Musik hören und Gutes tun. Wer das kombinieren möchte, hat am 15. März die Gelegenheit dazu. Zum dritten Mal gibt die Rockband „Big Jim“ in der Partyhalle des Restaurants „Jever Fass“ am Alten Markt in Jever ein Benefizkonzert zugunsten des Friedel-Orth-Hospizes. Auch der Lions Club Jever stellt sich an diesem Abend in den Dienst der guten Sache, er organisiert das Konzert und sorgt für die Bewirtung. Wie spät es losgeht und wo man Karten bekommt: Hier klicken
Kategorie: Jever
Tag 32 | Cerveja
Irgendwas hat „Jever“ davon abgehalten, international wirklich Karriere zu machen, anders als Beck’s, Warsteiner und Krombacher, diees in jeder etwas lebendigeren Partymeile von Touristenzielen gibt. Was nicht heißt, dass Jever nur in Deutschland ein Begriff wäre. In Belo Horizonte in Brasilien zum Beispiel gibt es ein Gaststätte namens „Stadt Jever“, ein echter Publikumsmagnet, und wenn es dort auch nur in Ausnahmefällen „Jever“ gibt, so doch immerhin ein Bier Namens „Stadt Jever“, hergestellt von der brasilianischen Brauerei Wäls, ein Lagerbier mit 5 Prozent Alkohol. Wer es probieren will, muss nur mal nach Brasilien fliegen. Bier Stadt Jever
Tag 6 | Ballou

„Ich habe nie vergessen, woher ich komme“, hat Gerd Brandt in einem Interview mit dem NDR gesagt. Stimmt. Zum Beispiel war er mal Stadtjugendpfleger in Jever in jener Zeit, als die Jugend ein wenig rebellischer war als heute, und leitete das erste Jugendzentrum in der Stadt. Das hatten sich die jungen Leute regelrecht erkämpft. Ein „autonomes“ Jugendhaus wollten sie damals, in das die Erwachsenen nicht reinreden sollten, und den rebellischen alten Juden Fritz Levy wählten sie in den JZ-Beirat. Wilde Zeiten waren das, und ein bisschen wild sieht „Ballou“, wie Gerd Brandt sich schon damals rufen ließ, ja auch heute noch aus. Kaum zu glauben, dass der Folk-Barde bereits für sein „Lebenswerk“ geehrt wird. Am 24. Januar wird ihm der Wilhelmine-Siefkes-Preis der Stadt Leer verliehen. Eine größere Ehre kann jemandem, der sich das Plattdeutsche auf die Fahne geschrieben hat, kaum zuteil werden. Wer hätte das gedacht, als „Ballou“ mit seinen jungen Leuten Jever in Wallung brachte. NDR-Bericht
„Kauf ein Teil mehr“ für die Kunden der Tafel
Lions und Leos sammeln an diesem Sonnabend am Sonnabend bei Famila
Lebensmittelspenden für bedürftige Familien. Die Aktion läuft schon zum dritten Mal.

Jever – Menschen aus der Region helfen Menschen in der Region – deshalb hat die Arbeit der Tafeln, die bedürftige Menschen mit Lebensmitteln unterstützen, so großen Charme. Und deshalb kamen die beiden ersten Aktionen des Lions-Clubs Jever und des Leo-Clubs Jever „Achtern Diek“ in den vergangenen zwei Jahren auch so gut an. An diesem Sonnabend ist es wieder so weit, die beiden Serviceclubs bitten die Kundinnen und Kunden im Famila-Markt in Jever: „Kauf ein Teil mehr“.
Die hier beschriebene Aktion ist Vergangenheit, sie war ein großer Erfolg. Kunden des Famila-Marktes haben am Sonnabend 27 prall gefüllte Einkaufswagen mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln für die Tafel gespendet.
