Gaeten Dery simuliert mit den Teilnehmern die Versammlung einer Kreditnehmergruppe in Ghana. Opportunity International ist in der Entwicklungshilfe durch Instrumente der Mikrofinanz engagiert.
Jever – Wenn sich in einem Dorf in Ghana die Kreditnehmerinnen von Opportunity International treffen, dann geht es fröhlich zu. Da wird denn auch schon mal gesungen, getanzt und gebetet, bevor der „Loan Officer“, der Kreditberater der Bank, zur Sache kommt. Wie das funktioniert mit den Kleinkrediten, die Opportunity International an arme Menschen in Entwicklungsländern vergibt, wie die Frauen gemeinsam geschult werden, ihre Geschäftsideen entwickeln und über kleinste Darlehen den Weg in die wirtschaftliche Selbstständigkeit finden, das soll an diesem Freitag die Veranstaltung „Opportunity vor Ort“ (18 Uhr, Immobilienzentrum der Volksbank Jever in der Mühlenstraße 31) veranschaulichen. Die Entwicklungshilfeorganisation mit Sitz in Köln und einem engagierten Freundeskreis Weser-Ems in Jever lädt dazu gemeinsam mit der Volksbank Jever alle Interessierten herzlich ein. Aus Ghana angereist ist Gaeten Dery, der in einer ganzen Reihe solcher Veranstaltungen nicht nur anschaulich über die Arbeit der Mikrofinanz-Organisation vor Ort berichtet, sondern in einer simulierten Versammlung von Kreditnehmerinnen auch zeigt, wie Beratung und Abwicklung des Mikrokreditgeschäfts ganz praktisch ablaufen. Zu den Mikrofinanz-Angeboten von Opportunity, die durch Spenden aus den Industrieländern finanziert werden, gehören neben Kleinkrediten auch Mikrosparen, Mikroversicherungen, Mikroschulen und andere Dienstleistungen, die Hilfe zur Selbsthilfe geben sollen.
Gaeten Dery aus Ghana zeigt am praktischen Beispiel, wie die Arbeit der Mikrofinanzorganisation funktioniert
Der „Loan Officer“ Gaeten Dery arbeitet in Accra, der Hauptstadt von Ghana, als Spargeld-Einsammler für die gemeinnützige Mikrofinanz-Organisation Opportunity International. Er nimmt das Geld entgegen, das Marktfrauen zurücklegen können. Opportunity verschafft armen Menschen in Entwicklungsländern Zugang zu Finanzdienstleistungen wie Kleinkrediten, Sparkonten und Mikroversicherungen. Foto: OID
Jever – Einmal Afrika und zurück, ohne die Koffer packen zu müssen. Das ermöglicht eine öffentliche Veranstaltung der Volksbank Jever in Zusammenarbeit mit der Entwicklungshilfeorganisation Opportunity International Deutschland. „Microfinance live“ heißt es am Freitag, 5. Oktober, um 18 Uhr im Immobilien- und Finanzzentrum in der Mühlenstraße.
Die Arbeit von Opportunity International findet in Weser-Ems und speziell in Jever seit einigen Jahren besondere Unterstützung. Rund um die Unternehmer Jochen Ewald und Dr. Karl Harms sowie Pastor Rüdiger Möllenberg bildete sich ein Freundeskreis von Opportunity, der erfolgreich Spenden für die Unterstützung armer Menschen in Ghana durch Mikrokredite und andere Dienstleistungen der Mikrofinanz eingeworben hat – Sparmöglichkeiten, Versicherungen, Schulgründungen, Ausbildungshilfen und vieles mehr. Im Nordwesten wurden dafür bislang mehr als 400.000 Euro gespendet.
Das Veranstaltungsformat „Opportunity vor Ort“ bietet die außergewöhnliche Möglichkeit, kurzzeitig in die Welt der Sozialen Mikrofinanz einzutauchen. In einem interaktiven Prozess simulieren die Teilnehmer das Treffen einer Kreditnehmergruppe in Afrika und lernen dabei die Arbeit von Opportunity kennen.
