Der Weg zur Arbeit wird meist zu Fuß bewältigt. Natürlich flotten Schritts, denn man ist ja noch jung oder fühlt sich wenigstens so. Die tägliche Route führt an einer Kinderkrippe vorbei. Seit das Wetter gewisse Ähnlichkeit mit Sommer bekommen hat, sind die Kleinen oft draußen. Drei Steppkes, kaum den Windeln entwachsen, hängen am Gartentor und beobachten, was auf der Sophienstraße los ist. Freundlich grüßt der Passant: „Hallo, ihr drei!“ Alle drei grüßen wohlerzogen zurück, was den Fußgänger freut, bis ihm ins Bewusstsein dringt, was der Kleinste der kleinen Würmer da eben so freundlich und ohne jede Arglist gesagt hat. Er krähte nämlich: „Hallo, Opa!“
Opa, Anfang der 60er Jahre. Hein Mansholt aus Brinkum, Ostfriesland.
Wochenblatt-Serie über alte Menschen gewinnt Wettbewerb des Verbandes Deutscher Lokalzeitungen
Jever/Berlin – Die Zeitungsserie „Respekt – Porträts von alten Menschen aus dem Jeverland“, die in diesem Jahr auch als Buch erschien, ist mit dem „FERAG-Leser-Blatt-Bindungspreis“ des Verbands Deutscher Lokalzeitungen(VDL) ausgezeichnet worden Der Preis wurde am Mittwoch, 12. Juni, anlässlich des VDL-Kongresses in feierlichen Rahmen in der Akademie der Künste in Berlin überreicht.
In Berlin nahmen die Teammitglieder Brigitte Meiners, Helmut Burlager und Sigrid Kasdorf stellvertretend für das ganze Respekt-Team den ersten Preis des VDL-Wettbewerbs entgegen. Foto: VDL
Wochenblatt-Redaktionsleiter Helmut Burlager, Fotografin Sigrid Kasdorf und Autorin Brigitte Meiners nahmen den ersten Preis in der Kategorie „Redaktion“ stellvertretend für das gesamte „Respekt“-Team entgegen, zu dem auch die Wochenblatt-Redakteure Cornelia Lüers und Christoph Hinz, Jörg Reents und Ottmar Kasdorf von der Fresenia-Loge Jever sowie Nantke Ihnen vom Landkreis Friesland gehören.
Mit der Auszeichnung hat das gemeinsame Projekt „Respekt“ des Jeverschen Wochenblatts, der Fresenia-Loge zu Jever und der Koordinierungsstelle „Älter werden“ des Landkreises Friesland eine bundesweit ausstrahlende Würdigung erfahren. Der Preis wird jährlich in drei Kategorien mit ersten, zweiten und dritten Plätzen vergeben. Die Wochenblatt-Serie mit 52 Porträts alter Menschen aus dem Jeverland wurde in der Kategorie „Redaktion“ von der Jury einstimmig auf Platz 1 gesetzt. Übergeben wurde der Preis durch Verkaufsleiter Tim Kuhrau vom Druckmaschinenhersteller Ferag GmbH. Das ist der Sponsor der von Bildhauerin Anne Hollmann aus Dötlingen gestalteten Trophäen, die den „Leser“ und seine Anhänglichkeit an „sein“ Blatt symbolisieren. Jurymitglied Stefan M. Kob interviewte auf der Bühne vor Verlagsmanagern und Chefredakteuren aus ganz Deutschland die aus Jever angereisten Teammitglieder Sigrid Kasdorf, Brigitte Meiners und Helmut Burlager, nachdem die Besonderheit des Projekts in einer Multimedia-Präsentation gewürdigt worden war.
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Im Urteil der Jury heißt es unter anderem: „Respekt vor dem Alter ist eine hehre gesellschaftliche Forderung. Wenn man sie aber mit bewegenden Lebensgeschichten untermauert wie das Wochenblatt, stellt sich Respekt auch bei jungen Lesern von alleine ein.“ Die Beiträge hätten „fast nebenbei“ eine Brücke zwischen Alt und Jung geschlagen. Beeindruckt habe die Jury auch die formale Umsetzung der Serie mit professionellen Porträts aus dem Fotostudio und dem durchgängig gestalteten Schreibstil mit kurzen Sätzen und klarer Sprache.
