Historische Tondokumente von Hein Bredendiek

Plattdeutsche Literatur-CD erschienen

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Hein Bredendiek im Jahr 1996. Foto: Helmut Burlager

Jever/Oldenburg. Soeben erschienen ist die Literatur-CD „Bredendiek snackt – Auszüge aus einem literarischen Leben“. Herausgeberin der CD ist die Oldenburgische Landschaft. Der aus Jever gebürtige Hein Bredendiek (1906-2001) hat sich mit seinem literarischen Werk einen Namen als ernstzunehmender plattdeutscher Autor gemacht. In seinen Erzählungen, Kurzgeschichten und Andachten nutzte Bredendiek die ganze Kraft der plattdeutschen Sprache.

Die Doppel-CD enthält größtenteils unveröffentlichte Tondokumente. Diese sind jetzt erstmals überarbeitet und digitalisiert worden. Ein beiliegendes Booklet enthält Informationen zu Leben und Werk Hein Bredendieks.

Die Tondokumente sind eine Auswahl aus Insgesamt 47 Stunden Tonmaterial, das auf historischen Tonbändern und Audiokassetten aus den 1960ern bis in die 1990er Jahre erhalten geblieben ist und jetzt komplett digitalisiert werden konnte. Die Tochter Hein Bredendieks, Elke Thuma, hat das CD-Projekt unterstützt. So steuerte sie privates und bisher unveröffentlichtes Fotomaterial ihres Vaters bei.

„Die Auswahl auf der CD bietet einen schönen Querschnitt durch das literarische Schaffen Hein Bredendieks“, so Thomas Kossendey, Präsident der Oldenburgischen Landschaft. „Bredendiek stellt auch als Vorleser überzeugend unter Beweis, was Plattdeutsch bei ganz verschiedenen Themen im Ausdruck leisten kann. Und außerdem: Man hört ihm gerne zu“.

„Bredendiek snackt: Auszüge aus einem literarischen Leben“, Hg. Oldenburgische Landschaft, Isensee Verlag, Oldenburg 2016, ISBN 987-3-7308-1309-6, Preis 14,- €. 

Ursula Kray stellt im Lokschuppen Jever aus

Aktmalerei und Menschen in Bewegung – die in Düsseldorf geborene Künstlerin liebt das große Format

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Ursula Kray aus Jever stellt vom 25. Juli an in der Galerie im Lokschuppen aus. Foto: H. Burlager

Nicht allzu oft gibt das Künstlerforum Jever einem seiner Mitglieder die Gelegenheit, in der Galerie im Lokschuppen eine Einzelausstellung zu zeigen. Der langjährig in dem Verein engagierten Künstlerin Ursula Kray wird diese Ehre nun zuteil. Anlass ist ihr 75. Geburtstag, den die aus Düsseldorf stammende Jeveranerin im Oktober feiert. Vom 24. Juli an zeigt sie in den Räumen des Künstlerforums am Moorweg etwa 30 Bilder aus verschiedenen Schaffensperioden.

Zur Malerei ist Ursula Kray schon als Kind gekommen, ihr angeborenes Talent wurde nach Kräften gefördert von einer „tollen Kunstlehrerin“, wie sie sagt, und untermauert durch das Lesen jeder nur greifbaren Fachliteratur. Doch der Wunschtraum, Kunst zu studieren, ließ sich in der Nachkriegszeit nicht realisieren, so lernte sie was Handfestes, wurde kaufmännische Angestellte und später Chefsekretärin in großen Unternehmen der Getränkebranche. Beruf und Familie ließen ihr keine Zeit, weiter zu malen und zu zeichnen. Erst 1987, als die Kinder erwachsen waren, fing sie wieder damit an, wurde Mitglied der Gruppe Collage in Bad Neuenahr.