So richtig spannend wird es dabei für vier Freiwillige, die in die Rolle von Kreditnehmern schlüpfen. Sie stehen dann stellvertretend für eine echte Kreditnehmer-Gruppe, die im Alltag füreinander sorgt und sich gegenseitig bei ihren individuellen Geschäftsideen unterstützt.
Nach einer kurzen Einführung mit Rollenverteilung geht das Meeting auch schon los. Dann wird die Gruppe hautnah erleben, welchen Herausforderungen sich beispielsweise die Straßenhändlerin Regina täglich stellen muss, und wie hilfreich ihr die kleine Genossenschaftsbank (Trustbank) bei alltäglichen Sorgen und Problemen zur Seite steht. So können die Gäste live erleben, wie Opportunity-Mikrofinanz das Leben der Klienten nachhaltig verändert.
Für die authentische Stimmung und den realistischen Ablauf sorgt Gaeten Dery, ein echter Loan-Officer (Kreditbetreuer) aus Ghana. Loan-Officer sind die Spezialisten der Entwicklungsorganisation vor Ort, sie sind Banker, Unternehmensberater, Sozialarbeiter und Seelsorger in einer Person. Sie vergeben die Kredite und schulen die Kreditnehmer intensiv zu allen Themen der Unternehmens- und Lebensführung. Gaeten Dery wird die Gruppe instruieren und das Meeting leiten.
Opportunity International Deutschland ist eine gemeinnützige Stiftung deutschen Rechts, Teil eines weltweiten Netzwerkes der führenden Organisationen im Bereich Mikrofinanzierung und derzeit in 20 Ländern weltweit tätig. Soziale Mikrofinanz ist mehr als nur reine Kreditvergabe. Es gehören Mikrokredite, Sparkonten, Versicherungen und Schulungen für die Ärmsten der Armen dazu, die aufgrund fehlender Sicherheiten keinen Zugang zu gewöhnlichen Krediten haben. Damit erhalten sie die Möglichkeit, sich eine eigene Existenz aufzubauen und ein Kleinstunternehmen zu gründen, sowie sich gegen Ernteschäden und andere Risiken abzusichern und Ersparnisse anzulegen. Um einen besonders nachhaltigen Effekt zu erzielen, werden die Kreditnehmer gleichzeitig sowohl in Unternehmensführung und Buchhaltung als auch in Themen der allgemeinen Lebensführung wie Gesundheit, Familienplanung oder Aids-Prävention geschult.
Es geht nicht nur um Symbolpolitik, sondern um handfeste Fehlentwicklungen
Aachen – Misereor-Hauptgeschäftsführer Pirmin Spiegel hat den Vorstoß von Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel, die Beimischungspflicht von Biokraftstoffen auszusetzen, begrüßt. „Dass auch die EU-Staaten mit der Beimischungspolitik künstlich die bestehende Nahrungsmittelknappheit dramatisch verschärfen, ist angesichts der drohenden Hungerkrise durch nichts mehr zu rechtfertigen“, so Spiegel. So drohe durch die Dürre im Mittleren Westen der USA und die damit einhergehenden Preissteigerungen, der Hunger in vielen importierenden Staaten in Afrika, Asien und Lateinamerika massiv zuzunehmen. Spätestens jetzt sei auch die Europäische Union (EU) gefragt, den Markt zu entlasten und der Ernährungssicherung Priorität einzuräumen.
„Keineswegs geht es bei dieser Frage nur um Symbolpolitik“, hob Spiegel hervor. Die EU ist einer der größten Agrartreibstoffkonsumenten weltweit und Deutschland wiederum der größte Konsument innerhalb der EU. Nicht so sehr der aktuelle Anteil des als Biosprit verheizten Getreides sei entscheidend, sondern die Marktdynamik insgesamt: Während weltweit der Konsum etwa von pflanzlichen Ölen als Nahrungsmittel in den vergangenen zehn Jahren um 3,3 Prozent jährlich zunahm, sprang die Nutzung von Agrartreibstoffen pro Jahr im Schnitt um weit über 23 Prozent nach oben.
