Mitreißende Reportagen aus dem Alltag der Seenotretter

Buch „Retter ohne Ruhm“ erscheint in siebter, völlig überarbeiteter Auflage

 Bremen – In siebter Auflage ist jetzt das Buch „Retter ohne Ruhm“ von Hans Georg Prager erschienen. Auf 224 Seiten schildert der renommierte Autor und Schifffahrtskonsulent kenntnisreich und unterhaltsam den wechselvollen Alltag der Seenotrettung in Europa und der Welt.

Neu erschienen: Retter ohne Ruhm, das Buch mit Reportagen über die Einsätze der Seenotretter. Von Hans Georg Prager.

In spannenden und ergreifenden Episoden erlebt der Leser hautnah mit, welchen Gefahren sich die Seenotretter weltweit jeden Tag aufs Neue aussetzen. Reich illustriert, erzählt dieser Band vom Alltag der bewundernswerten Helfer und dokumentiert, wie sich das Rettungswesen im Lauf der Jahrzehnte verändert hat, inklusive einer lückenlosen Darstellung auch der modernsten technischen Hilfsmittel. Dieses komplett überarbeitete und aktualisierte Standardwerk ist für jeden Seefahrtinteressierten ein Muss.

Dem Leser fetzt immer wieder Salzwasser-Gischt ins Gesicht, wenn er hautnah die bisweilen höchst riskanten Einsätze der Seenotretter miterlebt. Er ist dabei, wenn es um die dramatische Abbergung der Besatzungen von Frachtern geht, die im Sturm auf dem Scharhörnriff oder dem Großen Vogelsand gestrandet und auseinandergebrochen sind. Er macht auch den geradezu höllischen Orkaneinsatz zur Rettung der wenigen Überlebenden einer ostwärts von Kap Arkona gekenterten polnischen Frachtfähre mit.

Autor Hans Georg Prager (2.v.r.) stellt die siebte Auflage seines Erfolgsbuches im Stationsgebäude der Seenotretter in Cuxhaven vor. Mit dabei (v.l.n.r.): Markus Holzhauer vom Sutton-Verlag, Vormann Holger Wolpers vom Seenotkreuzer „Hermann Helms“ von der Station Cuxhaven und Dr. Bernd Anders, Mitglied der DGzRS-Geschäftsführung.

Neben faszinierend lebendigen Reportagen spannt Prager in historischen Rückblicken den Bogen von den Anfängen der organisierten Seenotrettung zu Beginn des 19. Jahrhunderts in England und Holland über die Gründung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) 1865 in Kiel und die Ära der Ruderrettungsboote bis zum ersten Einsatz von Motorrettungsbooten in Deutschland im Jahr 1911 und zur Entwicklung der Seenotkreuzer in der 1950er Jahren. Ausführlich würdigt Prager die technische Entwicklung und das bewundernswerte Engagement der Retter. Fachkundig schildert er die Ausbildung der Fachkräfte, den Alltag auf den Rettungsstationen und an Bord der Seenotkreuzer sowie die riskanten Einsätze auf den Weltmeeren.

Neben den Einsätzen in deutschen Gewässern ist der Leser hautnah bei Seenotrettungen in Norwegen, Schweden, Finnland, China oder den USA dabei. Auch Kurioses wie ein im Watt freilaufendes Pferd, ein Schiffbrüchiger, der sich nicht retten lassen wollte, oder ein schwimmend flüchtender Autodieb finden sich in der Einsatzgeschichte der Seenotrettung.

Hans Georg Prager ist selbstständiger Fachberater für See- und Binnenschifffahrt sowie Fachlektor und Autor. Er war neun Jahre bei der Marine und in der Handelsschifffahrt auf allen Weltmeeren unterwegs, zeitweise auch als Rettungsmann auf Seenotkreuzern. Prager verdankt sein Leben dem hohen Einsatz freiwilliger schwedischer Seenotretter, die ihn und seine Besatzung vor dem sicheren Tod in der Orkanbrandung auf den Granitklippen des Kaps Kullen bewahren konnten. Er veröffentlichte eine Vielzahl von Publikationen zu den Themen Schifffahrt und Technik.

