwand vom Festland geholt werden. Zwei Schiffe waren dafür Tag und Nacht im Einsatz, 200. 000 Tonnen Klei wurden auf einen Ponton umgeladen, der im Wattenmeer vor der Insel lag und bei Niedrigwasser von Traktoren angefahren wurde. Damit folgen die Küstenschützer einem Masterplan, den die Landesregierung vor vier Jahren aufgestellt hat. Obwohl ein Anstieg des Meeresspiegels nicht zuverlässig nachgewiesen ist, hat das Land schon vorsorglich die Deiche erhöht. Die für die Planung eines neuen Deiches notwendigen Messdaten lieferten die Mitarbeiter der Forschungsstelle Küste auf Norderney. Regelmäßig bringen sie mit ihrem Forschungsschiff „Burchana“ Messinstrumente ins Wattenmeer oder stellen Pegel auf, um beispielsweise Wellenstärke, -höhe oder Strömungsverhalten zu ermitteln und statistisch aufzubereiten.

Die Dokumentation aus der Reihe „NaturNah“ zeigt die Arbeit der Küstenschützer und die vielfältigen Anstrengungen, die zum Schutze der Menschen hinter den Deichen unternommen werden.

Jeden Dienstag widmet sich das NDR Fernsehen in der Reihe „NaturNah“ norddeutschen Landschaften und Lebensräumen. Kamerateams nehmen sich besonders viel Zeit, um die Natur vor der Haustür in ihrer Vielfalt abzubilden, Tierfilmer legen sich im Auftrag des NDR auf die Lauer, um seltene Szenen aus Norddeutschlands Tierwelt einzufangen. Die Reihe zeigt Veränderungen im Jahreszyklus, begleitet Forschungsprojekte, Naturschutzmaßnahmen und würdigt ehrenamtliches Engagement. Denn Naturschutz in Norddeutschland ist nicht möglich ohne das Engagement der Menschen, die hier leben.

Achim Reichel: Trutz, blanke Hans

Tag 351 | Räuberzivil

Was für ein elendes Mistwetter – und dann noch ein Außentermin auf dem Fliegerhorst, militärischer Appell. Das kennt man ja: Der Wind pfeift um die Ecken, man steht herum und wartet, bis die Zeremonie beginnt, und am Ende ist man durchgefroren wie ein Eiszapfen. Also noch schnell nach Hause, was Warmes drunter- und drübergezogen, sieht ja keiner unter der weiten Winterjacke. Dicke Stiefel an und dann ab zum Flugplatz.  „Wo geht’s denn lang?“ fragt man an der Wache. Der Wachhabende gibt bereitwillig Auskunft: „Der Empfang“, sagt er, „ist im Offiziers-Casino“.

Tag 350 | Presserat

Man liest ja immer nur von denen, die vom Deutschen Presserat gerügt worden sind, weil sie mehr oder weniger grob gegen den Pressekodex oder die Richtlinien des Presserates verstoßen haben. Von den vielen Beschwerden, die bei diesem Selbstkontrollorgan der deutschen Presse eingereicht und als unbegründet abgewiesen werden, liest man nichts. Im Jahr 2013 erwiesen sich von 1347 Beschwerden an den Deutschen Presserat am Ende 226 als begründet.

Uns hat’s kürzlich dann auch erwischt, dass jemand meinte, unsere Redaktion vor den Presserat zerren zu müssen, weil ihm der Umgang mit einem Leserbrief und eine Veröffentlichung nicht passten. Etwas mulmig ist einem schon, wenn so etwas passiert. Umso schöner, wenn das mit Fachleuten besetzte Gremium dann entscheidet: An dem beanstandeten Bericht war nichts auszusetzen. Ein gutes Gefühl. Und in Zukunft wird man trotzdem noch sorgfältiger arbeiten…

Pressekodex     Deutscher Presserat