Etwa 25 Lions, Leos und Helfer der Tafeln Jever und Hohenkirchen werden die Passanten in der Eingangshalle ansprechen, Handzettel mit den erbetenen Waren verteilen (zum Beispiel H-Milch, Margarine, Butter, Kaffee, Tee, Konserven, Zucker, Mehl, Marmelade, Nutella) und in der Kassenzone die Spenden entgegennehmen. 2011 und 2012 kamen so jeweils mehr als zwei Dutzend prall gefüllter Einkaufswagen mit Lebensmitteln zusammen. Gestern stellten Organisator Martin Schadewald und Präsident Jan Scherf für den Lions Club, der stellvertretende Präsident der Leos Tim Ritter und Leo-Mitglied Tom Thomssen, Tafel-Vorsitzende Luise Eden und stellvertretender Marktleiter Mario Gembler die diesjährige Aktion vor.
Luise Eden betonte, wie willkommen diese Spenden kurz vor Weihnachten seien, sie kommen fast 170 Familien in Jever und etwa 60 in Hohenkirchen zugute, darunter viele mit Kindern und neuerdings eine zunehmende Zahl von Asylsuchenden, die Friesland zugewiesen wurden. Die gespendeten Waren sollen dann schon ab nächster Woche nach und nach an die Kunden der Tafel ausgegeben werden. Viele seien wirklich darauf angewiesen, so Luise Eden. Dabei sei der schwierigste Schritt für viele Menschen, sich überhaupt zu trauen, zum ersten Mal zur Tafel zu gehen. Niemand müsse aber mit dem Gefühl kommen, Bittsteller zu sein. Die Aktion bei Famila läuft an diesem Sonnabend von 9 bis 18 Uhr.
Gunther Holtorf: Mit „Otto“ auf Weltrekordfahrt
Die Räder, die an einem Freitag im November auf den Schlosshof in Jever rollten, haben die Brooklyn Bridge in New York berührt, die Felsen von Feuerland und das Eis in Alaska, sie blieben im südamerikanischen Urwald im Schlamm stecken und wirbelten den Staub in der australischen Wüste hoch. Es gibt fast keine Länder der Welt mehr, deren Asphalt-, Schotter- und Sandpisten der Mercedes 300 GD von 1988 nicht befahren hat. „Otto“ wird der Geländewagen von seinem Besitzer Gunther Holtorf liebevoll genannt.

Foto©: Helmut Burlager
Seit 25 Jahren sind sie unterwegs, diemeiste Zeit war Holtorfs inzwischen verstorbene Frau Christine dabei. Nach Jever wollte der 76-Jährige schon immer mal kommen, weil hier sein alter Freund Dr. Fritz Kleinsteuber lebt, den er aus gemeinsamen Zeiten in Jakarta (Indonesien) kennt. In diesem Jahr hat er es nun geschafft und traf für eine Stippvisite in der Marienstadt ein.
Nur noch wenige Monate wird Gunther Holtorf mit „Otto“ unterwegs sein, noch die wenigen restlichen Länder abfahren, die in seiner Sammlung fehlen, dann geht der Wagen nach München ins Museum. Und das Guinness-Buch der Rekorde wird den Wagen, der dann wohl 950 000 Kilometer auf dem Tacho haben wird, als Weltrekord-Auto aufnehmen. Die ganze Geschichte hier: Ottos Weltreise
Mit Mikrokrediten zur Unternehmerin geworden
Celina Yelpoe und Moses Lambon erzählen vom Erfolg ihrer Arbeit in Ghana
Von Helmut Burlager
Jever – „Wunderbar“ ist eines der wenigen deutschen Wörter, die Moses Lambon aus Bole in Ghana gelernt hat, seit er vor zwei Wochen nach Deutschland gekommen ist. Er benutzt es oft. Zum Beispiel, als Edzard de Buhr vom Eine-Welt-Kreis Jever eine Spende von 5000 Euro für die Arbeit von Opportunity International in Ghana verspricht. Und auch die anderen Briefumschläge mit Geldscheinen, die an diesem Abend im evangelischen Gemeindehaus Jever für den Aufbau von kleinen Genossenschaftsbanken in Ghana übergeben werden, kommentiert Moses Lambon mit einem strahlenden Lächeln und einem fröhlichen „Wunderbar!“

Foto (c): Helmut Burlager
Gut zwei Dutzend Zuhörer haben sich eingefunden, um von dem Gast aus Ghana und seiner Begleiterin Celina Yelpoe, einer Hühnerfarmerin aus der Gegend um Bole, zu erfahren, wie die Entwicklungsarbeit der Stiftung Opportunity International Deutschland funktioniert. Eingeladen hatten dazu der Eine-Welt-Kreis und der Freundeskreis Weser-Ems von Opportunity International. Durch den Abend führt Opportunity-Mitarbeiter Kai Becker, der seit zwei Wochen mit den beiden Afrikanern durch Deutschland und die Schweiz tourt, von einer Veranstaltung zur anderen. Geldgeber und potenzielle Spender sollen an diesen Abenden erfahren, wie die Mittel eingesetzt werden, die auch aus der Weser-Ems-Region nach Ghana fließen.