Zugleich jedoch sei die vermeintlich positive Klimabilanz durch Biokraftstoffe der ersten Generation wissenschaftlich längst widerlegt, so der MISEREOR-Hauptgeschäftsführer. Energiepolitisch wirkungsvoller sei es, Instrumente der Verkehrspolitik wie der Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs, angepasste Stadtplanung, Tempolimits oder Verbrauchsoberwerte zu diskutieren und die Elektroautomobilität zu forcieren.
„Die Förderung der Beimischung von Agrartreibstoffen führt dazu, dass der Druck auf Nahrungsmittelpreise steigt und Landkonflikte sich verschärfen“, so Pirmin Spiegel weiter. Doch reiche eine Abschaffung der Beimischungsquote alleine nicht aus, um die Nahrungsmittelmärkte zu stabilisieren. Kurzfristig müssten vor allem die exzessive Spekulation mit Grundnahrungsmitteln eingedämmt und Regierungen in Entwicklungsländern dabei unterstützt werden, durch Aufbau der öffentlichen Vorratshaltung und Förderung familiärer Landwirtschaft das Durchschlagen der Preiskrise auf die ärmsten Bevölkerungsgruppen zu verhindern. „Auch hier ist die Bundesregierung gefragt“, so Spiegel.
Quelle: – MISEREOR – das Entwicklungshilfswerk der katholischen Kirche im Internet:
Opportunity International erstmals beim Oldenburger Afrikatag vertreten
Oldenburg – Klein aber fein, so ließe sich der erste Auftritt des Freundeskreises Weser-Ems von Opportunity International beim Oldenbuger Afrikatag umschreiben. Zu der dritten Veranstaltung dieser Art in der Universätsstadt, getragen von 22 Oldenburger Insitutionen, die in irgendeiner Weise mit Afrika verbunden sind, hatten die Organisatoren erstmals auch Opportunity eingeladen.
Musik, Austausch, Information. Zum dritten Mal fand in Oldenburg ein Afrikatag statt. Erstmals war Opportunity International dabei vertreten. Foto (c): Helmut Burlager
Vor einem überschaubaren, aber sehr interessierten Teilnehmerkreis haben Schirmherr Dr. Karl Harms und Botschafter Helmut Burlager in einem der nachmittäglichen Workshops über Soziale Mikrofinanz im Allgemeinen und die Arbeit von OID im Besonderen vorgetragen und diskutiert. Sie berichteten in einem Klassenraum der Helene-Lange-Schule über die Entstehung des Freundeskreises Weser-Ems, die Projekte, die er in Ghana finanziert hat, über die Besuche vor Ort und über aktuelle Entwicklungen der Mikrofinanz.
Letztere boten auch den Ansatz für durchaus kritische Nachfragen und eine interessante Diskussion mit den Teilnehmern der Gesprächsrunde. Was unterscheidet „gute“ von „schlechter“ Mikrofinanz, wodurch hebt sich Opportunity von denjenigen ab, die Mikrokredite in Verruf gebracht haben? Die beiden Vortragenden stellten den sozialen, ganzheitlichen Ansatz und die Graswurzel-Arbeit von OID und der ghanaischen Partnerorganisation Sinapi Aba Trust heraus, sie betonten das Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe anstelle von Almosen, das Prinzip der Nachhaltigkeit anstelle von Renditeerwartung und Gewinnmaximierung.
In Oldenburg war die Arbeit von Opportunity International vor wenigen Jahren bereits durch die erfolgreiche Weihnachtsaktion der Nordwest-Zeitung bekanntgeworden, die mehr als 100.000 Euro an Spenden für die Arbeit von OID einbrachte.
