„Krönungsmesse“ von Mozart in der Stadtkirche

Oratorienkonzert der Stadtkantorei Jever am Sonntag, 15. September 2013 um 17 Uhr

Die Stadtkantorei Jever führt, begleitet von renommierten Orchester, immer wieder große Werke der Kirchenmusik auf. Die Stadtkirche Jever bietet dazu die ausgezeichnete Akustik. Foto: Ev.-luth. Kirchengemeinde Jever
Die Stadtkantorei Jever führt, begleitet von renommierten Orchester, immer wieder große Werke der Kirchenmusik auf. Die Stadtkirche Jever bietet dazu die ausgezeichnete Akustik. Foto: Ev.-luth. Kirchengemeinde Jever

Jever – Am Sonntag ist es wieder soweit: Das jährliche Oratorienkonzert der Stadtkantorei findet in der Stadtkirche Jever statt. Um 17 Uhr erklingen berühmte Werke von W.A. Mozart: die „Krönungsmesse“ sowie Kantaten aus den „Vesperae solennes de Confessore“ für Soli, Chor und Orchester sowie instrumentale Kirchensonaten für Orgel und Orchester.

Die Stadtkantorei und das concertino Jever – zusammen gesetzt aus hervorragenden Musikern der Region und den Orchestern des Rhein-Ruhrgebietes – musizieren unter der Leitung von Kreiskantor Klaus Wedel gemeinsam mit hochkarätigen Solisten: Dorothea Winkel aus Dresden (Sopran), Carmen Schüller aus Hamburg (Alt), Jens Lauterbach aus Köln (Tenor) und Sebastian Klein aus Düsseldorf (Bass).

Die lebendige Musik Mozarts sprüht in allen Werken vor Lebensfreude und Heiterkeit und wirkt nicht nur durch die in Mozarts genialer Weise angelegte Chor- und Solopartien, sondern auch gerade durch die große Orchesterbesetzung mit Holzbläsern, Blechbläsern, Pauken und Orgel.

Karten: Für das Konzert am Sonntag, dem 15. September 2013 um 17 Uhr in der Stadtkirche zu Jever gibt es noch Karten im Vorverkauf bis Samstag bei der Buchhandlung Am Kirchplatz, Tel.: 04461 / 91 20 15 | Eintrittspreise in vier Kategorien mit nummerierten Plätzen: € 20,- / 15,- / 12,- / 8,-,  ermäßigt: € 17,- / 12,- / 9,- / 5,- | Restkarten gibt es an der Abendkasse ab 16 Uhr, Einlass ist um 16.15 Uhr |  Ermäßigung erhalten Schüler, Studenten, Auszubildende, behinderte und sozial schwach gestellte Menschen.

Der Mann, der zweitausend Katzen malte

Christoph Hinz  arbeitete fünf Jahre an seinem Katzenwerk

Jetzt sind die ersten Bilder als Kalender erschienen

Ein bisschen verrückt muss wohl sein, wer fünf Jahre lang jeden Morgen nach dem Aufstehen erst einmal eine Katze malt. Christoph Hinz hat seinen ersten Kalender veröffentlicht. Foto (c): Cornelia Lüers
Ein bisschen verrückt muss wohl sein, wer fünf Jahre lang jeden Morgen nach dem Aufstehen erst einmal eine Katze malt. Christoph Hinz hat seinen ersten Kalender veröffentlicht. Foto (c): Cornelia Lüers

Jever – Wirklich Großes schafft nur, wer ein bisschen verrückt ist. So verrückt zum Beispiel, trotz eines stressigen, den Tag ausfüllenden Berufes jeden Morgen um fünf Uhr aufzustehen, um eine Katze zu malen. 365 Tage im Jahr, fünf Jahre lang, eine Katze nach der anderen, eine schöner als die andere. Und zwar erst einmal nur für sich selbst. Erst als Christoph Hinz, um den es hier geht, eine gewisse Übung darin hatte, zeigte er das eine oder andere Bild her. Die Zeitung – seine Zeitung, das Jeversche Wochenblatt, bei der er als Redakteur arbeitet – schrieb zweimal darüber, doch darüber hinaus hat der Katzenmaler nie eines seiner Werke publiziert oder ausgestellt. Erst nach Abschluss dieser Schaffensphase und nach beträchtlichem Drängen anderer ist das jetzt passiert. Seit wenigen Wochen ist er im Verkauf, der immerwährende Wandkalender für Katzenliebhaber: „Katzen Zeit“.

