Tag 178 | Gemein? Nützlich!

Die FDP im Düsseldorfer Landtag hat ganz ernsthaft den Antrag gestellt, Journalismus auf eine Stufe mit Sport, Kultur und Tierschutz zu stellen und als gemeinnützig anzuerkennen, berichtet der Mediendienst „Newsroom“. Klingt interessant, sollte aber nicht dazu führen, dass Arbeitgeber den Journalisten in Zukunft Spenden statt Gehälter überweisen …

Der Beitrag zum Thema in Newsroom.de

 

Tag 175 | Ethik

Manchmal ist ja nicht selbstverständlich, was selbstverständlich sein sollte. Dann muss daran erinnert werden, was selbstverständlich ist. So hat gestern der Deutsche Journalisten-Verband an alle Journalisten appelliert, die gestohlene Krankenakte von Michael Schumacher, der  am 29. Dezember 2013 beim Skifahren im französischen Meribel verunglückt war, auf keinen Fall zu veröffentlichen. Offenbar wurde die Krankenakte gestohlen, möglicherweise aus der Klinik in Grenoble. DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken warnte: „Die Veröffentlichung dieser Akte wäre Sensationsjournalismus ohne Substanz und Relevanz. Der Inhalt dieser Akte hat schließlich weder politische noch gesellschaftliche Bedeutung. Die Veröffentlichung wäre ein vollkommen inakzeptabler und äußerst schwerwiegender Eingriff in die Persönlichkeitsrechte von Michael Schumacher.“ Konken sagte weiter, er hoffe, dass die Medienmacher ihre ethischen Grenzen kennen würden, wie sie unter anderem in Ziffer 4 und Ziffer 8 des Pressekodex definiert sind.

Wie gesagt: eigentlich selbstverständlich, aber …

Tag 174 | Verkauft

DSC_0222Ob es für die Kolleginnen und Kollegen beim Delmenhorster Kreisblatt wirklich eine „Hiobsbotschaft“ ist, wie der Mitbewerber in der publizistischen umkämpften Stadt an der Delme, die Nordwest-Zeitung, schrieb, muss sich erst noch herausstellen. Die Mitarbeiter beim DK haben ja schon in der Vergangenheit einige unverhoffte Kursänderungen mitmachen müssen oder dürfen, je nach Sichtweise. Outsourcing der Redaktion, neues Outsourcing, Einführung eines Newsdesks, Umwandlung des Newsdesks, Wechsel den Mantels von der Nordwest-Zeitung zum Weser-Kurier, dann Abschied vom Mantel und Aufbau einer kleinen Vollredaktion. Der Weggang des angesehenen Chefredakteurs und Anteilseigners an der Redaktions-GmbH, Ralf Freitag. Jetzt der Verkauf an die Neue Osnabrücker-Zeitung, die 75 Prozent der Anteile an der neuen Verlagsgesellschaft „DK Medien“ übernehmen soll. Und, wie die NWZ meldet, demnächst dann der Mantelbezug des DK aus Osnabrück. Was ja nicht weiter wundert…

Unruhige Zeiten in Delmenhorst, die ein wenig die schwierigen Zeiten in der gesamten Branche widerspiegeln. Für die fähigen und sympathischen Kollegen in der DK-Redaktion kann man nur hoffen, dass sie unter ordentlichen Bedingungen weiter eine gute Zeitung machen können. Das Delmenhorster Kreisblatt gibt’s immerhin schon seit 1832.

Nachtrag am 27. Juni: Wie inzwischen bekannt wurde, soll es zu Entlassungen kommen. Darüber berichtet der Deutsche Journalistenverband (DJV)

Mehr zum Thema:

Interview im Delmenhorster Kreisblatt

Neue Osnabrücker Zeitung

Medienmagazin DWDL

Kress-Report

Finanztreff.de

 

Tag 147 | Karrieren

Es ist gar nicht so leicht, die Namen all derjenigen noch zusammenzukriegen, die man im Laufe seines Lebens mit ausgebildet hat. Schön, wenn eine oder einer von ihnen mal unverhofft wieder reinschaut und erzählt, wie es ihr oder ihm ergangen ist. Von den Volontären, die beim Jeverschen Wochenblatt das Handwerkszeug für den Beruf des Redakteursberuf mitbekommen haben und die nicht im Hause geblieben sind, haben nahezu alle schöne Karrieren hingelegt. Gestern hat die Gesellschaft „mission:lebenshaus“ in Bremen in einer Pressemitteilung bekanntgegeben, dass Julia Grimm deren neue Pressesprecherin für die drei Hospize in Jever, Wilhelmshaven und Bassum wird. Das ist doppelt schön, erstens weil wir der jungen Kollegin, die erst Ende dieses Monats ihr Volontariat bei uns beendet, diesen spannenden Job von Herzen gönnen, und zweitens, weil das Jeversche Wochenblatt das Hospiz in der Stadt von Anfang an sehr unterstützt hat und deshalb gerne sieht, dass „eine von uns“ dort jetzt mitarbeiten wird.