„Retter ohne Ruhm“ ist im Onlineshop der Seenotretter erhältlich: www.seenotretter.de/onlineshop

Retter ohne Ruhm – Das Abenteuer der Seenothilfe
7. aktualisierte, bedeutend erweiterte und neu illustrierte Auflage
von Hans Georg Prager

ISBN 978-3-95400-024-1 • 24,95 Euro [D] • 224 Seiten • 62 Abbildungen • gebunden • 16,7 x 24,0 cm • 600 g

Am 29. Juli ist Tag der Seenotretter

Viele Stationen an Nord- und Ostsee geöffnet

Seenotrettungsboot BUTT/Station Maasholm der DGzRS bei einer Vorführung. Die Arbeit der Besatzungen können Besucher an Nord- und Ostsee am Tag der Seenotretter, 29. Juli, hautnah erleben. Foto: DGzRS

Rettungsdemonstrationen und Besichtigung der Seenotkreuzer

Friesland – Rund um die Uhr, bei jedem Wetter, sind die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) einsatzbereit. Die meisten ihrer mehr als 2000 Einsätze pro Jahr finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt – bei „Nacht und Nebel“, weit draußen auf See.

Umso beliebter ist der „Tag der Seenotretter“ bei Urlaubern, Tagesgästen, Küstenbewohnern und Insulanern, um mit den Besatzungen der DGzRS ins Gespräch zu kommen. In diesem Jahr stellen die Rettungsmänner und -frauen am Sonntag, 29. Juli 2012, auf zahlreichen Stationen an Nord- und Ostseeküste, auf einigen Inseln und in der Zentrale der DGzRS in Bremen ihre Arbeit vor.

Im Mittelpunkt stehen Rettungsdemonstrationen und Besichtigungen der Seenotkreuzer und Seenotrettungsboote. Die Besatzungen berichten aus erster Hand von ihrer meist freiwilligen und häufig gefahrvollen Arbeit. Die Besucher können sich selbst ein Bild von der Einsatzbereitschaft und Leistungsfähigkeit der Seenotretter machen.

Mancherorts runden historische Rettungseinheiten, Modellboote, Musik und Filme, Speisen und Getränke das Programm ab. Die Seenotretter freuen sich auf den Gedankenaustausch und viele neue Kontakte am 29. Juli 2012. Weitere Informationen über die teilnehmenden Stationen: www.seenotretter.de/termine

Neuer Fotokalender von Klaus Schreiber

Klaus Schreiber mit seinem neuen Kalender. Foto (c): Helmut Burlager

Wilhelmshaven – Seine Kalender erscheinen in großer Auflage, trotzdem sind sie alle Jahre wieder schnell vergriffen. Klaus Schreiber, Foto-Designer aus Wilhelmshaven, bringt nun schon im 18. Jahr sein großformatiges Werk „Lichtzauber | Friesland“ heraus. Auch die 2013er-Ausgabe ist wieder eine Liebeserklärung an die großartigen Landschaften zwischen Ems und Jade. Eine Rezension hier: Der mit dem Licht zaubert

Mit MS „Rudolf“ fing alles an

60 Jahre Reederei Cassen Eils: Fährverkehr nach Helgoland

Cuxhaven – Vor 60 Jahren nahm der Schraubendampfer „Rudolf“ seinen Linienfahrplan von Cuxhaven nach Helgoland auf – damals ein großes Ereignis.

Der Schraubendampfer „MS Rudolf“ begründete die Helgolandlinie der Reederei Cassen Eils.

Die Geschichte der Reederei ist von Beginn an eng mit der Entwicklung der Insel Helgoland verknüpft. Nach deren Wiederfreigabe an Deutschland im März 1952 begann Kapitän Cassen Eils zunächst mit der Inselversorgung und legte den Grundstein für das heutige Unternehmen. Der Tourismus auf die Hochseeinsel kam recht schnell in Gang, die Flotte der Reederei wurde nach und nach erweitert. Schiffe wie z.B. die „Seute Deern“ erlangten unter Helgolandfahrern einen nahezu legendären Ruf.