Die Idee, ein Dutzend der nach Tausenden zählenden Katzenbilder zu einem Kalender zu verarbeiten, haben Christoph Hinz und die Fresenia-Loge zu Jever für einen guten Zweck umgesetzt: Der Überschuss aus dem Verkauf soll dem Verein Tierschutz Aktiv e. V. und dem Integrationsprojekt der Academy of Dance zugute kommen. Aus Sicht der Loge passt das prima: Die einen schützen Katzen und andere Tiere, die anderen gehen schon mal in Katzenkostümen auf die Bühne, um zu tanzen.

Katzen haben es Christoph Hinz schon immer angetan. Er lebt seit vielen Jahren mit Katzen und hat sich lange aktiv im lokalen Tierschutz engagiert. Im Jahr 2007 beschloss er dann, Katzen zu zeichnen. Am 1. Januar 2008 setzte er sich zum ersten Mal an den heimischen Küchentisch und zeichnete eine Katze. Ab dann jeden Tag eine – bis zum 31. Dezember 2012. „Ich habe das Zeichnen nie gelernt und musste mir die Grundlagen während des Projektes erst aneignen“, erzählt er.

Dafür reichte das ursprünglich geplante eine Jahr nicht aus, es wurden fünf Jahre, in denen er sich weiterentwickelte. Seine Modelle waren natürlich die eigenen Katzen, aber da Katzen nicht still halten, bediente er sich auch zahlreicher eigener und fremder Fotos, um sich dem Wesen dieser Tiere anzunähern. Er zeichnete mit Tinte und Feder, Aquarellfarben und Espresso. In den frühen Morgenstunden oder in der späten Nacht holte er sich seine Pinsel, Stifte und Farben. Die so entstandene Serie umfasst 1827 Blätter. Mit den Zeichnungen, die Christoph Hinz nebenher produzierte, kommt er auf gut 2000 Arbeiten.

Gemeinsam mit der Fresenia Loge zu Jever traf Hinz eine Auswahl für diesen immerwährenden Wandkalender. Nun liegt der Kalender also vor: ein farbenfroher Begleiter durchs Jahr, der immer wieder neu aufgeschlagen werden kann und zwei großartige Projekte unterstützt. Um Katzen geht es nicht nur bei den monatlichen Motiven, Christoph Hinz hat jeweils auch kleine Texte zur Verfügung gestellt, in denen er über die eigenen Katzen und die Spuren berichtet, die sie im Leben der Menschen hinterlassen.

Katzen Zeit – ein immerwährender Kalender |Format A 3 | Herausgeber: Fresenia Loge zu Jever, I.O.O.F | Wittmunder Straße 2 | Herstellung: werbungundco | ISBN: 3-87542-081-4 |

Preis: 11,90 € | Auflage: 1000

„Respekt“ für die Sozialministerin

Das Buch „Respekt“, Ergebnis eines gemeinsamen Projekts des Jeverschen Wochenblatts, der Fresenia-Loge und des Landkreises Friesland, bekam Sozialministerin Cornelia Rundt als Gastgeschenk, als sie jetzt den Landkreis besuchte. Unser Bild zeigt von links Landrat Sven Ambrosy, Geschäftsführer Bernhard Bruhnken von der Wohnungsbaugesellschaft Friesland, Ministerin Rundt, Fachbereichsleiter Soziales Stefan Wiese und Simone Wernli-Lübken, Mitarbeiterin des neuen Pflegestützpunktes Friesland. Foto (c): Helmut Burlager
Das Buch „Respekt“, Ergebnis eines gemeinsamen Projekts des Jeverschen Wochenblatts, der Fresenia-Loge und des Landkreises Friesland, bekam Sozialministerin Cornelia Rundt als Gastgeschenk, als sie jetzt den Landkreis besuchte. Unser Bild zeigt von links Landrat Sven Ambrosy, Geschäftsführer Bernhard Bruhnken von der Wohnungsbaugesellschaft Friesland, Ministerin Rundt, Fachbereichsleiter Soziales Stefan Wiese und Simone Wernli-Lübken, Mitarbeiterin des neuen Pflegestützpunktes Friesland. Foto (c): Helmut Burlager

