Tag 87 | Radiotipp

Franz Radziwill (1895-1983) präsentierte die Natur und das Meer als geheimnisvolle Idylle, engagierte sich aber auch für den Schutz der Natur. Das Franz-Radziwill-Haus in Dangast und das Schlossmuseum in Jever würdigen den Maler und sein Lebenswerk vom 6. April bis 31. August in dem Ausstellungsprojekt „Die Halbinsel der Seligen – Franz Radziwill in der Natur“. Damit befasst sich am Dienstag, 1. April, in der Stunde ab 19 Uhr der „Kulturspiegel“ auf NDR 1 Niedersachsen. Livestream

Tag 82 | Alptraum

Michael Konken. Foto: Anja Cord/DJV
Michael Konken. Foto: Anja Cord/DJV

„Die Vorstellung, dass die Kommunikation von Journalisten abgehört, mitgelesen, gespeichert und ausgewertet wird, ist ein Alptraum für die ganze Gesellschaft“ – sagt der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes, Michael Konken (Wilhelmshaven). Der DJV hat die Mitglieder des Bundestags-Untersuchungsausschusses zur Aufklärung der NSA-Affäre aufgefordert, intensiv möglichen Verletzungen der Pressefreiheit und des Informantenschutzes nachzugehen.  Konken: „Wo die Freiheit der Medien eingeschränkt wird, ist es um die Freiheit der Gesellschaft schlecht bestellt.“

Tag 72 | Erkenntnis

„Twitterer sind Narzisten, überschätzen ihre Talente, haben einen Hang zum Exhibitionismus, können Kritik nur ganz schwer ertragen und empfinden wenig Empathie für andere – haben US-Wissenschaftler herausgefunden.“ Das lese ich beim Mediendienst „Turi2“. Na ja, dann wisst Ihr ja jetzt, mit wem Ihr es zu tun habt. https://twitter.com/HelmutBurlager

Tag 70 | Die Krim und Jever

Wenn Putin sich nicht nur die Krim zurückholt, sondern alles, was mal russisch war, dann müssen sich auch die Jeveraner fürchten, meint Klaus Pokatzky in seinem Wochenrückblick „Is was?“ im Deutschlandfunk. Zwar spricht er von „Jeverinnen und Jever“, wenn er uns meint, aber das sei ihm verziehen, und was er am Schluss seiner Glosse zur Sprache bringt, ist ja nicht ganz von der Hand zu Weisen. Auch wenn es nur Satire ist.

Is was?

Tag 69 | Aus Lemgo

Pinar Atalay moderiert künftig die Tagesthemen. Foto: NDR/Thorsten Jander
Pinar Atalay moderiert künftig die Tagesthemen. Foto: NDR/Thorsten Jander

Spiegel online fragt die künftige Tagesthemen-Moderatorin Pinar Atalay in einem Interview: „Wie sehr nervt es Sie eigentlich, dass Ihr Migrationshintergrund so häufig thematisiert wird?“ Will Spiegel online uns damit sagen, dass der Migrationshintergrund von Medienleuten und Politikern zu oft thematisiert wird? Dann hätten die Kollegen vielleicht mal auf die Frage verzichten sollen. Wie auch immer, Frau Atalay geht äußerst entspannt mit der Frage und mit dem Thema um. „Eigentlich habe ich ja auch gar keine Migrationsgeschichte, ich stamme aus Lemgo, also Ostwestfalen-Lippe“, antwortet sie. Das Interview ist lesenswert:

Türken haben immer noch ein Gastarbeiter-Image

Tag 65| Lebensbuch

Johannes Diekhoff.  Foto: Reinhard Former
Johannes Diekhoff.
Foto: Reinhard Former

Im Alter von 94 Jahren ist im vergangenen Jahr Johannes Diekhoff gestorben, ein geschätzter zweisprachiger ostfriesischer Autor und Vordenker. Die Journalisten Johann Haddinga und Reinhard Former haben jetzt, sozusagen als Vermächtnis des bekannten Schriftstellers, dessen letztes Buch herausgebracht. „Dat mag Jo good gahn“ verbindet die Biografie des Ostfriesen mit Reportagen, Interviews und Berichten sowie einer Auswahl seiner wichtigen Werke. Mehr über das Buch gibt es hier.

Tag 63 | Fake

Die FDP wäre wieder drin. Im Bundestag. Sagt Prognos, da wird es ja wohl stimmen. Die Nachricht verbreitet sich auf Twitter. Jeder würde sie glauben, der nicht schon mal auf die Quelle @PrognosUmfragen hereingefallen ist, und das sind viele.

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Aber haben sie es bemerkt? Die renommierte Prognos AG in Basel (Schweiz) kann nichts dagegen machen, dass sich da jemand mit ihrem Namen schmückt und angebliche Umfrageergebnisse veröffentlicht, die knapp daneben treffen. Im November 2013 ist übrigens die CDU-Landtagsfraktion in Hannover darauf hereingefallen, als @PrognosUmfrage die absolute Mehrheit der CDU voraussagte (HAZ-Bericht). Wie es wirklich kam, wissen wir. Dicht daneben ist eben auch vorbei.

Tag 51 | Ausgestorben

Den Begriff Industriesterben würde man mit dem Ruhrgebiet in Verbindung bringen, nicht mit Ostfriesland. Und doch hat es das hier gegeben, nicht erst mit dem Aus für die Olympia-Schreibmaschinenwerke. Dass eine ganze Branche ausstirbt und heute nur noch vereinzelte Betriebe existieren, lässt sich auch am Beispiel der Ziegeleien demonstrieren. Einen lesenswerten Beitrag zum Tod der Ziegelindustrie in Ostfriesland hat der Weser-Kurier veröffentlicht, nachzulesen hier: Als Ostfriesland noch Ziegeleiland war

Tag 50 | Kluger Kopf

Der Südkurier, die Stuttgarter Zeitung, die Süddeutsche Zeitung und die Frankfurter Allgemeine Zeitung liegen morgens im Lesesaal aus. Interessant zu sehen, wer zu welchem Blatt greift. Ein Herr muss immer die FAZ haben, sonst liest er lieber gar nichts. Er schätzt die intellektuelle Herausforderung. Ich bin ja mehr für die Süddeutsche, schon wegen des Streiflichts, und weil sie neuerdings noch investigativer daherkommen, was ein bisschen spannender ist als die behäbige Frankfurter Art, die Leser zu belehren. Das Lokalblatt lese ich natürlich auch gern, schon um mich daran zu erfreuen, dass die auch nur mit Wasser kochen. Heute war die FAZ frei, da dachte ich, doch mal was für den Intellekt tun zu müssen. Im zweiten Artikel im zweiten Absatz beginnt die Autorin einen wunderbar gedrechselten Satz, baut hier einen Nebensatz ein und dort noch einen Einschub, geht in einem weiteren eingeschobenen Zwischensatz noch einen kleinen Umweg und bleibt stecken, führt den angefangenen Gedanken nicht zu Ende. Ich lese ein zweites, ein drittes Mal, gebe auf und denke: Dahinter steckt bestimmt ein kluger Kopf. Morgen dann doch wieder den Südkurier.