Nachdem der Reederkapitän Cassen Eils verstorben war, wurde die Reederei Cassen Eils Mitte 2010 an die Firmengruppe AG „EMS“ übereignet. Die Reederei AG „EMS“ geht ihrerseits auf das Jahr 1843 zurück und betreibt u.a. den Schiffsliniendienst zur Insel Borkum. Bereits seit 1926 werden Ausflugsfahrten nach Helgoland angeboten, darunter seit 1989 Fahrten mit MS „Nordlicht“, dem ersten deutschen High-Speed-Katamaran.

Drei von vier Schiffen der Eils-Flotte: Heute sind MS „Atlantis“, MS „Funny Girl“, MS „Fair Lady“ und MS „Helgoland“ von Cuxhaven, Büsum, Bremerhaven und Wilhelmshaven zur Hochseeinsel unterwegs.

Geschäftsführer Peter Eesmann freut sich über das Firmenjubiläum: „Ich freue mich, dieses Jubiläum der Reederei Cassen Eils mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an Land und auf See feiern zu dürfen. Auch wenn die letzten Jahre von sehr viel Unruhe im Helgoland-Verkehr geprägt waren, die Reederei Cassen Eils stand stets wie der Fels in der Brandung und sicherte das ganze Jahr die Anbindung der Insel. Als Inselversorger im Winter haben wir unter Beweis gestellt, dass man auf uns zählen kann.“ Die Reederei Cassen Eils hat heute Gäste an die Alte Liebe in Cuxhaven eingeladen, um in maritimer Atmosphäre auf das Firmenjubiläum anzustoßen und deutlich zu machen, dass sie auch weiterhin für Helgoland einsteht.

Heute sind MS „Atlantis“, MS „Funny Girl“, MS „Fair Lady“ und MS „Helgoland“ von Cuxhaven, Büsum, Bremerhaven und Wilhelmshaven zur Hochseeinsel unterwegs. Helgoland ist aufgrund des Fahrplanangebots von Cassen Eils das ganze Jahr über auf dem Seeweg erreichbar.

Zusätzlich verbindet MS „Flipper“ die in der Elbmündung liegende Insel Neuwerk mit Cuxhaven und unternimmt verschiedene Ausflugsfahrten z.B. in den Nord-Ostsee-Kanal oder zu den Seehundsbänken.

www.ag-ems.de

Das Wattenmeer mit allen Sinnen

Wolfgang Half aus Dangast schrieb ein Buch über das Jahr im Watt

Von Dirk von Polenz

Seekajak auf dem Jadebusen. Foto (c): Dirk von Polenz

Dangast – Das Wattenmeer – unendliche Weite, umspielt von Ebbe und Flut. Jetzt mit Beginn der Tourismussaison rückt diese außergewöhnliche Landschaftsform wieder ins Interesse der Reiselustigen und Naturfreunde. Wattwanderungen und Führungen durch die Salzwiesen erfreuen die Gäste genauso wie Krabben pulen und Muscheln sammeln. Doch das Watt liegt nicht nur jetzt an unserer Küste, sondern das ganze Jahr und stellt sich außerhalb der Urlaubszeit oft ganz anders dar.

Wolfgang Half aus Dangast hat ein Buch über das Jahr im Wattenmeer geschrieben.

Diesen „Gezeitenwechsel im Jahreswechsel“, zwischen Eisgang im Winter und Sturmfluten im Herbst erläutert Wolfgang Half aus Dangast in seinem neuen Buch „KIJAUU – zwölf Monate Wattenmeer“.

Der zweite Teil des Titels ist das Leitmotiv des Buches, den Wechsel der Natur im Laufe der Jahreszeiten. Das Schlagwort „Kijauu“ soll den am häufigsten gebrauchten Laut der Möwe in unterschiedlichen Dehnungen wiedergeben. „Laut gesprochen, dabei gedehnt und in einer hohen Tonlage, fühlt man sich gleichsam und unmittelbar ins Watt entführt, den Wind und Geruch der Landschaft spürend, der Unendlichkeit nahe…“, erläutert der Autor in der Einführung.

Das Buchcover.