Dass das Thema „Älter werden“ in Friesland eine große Rolle spielt, machte Stefan Wiese, Fachbereichsleiter Soziales beim Landkreis Friesland, jetzt mit einem Gastgeschenk an Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) deutlich. Er überreichte ihr während eines Besuchs das Buch „Respekt – Porträts alter Menschen aus dem Jeverland“, das in Kooperation des Jeverschen Wochenblatts, der Fresenia-Loge und des Landkreises Friesland entstanden ist. Die Ministerin blätterte sofort darin und meinte: „So etwas müsste man alle paar Jahre wiederholen, es wachsen ja immer neue Generationen mit immer neuen Lebenserfahrungen nach.“ Bei dem Projekt „Respekt“ waren im Jahr 2012 über zwölf Monate hinweg 53 Menschen ab 75 in Wort und Bild porträtiert worden. Zunächst erschienen die Beiträge als Zeitungsserie, dann als Buch und als Bilderausstellung. Die Serie und das Gesamtprojekt wurden im Sommer mit einem Journalistenpreis des Verbandes Deutscher Lokalzeitungen ausgezeichnet. (hbu)

Spiel nicht mit dem Feuer…

Vorführung bei der Freiwilligen Feuerwehr Jever am 3. August 2013. In dem Anzug steckt der Feuerwehrmann Mario Alich. Die Demonstration zeigt, was passiert, wenn ein Topf mit in Brand geratenem Frittierfett mit Wasser gelöscht wird. Bilder zum Vergrößern anklicken. Foto (c): Helmut Burlager

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Licht gegen das Analphabetentum

Antoine Bankoley will afrikanische Schulen mit Strom versorgen

Antoine Bankoley. Foto (c): Helmut Burlager
Antoine Bankoley. Foto (c): Helmut Burlager

Jever – Antoine Adeyika Bankoley würde gerne dafür sorgen, dass 240 Kindern in einem Dorf im westafrikanischen Togo ein Licht aufgeht. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn die rund 5000 Einwohner zählende Gemeinde Wli-Centre in der Präfektur Zio hat keine Stromversorgung. Was zur Folge hat, dass ab 18 Uhr, wenn in dem Land nah am Äquator die Sonne untergeht und es  sehr schnell stockfinster wird, Kinder wie auch Erwachsene nur noch im flackernden Schein von Petroleumlampen lesen können. Ein Hindernis bei den Bemühungen um die Alphabetisierung der Bevölkerung Togos, wo viele Menschen nicht richtig lesen und schreiben können. Sonnenkollektoren und Batterien zum Speichern der Energie sollen die Lösung bringen, die Grundschule der Gemeinde soll eine Stromversorgung erhalten. 7000 Euro kostet eine solche Anlage. Es ist nicht die erste Hilfsaktion, die der Jeveraner Antoine Bankoley in seinem Heimatland startet…

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„Ein ungewöhnliches Projekt“

„Respekt – das ist ein beachtenswertes, ein ungewöhnliches und ein wunderbares Projekt“, schreibt Heike Pohl in ihrer Rezension auf ihrem Blog „Textwerk“. Ein schöner Beitrag über unser Buch.

Heike

Ein paar Zitate aus der Rezension:

„Respekt. Achtung. Aufmerksamkeit. Vor den Lebensleistungen, dem Altern und dem Alter selbst zu wecken, Erinnerungen festzuhalten, das ist das Anliegen dieses nicht zuletzt durch seine wunderbaren Nahaufnahmen so bestechenden Buches. Vom Hilfsarbeiter über den Landtierarzt, die Kunsterzieherin, die in früheren Jahren auch Modell gestanden hatte, bis hin zur jungen Frau aus Ostpreußen, deren Lebensreise von Deutschland über Frankreich, die Vereinigten Staaten und schließlich ins Jeverland führte – so unterschiedlich die Lebenswege auch sein mögen, alle Porträtierten eint die während eines fürchterlich wütenden Weltkrieges verbrachte Kindheit und die Gabe, weder den Lebensmut noch die Freude daran jemals verloren zu haben. Und sie alle führen dem Leser eine Bescheidenheit vor Augen, die nachdenklich werden lässt.“