1992 kam sie zum Friesischen Brauhaus, und einer der ersten Wege in Jever führte sie zum Künstlerforum, wo sie sich seither engagiert – selbst ihren Wohnsitz nahm sie nur einen Steinwurf vom Lokschuppen entfernt. Konsequent ging sie nun ihre Ausbildung an, von Kursen in Porträt- und Aktzeichnen bei Andreas Reiberg und Doris Garduhn über Lehrgänge an der Europäischen Kunstakademie Trier, einem Meisterkurs bei Helge Leiberg im Kloster Irsee bis zu den alljährlichen sommerlichen Kunstakademien in Bad Reichenhall, Kolbermoor und im Allgäu, die sie bis heute regelmäßig besucht.

Die Akademieaufenthalte verschafften ihr eine Möglichkeit, die sie in ihrer kleinen Wohnung und auch in den Räumen des Künstlerforums so nicht besaß: das große Format auszuprobieren. Heute malt sie fast nur noch in Acryl auf voluminösen Leinwänden, lässt Farbe und Form großflächig wirken. Begrenzt sind die Rahmengrößen nur von der Kofferraumkapazität ihres Autos, wie sie augenzwinkernd verrät.

Ihre Leidenschaft sind Akte –  Frauen und Männer – und Menschen in Bewegung, sei es beim Sport, sei es beim Tanz, oft an der Grenze zwischen Figürlichem und Abstraktion. Solche Arbeiten wird sie auch in der Ausstellung in der Galerie im Lokschuppen zeigen. Daneben Beispiele aus anderen Schaffensperioden seit etwa 1995, schließlich ist ihr Werk von bemerkenswerter Vielseitigkeit, angefangen einst mit Pastellkreidezeichnungen, bis sie die Radierung für sich entdeckte und dann die Arbeit mit Acryl, die ihr so liegt.

So ist ein Lebenstraum am Ende doch noch in Erfüllung gegangen. Über die Jahre hat sie aufgeholt, was ihr als junge Frau verwehrt blieb. „Alles, was ich mir angeeignet habe, habe ich an den Sommerakademien gelernt. Die möchte ich in keinem Jahr missen“, sagt Ursula Kray. Der Lohn ist die Anerkennung des Publikums. Nicht nur zu den Ausstellungen des Künstlerforums in Jever, Schortens und Zerbst gehören ihre Arbeiten immer dazu, sondern auch zur Harle-Kunstausstellung in Wittmund, den Ausstellungen der Künstlervereinigung Nordbrücke in Wiesmoor und Opladen. Nun also die lang ersehnte Einzelausstellung in Jever. Eröffnet wird sie am Sonntag, 24. Juli, um 15 Uhr. Zu sehen ist sie mittwochs, sonnabends und sonntags von 15 bis 18 Uhr. Die Einführung hält der Journalist Christoph Hinz.

Theater-Gala in Wilhelmshaven

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„Clyde und Bonnie“ – eine der erfolgreichen Inszenierungen der laufenden Spielzeit. Mit Lutz Faupel und Friederike Butzengeiger. Bild: Landesbühne Nord

Förderverein stellt das Ensemble der Landesbühne, die Stücke der aktuellen und der kommenden Spielzeit und sich selbst vor. Am 1. Juni im Stadttheater.

Wilhelmshaven – Große Gala des Fördervereins der Landesbühne in Wilhelmshaven: Um noch mehr Mitglieder für das Theater zu begeistern als die jetzt schon über 250 Unterstützer, veranstaltet der Verein am 1. Juni um 19.30 Uhr eine große Gala im Stadttheater.

In diesem Spektakel wird das gesamte Ensemble der Landesbühne zu sehen sein. Es wird ein Rückblick auf die vergangene Spielzeit und eine Feier des Theaters, das an diesem Tag die künstlerische Vielfalt der Landesbühne unter Beweis stellen will.

Ziel des Fördervereins ist es, die Landesbühne insgesamt, einzelne Produktionen und kulturelle Rahmenprogramme zu unterstützen. So half der Verein bereits bei der Finanzierung eines neuen Ton-Mischpults, eines Sprechtrainings oder der neuen Zuschauertribüne in der Spielstätte TheOs. Karten für die Gala gibt es ab sofort im Service-Center der Landesbühne in der Virchowstraße in Wilhelmshaven.

