Tag 153 | Ostfriesisch

Heute wieder mal mit einem Leser rumgestritten, der mir erklären wollte, Wangerooge sei keine der Ostfriesischen Inseln, wie wir das geschrieben hätten. Sie sei eine friesische Insel, genauer gesagt die friesische Insel.

Na ja, habe ich ihm geantwortet, dann wohl doch eher die oldenburgische oder jeverländische Insel, denn Friesland sei  ja erst unter den Nazis entstanden, die hätten Wangerooge aber nicht erfunden. Und es gehe ja nicht um Politik, sondern um Geografie, wenn von den Ostfriesischen Inseln die Rede sei, und genau genommen reiche diese Inselkette sogar im Osten bis nach Mellum.

Nein, antwortete der Mann, er habe deswegen sogar beim Bürgermeister von Wangerooge angerufen, der meine auch, Wangerooge sei eine friesische Insel.

Tja, wenn der das sagt… Ich hab’s dann aufgegeben. Er hat ja auch nicht zum ersten Mal angerufen mit seinem offensichtlich großen Problem. Wo wir schon mal beim Thema sind. Hier ist ein ganz frischer dpa-Beitrag über Wangerooge. Der kleine Rechtschreibfehler im Vorspann des Zeitungsartikels passt übrigens haargenau zum Thema: Wangerooge ist keine ostfriesische, sondern eine Ostfriesische Insel. Das macht den Unterschied.

Tag 152 | Rehnot

Den wohl ungewöhnlichsten Einsatz der vergangenen Tage fuhren die Norderneyer Seenotretter am Sonntagmorgen, 1. Juni. Aus dem Fahrwasser vor Norddeich retteten sie einen jungen Rehbock. Die Besatzung der „Frisia II“ hatte das um sein Leben kämpfende Tier von der hoch gelegenen Brücke der Fähre entdeckt und die DGzRS informiert. Mit dem Tochterboot „Johann Fidi“ des Seenotkreuzers „Bernhard Gruben“ näherten sich die Seenotretter dem völlig erschöpften Reh. Ein Seenotretter ging im Überlebensanzug ins Wasser und trug das Reh durch die Bergungspforte an Bord. „Es zitterte am ganzen Körper, war aber sonst völlig ruhig. Man konnte spüren, dass es über unsere Hilfe froh war“, sagt Seenotretter Ralf Jüttner. In Norddeich übernahm ein Jäger das Reh in seine Obhut.

Rehnotretter Ralf Jüttner vom Seenotkreuzer "Bernhard Gruben" von der Station Norderney, mit dem geretteten Rehbock am Anleger der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Norddeich am 1. Juni 2014. Foto (c): DGzRS
Rehnotretter Ralf Jüttner vom Seenotkreuzer „Bernhard Gruben“ von der Station Norderney, mit dem geretteten Rehbock am Anleger der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Norddeich am 1. Juni 2014. Foto (c): DGzRS

 

Tag 151 | Bach

50 Jahre Stadtkirche. Als wollte der Architekt Prof. Dr. Dieter Oesterlen aus dem Jenseits demonstrieren, wke er sich das mit den Glasbetonfenstern damals gedacht hat, schien während des ganzen Jubiläumskonzerts der Stadtkantorei Jever die Tonne und warf ein mystisches Licht auf die Szenerie. Unter der Leitung von Kantor Klaus Wedel sangen und musizierten die Stadtkantorei, die Solisten Dorothea Winkel, Frauke Becker, Hilke Andersen, Wolfgang Klose und Werner Kraus, das Ensemble concertino Jever erweitert um Instrumentalsolisten. Foto: Helmut Burlager
50 Jahre Stadtkirche. Als wollte der Architekt Prof. Dr. Dieter Oesterlen aus dem Jenseits demonstrieren, wie er sich das mit den Glasbetonfenstern damals gedacht hat, schien während des ganzen Jubiläumskonzerts der Stadtkantorei Jever die Sonne und warf ein mystisches Licht auf die Szenerie. Unter der Leitung von Kantor Klaus Wedel sangen und musizierten die Stadtkantorei, die Solisten Dorothea Winkel, Frauke Becker, Hilke Andersen, Wolfgang Klose und Werner Kraus sowie das Ensemble concertino Jever erweitert um Instrumentalsolisten. Foto: Helmut Burlager