Die starke Resonanz aus der Leserschaft, die Erstellung eines Reprints in Buchform nach dem Serienende und die Planung einer Ausstellung wurden als Gesamtkonzept besonders hervorgehoben. „Besser kann man Leser – ob jung, ob alt – nicht an die Zeitung binden“, fand die Jury.
Der Verband Deutscher Lokalzeitungen ist die Interessenvertretung von mehr als 80 mittelständischen Zeitungen mit einer Gesamtauflage von 1,4 Millionen Exemplaren.
Jever – Im bundesweit ausgeschriebenen Innovationswettbewerb des deutschen Beamtenbundes hat die Online-Beteiligungsplattform LiquidFriesland einen Sonderpreis gewonnen, der Mittwoch in Leipzig verliehen wird. Jever – Der Landkreis Friesland gehe mit LiquidFriesland einen „neuen Weg der ‚Bürgerbeteiligung 2.0‘“, lobt der Bundesvorsitzende des dbb beamtenbund und tarifunion, Klaus Dauderstädt. Dieser neue Weg ist dem dbb einen mit 5000 Euro dotierten Sonderpreis in seinem bundesweit ausgeschriebenen Innovationswettbewerb 2013 wert, der Preis wird am 5. Juni anlässlich des Kongresses „moderneVerwaltung“ in Leipzig verliehen. „Über diese Auszeichnung freuen wir uns besonders, weil sie den Kern von LiquidFriesland in den Blick nimmt: Ein zusätzliches Beteiligungsangebot an den Bürger, das auf die Chancen des Internets setzt und eine Brücke schlägt zwischen Online-Beteiligung und Offline-Politik“, so Frieslands Landrat Sven Ambrosy.
Der Wettbewerb des dbb soll Neuerungen im öffentlichen Dienst initiieren, fördern und der Öffentlichkeit als Vorbild bekannt machen. Bei einer Vielzahl der Bewerbungen handele es sich um Projekte, die sich mit der Bewältigung ganz konkreter Folgen des demografischen Wandels auseinandersetzten – etwa zunehmender körperlicher Immobilität lebensälterer Bürger, dem steigendem Erfordernis alternativer Informations- und Beteiligungskanäle oder der Nachwuchskräftegewinnung innerhalb der Verwaltung, so Dauderstädt. „Mit ihrem Votum würdigt die Jury das Verantwortungsbewusstsein und den Mut, vor dem Hintergrund des demografischen Wandels in der Kommunikation zwischen Verwaltung und Bürgern neue Wege zu beschreiten.“
Die manchmal sonderbaren Wege des Lebens:
Autobiografie „Aus der Heimat hinter Blitzen rot …“
Von Helmut Burlager
Jever – Es gibt Leben, aus denen könnte man fünf Bücher machen. So auch das von Dr. Fritz Keinsteuber. Man könnte über seine Kindheit und Jugend in Jever schreiben, denn der Mann, der hier 1939 in eine Kaufmannsfamilie hineingeboren wurde, steckt voller Erinnerungen und Anekdoten aus einer schon fast vergessenen Zeit. Man könnte über den erfolgreichen Manager schreiben, der früh der Enge der Kleinstadt entfloh, in Weltunternehmen tätig war und sich schließlich seinen Kindheitstraum erfüllte, im fernen Indonesien zu arbeiten, zu leben und eine Familie zu gründen.
Dr. Fritz Kleinsteuber Foto (c): H. Burlager
Ein ganzes Buch wäre auch wert, was Fritz Kleinsteuber über den Umgang seiner Stadt mit Schuld und Verstrickung im Nationalsozialismus zu sagen hat. Ein Porträt des Liberalen Fritz Kleinsteuber, der sich mal anschickte, als FDP-Politiker Karriere zu machen und in den Bundestag zu gehen, ergäbe einen eigenen Band. Und über die unter so besonderen Umständen entstandene Stadt Wilhelmshaven und ihre Schwierigkeiten, aus der Chance des tiefen Fahrwassers etwas zu machen, hat der Mann auch schon so viel nachgedacht, gesagt und geschrieben, dass ein Buch aus seiner Feder darüber für heftige Diskussionen sorgen würde.