Diese Erläuterung des Titels ist eine Aufforderung: Man muss sich auf das Wattenmeer mit allen Sinnen einlassen, man muss und darf dem Gefühl Platz einräumen. Wolfgang Half hat dies auf unzähligen Erkundungen getan, die meisten davon auf eigenem Kiel. Alleine oder zu zweit, ist er mit Seekajak oder Faltboot aufs Watt, in die Priele und auf die Sandbänke hinausgefahren. Sich ruhig verhaltend und bewegend hat er seine Beobachtungen gemacht, viele auch auf eindrucksvollen Fotos festgehalten. Dabei beschreibt Half oftmals eigentlich bekannte Phänomene wie das Einsetzen der Flut oder das Aufziehen eines Gewitters. Seine Schilderung ist jedoch so detailreich und mitreißend, dass man die Präsenz des Wattenmeers spürt. An anderen Stellen erfährt der Leser viele Einzelheiten aus der Tierwelt, insbesondere die Aufzucht der Säbelschnäblerküken wird spannend dargestellt.

Doch Half beschreibt nicht die heile Welt des Wattenmeers. Er spart auch dunkle Seiten nicht aus. Das sind natürliche Phänomene wie die soeben geschilderten Küken, die auf der nächsten Seite einer Silbermöwe zum Opfer fallen, als auch menschengemachte Probleme, wie der Todeskampf in einer Fischreuse. Auch die Problematik der Meeresverschmutzung wird im Nachwort, „kein Nachruf!“, wie der Autor betont, deutlich angemahnt. Natürlich ist auch der Mensch verwundbar. Die Episode „Schiffbruch“ im Kapitel „Oktober“ zeigt dies auf bewegende Art.

Das Buch will kein wissenschaftliches Werk und auch keine Anklageschrift sein, obwohl es von beidem etwas hat. In erster Linie ist es eine gefühlvoll geschriebene Schilderung des einzigartigen Lebensraums Wattenmeer. Ein Buch, das Lust macht auf Meer.

Wolfgang Half: KIJAUU – zwölf Monate Wattenmeer. Erschienen bei BoD-Verlag, Norderstedt, ISBN 978-3-8423-2779-5

Piraten fordern freien Strandzugang

Demo am Pfingstmontag in Hooksiel

Vor den Strandspaziergang haben die Kurverwaltungen den Eintritt gesetzt. Freien Strandzugang zumindest in nicht bewirtschafteten Zonen fordert die Piratenpartei. Wo Infrastruktur geschaffen wurde wie hier in Horumersiel, können auch nach Auffassung der Piraten Gebühren erhoben werden. Es müssen aber Abschnitte mit freiem Zugang zum Meer bleiben, fordern sie.
Foto (c): Helmut Burlager

Friesland/Hannover – Am Pfingstmontag, dem 28. Mai.2012, ab 14 Uhr will die Piratenpartei Niedersachsen mit einer Deich-Demonstration am Außenhafen in Hooksiel für  freien Strandzugang werben.  Das geht aus einer Mitteilung der Landespressestelle der Piratenpartei Deutschland Landesverband Niedersachsen hervor.

Der  Zugang zu den Nordseestränden soll nach dem Wahlprogramm der Piratenpartei Niedersachsen nur dann kostenpflichtig sein, wenn ein Strandabschnitt tatsächlich zu Kur- oder Badeaufenthalten bewirtschaftet ist. »Nicht jeder legt Wert auf eine Bewirtschaftung und nicht jede Familie kann sich das leisten«, so Andreas Neugebauer, der  Landesvorsitzende der Piraten. »Wer sich sein Essen selbst mitbringen möchte und keine Umkleidekabinen oder Duschen benötigt, soll auch die Chance haben, ohne Bezahlung unsere Natur zu genießen.«

 Die Piraten bedauern, dass der im Bundesnaturschutzgesetz geforderte freie Zugang zu Natur und Landschaft an Niedersachsens Küsten bisher nicht umgesetzt  wird. Strandspaziergänge und Wattwanderungen, oft schon der Blick auf das Meer sind nur gegen Bezahlung möglich.