 

Gedichte vom Spülsaum

Werner Menke veröffentlicht Lyrikband

Jever – Als Ornithologe, Umweltschützer und Heimatkundler hat sich Werner Menke längst einen Namen gemacht. Jetzt kann man ihn von einer ganz anderen Seite kennen lernen: als Lyriker.
Menke.jpgDer Jeveraner wird am kommenden Sonnabend, 23. April 2016, in einer Veranstaltung des Schlossmuseums Jever zum „Welttag des Buches“ mitwirken und Gedichte aus seinem gerade erschienenen Lyrikband „Spülsaum“ vortragen. Damit stellt er  dieses Werk erstmals einem größeren Publikum vor.
Bisher hatte sich Menke eher als Sachthemen-Autor und Herausgeber betätigt – von ihm stammen unter anderem die Veröffentlichung „Denkmäler in Jever“  (2007),  die Bearbeitung von Albrecht Drosts Erinnerungen „Ut mine Jungentid“ (2010) und  Einzelkapitel im Band über den „Schlosspark Jever“ (2009) sowie regelmäßige Beiträge zum „Historien-Kalender“  und gelegentliche Artikel naturkundlicher, historischer oder kulturgeschichtlicher Thematik in der regionalen Presse.

Doch Menke ist von Jugend an auch Literaturfreund, das war prägend für seine Berufswahl. Er studierte Germanistik, war viele Jahre lang Deutschlehrer am Mariengymnasium. Schon früh entwickelte er eine besondere Vorliebe für Lyrik und hat bei entsprechenden Gelegenheiten immer mal wieder kurze Gedichte geschrieben, die aber größtenteils in der Schublade geblieben sind. Immerhin fanden einige Kurzgedichte sich in den letzten Jahrgängen des Historien-Kalenders aus dem Brune-Mettcker-Verlag.

Auf Initiative seiner Töchter hin ist es nun zu einer Veröffentlichung dieser Arbeiten gekommen, als Sammlung von mehr als 80 Gedichten in einem Band von 100 Seiten  unter dem Titel „Spülsaum“.

Neben älteren Gedichten aus den 1970er-Jahren und lyrischen Bildern aus Portugal, wo
Werner Menke mit seiner Familie von 1987 bis 1993 lebte, machen lyrische Momentaufnahmen den größten Teil des Lyrikbandes aus.

Dabei handelt es sich zumeist um kurze Text, in denen versucht wird, besondere Momente einzufangen, die über ein konkretes Erfahren hinaus eine Bedeutung erhalten.
Erschienen ist „Spülsaum“ im Verlag BoD – Books on Demand, Norderstedt, ISBN 978-3-7392-4548-5,    Preis 8,90 Euro. Bezugsmöglichkeiten: Bestellung beim Verlag, über Buchhandlungen oder direkt beim Autor.

Neue Radziwill-Ausstellung in Dangast

Im Franz-Radziwill-Haus in Dangast wird vom Sonntag, 13. März, an die Ausstellung „Schneeweiß und Nachtschwarz“ mit Werken von Franz Radziwill (1895-1983) gezeigt. Die offizielle Eröffnung ist um  11.30 Uhr in der Kuranlage Deichhörn. Franz Radziwill, der Maler mit der unverwechselbaren Bildsprache, bewegte sich zwischen Avantgarde und Tradition und nimmt in der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts eine Ausnahmeposition ein. Die Ausstellung ist Auftakt zu einer neuen Reihe, die die formalen Bildstrategien herausstellt, welche Radziwills Werke so einzigartig machen. Der Fokus wird auf seinen Umgang mit den Farben Weiß und Schwarz und sein Spiel mit Kontrasten gesetzt. Rund 30 Leihgaben aus Museen und Privatbesitz werden im Künstlerhaus werden im Künstlerhaus in der Sielstraße 3 ausgestellt. Dazu erscheint ein Katalog und es gibt ein umfangreiches Begleitprogramm. www.radziwill.de

DSC_4709.jpgKünstlerort Dangast. Hier lebte und arbeitete auch Franz Radziwill. Foto (c): H. Burlager

