Tag 109 | Teeblättchen

Sammelbildchen von OnnO Behrends: Teeblättchens Reise. Foto (c): Wattenmeer-Besucherzentrum
Sammelbildchen von OnnO Behrends: Teeblättchens Reise. Foto (c): Wattenmeer-Besucherzentrum

Noch nichts vor über Ostern? Vielleicht ist ein Besuch im Wattenmeer-Besucherzentrum in Wilhelmshaven drin. Dort läuft noch bis zum 18. Mai die Ausstellung „Teeblättchen trifft Robinson“. Gezeigt werden historische Sammelbilder der Teefirma OnnO Behrends. Von 1932 bis 1953 legte die in Norden ansässige Firma ihren verschiedenen Teepackungen aufwendig gemalte Sammelbilder bei. Für die Gestaltung der Sammelbilder beschäftigte die Firma zwei Künstler, die über 1.000 Sammelbilder malten. Neun Sammelalben wurden veröffentlicht, die u. a. die ehemaligen deutschen Kolonien, die Geschichten von Robinson Crusoe, Klaus Störtebeker zeigen. Ein besonderes Album beschreibt „Teeblättchens“ Reise vom fernen Asien in die hiesigen Teekannen. In der Ausstellung sind die historischen Sammelalben und Originalbilder sowie Teedosen, Teegeschirr und Werbemittel zu sehen. Das Wattenmeerhaus am Südstrand 110 b ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Dort läuft übrigens gleichzeitig bis zum 6. Mai die Sonderausstellung „Amazonas – eine Landschaft und ihre Menschen“ von Prof. Dr. Georg Irion vom Senckenberg-Institut.

Teepflückerin. Foto (c): Wattenmeer-Besucherzentrum.
Teepflückerin. Foto (c): Wattenmeer-Besucherzentrum.

Tag 98 | Junges Platt

Heute gebe ich aus Bequemlichkeit mal wieder einfach etwas weiter, nämlich eine Mitteilung des Instituts für Niederdeutsche Sprache in Bremen. Es geht um den Wettbewerb „Mien Leven mit Platt – dat is wat!“

Längst haben junge Autoren und Musiker die norddeutsche Regionalsprache für sich entdeckt. Nun können sie zeigen, dass sie mit Plattdeutsch auch im internationalen Vergleich mithalten können: Gerade angelaufen ist der europaweite Online-Sprachenwettbewerb MiLaS, der sich in erster Linie an Jugendliche und junge Erwachsene richtet.

Die Teilnehmer sollen motiviert werden, Texte in ihrer eigenen Sprache zu verfassen und vorzutragen. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt: Alle Formen moderner Literatur und Textkultur sind erlaubt – es können sogar mehrere Sprachen gemischt werden. Möglich ist auch die Verwendung musikalischer Elemente. Besonderen Wert legen die Organisatoren von „language diversity“ auf Regional- und Minderheitensprachen. Schließlich leisten diese einen wesentlichen Beitrag zur sprachlichen Vielfalt in Europa.

Um an dem Online-Sprachenwettbewerb teilnehmen zu können, muss ein maximal dreiminütiger Videobeitrag des selbstverfassten Textes – Kurzprosa, Lyrik, Rap, Sketch oder Lied – bis zum 28. April eingereicht werden. Parallel kann jeder online seinen Favoriten wählen. Die zehn Darbietungen mit den meisten Stimmen werden anschließend einer Fachjury übergeben, die entscheidet, welche fünf Gewinner zum Europatag am 9. Mai 2014 nach Sønderborg (Dänemark) eingeladen werden.

Weitere Informationen unter http://language-diversity.eu/campaigns/milas-wettbewerb sowie http://language-diversity.eu. Kontakt: info@language-diversity.eu

Tag 95 | Disco

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Foto: DJ-Night 2009, Michael Porath, Dormagen

Die Sonderausstellung „Break on through to the other side“ zur Geschichte der Clubs und Diskos in Weser-Ems ist im Juni 2012 mit einer tollen DJ-Night nach fünf Jahren und mehr als 3 00.000 Besuchern geschlossen worden.

Weil viele Leihgeber ihre Objekte, Materialien und Dokumente dem Schlossmuseum Jever gestiftet haben, konnte sie als Dauerausstellung zum Thema Jugend- und Musikkultur in großen Teilen im Sommer 2013 wieder eröffnet werden. So wird ein fast vergessener Aspekt der regionalen Geschichte Teil der Erinnerungskultur.