 »Wir wissen, dass den Gemeinden durch die Kostenrechnungen des Landes Niedersachsen oft keine andere Wahl bleibt, als Eintritt zu nehmen«, so  Dr. Meinhart Ramaswamy, der Spitzenkandidat der Piraten für die  Landtagswahl. »Wir werden hierzu nach der Wahl hoffentlich im Landtag aktiv werden können und auf eine geringere Belastung der Gemeinden drängen.«

 Um ihre Position zu unterstreichen, laden die Piraten alle Bürger zu einem Pfingstausflug nach Hooksiel am Außenhafen ein. Am Pfingstmontag, dem 28. Mai  soll ab 14 Uhr mit einem 1,4 km langen Spaziergang auf dem Deich die Forderung nach freiem Strandzugang und gegen Kassenhäuser und kilometerlange Zäune betont werden. Sollte sich das Wetter für einen Ausflug nicht eignen, wird die Aktion zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Motor der Initiative der Piratenpartei ist der friesländische Kreistagsabgeordnete Janto Just (Bürger für Bürger, seit einigen Monaten für die Piratenpartei aktiv). Er hat in den vergangenen Tagen auf Wochenmärkten und in Fußgängerzonen in Jever und Umgebung intensiv für die Demo und für freien Strandeintritt geworben. In der Vergangenheit hat Just mit anderen, ähnlich hartnäckig verfolgten Initiativen, etwa gegen die Erdgaspreise des Energieversorgers EWE oder gegen die Abfallgebührenpolitik des Landkreises Friesland, Erfolge erzielt.

Umweltverbände: Ems und Dollart im Blick

Deutsche und niederländische Organisationen arbeiten zusammen
für eine ökologische Sanierung des Emsästuars

Leer/Emden, 9. Mai 2012 – Am 25. April 2012 trafen sich die Spitzen deutscher und niederländischer Natur- und Umweltorganisationen um die aktuelle ökologische Lage des Emsästuars miteinander zu besprechen. Von deutscher Seite waren der Landesvorsitzende des NABU Niedersachsen e.V., der Geschäftsführer des BUND Niedersachsen e.V. sowie Vertreter des WWF Deutschland zugegen. Von niederländischer Seite war eine Delegation der Koalition Wadden Natuurlijk, darunter die Natuur en Milieufederatie Groningen (Dachverband von ca. 50 Natur- und Umweltschutzorganisationen der Provinz Groningen) die Waddenvereniging, Stichting Groninger Landschap, Stichting WAD sowie Staatsbosbeheer anwesend.

Die teilnehmenden Organisationen haben beschlossen, in der kommenden Zeit intensiver zusammen zu arbeiten, um der komplexen Situation an Ems und Dollart gerecht zu werden und eine ökologische Sanierung zu erreichen.

Gemeinsame Forderung nach einer ökologischen Sanierung

Alle Umwelt- und Naturschutzorganisationen, die sich derzeit für die Ems engagieren, vertreten den Standpunkt, dass eine ökologische Sanierung des Emsästuars längst überfällig und dringend notwendig ist. Die Meldung weiter Teile des Emsästuars als Natura2000-Gebiet sollte für alle verantwortlichen Behörden, Anlieger und Nutzer Anlass sein, sich sehr ernsthaft mit der Regeneration der Ems zu befassen. In Deutschland wie auch in den Niederlanden sind die Verantwortlichkeiten für die Ems über eine ganze Reihe unterschiedlicher Behörden und Regierungsebenen verteilt. Letzteres führt immer wieder dazu, dass sich der Suchprozess nach ökologischen Lösungen für die Ems verzögert und in einem Mangel an Entschlusskraft versandet.
Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler vom BUND Niedersachsen betont die Notwendigkeit einer ökologischen Aufwertung der Ems „Es muss ein schlüssiges Gesamtkonzept für die Ems her, um den derzeit katastrophalen Zustand zu verbessern“ so Bodenstein-Dresler. Hierfür werden große Anstrengungen notwendig sein. „Grundsätzlich muss mehr in die ökologische Sanierung und Renaturierung des Emsästuars investiert werden. Dafür benötigen wir entschlussfreudigere Regierungen und weiterhin ein sehr entschiedenes Auftreten der Natur- und Umweltschutzorganisationen“, so Dr. Holger Buschmann, vom NABU Niedersachsen. Dabei wird es hilfreich sein, wenn die Umweltorganisationen links und rechts der Deutsch-Niederländischen Grenze mit einer Stimme sprechen. „Es wird in Brüssel nicht zu überhören sein, wenn Niederländer und Deutsche mit einer Stimme geltendes europäisches Naturschutzrecht für den Schutz und die Wiederherstellung des Ems-Dollart-Ästuars einfordern“, ergänzt Beatrice Claus vom WWF Deutschland.