Zum Originaltext

Höflich

Der Weg zur Arbeit wird meist zu Fuß bewältigt. Natürlich flotten Schritts, denn man ist ja noch jung oder fühlt sich wenigstens so. Die tägliche Route führt an einer Kinderkrippe vorbei. Seit das Wetter gewisse Ähnlichkeit mit Sommer bekommen hat, sind die Kleinen oft draußen. Drei Steppkes, kaum den Windeln entwachsen, hängen am Gartentor und beobachten, was auf der Sophienstraße los ist. Freundlich grüßt der Passant: „Hallo, ihr drei!“ Alle drei grüßen wohlerzogen zurück, was den Fußgänger freut, bis ihm ins Bewusstsein dringt, was der Kleinste der kleinen Würmer da eben so freundlich und ohne jede Arglist gesagt hat. Er krähte nämlich: „Hallo, Opa!“


Ein wahrer Opa, Anfang der 60er Jahre. Hein Mansholt aus Brinkum, Ostfriesland.
Opa, Anfang der 60er Jahre. Hein Mansholt aus Brinkum, Ostfriesland.

Medienpreis für das Projekt „Respekt“

Wochenblatt-Serie über alte Menschen gewinnt Wettbewerb des Verbandes Deutscher Lokalzeitungen

Jever/Berlin – Die Zeitungsserie „Respekt – Porträts von alten Menschen aus dem Jeverland“, die in diesem Jahr auch als Buch erschien, ist mit dem „FERAG-Leser-Blatt-Bindungspreis“ des Verbands Deutscher Lokalzeitungen(VDL) ausgezeichnet worden Der Preis wurde am Mittwoch, 12. Juni, anlässlich des VDL-Kongresses in feierlichen Rahmen in der Akademie der Künste in Berlin überreicht.

In Berlin nahmen die Teammitglieder Brigitte Meiners, Helmut Burlager und Sigrid Kasdorf stellvertretend für das ganze Respekt-Team den ersten Preis des VDL-Wettbewerbs entgegen. Foto: VDL
In Berlin nahmen die Teammitglieder Brigitte Meiners, Helmut Burlager und Sigrid Kasdorf stellvertretend für das ganze Respekt-Team den ersten Preis des VDL-Wettbewerbs entgegen. Foto: VDL

Wochenblatt-Redaktionsleiter Helmut Burlager, Fotografin Sigrid Kasdorf und Autorin Brigitte Meiners nahmen den ersten Preis in der Kategorie „Redaktion“ stellvertretend für das gesamte „Respekt“-Team entgegen, zu dem auch die Wochenblatt-Redakteure Cornelia Lüers und Christoph Hinz, Jörg Reents und Ottmar Kasdorf von der Fresenia-Loge Jever sowie Nantke Ihnen vom Landkreis Friesland gehören.

Mit der Auszeichnung hat das gemeinsame Projekt „Respekt“ des Jeverschen Wochenblatts, der Fresenia-Loge zu Jever und der Koordinierungsstelle „Älter werden“ des Landkreises Friesland eine bundesweit ausstrahlende Würdigung erfahren. Der Preis wird jährlich in drei Kategorien mit ersten, zweiten und dritten Plätzen vergeben. Die Wochenblatt-Serie mit 52 Porträts alter Menschen aus dem Jeverland wurde in der Kategorie „Redaktion“ von der Jury einstimmig auf Platz 1 gesetzt. Übergeben wurde der Preis durch Verkaufsleiter Tim Kuhrau vom Druckmaschinenhersteller Ferag GmbH. Das ist der Sponsor der von Bildhauerin Anne Hollmann aus Dötlingen gestalteten Trophäen, die den „Leser“ und seine Anhänglichkeit an „sein“ Blatt symbolisieren. Jurymitglied Stefan M. Kob interviewte auf der Bühne vor Verlagsmanagern und Chefredakteuren aus ganz Deutschland die aus Jever angereisten Teammitglieder Sigrid Kasdorf, Brigitte Meiners und Helmut Burlager, nachdem die Besonderheit des Projekts in einer Multimedia-Präsentation gewürdigt worden war.

Das Buch bestellen: Hier klicken!
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Im Urteil der Jury heißt es unter anderem: „Respekt vor dem Alter ist eine hehre gesellschaftliche Forderung. Wenn man sie aber mit bewegenden Lebensgeschichten untermauert wie das Wochenblatt, stellt sich Respekt auch bei jungen Lesern von alleine ein.“ Die Beiträge hätten „fast nebenbei“ eine Brücke zwischen Alt und Jung geschlagen. Beeindruckt habe die Jury auch die formale Umsetzung der Serie mit professionellen Porträts aus dem Fotostudio und dem durchgängig gestalteten Schreibstil mit kurzen Sätzen und klarer Sprache.