Jevers Stadtkantorei unter der großartigen Leitung von Kantor Klaus Wedel hat den Konzertfreunden der Region und dem „Geburtstagskind“ Stadtkirche gestern Abend ein sehr schönes Geschenk gemacht. Fast auf den Tag genau 50 Jahre nach der Einweihung der modernen Kirche, die die alte abgebrannte Stadtkirche ersetzte, führten Chor, Solisten und Instrumentalisten das Himmelfahrtsoratorium von Johann Sebastian Bach auf. Dazu gab es Werke von Henry Purcell und, wie so oft, für einen Teil der Konzertbesucher, die Antwort auf die Frage: „Wann darf man klatschen?“. Sie lautet: Nicht an der falschen Stelle. Jedenfalls heutzutage nicht. Früher war das anders. Kinderleicht erklärt ist es hier – für Kinder: Hör mal! Sieh mal. Eine Rezension des Konzerts gibt’s morgen von meinem Kollegen Christoph Hinz im Jeverschen Wochenblatt.

Tag 150 | Ausbaufähig

Gern hätte ich hier heute erzählt, wie schön es ist, mit dem Fahrrad einmal ganz um den Jadebusen herumzufahren. Kann ich leider nicht, denn wirklich schön ist die Tour nur auf der friesländischen und Wilhelmshavener Seite, also der westlichen, der Meeresbucht. Traumhaft schöne Radwege, mal binnendeichs, mal außendeichs, nur um das Gelände des Marinestützpunkts muss man, als nachvollziehbaren Gründen, herumfahren, weil es eingezäunt ist. Ansonsten eine tolle Strecke von Hooksiel über den Südstrand und Dangast (Rhabarberkuchen im Alten Kurhaus) bis zum Vareler Hafen und noch ein kleines Stück weiter bis zur Mündung des Flüsschens Jade in den Jadebusen. Von da an ist es ätzend. Die Radfahrer werden an der B 436 entlang geführt bis nach Diekmannshausen, von dort geht es immer schnurgerade auf einem schlechten Radweg Richtung Norden. Die Binnendeichs-Strecke ist gesperrt, weil sie so marode ist. Keine Abwechslung, keine Infrastruktur, nur Gegenwind…

Wär ja mal eine Aufgabe für die JadeBay-Region, sich um einen vernünftigen Rundweg um den Jadebusen zu kümmern, wenn der Landkreis Wesermarsch es nicht hinkriegt. Eine Fähre von Wilhelmshaven nach Eckwarderhörne, zweimal täglich, gibt’s schließlich schon seit Jahren. Sie könnte richtig attraktiv werden, wenn man wirklich schön rundherum fahren könnte.

Tag 149 | 1000 Euro

Der Förderverein Freiwillige Feuerwehr Sillenstede beteiligt sich am Wettbewerb „Gutes Geld für eine gute Sache: 1000 Euro für 1000 Vereine“ der Direktbank ING-DiBa und hofft dabei auf Unterstützung. Bis zum 3. Juni kann auf der Internetseite der Bank noch für die Sillensteder votiert werden. Der Förderverein, der mittlerweile mehr als 200 Mitglieder hat, unterstützt die Freiwillige Feuerwehr Sillenstede und die Jugenfeuerwehr mit materiellen und finanziellen Zuwendungen in den Fällen, in denen die für den Feuerschutz zuständige Stadt Schortens dies nicht leisten kann oder darf. So wurden bereits eine Einsatzstellenbeleuchtung, ein neues aufblasbares Einsatzzelt und Trikots für die Jugend beschafft, auch werden die Zeltlager des Nachwuchses bezuschusst. Die 1000 Euro aus der von Bundesinnenminister Thomas de Maizière unterstützten Aktion kämen dem Verein natürlich gelegen. „Wir haben schon viele Klicks bekommen, aber wir brauchen noch Unterstützer“, sagt Jürgen Weise, der 2. Vorsitzende des Vereins. Mitmachen kann man auf der Homepage der Bank. Die Teilnahme verpflichtet zu nichts, betonte Weise. Zur Abstimmung

Tag 148 | Ins All

Vom Schiff zum Raumschiff

Ein Jahr vor dem 150-jährigen Jubiläum beginnt die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), ihre Öffentlichkeitsarbeit noch einmal zu verstärken. In den kommenden Monaten werden die Seenotretter sogar im Weltall auf ihre Arbeit aufmerksam machen. Der deutsche ESA-Astronaut Alexander Gerst, der letzte Nacht zur Internationalen Raumstation ISS geflogen ist, hatte eine Flagge der DGzRS im „Reisegepäck“. Gerst war am Abend mit einer Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan zur ISS ist sechs Stunden später planmäßig dort angekommen. Die Flagge auch. „Raumfahrer und Seefahrer verbindet einiges“, schreibt dazu die DGzRS in einer Pressemitteilung. Ohne satellitengestützte Navigation und Kommu­nikation ist Schifffahrt heute kaum noch vorstellbar. Satelliten helfen Seenotrettern in aller Welt dabei, Havaristen zu finden und Schiffbrüchigen schneller zu helfen. Statt wie gewohnt im Wind am Schiff soll die Flagge der Seenotretter deshalb ausnahmsweise in der Schwerelosigkeit des „Raumschiffs“ für die Arbeit der DGzRS werben. Versehen mit den Unterschriften der gesamten Crew der ISS wird sie ein halbes Jahr später gemeinsam mit Alexander Gerst auf den blauen Planeten zurückkehren.