Ob Entwicklungshilfe überhaupt notwendig ist, darüber gab es allerdings auf dem 3. Oldenburger Afrikatag heftige Kontroversen. Während etliche der beteiligten Veranstaltergruppen mit unterschiedlichsten Projekten versuchen, Entwicklung in Afrika zu fördern, gab es in Podiumsdiskussionen Ansätze, solche Bemühungen als Einmischung in die ureigensten Angelegenheiten des Kontinents anzusehen. Ein entschiedener Gegner von Entwicklungshilfe ist der Oldenburger Professor Nico Paech, Beiratsmitglied von „attac“, ein Verfechter der sogenannten Postwachstumsökonomie, die davon ausgeht, dass statt Wirtschaftswachstum weltweit und besonders in den Industrieländern eine Wachstumsrücknahme notwendig ist. Er nannte es in einer Podiumsdiskussion anmaßend, wenn Europäer den Afrikanern sagten, was „Entwicklung“ für sie sein solle, und dass sie ihnen ihre Vorstellungen von Wohlstand und Glück aufdrängten.
Dem hielt Wolfgang Blum von der Norddeutschen Mission entgegen, Unterstützung für die afrikanischen Länder sei sehr wohl wichtig und sinnvoll, wenn sie auf der Ebene einzelner lokaler Projekte ansetze, die auf die Bedürfnisse der Bevölkerung träfen, und wenn diese von Partnern vor Ort entwickelt und umgesetzt würden. Dass staatliche, monetäre Entwicklungshilfe eher schade als nütze, dass sie Korruption und den Abfluss von Devisen aus Afrika begünstige, darin waren sich die Diskutanten überwiegend einig.
Oldenburg – Das Wort kommt aus dem Suaheli und heißt Freundschaft: „Undugu“ ist das Motto des 3. Oldenburger Afrikatages, der an diesem Sonnabend, 16. Juni, von 11 Uhr bis in den späten Abend hinein in der Helene-Lange-Schule in Oldenburg, Marschweg 38, stattfindet.
Der erste Afrikatag wurde im Jahr 2008 vom Arbeitskreis Oldenburg-Afrika (OLAF) ausgerichtet, der ein Jahr zuvor aus der Boumdoudoum-Arbeitsgemeinschaft des Neuen Gymnasiums hervorgegangen war. Mit Informations- und Verkaufsständen, Workshops zu verschiedenen Thmen, mit Filmen, Musik und Theater wurde den Oldenburgern das Thema Afrika nähergebracht. 2010 folgte die zweite Auflage, am kommenden Wochenende ist nun der 3. Afrikatag. Ziel der Veranstaltung ist es, die Vereine, Gruppen, Organisationen, Firmen und Schulen, die mit Organisationen in Afrika zusammenarbeiten, enger zu vernetzen und die Aktivitäten einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.
Rund um einen afrikanischen Markt mit Köstlichkeiten aus Kamerun, Ghana, Togo, Senegal, Algerien, Marokko, Tunesien und anderen Ländern Afrikas gibt es ein buntes Informationsangebot mit Ausstellungen, Workshops, Vorträgen, Diskussionen, Lesungen, Musik, Kunst, Tanz und Film. Ein Schwerpunkt des diesjährigen Afrikatages ist das Thema Landraub, in Podiumsdebatten geht es um Afrikaner in Deutschland (Die afrikanische Diaspora zwischen Integration und Entwicklungszusammenarbeit) und um Entwicklungszusammenarbeit (Ist Entwicklungshilfe sinnvoll?). Abends werden die Workshopergebnisse präsentiert, ab 20 Uhr spielt die Band „Top Afrika“, anschließend ist Party.
