Das war ein Ereignis im Sommer 2008, als ein Intercity Express (ICE) der Deutschen Bahn AG in den „Hauptbahnhof“ von Jever einfuhr und auf den Namen der Kleinstadt getauft wurde. Seitdem verkehren hier wieder nur die Züge der Nordwestbahn, die ja auch ganz schick, aber nicht so mondän sind. Bleibt die Frage: Was ist eigentlich aus dem Jever-ICE geworden? Er fährt. Und zwar auf der Strecke vom dänischen Århus nach Berlin Ostbahnhof (ICE 381), wie auf Bahnbilder.de dokumentiert ist. Wie es aussieht, geht’s dem Intercity „Jever“ gut. Schade nur, dass er nicht zwischen Wilhelmshaven und Berlin fährt.
Kategorie: Jever
Tag 55 | Je oller …

Foto: Helmut Burlager
Wo wir doch vorgestern gerade beim Thema Respekt für ältere Menschen waren, da hätte ich noch einen anzubieten. Da gibt es mitten in Ostfriesland, in Spetzerfehn, eine 82-Jährige, die hört Weihnachten, dass ihre Tochter mit Enkelin und Urenkelin nach Gambia reisen will. Und erklärt kurzerhand: „Ich fahre mit.“ Morgen, Dienstag, startet diese ungewöhnliche Reise von vier Generationen Frauen zu den Wurzeln der Jüngsten des Quartetts. Der Vater der kleinen Jaye stammt vom schwarzen Kontinent: Alma will naa Afrika
Tag 40 | Jewer

So, nun wäre das auch erklärt. Das Friesische Brauhaus zu Jefer hat ein kleines Video veröffentlicht, in dem erläutert wird, warum alle Welt Jewer sagt, wenn es ums Bier geht und nicht um die Stadt. Allerdings: Das mag für Menschen gelten, die jenseits des Küstenkanals wohnen. Für Jeveraner bleibt es bei Jefer, auch wenn sie von Bier reden. Zum Video
Tag 39 | Weißkopfadler
Sorry, mir war nach Streiten zumute. Das hab ich dann, um den häuslichen Frieden nicht zu belasten, einfach auf Facebook gemacht. In einer Gruppe, die sich „Jever aktuell – Politik + Gemeinschaft“ nennt. Die ist ja wohl zum Streiten gegründet worden, oder? Was mich also aufregte, war, dass dort ein gewisser Ano-Jesper Nymus Meinungsbeiträge postet, in denen er über die Politik herzieht. Was ja nicht verboten ist. Aber feige, wenn man es nicht mit eigenem Namen und Gesicht, sondern unter Pseudonym und mit dem Konterfei eines Weißkopfadlers tut. Aus der Deckung der Anonymität lässt sich trefflich meckern und lästern, das hat leider im Netz immer mehr um sich gegriffen. Ich hab’s also beanstandet in dem Forum und eine schöne Diskussion ausgelöst. Der einzige, der’s nicht begriff, war übrigens der Weißkopfadler.
