Sonntagslektüre

Das Schönste an einem Sonntag ist doch, bei einem Stück guter Literatur zu entspannen. Bei Sätzen wie diesen fliegen die Gedanken davon: „Die Lohnsteuerkarte 2010 verliert wegen des generellen Wegfalls der Papier-Lohnsteuerkarte grundsätzlich ihre übergangsweise Gültigkeit mit Ablauf des Jahres 2012. Ab 2013 gelten vorrangig die „elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale“ (ELStAM) die von der Finanzverwaltung für alle Arbeitgeber bereit gestellt werden. Die Zuordnung der ELStAM-Daten zu den Steuerpflichtigen erfolgt zukünftig ausschließlich über die steuerliche Identifikationsnummer (IdNr.). Der beigefügte Ausdruck beinhaltet die vom Gesetzgeber so bezeichnte eTIN (electronic Taxpayer Identification Number : elektronische Idenfikations-Nummer für Steuerzahler), die als Ordnungsmerkmal in der Finanzverwaltung eingeführt wurde und von Ihnen in Ihrer Steuererklärung angegeben werden muss. Ich empfehle, den beigefügten Ausdruck als Nachweis sorgfältig aufzubewahren“.

Ein überflüssiger Hinweis. Ich habe noch nie ein gutes Stück Literatur weggeworfen.

Klootschießer warten auf den Länderkampf

Bei Kahlfrost gehen Oldenburger und Ostfriesen in Stollhamm an den Start

Von Rolf Blumenberg

Jever – Erst lernen die Friesen das Klootschießen, dann das Laufen, ist eine Weisheit, die aus grauer Vorzeit überliefert ist. Wenn diese Aussage heute auch ein wenig vermessen klingen mag, so hat doch der Friesensport in dem Land zwischen Weser und Ems immer noch einen extrem hohen Stellenwert. Immerhin gehören dem von Jan-Dirk Vogts angeführten Friesischen Klootschießerverband (FKV) mehr als 40.000 Mitglieder an. Während in der Breite das Boßeln im Vordergrund steht, gilt nach wie vor das Klootschießen als Krone des Friesensports. Das mag an der ausgefeilten Technik liegen, ganz sicher aber auch an der Urwüchsigkeit, die sich insbesondere zeigt, wenn sich Oldenburger und Ostfriesen in einem Länderkampf auf freiem Gelände gegenüber stehen.

Bei einem solchen Kräftemessen, dass demnächst in Stollhamm (Landkreis Wesermarsch) stattfinden soll, ist vieles noch so, wie es auch vor 200 Jahren war. Da wird die Anlaufmatte noch von Mattenträgern über zwei Kilometer getragen, da sorgen „Düsselmeister“ auf hart-gefrorenem Boden für eine glatte Anlaufbahn, da kündigen Trompeter mit den jeweiligen „Nationalhymnen“ die Werfer an, da sind einige tausend „Käkler und Mäkler“ dabei und – wenn es sein muss, gibt es auch mal verbale Auseinandersetzungen, natürlich in deftigem plattdeutsch. Und zwischendurch stärkt man sich bei Erbsensuppe und Grogg.

Derzeit trainieren die Werfer der beiden Landesverbände Woche für Woche und lassen sich nur wenig in die Karten kucken. Taktik spielt eine große Rolle. Sicher scheint, dass die Oldenburger eine Reihe von bekannten Namen aufbieten werden, darunter den amtierenden Europameister Thore Fröllje aus Grabstede. Dagegen haben die Ostfriesen möglicherweise einen „Joker“ in der Hinterhand, nämlich den langjährigen oldenburger Paradewerfer Bert Stroje.

In diesen Wochen wird viel darüber gefachsimpelt, mit welchen Stars die alten Rivalen antreten werden und wer die besten Siegchancen hat. Noch haben die Weiden von Carsten Meiners in Stollhamm nicht die nötige Wettkampf-Härte. Doch wenn der ersehnte Kahlfrost kommt, dann wird die Spannung steigen und dann wird es für einen echten Friesen nichts Wichtigeres geben als dabei zu sein.