Heute besteht ein großes Netzwerk in ganz Weser-Ems und darüber hinaus, das aus dem Interesse an der Ausstellung und den damaligen Läden, der Musik und den Menschen entstanden ist. Regionale Rundfunkprogramme wie das der Ems-Vechte-Welle und vor allem auch das der Wattwerker beim Radio Ostfriesland mit ihren regelmäßigen Sendungen zur Musik, den DJs und den Gästen der einstiegen Clubs und Diskos sind mittlerweile als großartige Impulsgeber hinzu gekommen.

Anlässlich dieser schönen Entwicklungen und auf Grund der vielen Nachfragen wird das Schlossmuseum am 28. Juni 2014 eine weitere DJ-Night mit den DJs und der Musik aus den einstigen Läden starten: goin‘ underground!!

Zugesagt haben:

Rio de Luca (Apollo, Old Crow, Whisky à Gogo), Emil Penning (Red Baloon, Tiffany), Sven Rogall (Meta’s Musikschuppen), Rainer Urbschat (Why Not, Renaissance), Otto Sell (Etzhorner Krug, Ede Wolf), Rolf Joschko (Charts, Novo, Rocktheater), Wolfgang Milewski (Newtimer, Palazzo) und Gisbert Wegener (Scala)

Einlass ab 18 Uhr, Eintritt 8,- €. Der Besuch der Ausstellung an diesem und am nächsten Tag ist im Eintrittspreis inbegriffen.

Und für die Fußball-Fans: Die Spiele des Tages werden auch in diesem Umfeld ganz sicher zu sehen sein!

Karten sind ab sofort erhältlich: direkt im Schlossmuseum Jever, telefonisch unter 04461-969350 oder über das Internet unter www.schlossmuseum.de.
Auch im Whisky/Dr. Jack in Wittmund gibt es Karten im Vorverkauf

 

Tag 92 | Oma wird 30

„Gäbe es diese Zeitschrift nicht“, so sagte es einmal „Stern“-Gründer Henri Nannen über das Ostfriesland Magazin, „ich müsste sie erfinden.“ Henri Nannen, Jahrgang 1913, hat seine Jugend im ostfriesischen Emden verbracht. Diese Jahre in der Seehafenstadt, die Paddeltouren im Faltboot auf Ostfrieslands Kanälen, die grünen Weiden und Wiesen mit ihren Gerüchen haben Henri Nannen geprägt und eine Sinnlichkeit geweckt, für die er später berühmt und berüchtigt wurde. Den „Stern“ hat er mindestens ebenso „aus dem Bauch“ wie mit dem Intellekt gemacht.  Der Journalist, der als Chefredakteur über viele Jahrzehnte eine Millionenauflage zu verantworten hatte, hat das Ostfriesland Magazin gemocht, hatte es abonniert und zu Hause im Wohnzimmer auf einem Tisch hinter dem Sofa – neben anderen renommierten Zeitschriften wie „GEO“, „Der Spiegel“ oder „art“ – gestapelt. Zum 50. Heft im April 1988 hat er der Redaktion ein „Salut gen Norden!“ geschrieben, in dem es heißt: „Dem Verein zur gegenseitigen Beweihräucherung gehören wir nicht an, und doch muss ich Ihnen heute von Herzen die Hand drücken und sie dreimal schütteln, weil es Ihnen gelungen ist, in diesem Monat die 50. Ausgabe Ihres Magazins vorzulegen, ohne dass Ihr Verleger darüber hätte Konkurs anmelden müssen.“

Oma Nummer 1 mit einem Beitrag über das sagenhafte Städtchen Jever.
Oma Nummer 1 mit einem Beitrag über das sagenhafte Städtchen Jever.