Die fünf Bücher gibt es nicht. Dafür gibt es nun eines, in dem das alles in einem bunten Kaleidoskop zusammengefasst ist. Fritz Kleinsteuber hat es selbst geschrieben, die „Stationen der Lebensreise“ zu Papier gebracht, wie er es nennt. Das Buch „Aus der Heimat hinter den Blitzen rot…“ vereinigt auf 362 Seiten alles: Die Erinnerungen des 74-Jährigen, der auszog, die Welt zu erobern und den seine friesische Heimat doch nie losließ, die kritische Sicht auf jeversche Stadtgeschichte und -entwicklung der letzten sechzig, siebzig Jahre, das Bekenntnis zu einer freiheitlichen, marktwirtschaftlichen Politik, zu seiner Heimat und eine recht selbstkritische Bilanz über Erreichtes und nicht Erreichtes, über Erfolge und Scheitern, über ein letztlich dann doch ganz normales Leben.
Es gibt, bis auf die nahen Angehörigen, vor allem seine drei erwachsenen Kinder, für die er das Buch eigentlich geschrieben hat, sicher niemanden, den all die Facetten dieses Werkes gleichermaßen interessieren werden. Doch insgesamt ist die Lektüre hoch spannend, gibt ganz unerwartete Einblicke besonders für den, der ein bisschen mit Jever vertraut ist.
Da ist die Welt der Mühlenstraße mit ihren Kneipen und Geschäften, mit ihren teils schrulligen Typen. Die Kaufmannsfamilie Kleinsteuber, die mit Glück und Raffinesse zu Ansehen und Wohlstand aufstieg und über die dann irgendwann doch die neue Zeit hinweg ging. Da entstehen – im Kleinen – Typen vor Augen wie bei den Buddenbrooks, nur dass ihre Welt eben nicht Lübeck und Hamburg ist, sondern Waddewarden und Heidmühle. Geschichten aus der Pennälerzeit des damals noch gar nicht so ehrgeizigen Fritz am MG, der lieber mit seinen Freunden auf den Weiden herumstromert, mit dem Luftgewehr schießt und im nagelneuen Heidmühler Freibad den Mädels nachguckt, als für die Schule zu büffeln. Und der schon jene Sehnsucht nach „Batavia“ verspürt, das er damals in Büchern, auf Sammelbildchen und im Kolonialwarenladen entdeckt. Jener Stadt also, die inzwischen Jakarta heißt und in der er Jahrzehnte später nicht nur als Geschäftsführer der Deutsch-Indonesischen Industrie- und Handelskammer auf dem beruflichen Höhepunkt ankommen, sondern auch seine Frau fürs Leben treffen und heiraten wird.
Zu Hause das Fernweh, in der Ferne die Sehnsucht nach zu Hause, so wird er zum Pendler zwischen zwei Welten. Beiden ist er in kritischer Leidenschaft verbunden. Das Buch erklärt seinen Kindern, aber nicht nur ihnen, dass das Leben manchmal sonderbare Kurven nimmt.
Fritz Kleinsteuber: „Aus der Heimat hinter den Blitzen rot…“, 363 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Verlag AS Productions Indonesia, Jakarta. Vertrieb: Verlag Hermann Lüers, Jever. 19,90 Euro. ISBN 978-979-17057-9-0.
Seine Frau Asti Kleinsteuber hat ebenfalls etliche Bücher verfasst, unter anderem über die Präsidentenpaläste und über chinesische Tempel in ihrer Heimat Indonesien, außerdem zahlreiche Ratgeber, Kunstbücher und mehr. http://genta.co.id/en/profilAstiK.php
Verleger Florian Isensee, Stellvertretender Landrat Gustav Zielke und der Autor Jürgen Woltmann stellten den neuen Friesland-Bildband vor. Foto (c): Helmut Burlager
Isensee Verlag bringt neuen Bildband heraus
Jever – Der Schlossturm in Jever, der Westturm auf Wangerooge, das Wasserschloss Gödens, die Schlosskirche Varel – der neue Bildband „Friesland. Weites Land am Jadebusen“ aus dem Isensee Verlag zeigt gleich auf der Titelseite die Schönheiten des Landkreises. Das ist auch die Absicht, die Autor Jürgen Woltmann und Verleger Florian Isensee mit dem Buch verfolgen. In Jever stellten sie es im Kreisamt vor und übergaben es an den stellvertretenden Landrat Gustav Zielke, der sich im Namen des Landkreises für das Werk bedankte und dem Verfasser großes Lob aussprach.