Ökologie und Wirtschaft im Gleichgewicht

„Die Natur interessiert sich nicht für Landesgrenzen und auch wirtschaftliche Belange sind in zunehmendem Maße international organisiert. Darum wird es auch für uns immer wichtiger, grenzübergreifend zusammen zu arbeiten“, so  Arjan Berkhuysen von der Waddenvereniging. „Unsere Erfahrung ist, dass Wirtschaftsunternehmen an der Ems sich langsam aber sicher bewusst werden,  dass eine widerstandsfähige, intakte Emsnatur Grundvoraussetzung dafür ist, dass auch die Wirtschaft in der Region auf Dauer florieren kann. Der heutige schlechte ökologische Zustand des Ästuars wird für die Wirtschaft mehr und mehr zu einem Problem. Es drohen Einschränkungen und ökonomische Verluste. Alle Anstrengungen, die ökologische Lage des Emsästuars zu verbessern, sind darum zunehmend auch im Interesse der Wirtschaft“ so Siegbert van der Velde der niederländischen Natuur en Milieufederatie Groningen.

Natur und Landschaft im Emsästuar sind einzigartig und auch aus internationaler Sicht besonders wertvoll. Gleichzeitig wird das Ästuar so stark von wirtschaftlichen Entwicklungen bedroht, dass die Ökologie aus dem Gleichgewicht geraten ist. Durch den Verbau von Ufern und das Vertiefen der Fahrrinnen wurden Tideverhältnisse, Strömungsgeschwindigkeit, Sauerstoff und Salzgradient des Emsästuar so stark negativ beeinflusst, dass kaum noch ein Leben für Fische und andere Lebewesen im Fluss möglich ist.

Die Deutsch-Niederländischen Natur- und Umweltschutzorganisationen werden gemeinsame Ziele und weitere gemeinsame Schritte an der Ems abstimmen.

Quelle: Pressemitteilung des NABU Niedersachsen

Nordsee GmbH startet WattWiki

Die Aufzeichnung persönlicher Geschichten beginnt

Friesland – Die Suche nach neuen Geschichten und Erzählungen geht jetzt erst richtig los: Ausgestattet mit technischem Equipment reisen die Watt-Reporter Dennis Briddigkeit und Simon Baumann vom 8. bis 25. Mai 2012 in einem Wohnmobil die niedersächsische Nordseeküste entlang. Hier sind sie auf der Suche nach interessanten Menschen, die ihnen von verborgenen Mythen, skurrilen Erlebnissen und ihren persönlichen Geschichten berichten. Alle Interviews werden per Video aufgezeichnet und auf der Website www.watt-wiki.com eingestellt. So geraten die Geschichten der Menschen vor Ort nicht in Vergessenheit und werden für alle nachfolgenden Generationen festgehalten. Wie die Erlebnisse von Edda Poppinga, der Weltmeisterin im Krabbenpulen: www.watt-wiki.com/2012/04/die-erste-geschichte-im-watt-wiki/

Startschuss für das WattWiki-Archiv
Mit der Tour der Watt-Reporter beginnt ein einzigartiges Augenzeugenprojekt: In der mehrwöchigen Expedition fangen Dennis Briddigkeit und Simon Baumann das Lebensgefühl der Menschen am Wattenmeer ein und archivieren es online. Mit dem Projekt hält die Nordsee GmbH zusammen mit ihren niederländischen Partnern aus dem TOEKOMST-Förderprojekt, Marketing Groningen und Provinsje Fryslan, die Wattenmeer-Geschichten für alle Menschen fest.