Celina Yelpoe ist dafür ein gutes Beispiel. Sie betrieb ein winziges Geschäft als ambulante Wasserverkäuferin an der Straße, der Gewinn reichte kaum zum Leben. Eines Tages machte eine andere Frau sie auf die Möglichkeit aufmerksam, über die Entwicklungsbank Sinapi Aba Trust, Partnerorganisation von Opportunity, an Schulungen und Kleinkredite heranzukommen, um ihr Geschäft zu erweitern. Beide gingen zu dem örtlichen Kreditberater, erfuhren aber, dass zur Gründung einer kleinen Genossenschaftsbank mindestens fünf Frauen nötig seien. Die suchten sie im Bekanntenkreis zusammen, dann begann das achtwöchige Training,in dem die Klientinnen auf ihre künftige Geschäftstätigkeit und die Zusammenarbeit in der „Trust-Bank“ vorbereitet wurden. Danach erhielten sie ihre ersten Kredite. Sie investierten in ihre Geschäfte, unterstützten sich gegenseitig, zahlten das Darlehen in kleinen Beträgen zurück und lernten in den wöchentlichen Treffen mit dem „Loan Officer“, ihrem Kreditbetreuer, viel über die richtige Art, mit dem verdienten Geld klug umzugehen, um die Situationen ihrer Familien zu verbessern.
„Sie ist meine Erfolgsstory“, sagt Moses Lambon über Celina Yelpoe. Die hatte sich nämlich überlegt, dass sie mehr als mit Wasser vielleicht mit Eiern verdienen könnte. Ihr Kreditbetreuer fand die Idee gut, vermittelte ihr eine einmonatige spezielle Schulung, in der sie lernte, wie man mit Eintagesküken umgeht und sie großzieht, bis sie Eier legen. 50 Küken erwarb Celina mit Hilfe eines Mikrokredits, nach fünf Monaten fingen die Hühner an, Eier zu legen, und bald konnte die Klientin sich weitere 50 Tiere kaufen. Heute hat ihre kleine Hühnerfarm 1000 Hühner, die 900 Eier am Tag legen. Die verkauft Celina Yelpoe an Frauen, die die Eier hart kochen und an der Straße verkaufen – ein typisch ghanaischer Schnellimbiss. Inzwischen beschäftigt die Farmerin vier weitere Menschen, und in ihrer schönen, bildreichen Sprache umschreibt sie das mit dem Satz: „I put a smile on their faces“ – ich habe ein Lächeln auf ihre Gesicher gezaubert. So profitieren von den Kleinkrediten, mit denen Celina ihre Existenz aufbaute, inzwischen viele andere. Beispielsweise unterstützt die Frau 27 Witwen aus der Gemeinde wirtschaftlich. Nicht zuletzt ermöglicht sie mit ihrem stabilen Einkommen ihren eigenen drei Kindern eine gute Schulausbildung.. Auch auf diesem Gebiet engagiert sich Opportunity.