Tag 35 | Big Jim
Musik hören und Gutes tun. Wer das kombinieren möchte, hat am 15. März die Gelegenheit dazu. Zum dritten Mal gibt die Rockband „Big Jim“ in der Partyhalle des Restaurants „Jever Fass“ am Alten Markt in Jever ein Benefizkonzert zugunsten des Friedel-Orth-Hospizes. Auch der Lions Club Jever stellt sich an diesem Abend in den Dienst der guten Sache, er organisiert das Konzert und sorgt für die Bewirtung. Wie spät es losgeht und wo man Karten bekommt: Hier klicken
Tag 32 | Cerveja
Irgendwas hat „Jever“ davon abgehalten, international wirklich Karriere zu machen, anders als Beck’s, Warsteiner und Krombacher, diees in jeder etwas lebendigeren Partymeile von Touristenzielen gibt. Was nicht heißt, dass Jever nur in Deutschland ein Begriff wäre. In Belo Horizonte in Brasilien zum Beispiel gibt es ein Gaststätte namens „Stadt Jever“, ein echter Publikumsmagnet, und wenn es dort auch nur in Ausnahmefällen „Jever“ gibt, so doch immerhin ein Bier Namens „Stadt Jever“, hergestellt von der brasilianischen Brauerei Wäls, ein Lagerbier mit 5 Prozent Alkohol. Wer es probieren will, muss nur mal nach Brasilien fliegen. Bier Stadt Jever
Tag 6 | Ballou

„Ich habe nie vergessen, woher ich komme“, hat Gerd Brandt in einem Interview mit dem NDR gesagt. Stimmt. Zum Beispiel war er mal Stadtjugendpfleger in Jever in jener Zeit, als die Jugend ein wenig rebellischer war als heute, und leitete das erste Jugendzentrum in der Stadt. Das hatten sich die jungen Leute regelrecht erkämpft. Ein „autonomes“ Jugendhaus wollten sie damals, in das die Erwachsenen nicht reinreden sollten, und den rebellischen alten Juden Fritz Levy wählten sie in den JZ-Beirat. Wilde Zeiten waren das, und ein bisschen wild sieht „Ballou“, wie Gerd Brandt sich schon damals rufen ließ, ja auch heute noch aus. Kaum zu glauben, dass der Folk-Barde bereits für sein „Lebenswerk“ geehrt wird. Am 24. Januar wird ihm der Wilhelmine-Siefkes-Preis der Stadt Leer verliehen. Eine größere Ehre kann jemandem, der sich das Plattdeutsche auf die Fahne geschrieben hat, kaum zuteil werden. Wer hätte das gedacht, als „Ballou“ mit seinen jungen Leuten Jever in Wallung brachte. NDR-Bericht
„Kauf ein Teil mehr“ für die Kunden der Tafel
Lions und Leos sammeln an diesem Sonnabend am Sonnabend bei Famila
Lebensmittelspenden für bedürftige Familien. Die Aktion läuft schon zum dritten Mal.

Jever – Menschen aus der Region helfen Menschen in der Region – deshalb hat die Arbeit der Tafeln, die bedürftige Menschen mit Lebensmitteln unterstützen, so großen Charme. Und deshalb kamen die beiden ersten Aktionen des Lions-Clubs Jever und des Leo-Clubs Jever „Achtern Diek“ in den vergangenen zwei Jahren auch so gut an. An diesem Sonnabend ist es wieder so weit, die beiden Serviceclubs bitten die Kundinnen und Kunden im Famila-Markt in Jever: „Kauf ein Teil mehr“.
Die hier beschriebene Aktion ist Vergangenheit, sie war ein großer Erfolg. Kunden des Famila-Marktes haben am Sonnabend 27 prall gefüllte Einkaufswagen mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln für die Tafel gespendet.
Etwa 25 Lions, Leos und Helfer der Tafeln Jever und Hohenkirchen werden die Passanten in der Eingangshalle ansprechen, Handzettel mit den erbetenen Waren verteilen (zum Beispiel H-Milch, Margarine, Butter, Kaffee, Tee, Konserven, Zucker, Mehl, Marmelade, Nutella) und in der Kassenzone die Spenden entgegennehmen. 2011 und 2012 kamen so jeweils mehr als zwei Dutzend prall gefüllter Einkaufswagen mit Lebensmitteln zusammen. Gestern stellten Organisator Martin Schadewald und Präsident Jan Scherf für den Lions Club, der stellvertretende Präsident der Leos Tim Ritter und Leo-Mitglied Tom Thomssen, Tafel-Vorsitzende Luise Eden und stellvertretender Marktleiter Mario Gembler die diesjährige Aktion vor.
