Tag 250 | Pressefreiheit

Dass ein Chefredakteur in Deutschland sagen muss: „Wir lassen uns auf keinen Fall einschüchtern“, nachdem die Zeitung immer wieder von Rechtsradikalen bedroht und attackiert wird. „Kill them. Wir kriegen Euch alle!“  – schon beklemmend… 

Lausitzer Rundschau erneut von Nazis angegriffen

Tag 249 | Kamikaze II

Und hier nun das Gegenstück zur gestrigen Klage über rücksichtslose Autofahrer: die Klage über rücksichtslose Radfahrer. Nicht von mir geschrieben, sondern von Reinhard Mohr, ein Beitrag in Deutschlandradio Kultur. Zum Schmunzeln. 

Die neue Massenbewegung – oder zum Anhören hier klicken

Tag 248 | Kamikaze

Nachdem mir heute auf dem Weg zur Arbeit ein rasender Autofahrer in einem Wohngebiet die Vorfahrt genommen hat und eine weitere Autofahrerin an einer Einmündung mich erst im allerletzten Moment sah und bremste, also zwei Beinahunfälle auf eineinhalb Kilometern, geht mir das Thema Sicherheit für Radfahrer mal wieder durch den Kopf. Ich fahr ja schon kaum noch auf Radwegen, weil es dort in Jever ziemlich gefährlich ist. Und, siehste: Der Tagesspiegel berichtet just im Moment darüber: Die Straße, der unbekannte Radweg

Tag 247 | Rettung

Mal wieder was von den Seenotrettern, Pressemitteilung von heute:

Großangelegte Übung der Seenotretter vor Wilhelmshaven

Seenotretter üben Ernstfall mit dänischen und niederländischen Einheiten und THW

Hooksiel – Vom 4. bis zum 7. September 2014 findet vor Wilhelmshaven die DanGerNed SAREX 2014 statt (SAREX = Search and Rescue Exercise, Such- und Rettungsübung). Mit dabei sind zwei Seenotkreuzer und vier Seenotrettungsboote der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS), die auch Ausrichter der Übung ist, sowie voraussichtlich zwei Einheiten der dänischen Marineheimwehr, eine Einheit der niederländischen Seenotrettungsgesellschaft KNRM, sowie drei Mehrzweckarbeitsboote des THW (Technisches Hilfswerk), sowohl von der THW-Bundesschule Hoya als auch vom THW Ortsverband Wilhelmshaven. Zwei weitere Schiffe vom Jade-Dienst dienen als „Havarist“ und zur Unterstützung der Übung.

 Die DanGerNed SAREX dient vor allem dem Training der Einsatzkoordination bei grenzübergreifenden Einsätzen. Das genaue Übungsszenario wird den beteiligten Einheiten erst mit der „Alarmierung“ mitgeteilt, um eine möglichst realistische Situation zu erzeugen. Koordinierte Suche, medizinische Erstversorgung und Verletztentransport sowie Rettung und Bergung von Schiffbrüchigen werden Bestandteile der Übungsszenarien sein.

Insgesamt werden über 75 Personen an der Übung beteiligt sein. Ausbildungsleiter Jörg Kemna der DGzRS, der das Szenario leitet, hatte bereits 2012 eine vergleichbar komplexe Übung mit dem dänischen Seenotrettungsdienst auf Helgoland durchgeführt. Im März dieses Jahres hatte es in der Zentrale der DGzRS in Bremen ein umfangreiches Vortreffen der beteiligten Länder zur Übungskonzeption gegeben.

 „Dass bei Einsätzen im Grenzgebiet die Seenotrettungsdienste zusammenarbeiten, ist eine Selbstverständlichkeit“, so Jörg Kemna. „Wir können durch eine komplexe Übung wie diese allerdings gemeinsame Suchverfahren und Kommunikationsverfahren trainieren, was für den Ernstfall wesentlich ist.“

 Für echt wirkende „Schiffbrüchige“ und „Verletzte“ sorgt die DLRG-Gruppe Goch e.V. RUND (realistische Unfall- und Notfalldarstellung). Ein besonderer Dank gilt auch dem Wilhelmshavener Segelclub, der für die Übung seine Bootshalle bereitgestellt hat, Niedersachsen Ports für die Bereitstellung von Ponton, Steganlage und Parkplätzen sowie den freiwilligen Seenotrettern der Station Wilhelmshaven, die wesentlich zur Vorbereitung und Organisation vor Ort beigetragen haben.