Im April 1984 begann die Ära Ostfriesland Magazin. Das Heft wartete damals mit 104 Seiten auf. Mittendrin und in Farbe: 26 Seiten zum „sagenhaften Städtchen Jever“. Die erste Reportage im Heft titelte mit „Selbstvertrauen aus der Folterkammer – warum Frauen Wert auf Muskeln legen“. Seitdem ragt das Regionalmagazin im Nordwesten aus der Flut der Zeitschriftentitel heraus und gewährt exklusive Einblicke und Aussichten. Es berichten über Land, Inseln und Leute zwischen Dollart und Jadebusen – und Monat für Monat gibt es zwischen Ems und Jade viel Neues zu entdecken. Das Angebot der Themen ist breit gefächert: Menschen und Landschaften, Häfen und Seefahrt, Politik und Wirtschaft, Inseln und Küste, Gärten und Umwelt, Geschichte und Geschichten, Kunst und Kultur, Bücher und Humor, Hoch- und Plattdeutsch. Mit jeder Ausgabe nimmt das Ostfriesland Magazin seine Leser mit auf eine Entdeckungsreise und zeigt ihnen den Landstrich in qualitätsvollen Texten und erstklassigen Fotos aus immer neuen Perspektiven.

Eine der erfolgreichsten Regionalzeitschriften

Als 1984 die erste Ausgabe vom Ostfriesland Magazin erschien, konnte niemand ahnen, dass es sich zu einer der erfolgreichsten Regionalzeitschriften Deutschlands entwickeln würde. Als erste Illustrierte für Land und Inseln zwischen Dollart und Jadebusen im Ostfriesland Verlag – SKN (Soltau-Kurier-Norden) von dessen Verleger Christian Basse gegründet, ist das Ostfriesland Magazin seit 1984 monatlich mit immer neuen Perspektiven sowohl auf dem regionalen Markt als auch am überregionalen Markt präsent. Nur einmal, zum Millennium, gab es eine Doppelausgabe. So erschien zum 25. Jubiläum im April 2009 nicht die 300., sondern exakt die 299. Ausgabe. Zum 30. Geburtstag erscheint nun die 359. Ausgabe: das sind schätzungsweise 37.500 Seiten.

„Es war einmal… eine Idee – die Idee von der Illustrierten zwischen Dollart und Jadebusen“, so schrieb es damals der Verleger Christian Basse in seinem Wort vorweg. „Ausgelöst wurde der anfangs vage Gedanke von den vielen bunten Prospekten, die Ostfriesland als das Erholungsland an der südlichen Nordsee priesen. In Wirklichkeit gaben die Fremdenverkehrsprospekte jedoch fast alle ein falsches Bild von unserer Region wieder. Der sprichwörtlich ,etwas beschränkte Ostfriese‘ oder die ,Costa Granata‘ sind eigentlich eine Beleidigung für das wirkliche Ostfriesland.“ Die Idee von der ostfriesischen Illustrierten knüpft hier an. In vielen Momentaufnahmen soll das Geschehen in der Region mit Reportagen eingefangen werden. Reportagen sind wie Entführungsfälle aus bekanntem Terrain, ein Aufbruch ins Ungewisse. Sie sind Abenteuerreisen zu Menschen auf nahen und fernen Planeten. Reportagen beginnen mit einem Befremden. Denn wer den Mittelpunkt der Erde nicht an seinen Schreibtisch glaubt, der kann noch immer überall ins Staunen geraten. Und nur der wird es finden: Das Ungewöhnliche im Gewöhnlichen. Das Verborgene unter der Oberfläche. Das zweite Gesicht der Wirklichkeit. Aufbrüche ins Unbekannte, Beobachtungen aus der Abenteuerlichkeit des Alltags. Dieses Magazin, geliebt und vielfach gelobt für eine Reportage-Fotografie, die selbst schon Zeitschriften-Geschichte geschrieben hat und vor allem von Martin Stromann geprägt wurde. Schon immer standen beim Ostfriesland Magazin Wort und Bild nebeneinander.