Das WattWiki wird zum Gedächtnis der Region
Mit der Entdeckungsreise der Watt-Reporter entsteht die Grundlage für das WattWiki – einer Plattform von den Menschen für die Menschen. Anschließend ist jeder gefragt, seine Wattenmeer-Erzählung zum WattWiki beizutragen. Damit schaffen die TOEKOMST-Partner eine personalisierte Sozial- und Kulturgeschichte des Lebens mit und am Wattenmeer. Regelmäßige Updates über den Aufenthalt der Watt-Reporter und ihrer persönlichen Eindrücke sind auf der Website und auf www.facebook.com/wattwiki abrufbar.

Quelle: Nordsee GmbH

Seenotretter bringen Besatzung in Sicherheit

Feuer auf Krabbenkutter westlich von Sylt

Tönning/Bremen – Nach einem Brand auf dem Krabbenkutter „Sigrid“ (Heimathafen Tönning) westlich der Insel Sylt haben die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) am frühen Morgen des 22. März 2012 die beiden Besatzungsmitglieder in Sicherheit gebracht. Die Seenotkreuzer MINDEN/Station List auf Sylt und VORMANN LEISS/Station Amrum der DGzRS waren im Einsatz.

Gegen 2.55 Uhr meldete sich der Fischkutter „Theodor Storm“ über den internationalen Sprechfunk-Notrufkanal 16 bei der Seenotleitung Bremen der DGzRS. Die Fischer meldeten, auf einem Schiff in ihrer Nähe habe sich eine Verpuffung ereignet. Anschließend beobachteten sie rote Leuchtkugeln – ein internationales Seenotsignal.

Die DGzRS alarmierte umgehend die beiden Seenotkreuzer “Minden” und “Vormann Leiss”, deren Besatzungen den Notruf der Fischer bereits mitgehört hatten. Der Kutter „Theodor Storm“ holte seine Netze ein und lief auf die Position des brennenden Schiffes, des 18 Meter langen Stahlkutters „Sigrid“, etwa zehn Seemeilen (19 Kilometer) westlich Westerland auf Sylt zu.

Die Besatzung der „Sigrid“ hatte ihr Schiff bereits verlassen und war in die Rettungsinsel gestiegen. Die „Thoeodor Storm“ übernahm die Männer bis zum Eintreffen des Seenotkreuzers “Minden”. Die “Minden” brachte die beiden jeweils 51 Jahre alten Fischer nach Havneby auf der dänischen Insel Rømø. Sie blieben unverletzt.

Unterdessen begann der Seenotkreuzer “Vormann Leiss” mit den Löscharbeiten am nach wie vor brennenden Krabbenkutter „Sigrid“. Das später eintreffende Wasserschutzpolizeiboot „Helgoland“ leuchtete den Einsatzort aus. Der Notschlepper „Nordic“ ist unterwegs zum Havaristen.

Zur Unfallzeit herrschten im Revier vor Sylt schwache nordwestliche Winde um zwei Beaufort.

Die DGzRS setzt von 54 Stationen in Nord- und Ostsee 61 Seenotkreuzer und Seenotrettungsboote ein. Ihre eigene Seenotleitung Bremen (MRCC = Maritime Rescue Co-ordination Centre) koordiniert zentral alle Einsätze. Allein im Jahr 2011 waren die Einheiten der Rettungsflotte 2106 Mal im Einsatz. Dabei haben ihre Besatzungen 1323 Menschen aus Seenot gerettet oder aus drohenden Gefahrensituationen befreit. Das bereits 1865 gegründete Seenotrettungswerk finanziert seine gesamte Arbeit nach wie vor ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen und nimmt keinerlei staatlich-öffentliche Mittel in Anspruch.

ACC 1 – der Friesenblog-Kutter, heute mal in Acryl

Heute hat der Friesenblog ein schönes Geschenk bekommen. Meine treue Followerin, Facebook-Freundin, Kommentatorin und Retweeterin, die Microbloggerin Debora Hennigs aus Schortens, hat den Krabbenkutter ACC 1 aus Westeraccumersiel-Dornumersiel, der das Logo des Friesenblogs von Anfang an ziert, in Acryl (60×60) gemalt, abfotografiert und die Erlaubnis gegeben, das Bild im Blog zu veröffentlichen. Sogar die Möwe auf dem Dalben ist mit drauf. Was für eine schöne Idee, seht selbst:

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© Debora Hennigs / Friesenblog