„Wir wollen ein besseres Ghana bauen“, sagt Moses Lambon, der als studierter Marketing-Fachmann lukrativere Jobs hätte bekommen können, aber in seiner Arbeit als Berater aufgeht. Und Leute wie Celina Yelpoe sind dankbar dafür. „Es gibt so viele Frauen, die auf eine Chance warten, aus der Armut herauszukommen“, sagt sie, und: „Women in Ghana are strong!“ – Frauen in ihrem Land seien stark.
Der Freundeskreis Weser-Ems von Opportunity International um Pastor Rüdiger Möllenberg und die Unternehmer Dr. Karl Harms und Jochen Ewald hat seit 2007 schon Spenden von mehr als 550 000 Euro für die Mikrofinanz-Arbeit in Ghana eingeworben, Mit den Spenden vom Mittwochabend dürfte man ungefähr auf die Schnapszahl von 555 555 Euro gekommen sein. Anfangs waren mal 100 000 Euro anvisiert worden, ein begrenztes Projekt der Jeveraner. Inzwischen ist ans Aufhören gar nicht mehr zu denken.
Mehr Infos unter www.oid.org
Von der Straßenverkäuferin zur Hühnerzüchterin
Celina Yelpoe und Moses Lambon aus Ghana kommen nach Jever
Kreditbetreuer und Klientin erzählen von ihren Erfahrungen mit Mikrokrediten.

Jever – „It is freezing cold here!“, schnatterten Celina und Moses, als sie vor einigen Tagen am Frankfurter Flughafen landeten. Gegen die Kälte sind die beiden mittlerweile aber mit dicken Winterjacken gewappnet. Celina Yelpoe und Moses Lambon aus Ghana sind zweieinhalb Wochen lang in Deutschland unterwegs und erzählen in etlichen Veranstaltung der Entwicklungshilfeorganisation Opportunity International von ihren ganz persönlichen Erfahrungen mit Mikrokrediten. Auf Einladung des Freundeskreises Weser-Ems von Opportunity kommen sie am Dienstag, 12. November, nach Jever. Ab 18.30 Uhr geben sie im Evangelischen Gemeindehaus, Am Kirchplatz 13, Einblicke in ihr Leben in Westafrika.

Können Sie sich jemand vorstellen, dass ein Bankmitarbeiter hierzulande mit einem Kanu einen Fluss überquert, um zu seinen Kunden zu gelangen? Für Moses Lambon ist das völlig normal. An Bord hat er meist sogar noch sein Motorrad, denn mit der Überquerung des Flusses ist es in der Regel nicht getan. So liegen zwischen dem Mitarbeiter von Opportunity International und seinen Klienten häufig sehr große Distanzen, die er dann noch mit dem Motorrad zurücklegt. Er nimmt dies aber gern auf sich. Denn er weiß, dass er mit seiner Arbeit einen entscheidenden Beitrag dazu leistet, die Frauen in Ghana zu befähigen, sich selbst aus der Spirale der Armut zu befreien – und das effektiv und langfristig.
Celina Yelpoe, die mit ihm nach Deutschland gekommen ist, bezeichnet er als besondere „Erfolgsstory“. Und das ist die dreifache Mutter in der Tat. Anfangs verkaufte sie ähnlich wie Tausende anderer Frauen in Ghana lediglich Kleinigkeiten, etwa Schokolade und Getränke, an der Straße. Damit konnte sie ihre Familie allerdings nur schwer über Wasser halten. Nachdem sie in Kontakt mit Partnerorganisation von Opportunity, Sinapi Aba Trust, und somit auch mit Kreditbetreuer Moses gekommen war, nahm sie erstmals einen Mikrokredit auf.
