Tag 143 | Ausgedient

Jetzt, wo es kurz vor dem Abriss steht, könnte man es fast schon wieder für gelungene Architektur halten: Das Johann-Ahlers-Haus in Jever, in den sechziger Jahren als Altentagesstätte und Stadtbücherei mit Kiosk errichtet, zuletzt noch Tourist-Info und Seniorentreff, wird vom 2. Juni an abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Der seinerzeit nach dem Entwurf des jeverschen Architekten Udo Kraft geschaffene Bau (er hatte damals noch eine Pergola, die zu einem separaten Sanitärgebäude mit öffentlichen Toiletten führte) war in seinem Innern mehrfach umgestaltet und damit auch seiner luftigen, optisch durchlässigen Bauweise beraubt worden, außerdem hatte die Stadt Jever als Eigentümerin sich jahrelang kaum um die Unterhaltung und um das Umfeld gekümmert. Um den Abriss und Ersatz gab es lange politischen Streit, am Ende entschied der Stadtrat sich für den Neubau, der in diesem Jahr begonnen werden soll. Dieses Foto ist also bald Geschichte, so wie das Gebäude selbst.

Das Johann-Ahlers-Haus am Alten Markt in Jever. Es wird Anfang Juni 2014 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Foto: Helmut Burlager
Das Johann-Ahlers-Haus am Alten Markt in Jever. Es wird Anfang Juni 2014 abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Foto: Helmut Burlager

Tag 142 | Flitzer

Lese gerade, dass von 3,8 Millionen Fahrrädern, die im vergangenen Jahr in Deutschland verkauft wurden, nur vier Prozent Rennräder waren, in absoluten Zahlen rund 15.200 Stück. Dabei gibt es kaum eine schönere Fortbewegungsart, als auf schmalen Reifen in flottem Tempo durch die Landschaft zu fliegen. Dafür geben manche allein für die Anschaffung mehr als 5000 Euro aus, „Lifestyle“-Räder können mehr als 10.000 Euro kosten. Muss man aber nicht ausgeben, es gibt auch sehr gute und preiswerte Renner. Für den Anfang reicht das allemal. Freunden in Friesland kann ich einen sehr guten Händler empfehlen. Meldet Euch einfach. Gute Fahrt!

Tag 141 | Kunst

Ich liebe Deutsch sprechende Holländer. Und Deutsch schreibende auch. Neulich zum Beispiel, diese schöne Pressemitteilung:

Freitag ist der erste Tag das  Huntenkunst zu besuchen ist. Sehe Pressenachricht. Wir möchten bringen Sie Ihre Aufmerksamkeit Huntenkunst. Diese internationale Kunstbörse findet am 23., 24. und 25. Mai in Ulft statt. Wir würden gerne sehen, dass Sie darüber berichtet. Von jedem teilnehmenden Künstler, können wir digitale Fotos ihrer Arbeit zu liefern. 

Tag 139 | Gelüste

Für die Süddeutschen ist ja alles, was nördlich von Kassel liegt,  „Ostfriesland“, aber es sieht so aus, als ob auch die Ostfriesen selbst klammheimlich ihr Territorium erweitern. Gestern hieß es in einer Pressemitteilung, eine Kindertagesstätte aus „Apen in Ostfriesland“ habe einen Wettbewerb gewonnen, und dann wurde noch gemeldet, dass ein Ostfriese den Zentralverband der Ingenieurvereine führe, nämlich Wilfried Grunau aus Edewecht-Friedrichsfehn. Das sollte den Oldenburgern zu denken geben. Aber solange sie nicht wieder ein Auge aufs Jeverland werfen, soll es uns egal sein.

Tag 138 | Lazy Sunday Afternoon

Der Tag war soooo schön, ich hab’s einfach nicht über mich gebracht, am Schreibtisch zu sitzen und was zu schreiben. Ihr hoffentlich auch nicht. Eine schöne Woche Euch allen!

Tag 136 | Paradoxon

Manches, was selbstverständlich erscheint, scheint nicht selbstverständlich zu sein. Überschrift der Woche in einer Pressemeldung der Polizei Wilhelmshaven: „Anti-Gewalt-Veranstaltung in Wilhelmshaven verlief friedlich“

Tag 135 | Royals

Man muss ja kein Monarchist sein, um den König von Holland zu mögen. Bei mir reicht es, dass er früher mal den Spitznamen „Prins Pilsje“ trug. Schade, dass er auf seiner Norddeutschland-Reise nicht nach Jever kommt, das Bier hätte ihm bestimmt geschmeckt. Aber immerhin wird er sich in Ostfriesland umschauen. Hier das Besuchsprogramm: NiederlandeNet

Tag 134 | Oben ohne

Dem Kollegen, der mich vor ein paar Jahren auf die Idee gebracht hat, mich ebenfalls von der Drei-Millimeter-Frisur zu verabschieden, geht es auch nicht besser als mir. Läuft gerade mit einer großen Macke auf dem kahlen Schädel herum. „Na, auch beim Rasieren geschnitten?“ „Nein“, antwortet er, „im Garten an einem  Ast gestoßen.“ Tragen wir also beide sichtbar einen Schorf herum – der Preis für wahre Schönheit. „Man könnte sich ja die Haare wieder wachsen lassen“, sag ich noch im Weggehen. „Nein, auf keinen Fall“, ruft er mir hinterher. Wie recht er hat.