Die starke Resonanz aus der Leserschaft, die Erstellung eines Reprints in Buchform nach dem Serienende und die Planung einer Ausstellung wurden als Gesamtkonzept besonders hervorgehoben. „Besser kann man Leser – ob jung, ob alt – nicht an die Zeitung binden“, fand die Jury.

Der Verband Deutscher Lokalzeitungen ist die Interessenvertretung von mehr als 80 mittelständischen Zeitungen mit einer Gesamtauflage von 1,4 Millionen Exemplaren.

Mehr über das Projekt und das Buch: Hier klicken

5000-Euro-Preis für Innovation LiquidFriesland

Beamtenbund sieht Initiative als vorbildlich an

LiquidJever – Im bundesweit ausgeschriebenen Innovationswettbewerb des deutschen Beamtenbundes hat die Online-Beteiligungsplattform LiquidFriesland einen Sonderpreis gewonnen, der Mittwoch in Leipzig verliehen wird. Jever – Der Landkreis Friesland gehe mit LiquidFriesland einen „neuen Weg der ‚Bürgerbeteiligung 2.0‘“, lobt der Bundesvorsitzende des dbb beamtenbund und tarifunion, Klaus Dauderstädt. Dieser neue Weg ist dem dbb einen mit 5000 Euro dotierten Sonderpreis in seinem bundesweit ausgeschriebenen Innovationswettbewerb 2013 wert, der Preis wird am 5. Juni anlässlich des Kongresses „moderneVerwaltung“ in Leipzig verliehen. „Über diese Auszeichnung freuen wir uns besonders, weil sie den Kern von LiquidFriesland in den Blick nimmt: Ein zusätzliches Beteiligungsangebot an den Bürger, das auf die Chancen des Internets setzt und eine Brücke schlägt zwischen Online-Beteiligung und Offline-Politik“, so Frieslands Landrat Sven Ambrosy.

Der Wettbewerb des dbb soll Neuerungen im öffentlichen Dienst initiieren, fördern und der Öffentlichkeit als Vorbild bekannt machen. Bei einer Vielzahl der Bewerbungen handele es sich um Projekte, die sich mit der Bewältigung ganz konkreter Folgen des demografischen Wandels auseinandersetzten – etwa zunehmender körperlicher Immobilität lebensälterer Bürger, dem steigendem Erfordernis alternativer Informations- und Beteiligungskanäle oder der Nachwuchskräftegewinnung innerhalb der Verwaltung, so Dauderstädt. „Mit ihrem Votum würdigt die Jury das Verantwortungsbewusstsein und den Mut, vor dem Hintergrund des demografischen Wandels in der Kommunikation zwischen Verwaltung und Bürgern neue Wege zu beschreiten.“

Quelle: Landkreis Friesland

https://www.liquid-friesland.de/

http://www.friesland.de/

Fritz Kleinsteuber | Zwischen Jever und Jakarta

Die manchmal sonderbaren Wege des Lebens:
Autobiografie „Aus der Heimat hinter Blitzen rot …“

Von Helmut Burlager

Jever – Es gibt Leben, aus denen könnte man fünf Bücher machen. So auch das von Dr. Fritz Keinsteuber. Man könnte über seine Kindheit und Jugend in Jever schreiben, denn der Mann, der hier 1939 in eine Kaufmannsfamilie hineingeboren wurde, steckt voller Erinnerungen und Anekdoten aus einer schon fast vergessenen Zeit. Man könnte über den erfolgreichen Manager schreiben, der früh der Enge der Kleinstadt entfloh, in Weltunternehmen tätig war und sich schließlich seinen Kindheitstraum erfüllte, im fernen Indonesien zu arbeiten, zu leben und eine Familie zu gründen.