Libre Office mit plattdeutscher Rechtschreibprüfung

Schreibt man auf Platt he deiht oder he deit? Ist Straten oder Straaten korrekt? Jeder, der plattdeutsche Texte verfasst, steht vor solchen Fragen. Bisher war der Blick ins Wörterbuch oder in die Grammatik notwendig. Unterstützung gibt es nun für alle, die am Computer plattdeutsch schreiben: Für das kostenlose Programm „Libre Office“ liegt eine erste Version einer niederdeutscher Rechtschreibprüfung vor. Auf der Grundlage der Schreibregeln nach Johannes Saß wird ein Text beim Verfassen auf die korrekte Schreibung überprüft.
Screenshot 2016-02-26 11.54.36.jpgEntwickelt hat die niederdeutsche Rechtschreibprüfung der Verein „De Plattdüütschen“ aus dem Landkreis Stade. Mehr als 6.000 Wörter in über 33.000 Konjugations- und Deklinations
formen wurden bereits aufgenommen. Gesucht werden nun Freiwillige, die die Rechtschreibprüfung testen und beim Ausbau des Wortschatzes mithelfen. Weitere Informationen finden sich auf der Homepage „Lern Platt“ (http://lern-platt.de/plattdeutsche-rechtschreibpruefung). Dort kann man die Erweiterung für „Libre Office“ auch kostenlos herunterladen.

Quelle: Institut für niederdeutsche Sprache

Carola Schede: Worum dreht sich deine Welt!

Foto – und Audioausstellung im Mehrgenerationenhaus Zetel

Der Ursprungsgedanke entstand in der Planungsphase für das Mehrgenerationenhaus in Zetel vor vier Jahren. Auf einem Treffen sprach Carola Schede erstmals ihre Idee an, die Bürgerinnen und Bürger mitten in das Mehrgenerationenhaus zu holen, nämlich in Form einer Ausstellung.

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Carola Schede im Gespräch mit Dareen Kanaan. Sie ist seit zwei Jahren deutsche Staatsbürgerin. Foto: Tanja Finke

Es sollte eine Ausstellung werden, die Fotos und Hörgeschichten kombiniert. Die Idee: Die Besucher entdecken Menschen, die sie kennen, oder denen sie vielleicht einfach nur häufig im Ort über den Weg laufen, ganz neu. Die Geschichten, produziert wie professionelle Radiobeiträge, könnten, so die Hoffnung der Zetelerin, sogar im besten Fall Hemmschwellen abbauen und ein bisschen den Blick aufeinander ändern oder füreinander öffnen. „Ich würde gerne Menschen miteinander ins Gespräch bringen, die sonst keine Berührungspunkte haben“, sagt Carola Schede.

Sie fand Unterstützung bei Joann Hagen von der Gemeinde, die zusammen mit der freien Journalistin das Konzept beim Landkreis Friesland einreichte. Vor allem wegen des inklusiven Grundgedankens gab es sofort eine breite Zustimmung.

Zehn Menschen hat die Hörfunk – und Fernsehautorin nun in den vergangenen Wochen besucht und interviewt. Tanja Finke, noch Studentin der Jade Hochschule und angehende Medienwirtin, hat die Porträtaufnahmen gemacht. Sie trafen Menschen, die sie zum Teil gar nicht selber kannten. Engagierte Jugendliche, Ältere, die aus alten Zeiten berichten und Familien, die erzählen, warum sie sich entschieden haben, genau hier Zuhause zu sein. Sie sind Zurückgekehrte, Zugezogene und Hiergebliebene. Sogar eine blinde Frau ist dabei, die sich selbst das Klavierspielen beigebracht hat. Oder eine Syrerin, die schon seit Jahren hier lebt. Sie  erzählt, dass sie Wirtschaft studiert hat, wie das Leben vor dem Krieg in Damaskus war, und wie es für sie war, hier ganz anzukommen.