Luise Eden betonte, wie willkommen diese Spenden kurz vor Weihnachten seien, sie kommen fast 170 Familien in Jever und etwa 60 in Hohenkirchen zugute, darunter viele mit Kindern und neuerdings eine zunehmende Zahl von Asylsuchenden, die Friesland zugewiesen wurden. Die gespendeten Waren sollen dann schon ab nächster Woche nach und nach an die Kunden der Tafel ausgegeben werden. Viele seien wirklich darauf angewiesen, so Luise Eden. Dabei sei der schwierigste Schritt für viele Menschen, sich überhaupt zu trauen, zum ersten Mal zur Tafel zu gehen. Niemand müsse aber mit dem Gefühl kommen, Bittsteller zu sein. Die Aktion bei Famila läuft an diesem Sonnabend von 9 bis 18 Uhr.
Gunther Holtorf: Mit „Otto“ auf Weltrekordfahrt
Die Räder, die an einem Freitag im November auf den Schlosshof in Jever rollten, haben die Brooklyn Bridge in New York berührt, die Felsen von Feuerland und das Eis in Alaska, sie blieben im südamerikanischen Urwald im Schlamm stecken und wirbelten den Staub in der australischen Wüste hoch. Es gibt fast keine Länder der Welt mehr, deren Asphalt-, Schotter- und Sandpisten der Mercedes 300 GD von 1988 nicht befahren hat. „Otto“ wird der Geländewagen von seinem Besitzer Gunther Holtorf liebevoll genannt.

Foto©: Helmut Burlager
Seit 25 Jahren sind sie unterwegs, diemeiste Zeit war Holtorfs inzwischen verstorbene Frau Christine dabei. Nach Jever wollte der 76-Jährige schon immer mal kommen, weil hier sein alter Freund Dr. Fritz Kleinsteuber lebt, den er aus gemeinsamen Zeiten in Jakarta (Indonesien) kennt. In diesem Jahr hat er es nun geschafft und traf für eine Stippvisite in der Marienstadt ein.
Nur noch wenige Monate wird Gunther Holtorf mit „Otto“ unterwegs sein, noch die wenigen restlichen Länder abfahren, die in seiner Sammlung fehlen, dann geht der Wagen nach München ins Museum. Und das Guinness-Buch der Rekorde wird den Wagen, der dann wohl 950 000 Kilometer auf dem Tacho haben wird, als Weltrekord-Auto aufnehmen. Die ganze Geschichte hier: Ottos Weltreise
Mit Mikrokrediten zur Unternehmerin geworden
Celina Yelpoe und Moses Lambon erzählen vom Erfolg ihrer Arbeit in Ghana
Von Helmut Burlager
Jever – „Wunderbar“ ist eines der wenigen deutschen Wörter, die Moses Lambon aus Bole in Ghana gelernt hat, seit er vor zwei Wochen nach Deutschland gekommen ist. Er benutzt es oft. Zum Beispiel, als Edzard de Buhr vom Eine-Welt-Kreis Jever eine Spende von 5000 Euro für die Arbeit von Opportunity International in Ghana verspricht. Und auch die anderen Briefumschläge mit Geldscheinen, die an diesem Abend im evangelischen Gemeindehaus Jever für den Aufbau von kleinen Genossenschaftsbanken in Ghana übergeben werden, kommentiert Moses Lambon mit einem strahlenden Lächeln und einem fröhlichen „Wunderbar!“

Foto (c): Helmut Burlager
Gut zwei Dutzend Zuhörer haben sich eingefunden, um von dem Gast aus Ghana und seiner Begleiterin Celina Yelpoe, einer Hühnerfarmerin aus der Gegend um Bole, zu erfahren, wie die Entwicklungsarbeit der Stiftung Opportunity International Deutschland funktioniert. Eingeladen hatten dazu der Eine-Welt-Kreis und der Freundeskreis Weser-Ems von Opportunity International. Durch den Abend führt Opportunity-Mitarbeiter Kai Becker, der seit zwei Wochen mit den beiden Afrikanern durch Deutschland und die Schweiz tourt, von einer Veranstaltung zur anderen. Geldgeber und potenzielle Spender sollen an diesen Abenden erfahren, wie die Mittel eingesetzt werden, die auch aus der Weser-Ems-Region nach Ghana fließen.