Und dann kam gestern noch Britta Kollenbroich vorbei, die inzwischen  in Hamburg arbeitet und in wenigen Tagen für die Deutsche Welle und für die Deutsche Presseagentur zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Brasilien reisen wird. Früher hat sie über den FSV Jever und den Heidmühler FC geschrieben. So kann es kommen, wenn man „was mit Medien“ macht. Und ein bisschen neidisch macht es uns auch.

Tag 146 | Kati

Jeder hat ja so seine Lieblingsmoderatorin im Radio. Ich zum Beispiel höre gerne sonntagmorgens Bettina Tietjens „Tietjen talkt“. Aber meine wahre Lieblingsmoderatorin sitzt gar nicht beim NDR, sondern in einem viel bescheideneren Studio in Wilhelmshaven oder manchmal auch in Jever. Ihre Stimme strahlt so viel Lebensfeude aus, dass es auf den Hörer abfärbt. Heute hat sie übrigens Geburtstag!

Tag 130 | Junge Welt

Zum 1. Mai hat mir jemand eine Zeitung in die Hand gedrückt, die ich schon lange nicht mehr wahrgenommen habe. Frisch kommt sie daher, modernes Layout in Rot und in Schwarz, als Tageszeitung wurde sie im Jahr 1947 gegründet, als jedermann noch wusste, welcher Klasse er sich zugehörig zu fühlen hat. Die Welt hat sich seitdem verändert, der Klassenkampf anscheinend nicht. „Moskau und Brüssel werben um Kuba“ lese ich auf Seite 1, und „Britische Transportarbeitergewerkschaft kämpft gegen Sparpläne und Stellenabbau“. „Rußland zieht Truppen ab“, heißt es auf Seite 2, auf Seite 3 wird berichtet, dass in Venezuela regierungsnahe Gewerkschafter zur Großdemonstration am 1. Mai aufrufen, die Stadt werde „ganz im Zeichen des Feiertags der Arbeiterklasse stehen“. „Klassenbewusstsein ist Voraussetzung für Erfolg, wird Nicolás Maduro zitiert, der das „Erbe von Hugo Chávez“ verteidigt. Die Erfolgsgeschichte von Griechenland sei „eine Propagandalüge“, heißt es auf Seite 5. Die US-Regierung bereite eine „“Wirtschaftskrieg“ gegen Russland vor. Und auf der letzten Seite ruft die antifaschistische Linke Berlin zu einer „revolutionären 1.-Mai-Demonstration in der Hauptstadt“ auf. Nun ja, genug gelesen. Einer kommt immerhin gut weg in der „Jungen Welt“. Das ist Altbundeskanzler Gerhard Schröder, der Putin umarmt und geherzt  hat. Das finden die Linken gut: „Kaum drückt Schröder Putin, beendet die russische Armee ihr Militärmanöver an der ukrainischen Grenze.“

Tag 127 | Der Film

dvd_suedzentrale„Die Südzentrale – der Film“  gibt es jetzt als DVD. Schon bei der Premiere im Februar entwickelte sich der ungewöhnliche Dokumentarfilm über das einzigartige Industriedenkmal zum regionalen Blockbuster. Mittlerweile haben an drei Aufführungsterminen 2500 Zuschauer den Film gesehen. Pünktlich zur „Langen Nacht der Kultur“ wurde die von vielen sehnsüchtig erwartete DVD fertiggestellt und konnte bereits in der UCI Kinowelt Wilhelmshaven erworben werden. Ab sofort ist sie auch in weiteren Verkaufsstellen in Wilhelmshaven erhältlich: „Speed & Cotton“ (Marktstr. 23), „Die Weinprobe“ (Rheinstr. 14), NordwestRepro (Freiligrathstr. 14, auch im Onlineversand unter t.ernst@nordwest-repro.de) sowie im Marinemuseum (Südstrand 125). Der Verkaufspreis beträgt 9,50 Euro, der Erlösüberschuss kommt der Arbeit des Vereins zum Erhalt der Südzentrale zugute. Bei NordwestRepro ist auch das Original-Filmplakat (Format DIN A1) für 6 Euro erhältlich.