Quelle: Pressemitteilung des Klootschießer- und Boßelvereins Stollhamm

Die Nacht der Nächte in Jever

Püttbier bei der "Melkenklamppütt" in Jever mit Püttmeisterin Käthe Blumenthal, ihrem Nachfolger Dieter Lübben  und Gastgeber Otto Meents. Foto: Helmut Burlager
Püttbier bei der „Melkenklamppütt“ in Jever mit Püttmeisterin Käthe Blumenthal, ihrem Nachfolger Dieter Lübben und Gastgeber Otto Meents. Foto: Helmut Burlager

Die Stadt Jever wirkt heute morgen ein bisschen verkatert, in der Stadt wurde in der vergangenen Nacht „Püttbier“ gefeiert, ein Traditionsfest der fast 30 Brunnengemeinschaften, die teilweise mehrere Jahrhunderte alt sind und sich alljährlich am Montag nach Heilige Drei Könige zur Rechnungslegung und Neuwahl des Püttmeisters zusammenfinden. Die Wasserprobe gehört dazu, und natürlich wird sie mit Feuerwasser vollzogen.

Mehr über das Püttbier 

Eine Bildergalerie gibt’s beim Jeverschen Wochenblatt und hier den aktuellen Bericht

Rezept

Gestern war der Geburtstag von Konrad Adenauer. Der „Alte von Rhöndorf“ war ja ein bisschen sperrig, aber man kann von ihm lernen. Beispielsweise, dass man nicht immer nur nett sein darf. „Machen Sie sich erst einmal unbeliebt“, hat er gesagt. „Dann werden Sie auch ernst genommen!“

LiquidFriesland: 500. Zugangscode verschickt

Jever – Sein Brief war der fünfhundertste: Harro Freese aus Jever hat den 500. Zugangscode zu LiquidFriesland bekommen. Nach dem Start der Plattform für Online-Bürgerbeteiligung im November sind bereits die ersten Initiativen erfolgreich abgestimmt.
Themen wie  Abfallentsorgung, Gülle, Ausbildungsmöglichkeiten und Strandeintritt werden in den kommenden Monaten die Ausschüsse des Kreistages beschäftigen – denn der hat 2012 den für LiquidFriesland entscheidenden Automatismus beschlossen: Wer mit seiner Idee die Abstimmung in der Online-Plattform gewinnt, setzt diese Idee auf jeden Fall auf die Tagesordnung des zuständigen Ausschusses.

Druck

Auch andersherum funktioniert LiquidFriesland: Vorhaben und Ideen der Kreisverwaltung stehen genauso zur Abstimmung bereit. So wird sich der nächste Ausschuss für Mobilität im März damit befassen, ob die Termine und Standorte der mobilen „Blitzer“ nicht mehr veröffentlicht werden sollen – dafür hatte sich eine knappe Mehrheit derjenigen ausgesprochen, die online abgestimmt haben.

Für die Zukunft ist geplant, die Nutzer zusätzlich auch per Mail über bestimmte Funktionen und Abläufe zu informieren, „weil ja klar ist, dass in so einer Übungsphase erst einmal jeder ausprobieren muss, welche Möglichkeiten LiquidFriesland ihm bietet“, so Ambrosy. So seien vergleichsweise viele Nutzerinnen und Nutzer im Diskussionsprozess aktiv gewesen, weniger hätten sich dagegen an den abschließenden Abstimmungen beteiligt. Ambrosy erklärte, die Kreisverwaltung habe jetzt wie angekündigt eine Seite auf www.friesland.de  eingerichtet (in „Schnell gefunden“), über die jedermann verfolgen könne, was aus den Ergebnissen der Online-Abstimmungen in der Kreispolitik würde.

„LiquidFriesland hat uns schon jetzt bereichert, wir konnten ein einmaliges Experiment in Sachen Bürgerbeteiligung starten und sind gespannt, wie es weitergeht“, so Ambrosy.

Link zur Plattform: www.liquid-friesland.de

Quelle: Landkreis Friesland