Celina Yelpoe ist dafür ein gutes Beispiel. Sie betrieb ein winziges Geschäft als ambulante Wasserverkäuferin an der Straße, der Gewinn reichte kaum zum Leben. Eines Tages machte eine andere Frau sie auf die Möglichkeit aufmerksam, über die Entwicklungsbank Sinapi Aba Trust, Partnerorganisation von Opportunity, an Schulungen und Kleinkredite heranzukommen, um ihr Geschäft zu erweitern. Beide gingen zu dem örtlichen Kreditberater, erfuhren aber, dass zur Gründung einer kleinen Genossenschaftsbank mindestens fünf Frauen nötig seien. Die suchten sie im Bekanntenkreis zusammen, dann begann das achtwöchige Training,in dem die Klientinnen auf ihre künftige Geschäftstätigkeit und die Zusammenarbeit in der „Trust-Bank“ vorbereitet wurden. Danach erhielten sie ihre ersten Kredite. Sie investierten in ihre Geschäfte, unterstützten sich gegenseitig, zahlten das Darlehen in kleinen Beträgen zurück und lernten in den wöchentlichen Treffen mit dem „Loan Officer“, ihrem Kreditbetreuer, viel über die richtige Art, mit dem verdienten Geld klug umzugehen, um die Situationen ihrer Familien zu verbessern.
„Sie ist meine Erfolgsstory“, sagt Moses Lambon über Celina Yelpoe. Die hatte sich nämlich überlegt, dass sie mehr als mit Wasser vielleicht mit Eiern verdienen könnte. Ihr Kreditbetreuer fand die Idee gut, vermittelte ihr eine einmonatige spezielle Schulung, in der sie lernte, wie man mit Eintagesküken umgeht und sie großzieht, bis sie Eier legen. 50 Küken erwarb Celina mit Hilfe eines Mikrokredits, nach fünf Monaten fingen die Hühner an, Eier zu legen, und bald konnte die Klientin sich weitere 50 Tiere kaufen. Heute hat ihre kleine Hühnerfarm 1000 Hühner, die 900 Eier am Tag legen. Die verkauft Celina Yelpoe an Frauen, die die Eier hart kochen und an der Straße verkaufen – ein typisch ghanaischer Schnellimbiss. Inzwischen beschäftigt die Farmerin vier weitere Menschen, und in ihrer schönen, bildreichen Sprache umschreibt sie das mit dem Satz: „I put a smile on their faces“ – ich habe ein Lächeln auf ihre Gesicher gezaubert. So profitieren von den Kleinkrediten, mit denen Celina ihre Existenz aufbaute, inzwischen viele andere. Beispielsweise unterstützt die Frau 27 Witwen aus der Gemeinde wirtschaftlich. Nicht zuletzt ermöglicht sie mit ihrem stabilen Einkommen ihren eigenen drei Kindern eine gute Schulausbildung.. Auch auf diesem Gebiet engagiert sich Opportunity.
„Wir wollen ein besseres Ghana bauen“, sagt Moses Lambon, der als studierter Marketing-Fachmann lukrativere Jobs hätte bekommen können, aber in seiner Arbeit als Berater aufgeht. Und Leute wie Celina Yelpoe sind dankbar dafür. „Es gibt so viele Frauen, die auf eine Chance warten, aus der Armut herauszukommen“, sagt sie, und: „Women in Ghana are strong!“ – Frauen in ihrem Land seien stark.
Der Freundeskreis Weser-Ems von Opportunity International um Pastor Rüdiger Möllenberg und die Unternehmer Dr. Karl Harms und Jochen Ewald hat seit 2007 schon Spenden von mehr als 550 000 Euro für die Mikrofinanz-Arbeit in Ghana eingeworben, Mit den Spenden vom Mittwochabend dürfte man ungefähr auf die Schnapszahl von 555 555 Euro gekommen sein. Anfangs waren mal 100 000 Euro anvisiert worden, ein begrenztes Projekt der Jeveraner. Inzwischen ist ans Aufhören gar nicht mehr zu denken.
Mehr Infos unter www.oid.org