Idyllische Landschaft und ein Landkreis zwischen Tradition und Moderne – so kündigte Florian Isensee den Bildband an. Zahlreiche farbige Fotografien und interessante Texte entführen den Leser in den Norden des Oldenburger Landes, der an Jadebusen und Nordsee grenzt. Genau diese haben es dem Autoren Jürgen Woltmann auch angetan.
Der frühere leitende Mitarbeiter des Unternehmens Cewe-Color in Oldenburg hatte nämlich jahrelang sein Segelrevier auf der Jade. So nannte er auch Hooksiel seinen Lieblingsplatz im Landkreis Friesland. Als Oldenburger ist ihm obendrein besonders Dangast mit seinem Hafen, dem Strand und dem Alten Kurhaus von Jugend an vertraut. Mit liebevollem Blick fürs Detail und mit historischen Fakten stellt der Autor die schönsten Plätze vor und schafft neben einem informativen Rundgang für Touristen auch neue Einblicke für Einheimische. Sowohl die Kulturgeschichte als auch die abwechslungsreiche Natu Frieslands fängt er in Bild und Text ein. Dabei nimmt er den Leser mit auf seine ganz eigene Reise durch seine Heimat und die Traditionen, die diesen Landstrich prägen. Die besondere Geschichte der Region stellt der Autor informativ und spannend vor. Wie Wortmann sagte, haben es ihm besonders die großen Kirchen, die Burgen und Schlösser Frieslands angetan. Er hat sie alle bereist, fotografiert, ihre Geschichte recherchiert.
So beschäftigt sich das Buch am Ende doch mehr mit der Tradition als mit der Moderne, es wendet sich naturgemäß an die Touristen, die in großer Zahl nach Friesland kommen. Sie nehmen mit diesem Buch ein Stück Friesland mit nach Hause, mit all seinen Sehenswürdigkeiten und schönen Landschaften.
Für den Isensee Verlag schließt der neue Band eine Lücke. Wie Florian Isensee sagte, ist damit die Reihe der Bildbände über die Landkreise und kreisfreien Städte im Oldenburger Land wieder komplett. Der Isensee Verlag hat vor etlichen Jahren bereits einen Friesland-Bildband herausgegeben, damals noch in schwarz-weiß, doch der war längst vergriffen, und so war es an der Zeit, ein neues Buch zu schaffen. Den Auftrag dafür erhielt Jürgen Wortmann, der bereits einige Bildbände aus der gesamten Region des Oldenburger Landes illustriert und mit Texten versehen hat.
Friesland. Weites Land am Jadebusen. 84 Seiten, 151 Abbildungen. 14,80 Euro. Verlag Isensee. ISBN 978-3-89995-966-6.
In der Oldenburger Nordwest-Zeitung und den redaktionell verbundenen Blättern ist heute eine sehr schöne Rezension unseres Buches „Respekt – Porträts von alten Menschen aus dem Jeverland“ von Redakteurin Lore Timme-Hänsel erschienen: Zum Artikel
Jever – Sie sind ganz gewöhnliche Menschen, begegnen uns auf der Straße oder beim Einkaufen. Wir wissen nichts über sie, weil wir keine Gelegenheit hatten, etwas über sie zu erfahren. Dabei hätten sie viel zu erzählen, die Frauen und Männer aus der Kriegsgeneration, die das Land in Schutt und Asche liegen sahen und dann die Ärmel aufgekrempelt haben, um es wieder aufzubauen. Und die auf Erlebnisse und Erfahrungen zurückblicken können, welche die Nachkriegs-Wohlstandskinder folgender Generationen allenfalls aus Filmen und Büchern nachempfinden, aber kaum wirklich begreifen können.
Titel des Buches, das von der Fresenia Loge zu Jever herausgegeben wurde. Die Autoren Brigitte Meiners, Cornelia Lüers, Helmut Burlager und Christoph Hinz sowie die Fotografin Sigrid Kasdorf stellen 53 Menschen aus dem Jeverland vor.