Mit diesen umgerechnet 70 Euro, die Celina in den folgenden fünf Monaten von ihrem Einkommen an die Bank zurückzahlte, vergrößerte sie zunächst ihr Kleinunternehmen. Moses hielt stets Rücksprache mit ihr und schlug ihr schließlich vor, auf die Viehzucht umzusteigen, um noch mehr Einkommen zu generieren. Und das tat Celina dann auch. Mithilfe der Ratschläge eines Landwirtes baute sie sich eine Hühnerfarm auf, die mittlerweile bis zu 1000 Eier pro Tag abwirft. Ihr kleines Unternehmen läuft so gut, dass sie sechs Angestellte hat und damit nicht nur sich selbst und ihre Familie aus der Armut befreien konnte, sondern auch sechs weiteren Menschen aus Ghana eine berufliche Perspektive geben konnte.
Diese und zahlreiche weitere Geschichten verdeutlichten eines sehr klar: Die Herausforderungen an die Bevölkerungen in Ghana, um sich aus der Armut befreien zu können, sind enorm und vor allem vielschichtig. So lässt sich Moses Lambon durchaus als Kreditbetreuer und Sozialarbeiter in einer Person bezeichnen. Celina Yelpoe zeigt mit ihrer Geschichte, dass die Arbeit von Opportunity wirkt.
Der Freundeskreis Weser-Ems von Opportunity International hat in den sechs Jahren seit seiner Gründung mehr als 500.000 Euro an Spenden für die Mikrofinanzorganisation eingeworben, die auf Hilfe zur Selbsthilfe statt auf Almosen setzt. Das Geld, einmal in den Kreislauf der Mikrokredite gebracht, wirkt wieder und wieder.
Zu dem Informationsabend sind alle Interessierten herzlich eingeladen.
Der lange Weg von Jever nach Babelsberg

Foto (c): Helmut Burlager
Der Tatort-Regisseur Nicolai Rohde hat seine Wurzeln in Friesland
Als am 6. Oktober im Vorspann des „Tatorts“ aus Ludwigshafen der Name des Regisseurs über den Bildschirm lief, hat niemand an Jever gedacht. Es sei denn, er wüsste, dass Nicolai Rohde früher einen anderen Namen trug. In einer anderen Zeit, in einer anderen Welt als die, in der er heute lebt, wuchs er nämlich als Nico Görs auf. In Jever, an der Schlachte. Nach langer Zeit kehrte der Filmemacher jetzt dorthin zurück. Erzählte von seinem langen Weg von Jever nach Babelsberg. Mehr lesen…
Eine Reise ins jüdische Ostfriesland
Broschüre lässt den einst so lebendigen Alltag der Juden in Ostfriesland wieder gegenwärtig werden
Aurich – Unter dem Titel „Reise ins jüdische Ostfriesland“ hat die Ostfriesische Landschaft eine Broschüre veröffentlicht, mit der das einst so lebendige jüdische Leben in Ostfriesland wieder gegenwärtig wird. Anlass der Publikation ist die Pogromnacht vom 9. November 1938, die sich zum 75. Mal jährt. Durch die Veröffentlichung wird es möglich, sich auf die Spuren jüdischen Lebens auf der gesamten Ostfriesischen Halbinsel zu begeben.

Foto (c): Jantje Appel
Auf den 67 Seiten der Broschüre können interessierte Leser auf viele Informationen und Veranstaltungsangebote zur jüdischen Kulturgeschichte in der Region zugreifen. Darin findet man auch 14 allgemeine Informationen, beispielsweise über das jüdische Gemeinde- oder Alltagsleben. Beschreibungen für individuelle Rundgänge zu 13 historischen Stätten vervollständigen die Entdeckungsreise durch das jüdische Ostfriesland. Persönlichkeiten, Alltagsgeschichten und Ereignisse aus Weener oder auf Norderney sind dort genauso aufgeführt, wie der jüdische Friedhof in Jever oder ein Rundgang durch Wilhelmshaven. Die Schrift erzählt auch von besonderen jüdischen Persönlichkeiten, wie der gebürtigen Norderin Recha Freier, die Tausenden jüdischen Kindern zur Flucht nach Palästina verhalf oder dem Schützenkönig Simon Oppenheimer, der 1902 von der Schützencompagnie Esens von 1577 zu ihrem König gekürt wurde.