Neben den etwa 20 Mitgliedern des Arbeitskreises OLAF nimmt erstmals der Freundeskreis Weser-Ems von Opportunity International am Oldenburger Afrikatag teil. In einer von mehreren Informationsveranstaltungen, die ab 15 Uhr laufen, werden Dr. Karl Harms, Schirmherr von Opportunity, und Helmut Burlager, Botschafter der Mikrofinanzorganisation, über die Entwicklungszusammenarbeit mit Ghana sprechen. Der Freundeskreis hat seit 2008 mehr als 400.000 Euro an Spenden eingeworben und damit in Dörfern der Voltaregion zahlreiche Trustbanks, kleinste Genossenschaftsbanken, ins Leben gerufen, die überwiegend weibliche Kleinstgewerbetreibende mit Mikrokrediten von durchschnittlich 200 Euro versorgen. Opportunity verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz und bietet neben Krediten auch Mikrosparen, Mikroversicherungen, soziale und wirtschaftliche Beratung, Vermarktungshilfen und Bildungsprogramme an. Mehr dazu: Opportunity International Deutschland
Nordwestradio unterwegs über das Afrikabild in den Medien
Afrikas Zukunft, die Kinder. Welches Afrikabild vermitteln die Medien? Darum geht es in einer Livesendung von Nordwestradio. Foto (c): Helmut Burlager
Bremen – Nordwestradio sendet am Freitag, 25. Mai 2012, von 15.05 bis 16.00 Uhr den Beitrag „Afrika – mon amour?“. Die Live-Sendung wird aus dem Bremer Presse-Club im Schnoor übertragen.
„Afrikabilder – Zum Afrika-Diskurs in deutschen Medien“ ist das Thema eines viertägigen Kongresses vom 30. Mai bis 2. Juni, den die Universität Bremen und die Bildungsvereinigung „Arbeit und Leben“ veranstalten. Bereits vorher ist der oftmals so bezeichnete „vergessene Kontinent“ Gegenstand einer Diskussionsrunde mit vier Bremer Afrika-Kennern. Ergänzend zu der Uni-Tagung geht es dabei auch um wirtschaftliche Fragen, die Afrika besonders betreffen – zum Beispiel die Folgen der Finanzmarktkrise und Rohstoff-Spekulationen. Darüber diskutiert „Nordwestradio unterwegs“ am Freitag im Bremer Presse-Club.
Teilnehmer der Gesprächsrunde mit Nordwestradio-Moderator Theo Schlüter sind:
Dr. Margrit E. Kaufmann, Kulturwissenschaftlerin Uni Bremen
Elombo Bolayela, Mitglied der Bremischen Bürgerschaft, gebürtiger Kongolese
Prof. Dr. Karl Wohlmuth, Wirtschaftswissenschaftler Universität Bremer, UN-Berater
Manfred Weule, Organisator der Afrika-Tage von der Bildungsvereinigung „Arbeit und Leben“
Die Veranstaltung ist öffentlich. Gäste sind herzlich willkommen. Nordwestradio ist ein Programm von Radio Bremen, als Live-Stream hier: Nordwestradio
Entwicklungshilfe: Jetzt ist schon die vierte Mikrobank in Gründung
Von Helmut Burlager
Kreditnehmerinnen in Wa im Norden Ghanas. Sie produzieren Erdnüsse für den Straßenverkauf.
Jever – „Gründe eine Bank mit Herz“, appellierte vor einem Jahr die Entwicklungshilfeorganisation Opportunity International Deutschland, die vom Freundeskreis Weser-Ems starke Unterstützung erfährt. In Jever nahm man den Aufruf sehr wörtlich: Drei Mikrobanken mit einem Startkapital von je 5000 Euro sind schon gegründet, für eine vierte werden schon Spenden gesammelt. An den Start gehen kann jetzt auch die „St.-Marienbank“, deren finanzieller Grundstock vor einem halben Jahr aus Anlass des 475. Stadtjubiläums von Jever gelegt wurde.
Opportunity International leistet weltweit Entwicklungshilfe durch Mikrofinanz-Angebote wie Kleinkredite, Mikrosparen, Mikroversicherungen oder kleine Privatschulen. Der Freundeskreis Weser-Ems unterstützt seit Jahren vor allem Projekte in der Voltaregion im westafrikanischen Ghana, mittlerweile wurden mehr als 400.000 Euro dafür gesammelt. Das Geld fließt im Empfängerland in einem Kreislauf von Ausleihungen und Rückzahlungen, Einzahlungen und Wiederausleihungen. Davon profitieren zahlreiche Familien, die sonst von keiner Bank Geld bekommen würden, und die mit den Darlehen kleine wirtschaftliche Existenzen gründen können. Von dem Erfolg der Arbeit haben sich die Mitglieder des Freundeskreises in Jever bei mehreren Besuchen in Ghana überzeugen können.