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Mit dabei: Björn Richter und seine Mutter. Seit seinem vierten Schlaganfall sitzt Björn im Rollstuhl. Die beiden sind immer zusammen unterwegs. Foto: Tanja Finke

„Jeder von uns hat eine besondere Geschichte, die sich lohnt, erzählt zu werden“, so die 43-jährige Journalistin. „Viel zu selten bleiben wir stehen, und hören hin. Oder nehmen uns mal die Zeit für die anderen. Es gäbe so viele Geschichten, die in diese Ausstellung gehörten. Es war echt hart, sich auf zehn zu reduzieren!“ Die Geschichten, die jetzt in der Ausstellung zu sehen und zu hören sind, sind auf jeden Fall: mitten aus der Gemeinde.

Die Eröffnung ist am 14. Januar im Mehrgenerationenhaus Zetel und öffentlich. Beginn ist um 9.30 Uhr.

Wo bleiben die Beschwerden?

Wir haben ja nicht nur unsere Heimatstadt Leer gemeinsam, der Singer-Songwriter Enno Bunger aus Hamburg und ich. Ich mag seine Lieder und schätze seine Texte, aber das hier ist etwas ganz Besonderes, so aktuell und engagiert wie es in diesen aufregenden Zeiten nur geht. Es geht darum, dass wir uns mitschuldig machen, wenn wir uns nicht gegen die rechten Hetzer und Fremdenfeinde wehren, die zurzeit in Deutschland Stimmung gegen Flüchtlinge und alle Ausländer machen. Enno schreibt: „Ich hätte nicht gedacht, dass ich einmal so politisch werde, wie ich es heute bin. Aber ich kann nicht anders. Obwohl ich kein Hemdenträger bin, ist mir der Kragen geplatzt. Ich habe mich im Oktober 2014 gefragt,…

 … warum es kaum neue Lieder gibt gegen Fremdenfeindlichkeit und gegen Rassismus in Deutschland, denn Deutschland hat ein Rassismusproblem. Als dann im Dezember 2014 PEGIDA hochkam, habe ich mich gewundert, dass so viele Leute so still sind, dass so viele Leute nicht gegen Fremdenfeindlichkeit protestieren, dass wir die Menschen, die leiden und in Angst leben müssen, alleine lassen. Wer etwas verändern will, muss bei sich selbst anfangen. Darum habe ich dieses Lied geschrieben und habe mich auseinandergesetzt, mit dem NSU-Prozess, mit Oury Jalloh, mit Fällen rechter und rassistischer Gewalt in Deutschland. Nie war ich beim Schreiben eines Songs so bewegt, so traurig, so wütend. Dieses Lied ist das Ergebnis, eine Kritik an dem Land, in dem wir leben, an unserer Gesellschaft, und vor allem auch an mich selbst. Wir sind mitverantwortlich für das, was da passiert. Zum 25. Tag der Deutschen Einheit wünsche ich mir, dass Deutschland sich erst dann feiert, wenn es sein Rassismusproblem in den Griff bekommen hat. Und: ich will nicht nur nörgeln. Es gab in den letzten Wochen eine schöne große Welle der Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge. Das bringt Hoffnung und Wärme ins Kaltland. Von dieser Wärme brauchen wir allerdings noch viel mehr, um durch diesen Winter zu kommen. Es liegt also an uns – packen wir es an.

„Wir können was dafür, wenn wir nichts dagegen tun.“

Wer ist Enno Bunger? Wikipedia

Pop Art aus Wilhelmshaven

FOTOPOPART – Eine Symbiose aus Foto-Design und Pop Art

Ausstellungseröffnung am Donnerstag, 1. Oktober 2015, 18.30 Uhr
in der Sparkassenzentrale am Theaterplatz

Text zur Ausstellung Sparkasse FOTOPOPART.inddKlaus Schreiber (Foto-Design) und Holger Mühlbauer (Grafik Design + Kunst) kennen sich nun länger als 15 Jahre und haben erstmals einen kreativen Prozess in Gang gebracht, um beide Kunstarten miteinander verschmelzen zu lassen, zur FOTOPOPART! Klaus Schreiber ist seit mehr als 40 Jahren als Foto-Designer in Wilhelmshaven und Friesland bekannt. Er ist ein renommierter Foto-Designer mit vielen Ausstellungen im In- und Ausland. Holger Mühlbauer ist schon von Kindesbeinen an kreativ im Bereich Grafik Design und Kunst. Er ist seit 1996 selbstständig und Inhaber der Agentur „Mühlbauer Design im Pförtnerhaus“ in Wilhelmshaven.