Respekt vor solchen Lebensläufen und vor dem Alter überhaupt zu wecken und die Erinnerungen nicht verloren gehen zu lassen, ist das Anliegen des Buches „Respekt“, das 53 Porträts alter Menschen aus dem Jeverland vereinigt.Vier Autoren, Brigitte Meiners, Cornelia Lüers, Helmut Burlager und Christoph Hinz, sowie eine Fotografin, Sigrid Kasdorf, schufen intensive, anrührende Porträts von Menschen ab 75. Vom Hilfsarbeiter, der trotz einer traurigen Kindheit und ohne die Chance auf eine Berufsausbildung am Ende seinen Weg macht, bis zum Landtierarzt, der sein Leben lang nebenbei wissenschaftlich forscht und veröffentlicht. Von der Kunsterzieherin, die einst als Model ihr Studenteneinkommen aufbesserte, bis zur Ostpreußin, deren Lebensweg im Zickzackkurs durch Deutschland, Frankreich, Amerika bis ins Jeverland führt und die sagt: „Geradeaus kann jeder!“
Die Fotografin:
Sigrid Kasdorf (58) arbeitet freiberuflich in ihrem eigenen Atelier in ihrer Heimatstadt Jever. Sie erlernte das Fotografenhandwerk bei „Foto Krüger“. Nachdem sie an zahlreichen Orten in Deutschland und im Ausland gewohnt und gearbeitet hatte, kehrte sie 2005 nach Jever zurück und eröffnete ihr Studio . Sie arbeitet außerdem im „Fotoforum“, einer Gruppe von Fotokünstlern im Künstlerforum Jever, mit.
Die Autoren:
Brigitte Meiners (57) aus Jever ist freiberufliche Autorin. Geboren in Münster/Westfalen, studierte sie Deutsch und Geschichte. Nach einer Ausbildung zur Journalistin war sie 13 Jahre lang hauptberuflich für den „Anzeiger für Harlingerland“ tätig. Seit 2004 ist sie Realschullehrerin in Friedeburg, veröffentlicht aber weiter als freie Journalistin.
Cornelia Lüers (41) aus Jever stammt aus Halle/Saale. Sie volontierte ab 1990 bei der Zeitung „Der Neue Weg“. Nach der „Wende“ kam sie nach Friesland und war ab 1992 als Redakteurin beim „Anzeiger für Harlingerland“ tätig. Sie wechselte 1998 zum „Jeverschen Wochenblatt“, wo sie für das Ressort Stadt Jever verantwortlich zeichnet.
Helmut Burlager (56) wurde in Brinkum (Ostfriesland) geboren, volontierte ab 1975 bei der „Ostfriesen-Zeitung“ in Leer und wechselte 1977 nach der Ausbildung und kurzer Redakteurstätigkeit nach Jever in die Wochenblatt-Redaktion, die er seit 1994 leitet. Studium der Publizistik von 1988 bis 1993 an der Freien Universität Berlin.
Christoph Hinz (49) aus Bockhorn kam in Oldenburg zur Welt und wuchs in Rastede auf. Er studierte von 1986 bis 1990 Germanistik und Geschichte, arbeitete als Alten- und Krankenpfleger, absolvierte eine Journalistenausbildung für Radio, TV und Print und kam nach dreijähriger Selbstständigkeit im Jahr 2000 zum Jeverschen Wochenblatt. Nach einem Volontariat wurde er 2002 Redakteur.
Das Buchprojekt „Respekt“ wurde unterstützt von der Tageszeitung „Jeversches Wochenblatt“, von der Fresenia-Loge zu Jever im Deutschen Odd Fellow-Orten sowie von der Koordinierungsstelle „Älter werden“ des Landkreises Friesland.
Respekt. Porträts von alten Menschen aus dem Jeverland. 112 Seiten, 55 Fotos, Format 17×24 cm, Hardcover mit Fadenheftung, Preis 15,90 Euro. Gesamtherstellung Brune-Mettcker Druck und Verlags-GmbH, 2013.. Hrsg.: Fresenia Loge zu Jever. ISBN 978-3-87542-079-1
„Ut Barlach sien Warkstääd“ von Hein Bredendiek
erscheint nach 40 Jahren in neuer Auflage
Von Helmut Burlager
Jever. Zum zwölften Todestag des Schriftstellers und Malers Hein Bredendiek (1906-2001) ist im Verlag Isensee in Oldenburg eines der Bücher neu aufgelegt worden, die den literarischen Ruhm des großen Sohnes der Stadt Jever begründet haben. „Ut Barlach sien Warkstääd“ ist ein Band mit 18 plattdeutschen Bildbetrachtungen zu Skulpturen des Bildhauers Ernst Barlach.