„Bank mit Herz“ ist ein neues Instrument, Spenden für diesen guten Zweck zu sammeln. Für jeweils 5000 Euro kann eine neue kleine Genossenschaftsbank ins Leben gerufen werden, die Spender erhalten dann für eine gewisse Zeit Berichte über die Entwicklung genau dieser Mikrobank. Aus Anlass der Grundsteinlegung für das St.-Annen-Quartier hatte Investor Dr. Karl Harms zusammen mit der Ev.-luth. Kirchengemeinde Jever die erste „Bank mit Herz“ ins Leben gerufen, sie trägt den Namen „St.-Annen-Bank“.
Auf einem gemeinsamen Gemeindefest der evangelischen und der katholischen Kirchengemeinde wurde dann im Sommer als Geschenk der Kirchen zum Stadtjubiläum die St.-Marien-Bank in Erinnerung nicht nur an die Mutter Jesu, sondern auch an das Fräulein Maria von Jever gestartet. Am Silvestertag wurde mit einer Kollekte im letzten evangelischen Gottesdienst des Jahres auch dieser 5000-Euro-Topf voll und wird nun in Ghana zu einer weiteren Bankgründung führen. Doch ebenfalls ausgelöst durch das erwähnte Gemeindefest hatte bereits der Jeveraner Benno Lockmann, der der katholischen Kirchengemeinde St. Benedikt angehört, 5000 Euro für eine weitere Mikrobank gespendet. Die trägt den Namen seiner Ehefrau und heißt „Elisabethbank“.
Inzwischen hat eine Kirchenälteste der lutherischen Gemeinde mit einer Spende den Startschuss für eine vierte „Bank mit Herz“ gegeben, die noch keinen Namen trägt, an der sich aber jeder Interessierte mit Zuspenden beteiligen kann. Die Kontonummer lautet 118 003 9009 bei der Volksbank Jever, Bankleitzahl 28262254, Stichwort „Bank mit Herz“.
Neben diesen Mikrobank-Projekten befasst sich der Freundeskreis Weser-Ems zurzeit mit landwirtschaftlichen Projekten in Ghana und mit der Gründung von Mikroschulen. Opportunity International Deutschland hat außerdem gerade ein neues großes Mikrofinanz-Projekt in Indien gestartet.
Warum verschenken die einen die Hälfte ihres Vermögens, während die anderen am hungernden Mitmenschen achtlos vorbeigehen? Und warum lebt gesünder, wer sich dafür einsetzt, die Armut auf der Welt zu verringern, den Hunger und die Krankheiten zu bekämpfen? Und warum sollte ich was abgeben, wenn die anderen auch nichts oder viel weniger abgeben? Ein interessanter Aufsatz im Magazin der Süddeutschen: „Es geht nicht um viel, es geht um alles“, schreibt Michaela Haas: Zum SZ-Beitrag
Da, wo sie herkommen, können viele Menschen noch nicht lesen und schreiben. Viele leben von der Hand in den Mund, in ärmsten Verhältnissen, ohne fließendes Wasser oder elektrischen Strom. Ihre Heimat ist Guatemala, und die vier jungen Leute, die in ihrer farbenfrohen Landeskleidung im Wohnzimmer der jeverschen Ärzte Ulrike und Matthias Vincenz ein wenig verloren wirken, sind der lebendige Beweis dafür, wie nachhaltige und damit gelungene Entwicklungsarbeit aussehen kann: Entwicklungshilfe durch Bildung … Mehr lesen: Zum Artikel
Die “taz” berichtet unter der Überschrift “Das Sha-ba-do-ga verstummt” über die Probleme der Fischer in Ghana: “Die Zeiten sind schwerer geworden für die Fischer. Immer weiter müssen sie rausfahren, immer weniger fangen sie. Schuld sind die Trawler, die sich im Golf von Guinea tummeln. Mit ihren Schleppnetzen plündern sie die Fischgründe und zerstören so die Lebensgrundlage der Kleinfischer.”