Tag 147 | Karrieren

Es ist gar nicht so leicht, die Namen all derjenigen noch zusammenzukriegen, die man im Laufe seines Lebens mit ausgebildet hat. Schön, wenn eine oder einer von ihnen mal unverhofft wieder reinschaut und erzählt, wie es ihr oder ihm ergangen ist. Von den Volontären, die beim Jeverschen Wochenblatt das Handwerkszeug für den Beruf des Redakteursberuf mitbekommen haben und die nicht im Hause geblieben sind, haben nahezu alle schöne Karrieren hingelegt. Gestern hat die Gesellschaft „mission:lebenshaus“ in Bremen in einer Pressemitteilung bekanntgegeben, dass Julia Grimm deren neue Pressesprecherin für die drei Hospize in Jever, Wilhelmshaven und Bassum wird. Das ist doppelt schön, erstens weil wir der jungen Kollegin, die erst Ende dieses Monats ihr Volontariat bei uns beendet, diesen spannenden Job von Herzen gönnen, und zweitens, weil das Jeversche Wochenblatt das Hospiz in der Stadt von Anfang an sehr unterstützt hat und deshalb gerne sieht, dass „eine von uns“ dort jetzt mitarbeiten wird.

Und dann kam gestern noch Britta Kollenbroich vorbei, die inzwischen  in Hamburg arbeitet und in wenigen Tagen für die Deutsche Welle und für die Deutsche Presseagentur zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Brasilien reisen wird. Früher hat sie über den FSV Jever und den Heidmühler FC geschrieben. So kann es kommen, wenn man „was mit Medien“ macht. Und ein bisschen neidisch macht es uns auch.

Tag 146 | Kati

Jeder hat ja so seine Lieblingsmoderatorin im Radio. Ich zum Beispiel höre gerne sonntagmorgens Bettina Tietjens „Tietjen talkt“. Aber meine wahre Lieblingsmoderatorin sitzt gar nicht beim NDR, sondern in einem viel bescheideneren Studio in Wilhelmshaven oder manchmal auch in Jever. Ihre Stimme strahlt so viel Lebensfeude aus, dass es auf den Hörer abfärbt. Heute hat sie übrigens Geburtstag!

Tag 145 | Wahltag

Diesen Eintrag schreibe ich tatsächlich mal um Mitternacht, in wenigen Minuten ist der Wahltag vorbei. Friesland hat gewählt: Björn Mühlena hat überraschend schon im ersten Wahlgang geschafft, Bürgermeister im Wangerland zu werden. Auf Wangerooge gibt es eine Stichwahl, aber Bürgermeister Holger Kohls wurde nur Zweiter und es ist offen, ob er überhaupt noch antritt. Sande wählte Bürgermeister Josef Wesselmann ab, neuer Chef im Rathaus wird Stephan Eiklenborg. Varel muss am 15. Juni erneut ran, Bürgermeister Gerd-Christian Wagner liegt vorn, aber erreichte die 50 Prozent plus eine Stimme nicht. Nur der König von Zetel, Heiner Lauxtermann, hatte von Anfang an gar keine Sorgen. Er hatte keinen Gegenkandidaten und ist mit großer Mehrheit wiedergewählt worden. So, das ist der Stand der Dinge. Gute Nacht!

Tag 144 | Tut es!

Der Wahl-o-Mat hat mich auch nicht schlauer gemacht, welche Partei ich an diesem Sonntag wählen soll. Hohe Übereinstimmung mit CDU, SPD, Grünen und FDP. Ist das schlecht? Natürlich nicht, zeigt es doch nur, dass alle diese Parteien, in Nuancen verschieden, zum Projekt Europa stehen. Heißt das, dass ich gar nicht mehr wählen muss? Natürlich auch nicht, denn wenn ich nicht gehe, die Antieuropäer tun es gewiss. Ich werde also am Morgen meine kleine Radtour zum Wahllokal unternehmen und das Kreuzchen machen. An welcher Stelle, das ist fast, egal, jedenfalls ziemlich weit oben. Freunde, rafft Euch auf. Tut es auch!