Im Schlossmuseum stellten Prof. Dr. Antje Sander, Stefan Meyer, Fritz Lottmann und Verleger Florian Isensee die Neuauflage des Bredendiek-Buches über Ernst Barlach vor. Antje Sander hält auch das vor 40 Jahren erschienene Original in der Hand. Foto (c): Helmut Burlager
Vor 40 Jahren in einem Hamburger Verlag erschienen, war das Werk schnell vergriffen. In Autorenlesungen hat Hein Bredendiek immer wieder daraus rezitiert, kaufen konnte man das Buch schon lange nur noch antiquarisch.
Jetzt ist es wieder erhältlich, neu bearbeitet und herausgegeben von Bredendieks Freunden Fritz Lottmann und Jörg-Michael Henneberg sowie dem Plattdeutsch-Beauftragten der Oldenburgischen Landschaft, Stefan Meyer. Unterstützt wurde deren Arbeit und die Veröffentlichung durch die Landschaft und durch Prof. Dr. Antje Sander, Leiterin des Schlossmuseums Jever. Die war auch Gastgeberin, als das Buch am 25. April 2013 im Audienzsaal des Schlosses vorgestellt wurde.
In seinen Bildbeschreibungen zu Barlach wird die ganze Ausdruckskraft Hein Bredendieks und seines Jeverländer Platt deutlich, und zugleich sein Doppeltalent als bildender Künstler und Schriftsteller.
Fritz Lottmann ging kurz auf das Leben und Wirken seines Freundes, den er den „Grandseigneur des oldenburgischen Kulturlebens“ nannte, ein. 1906 in Jever am Alten Markt geboren, Schüler des Mariengymnasiums, studierte Bredendiek Kunst, Germanistik und Philosophie, kam in Berlin mit vielen Künstlern in Kontakt, so auch mit Ernst Barlach und Käthe Kollwitz.
Die Expressionisten prägten ihn und sein späteres Werk, sowohl in der Malerei als auch sprachlich. Das wird in dem kleinen Buch „Ut Barlach sien Warkstääd“ so recht deutlich, das er selbst als einen Versuch betrachtet hat: „En Versöök, to enkelt Figuren ut dat plastisch Wark van Ernst Barlach en Weg to wiesen.“
In einfühlsamer und zugleich kraftvoller Sprache schuf Bredendiek das literarische Pendant zu den jeweils von ihm beschriebenen Plastiken: „De Bädelfro“ (Russische Bettlerin 1907), „En Mann alleen“ (Der Einsame 1911), „De Mann mit sien Book“ (Der Buchleser 1936) und etliche andere der bekannten und weniger bekannten Werke Barlachs.
Bredendiek habe nach dem Missbrauch der niederdeutschen Kultur durch die Nazis die plattdeutsche Literatur wieder zu einer Kunstform gemacht, dabei strenge Maßstäbe an sich selbst und andere angelegt, sagte Fritz Lottmann. „Er wollte gute niederdeutsche Literatur und haute den Leuten notfalls ihre Texte um die Ohren“, erzählte er aus eigenen Erlebnissen mit dem „Baas“ des Oldenburger Schrieverkring, als der Bredendiek über Jahrzehnte gewirkt und dabei auch eine Klammer dargestellt habe zwischen den großen Alten der Literatur, Klaus Groth, später Heinrich Diers, und der jungen Generation, mit der er sich bis ins hohe Alter austauschte.
Sein Werk ist immer noch hoch aktuell, das bewies die Lesung von Stefan Meyer über „De Bädelfro“. Das Buch zeige, „Was man mit Plattdeutsch machen kann: Alles!“, sagte Meyer. Platt sei modern und innovativ, das habe Bredendiek schon vor Jahren gezeigt.