21 Kultureinrichtungen, davon neun Museen und fast alle ehemaligen Synagogenstandorte, zeigen in ihren Ausstellungen und Projekten, wie ein Thema aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet werden kann. Eine musikalische Besonderheit bildet die Konzertreihe der Folkgruppe „Laway“. Das Ensemble präsentiert erstmals die vertonten Verse des Holocaust-Überlebenden Iakovos Kambanellis auf Plattdeutsch, der Sprache, welche auch die ostfriesischen Juden sprachen.
Insgesamt neun von zehn Kultursparten sind bei dem Kooperationsprojekt „Reise ins jüdische Ostfriesland“ vertreten. „Gerade die Zusammenarbeit unterschiedlichster kultureller Bereiche hat uns bei diesem Projekt überzeugt und deshalb haben wir dieses gerne gefördert“, so Dr. Kathrin Höltge, Referatsleiterin beim Ministerium für Wissenschaft und Kultur.
Eine ganz besondere Auszeichnung erhielt das Ausstellungsprojektes „Haggadah, Kunst zum jüdischen Pessach-Buch“, das in der Knesset, dem Parlament des Staates Israel im Mai 2014, präsentiert wird.
„Reise ins jüdische Ostfriesland“ ist ein großes gemeinsames Projekt im Rahmen des dritten kulturtouristischen Themenjahres „Land der Entdeckungen 2013“. Dieses umfasst die gesamte Ostfriesische Halbinsel; vom Ammerland bis zu den Inseln, vom Dollart bis zum Jadebusen. „Mit der Broschüre ist uns die Stärkung der Vernetzung und die regionenübergreifende Zusammenarbeit besonders gelungen“, so Helmut Collmann, Präsident der Ostfriesischen Landschaft. „Die Anfragen aus dem gesamten Bundesgebiet, England und den Niederlanden ermutigen uns, auf diesem Weg weiter zu gehen“, so Collmann weiter.
Lions Clubs unterstützen die Seenotretter
Tonnen an Münzen für den guten Zweck
Jever – Seit der Einführung des Euro klimpern nicht mehr ganz so viele Fremdwährungs-Münzen in den Portemonnaies von heimkehrenden Urlaubern, doch immer noch bringen Reisende genug Hartgeld aus fremden Ländern mit nach Deutschland, dass sich das Einsammeln lohnt. Das tut der Lions-Club Jever unter der Federführung seines Mitglieds Udo König seit mittlerweile mehr als 25 Jahren, und die Spendenbüchsen mit dem Logo der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, die König in Bankfilialen aufstellt, werden immer noch gut gefüttert.

Der Präsident des Lions-Clubs, Jan Scherf, übergab dem Leiter des Informationszentrums Nordwest der DGzRS, Hans-Joachim Katenkamp, am Mittwochabend in Jever eine weitere große Spende der Lions. Die hatten das ohnehin gute Ergebnis der Sammlung noch einmal aufgestockt, und die Freunde aus dem holländischen Partnerclub in Emmen, die Mittwoch in Jever zu Gast waren, spendierten 250 Euro obendrauf, sodass Katenkamp 3250 Euro für die Arbeit der Seenotretter in Empfang nehmen konnte. Im Laufe der Zeit hat die Sammlung der Lions einige Tonnen an Fremdwährung erbracht. Die Münzen werden bei einer englischen Firma gezählt und getauscht, und über die Jahre sind so mehr als 48000 Euro für den guten Zweck zusammengekommen.
Die DGzRS finanziert ihre wichtige Arbeit, bedrohten Menschen auf See rasche Hilfe zu bringen, ausschließlich aus Spenden. Die Fremdwährungsaktion der Lions läuft weiter. Ausländische Münzen, aber auch Eurobeträge können in die markanten Sammelschiffchen der DGzRS oder in die speziellen Sammeldosen der Lions bei den Banken eingeworfen werden. Hans-Joachim Katenkamp dankte allen Spendern und den Mitarbeitern von Banken in Friesland, die sich beteiligt haben.