(c) Klaus Schreiber, Holger Mühlbauer
(c) Klaus Schreiber, Holger Mühlbauer

Kreischende Farben, wilde Farbspritzer auf alten Spanplatten, die wieder und wieder fotografiert, gemischt mit Real-Bildern in digitaler Kunstform zusammen gebracht werden. Das ist die Arbeitsweise von Schreiber und Mühlbauer für diese spezielle Kunstart. Diese neue Art besteht aus digitalen und manuellen Materialien, die letztendlich alle digital verarbeitet werden. Die limitierten Werke sind auf Leinenstoff mit 4 cm Keilrahmen in verschiedenen Formaten erhältlich.

Die Ausstellung läuft vom 1. Oktober bis zum 31. Dezember 2015 in der
Sparkassenzentrale Wilhelmshaven, Theaterplatz.

(c) Klaus Schreiber, Holger Mühlbauer
(c) Klaus Schreiber, Holger Mühlbauer

Kunsthaus Leer zeigt zwei wichtige ostfriesische Künstler

Begegnungen: Bernhard Grotzeck und Hinricus Bicker-Riepe

Ausstellung bis zum 20. September im Kunsthaus Leer

Leer. Der Maler Bernhard Grotzeck wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden, der Graphiker Hinricus Bicker-Riepe würde seinen 90. Geburtstag begehen. Das Kunsthaus Leer gratuliert mit einer Ausstellung, die faszinierende Einblicke gewährt in die individuellen Bildwelten und Arbeitsweisen.

Bernhard Grotzeck, Vor der Trauung, 1993.

Rund 50 Werke aus unterschiedlichen Schaffensphasen der beiden bedeutenden ostfriesischen Künstler sind in der neuen Schau im Kunsthaus Leer zu sehen. Bernhard Grotzeck (1915- 2008) wurde in Insterburg geboren und kam nach dem Zweiten Weltkrieg nach Ostfriesland. Bevor er beim Finanzamt Emden tätig wurde, wohin er 1959 übersiedelte, lebte er als freischaffender Künstler in Norden.

Anfangs malte er Landschaften, Stillleben und Porträts. Ab den 1960er-Jahren traten humorvolle, bisweilen satirische Bilder hinzu, in denen er menschliche Verhaltenshaltensweisen sowie überkommene gesellschaftliche Moral- und Wertvorstellungen thematisierte.

Hinricus Bicker-Riepe, Mann im Sturm, Holzschnitt, um 1975.

Der gebürtige Ostfriese Hinricus Bicker-Riepe (1925-1997) war ausgebildeter Dekorationsmaler und arbeitete seit 1955 als Zeichner am Institut für Marschen- und Wurtenforschung in Wilhelmshaven. Daneben übte er den Beruf des freien Graphikers aus. Er spezialisierte sich auf den Holz- und Linolschnitt im expressionistischen Stil der Brücke-Künstler. 1984 zog er nach Westerende-Kirchloog, wo er weiterhin biblische wie regionale Texte illustrierte oder die heimische Landschaft mit den dort lebenden Menschen zu harmonisch ausgewogenen Bildwerken gestaltete.
Den klar komponierten, auf wenige Farben reduzierten oder in schwarz-weiß gehaltenen, aus Linien und Flächen gearbeiteten Schnitten Hinricus Bicker-Riepes stehen die malerisch angelegten, teils stark farbigen, von einem skurrilen Figurenpersonal bevölkerten Gemälde Bernhard Grotzecks gegenüber. Es eint die Künstler ihr Phantasiereichtum sowie eine tiefe Verbundenheit mit Ostfriesland.

Kunsthaus Leer
Turnerweg 5
26789 Leer

Öffnungszeiten
Di.–Do. sowie sonntags:
14–17 Uhr
Telefon: 0491 926-1531
www.kunsthaus-leer.de