Ernst Barlach, geb. 2. Januar 1870 in Wedel, gest. 24. Oktober 1938 in Rostock, Bildhauer, Schriftsteller und Zeichner, bekannt für seine Holzplastiken und Bronzen. Sein Werk ist zwischen Realismus und Expressionismus angesiedelt.
Hein Bredendiek. Foto (c): H. Burlager
Hein Bredendiek, geb. 18. September 1906 in Jever, gest.24. April 2001 in Oldenburg, war Ehrenbürger der Stadt Jever. Zeitweise als Lehrer am Mariengymnasium tätig, verbrachte er den größten Teil seines Lebens als Pädagoge, Maler und Schriftsteller in Oldenburg. Als Verfasser unzähliger niederdeutscher Bücher, Erzählungen und Autor von Rundfunksendungen erfuhr er zahlreiche Auszeichnungen. Mehr als 25 Jahre lang führte er den Ollnborger Schrieverkring.
Das Buch: „Ut Barlach sien Warkstääd – en Versöök, to enkelt Figuren ut dat plastisch Wark van Ernst Barlach en Weg to wiesen“, Neuauflage von Fritz Lottmann, Jörg-Michael Henneberg und Stefan Meyer, Herausgeber Oldenburgische Landschaft, 94 Seiten, broschiert, Preis 13,90 Euro. Isensee Verlag, Oldenburg, ISBN 978 3 89995 958 1.
Ein Leben voller Höchstleistungen in Sport und Medizin
Von Helmut Burlager
Plötzlicher Tod im Alter von 70 Jahren. Dr. Hans-Joachim Walde starb am 18. April. Foto (c): Helmut Burlager
Jever. Vom Ruhestand wollte er nicht viel wissen. Nachdem er 2007 offiziell in Rente verabschiedet worden war, stand der nun ehemalige Chefarzt Dr. Hans-Joachim Walde trotzdem weiter regelmäßig in Sanderbusch am OP-Tisch und operierte Schultern. Er forschte und publizierte, entwickelte neue Operationstechniken, behandelte Patienten bei der Wangerland-Reha. Am 18. April 2013 ist der bekannte Mediziner ganz plötzlich und unerwartet gestorben, auf dem Weg zur Arbeit in Horumersiel. Ein herber Verlust nicht nur für die medizinische Welt, sondern auch für den Sport. „Achim“ Walde zählt zu den erfolgreichsten Athleten, die je in Friesland zu Hause waren. Er hat als Zehnkämpfer dreimal an Olympischen Spielen teilgenommen, hat eine Silber- und eine Bronzemedaille geholt.
1984 ist Hans-Joachim Walde nach Jever gekommen, als neuer Leitender Abteilungsarzt am Nordwest-Krankenhaus. Geboren 1942 in Gläsersdorf in Schlesien, war er in der Nähe von Walsrode aufgewachsen. Als er mit 16 bei den Bundesjugendspielen sechs Meter weit sprang, stellten Mitschüler ihn dem Trainer des TSV Dorfmark, Hasso Kornemann, vor. Der motivierte ihn zu trainieren. 1960 sprang Walde mit einer Höhe von 1,93 Meter deutschen Jugendrekord. Der bekannte Zehnkämpfer Friedel Schirmer nahm sich des Talents an.
Achim Walde begann sein Medizinstudium in Mainz, wo er sofort dem USC beitrat. Als Deutscher Hochschulmeister flog er 1962 mit zur Studentenweltmeisterschaft nach Brasilien, holte den fünften Platz im Weitsprung. 1964 wurde Walde für die Olympischen Spiele in Tokio nominiert. Dort gewann erim Zehnkampf die Bronzemedaille. 1968 folgte in Mexiko die Silbermedaille. Die dritte Olympiateilnahme, 1972 in München, endete mit einer Verletzung – mit 30 war die Karriere des Zehnkämpfers vorbei.
Da hatte die neue schon begonnen. Nach dem Examen hatte Walde an einem Bundeswehrkrankenhaus erste Erfahrungen gesammelt, dann kehrte er an die Uniklinik Mainz zurück, machte sich einen Namen in der Handchirurgie, Endoprothetik, Sportchirurgie und Arthroskopie. Ihn interessierte alles, was es an technisch neuen Möglichkeiten gab.