Dr. Fritz Kleinsteuber Foto (c): H. Burlager
Dr. Fritz Kleinsteuber
Foto (c): H. Burlager

Ein ganzes Buch wäre auch wert, was Fritz Kleinsteuber über den Umgang seiner Stadt mit Schuld und Verstrickung im Nationalsozialismus zu sagen hat. Ein Porträt des Liberalen Fritz Kleinsteuber, der sich mal anschickte, als FDP-Politiker Karriere zu machen und in den Bundestag zu gehen, ergäbe einen eigenen Band. Und über die unter so besonderen Umständen entstandene Stadt Wilhelmshaven und ihre Schwierigkeiten, aus der Chance des tiefen Fahrwassers etwas zu machen, hat der Mann auch schon so viel nachgedacht, gesagt und geschrieben, dass ein Buch aus seiner Feder darüber für heftige Diskussionen sorgen würde.
Die fünf Bücher gibt es nicht. Dafür gibt es nun eines, in dem das alles in einem bunten Kaleidoskop zusammengefasst ist. Fritz Kleinsteuber hat es selbst geschrieben, die „Stationen der Lebensreise“ zu Papier gebracht, wie er es nennt. Das Buch „Aus der Heimat hinter den Blitzen rot…“   vereinigt auf 362 Seiten alles: Die Erinnerungen des 74-Jährigen, der auszog, die Welt zu erobern und den seine friesische Heimat doch nie losließ, die kritische Sicht auf jeversche Stadtgeschichte und -entwicklung der letzten sechzig, siebzig Jahre, das Bekenntnis zu einer freiheitlichen, marktwirtschaftlichen Politik, zu seiner Heimat und eine recht selbstkritische Bilanz über Erreichtes und nicht Erreichtes, über Erfolge und Scheitern, über ein letztlich dann doch ganz normales Leben.
Es gibt, bis auf die nahen Angehörigen, vor allem seine drei erwachsenen Kinder, für die er das Buch eigentlich geschrieben hat, sicher niemanden, den all die Facetten dieses Werkes gleichermaßen interessieren werden. Doch insgesamt ist die Lektüre hoch spannend, gibt ganz unerwartete Einblicke besonders für den, der ein bisschen mit Jever vertraut ist.
Da ist die Welt der Mühlenstraße mit ihren Kneipen und Geschäften, mit ihren teils schrulligen Typen. Die Kaufmannsfamilie Kleinsteuber, die mit Glück und Raffinesse zu Ansehen und Wohlstand aufstieg und über die dann irgendwann doch die neue Zeit hinweg ging. Da entstehen – im Kleinen – Typen vor Augen wie bei den Buddenbrooks, nur dass ihre Welt eben nicht Lübeck und Hamburg ist, sondern Waddewarden und Heidmühle. Geschichten aus der Pennälerzeit des damals noch gar nicht so ehrgeizigen Fritz am MG, der lieber mit seinen Freunden auf den Weiden herumstromert, mit dem Luftgewehr schießt und im nagelneuen Heidmühler Freibad den Mädels nachguckt, als für die Schule zu büffeln. Und der schon jene Sehnsucht nach „Batavia“ verspürt, das er damals in Büchern, auf Sammelbildchen und im Kolonialwarenladen entdeckt. Jener Stadt also, die inzwischen Jakarta heißt und in der er Jahrzehnte später nicht nur als Geschäftsführer der Deutsch-Indonesischen Industrie- und Handelskammer auf dem beruflichen Höhepunkt ankommen, sondern auch seine Frau fürs Leben treffen und heiraten wird.
Zu Hause das Fernweh, in der Ferne die Sehnsucht nach zu Hause, so wird er zum Pendler zwischen zwei Welten. Beiden ist er in kritischer Leidenschaft verbunden. Das Buch erklärt seinen Kindern, aber nicht nur ihnen, dass das Leben manchmal sonderbare Kurven nimmt.

Fritz Kleinsteuber: „Aus der Heimat hinter den Blitzen rot…“, 363 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Verlag AS Productions Indonesia, Jakarta. Vertrieb: Verlag Hermann Lüers, Jever. 19,90 Euro. ISBN 978-979-17057-9-0.

Fritz Kleinsteuber ist auch Autor im Friesenblog: https://friesenblog.com/2013/01/19/klagelied-eines-stamm-liberalen/

Seine Frau Asti Kleinsteuber hat ebenfalls etliche Bücher verfasst, unter anderem über die Präsidentenpaläste und über chinesische Tempel  in ihrer Heimat Indonesien, außerdem zahlreiche Ratgeber, Kunstbücher und mehr.  http://genta.co.id/en/profilAstiK.php