 

Tag 246 | Sicherheit

Die Schlagzeile war ja zu erwarten. „Nach tödlichen Schüssen in Finanzamt Debatte über Sicherheit“ heißt es heute in den dpa-Nachrichten, nachdem in Rendsburg ein Steuerberater einen Finanzbeamten getötet hat. Die Überschrift passt immer, wenn einer einen erschießt, wo es nicht zu erwarten gewesen wäre. Man kann Finanzamt durch Schule, Arbeitsamt, Gericht, Jobcenter, Arztpraxis, Flughafen, Gefängnis, Spielplatz, Oktoberfest ersetzen und noch durch viele weitere Orte, an denen man gewohnheitsmäßig nicht erschossen wurde, bis es irgendwann doch passierte. Nun also wieder eine „Debatte über Sicherheit“. So wie damals, als die Justizbehörden beschlossen, in jedem Amtsgericht einen Metalldetektor aufzustellen, um Besucher kontrollieren zu können. Das passiert auch, wenn es Prozesse gibt, zu denen ein Publikum mit erhöhtem Aggressionspotenzial erwartet wird. An anderen Tagen staubt das Ding so vor sich hin, die Leute gehen dran vorbei. Bis einer kommt, vielleicht nur ein harmloser Steuerberater, dran vorbeigeht und jemanden erschießt. Dann wir es wieder eine „Debatte über Sicherheit“ geben. 

„Seien wir ehrlich“, hat Erich Kästner gesagt. „Leben ist immer lebensgefährlich.“

Tag 245 | Spenden

In gemeinnützig steckt ja das Wort gemein. Wenn eine wohltätige Organisation dank eines genialen PR-Coups so viel an Spenden einwirbt, dass für viele andere, die Gutes tun wollen, deutlich weniger Geld bleibt, dann können letztere dies durchaus als – sagen wir mal – unerfreulich empfinden. Das kann im Kleinen wie im Großen passieren. In einer norddeutschen kreisfreien Stadt etwa, wo ein neu eröffnetes und jeder Unterstützung wertes Hospiz derart im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit und in der Gunst der Spender steht, dass anderen seit Jahren hier karitativ tätigen Vereinen momentan angst und bange um ihre Projekte wird. Oder in der weiten Welt des Internets, wo sich mit dem Eiswasser aus Plastikeimern zugleich eine Spendenflut über die ALS-Forschung ergießt, die diese zweifellos sehr gut gebrauchen kann, die aber den Einnahmefluss für andere nicht weniger wichtige Hilfsorganisationen spärlicher dahinplätschern lässt.

„Ich wurde nominiert, aber…“ schreibt deshalb Martin Weigert in netzwertig.com. Ein Beitrag, den ich so unterschreiben kann. Um gleich noch eine dritte Organisation hizuzufügen, die in Weigerts Sinne arbeitet. Opportunity International. Dorthin geht meine Spende für die (noch) nicht erfolgte Nominierung zur Ice Bucket Challenge.

 

Tag 244 | Ausflug

Was bedeutete noch mal „hoher Freizeitwert“? Ach ja, jetzt weiß ich’s wieder: Sonntags nach Neuharlingersiel radeln, Familie auf dem Segelboot treffen, im Sonnenschein Kaffee trinken, Kekse essen, zum Schluss am Hafen ein Matjesbrötchen  verputzen, mit Rückenwind zurückdüsen, allen Regenschauern ausweichen, nach 56 Kilometern schön verschwitzt unter die Dusche und anschließend die Beine hochlegen.

Schönen Sonntag noch…

Tag 243 | Umziehen

Was man beim Twittersurfen so alles erfährt. Heute ist der Tag des Umzugs, meldet die Website koeln.de. Scheint was dran zu sein, unsere Nachbarn gegenüber ziehen auch gerade aus.

Tag 242 | Ins Fernsehen

Einladung zu einer Pressekonferenz. Der Gastgeber meint es offenbar gut mit den Printjournalisten. Oder wie soll ich diesen Satz verstehen? „Über eine rege Teilnahme freuen wir uns auch aufgrund der Tatsache, dass sich der NDR mit einem Kamerateam angekündigt hat.“ Na besten Dank!

Tag 241 | Toyisten

Dejo, einer der Begründer des Toyismus, mit seiner Marke, mit der er in der Öffentlichkeit auftritt. Die Botschaft: Die Kunst ist wichtig, nicht der Künstler. Foto: Toyism Studio
Dejo, einer der Begründer des Toyismus, mit seiner Marke, mit der er in der Öffentlichkeit auftritt. Die Botschaft: Die Kunst ist wichtig, nicht der Künstler. Foto: Toyism Studio

Grell, bunt, formenreich. Die Kunstrichtung des Toyismus ist nicht zu übersehen – zumindest nicht im niederländischen Emmen, wo ein Hotel und ein Gastank von Toyisten bemalt worden sind. Jetzt kommt der Toyismus auch nach Deutschland. Der Lions Club Jever präsentiert die Künstlerbewegung am Donnerstag, 11. September, um 18 Uhr im Immobilien- und Finanzzentrum der Volksbank Jever mit einer nur wenige Stunden dauernden Ausstellung, einem Vortrag und der Vorstellung eines druckfrischen Kunstkalenders für das Jahr 2015. Die Aktion entstand in Koproduktion mit dem Lions Club Emmen (NL), der seit 25 Jahren partnerschaftlich mit dem Serviceclub in Jever verbunden ist.

Die Bewegung der Toyisten ist vor gut zwanzig Jahren in Emmen entstanden, inzwischen ist sie weltumspannend – und ein wenig rätselhaft, denn alle Künstler treten nur unter einem Künstlernamen und in der Öffentlichkeit stets maskiert auf. Mehr darüber gibt es hier zu lesen: Grell und bunt und anders