1984 kam dann der Ruf nach Sanderbusch, Dr. Hans-Joachim Walde zog mit seiner Frau Gabriele und den Söhnen Henrik, Tim und Jan nach Jever. Zwei Jahre später setzte Walde durch, dass die Unfallchirurgie eine selbstständige Abteilung des Nordwest-Krankenhauses wurde, er selbst spezialisierte sich auf das Thema Schulter. Unzähligen Menschen hat er geholfen, wurde von seinen Patienten nicht nur als Fachmann, sondern auch als Mensch geschätzt, ein ruhiger, besonnener Arzt ohne Allüren.
23 Jahre lang hat er das Nordwest-Krankenhaus geprägt und medizinisch vorangebracht, sich selbst und andere zu Höchstleistungen angespornt. „Das muss doch irgendwie besser gehen“, war das Motto, das ihn umtrieb, im Beruf wie im Sport. Bis zur Ziellinie, die viel zu plötzlich da war.
Ein ausführliches Porträt Hans-Joachim Waldes erschien zum 70. Geburtstag hier auf Friesenblog
Ab sofort online ist die neue Fanpage des Landkreises im sozialen Netzwerk Facebook, das allein in Deutschland 25 Millionen Menschen nutzen. Wegen widerstreitender Rechtsmeinungen zum Datenschutz war Friesland 2011 vorsichtshalber ausgestiegen – hat jetzt aber Rückenwind vom Innenministerium bekommen.
„Wir sind zurück an Bord!“, sagt Landrat Sven Ambrosy zum Neustart des Landkreises auf Facebook. „Unsere neue Facebookseite rundet unser Angebot ab – von Briefen und Anrufen über unsere Webseite und unser Beteiligungsportal LiquidFriesland bis hin zu sozialen Netzwerken, wir kommen mit unseren Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch.“ Viele Nutzer, so Ambrosy, hätten sich einen Wiedereinstieg des Landkreises bei Facebook gewünscht. 2011 hatte der Landkreis angesichts wiederstreitender Rechtsmeinungen zum Datenschutz vorsichtshalber das Netzwerk Facebook verlassen und auf eine schnelle rechtliche Klärung gehofft. Diese Klärung ist leider bis heute nicht da. Das Innenministerium des Landes Niedersachsen als oberste Kommunalaufsicht hat dem Landkreis aber in einem Schreiben Ende 2012 Rückendeckung gegeben. Facebook war und ist hinsichtlich des Datenschutzes in der Pflicht. Auch der Landkreis Friesland appelliert an Facebook, hier nachzubessern. Verantwortlich dafür ist aber Facebook allein! Das Innenministerium unterstreicht diese Position in seinem Schreiben: Kommunalrechtlich bestehen grundsätzlich keine Bedenken gegen das Betreiben von Fanpages in Facebook durch Kommunen.“
Hinsichtlich der unterschiedlichen Rechtsmeinungen zum Datenschutz schreibt das Innenministerium: „Aus hiesiger Sicht erscheint es jedoch vertretbar, eine Mitverantwortlichkeit des Betreibers einer Fanseite zu verneinen“. Das bedeutet: Für den Datenschutz ist Facebook allein verantwortlich. Ein einzelner Nutzer wie der Landkreis Friesland hat keinen Einfluss darauf. Diese Einschätzung sieht der Landkreis Friesland als solide Grundlage seiner obersten Kommunalaufsicht für die Entscheidung, wieder eine Fanpage zu betreiben. Unabhängig davon können und sollten private Nutzer vorsichtig mit ihren Daten umgehen und die Sicherheitseinstellungen nutzen, die Facebook ihnen bietet!
„Wir versprechen eine Facebookseite mit vielen spannenden Informationen, und wir freuen uns auf den Kontakt zu den Nutzern“, so blickt Landrat Ambrosy auf den Start der neuen Seite. Auch im Austausch zwischen seiner Online- Beteiligungsplattform LiquidFriesland (www.liquid-friesland.de) und der neuen Facebookseite sieht der Landkreis großes Potenzial. Facebook-Nutzer könnten sich so noch schneller über aktuell von Bürgern diskutierte kommunalpolitische Themen informieren und dann auf LiquidFriesland auch selbst abstimmen.