Leser in 14 Ländern

In 14 Ländern der Erde wird das Ostfriesland Magazin gelesen. Dazu gehören Australien, Dänemark, Griechenland, Großbritannien, Italien, Luxemburg, Kanada, Marokko, Mexiko, Niederlande, Österreich, die Schweiz, Spanien und die Vereinigten Staaten von Amerika. Mehr als  290 Abonnentinnen und Abonnenten sind seit 1984 dabei! Sie leben unter anderem in Achim, Adelsheim, Affinghausen, Berlin, Bad Homburg, Bad Kreuznach, Bad Reichenhall, Bad Zwischenahn, Bielefeld, Bremen, Bockhorn, Bonn, Butjadingen, Dachau, Darmstadt, Delmenhorst, Dillenburg, Dörpen, Düsseldorf, Duisburg, Ellwangen, Ennepetal, Erkelenz, Frankfurt, Gevelsberg, Grevenbroich, Großkrotzenburg, Gummersbach, Halle, Hamburg, Hannover, Hasbergen, Heidelberg, Hildesheim, Jüchen, Kassel, Kiel, Krefeld, Leonberg, Lingen, Loxstedt, Lüdenscheid, Lüneburg, Mannheim, Markdorf, Meckenheim, Meppen, Minden, München, Neutraubling, Nordhorn, Nürtingen, Oberkirch, Oldenburg, Osnabrück, Papenburg, Preußisch Oldendorf, Recklinghausen, Rethem, Sendenhorst, Singen, Spardorf, St. Augustin, Sulingen, Tornesch, Unna, Unterschleißheim, Varel, Verden, Waiblingen, Westerstede, Wetter, Weyhe, Witten, Wolfenbüttel, Wunstorf und Wuppertal … sowie unter anderem im ostfriesischen Aurich, Berumbur, Carolinensiel, Detern, Dornum, Emden, Esens, Großefehn, Großheide, Hage, Hesel, Hinte, Ihlow, Jever, Krummhörn, Leer, Lütetsburg, Marienhafe, Moormerland, Norden, Osteel, Schortens, Stedesdorf, Südbrookmerland, Weener, Westoverledingen, Wiesmoor, Wittmund … und auf den Inseln Borkum, Juist, Langeoog, Norderney und Spiekeroog.

Die Jubiläums-Ausgabe 30 Jahre.
Die Jubiläums-Ausgabe 30 Jahre.

148 Seiten Jubiläumsausgabe

Die aktuelle Geburtstags-Ausgabe des Ostfriesland Magazins ist jetzt am Kiosk. Die Ausgabe hat einen Umfang von 148 Seiten und kostet 5,50 Euro. In einem 30-seitigen Sonderteil blickt die Redaktion auf 30 Jahre Ostfriesland Magazin zurück, blättert unter anderem zurück in die April-Ausgabe von 1984 und erinnert an das Aus der Spiekerooger Inselbahn im Jahr 1981. Im Jubiläumspreisrätsel gibt es exklusive Schmuckstücke aus einer eigens für das OMa-Jubiläum entworfenen Kollektion von Hermann Arends zu gewinnen.

Tag 88 | Kunst

Vater und Sohn – das kann ein spannungsgeladenes Verhältnis sein. Der eine will dies, der andere will das. So spannungsgeladen wie die Kunstwerke von Andreas Reiberg und Stephan Schmidt, die inzwischen an drei Standorten in Jever zu sehen sind, ist auch die Diskussion um diese Kunstwerke. Die einen finden sie schön, die anderen hässlich. Was will der Künstler mehr, als dass die Menschen sich mit ihren Arbeiten auseinandersetzen, statt achtlos vorbeizugehen? Das neue Werk des Grafiker-Bildhauer-Duos steht am Elisabethufer, direkt gegenüber der Brauerei.

Vater und Sohn. Skulptur von Andreas Reiberg und Stephan Schmidt. Jever, Elisabethufer, März 2014. Foto: Helmut Burlager
Vater und Sohn. Skulptur von Andreas Reiberg und Stephan Schmidt. Jever, Elisabethufer, März 2014.
Foto: Helmut Burlager

Tag 87 | Radiotipp

Franz Radziwill (1895-1983) präsentierte die Natur und das Meer als geheimnisvolle Idylle, engagierte sich aber auch für den Schutz der Natur. Das Franz-Radziwill-Haus in Dangast und das Schlossmuseum in Jever würdigen den Maler und sein Lebenswerk vom 6. April bis 31. August in dem Ausstellungsprojekt „Die Halbinsel der Seligen – Franz Radziwill in der Natur“. Damit befasst sich am Dienstag, 1. April, in der Stunde ab 19 Uhr der „Kulturspiegel“ auf NDR 1 Niedersachsen. Livestream

Tag 86 | Emissionen

Früher war auch nicht alles besser. Wenn man sich die Gemälde alter Meister anschaut, erkennt man sehr genau die Folgen von Umweltverschmutzung und Zerstörung. DRadio Wissen hat darüber jetzt einen interessanten Beitrag veröffentlicht: „Alte Meister malen Umweltverschmutzung“. Klimaforscher haben Bilder  der letzten 500 Jahre analysiert und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass mancher schöne Sonnenuntergang aus dem beginnenden industriellen Zeitalter nur dank der vielen Staubpartikel zustande gekommen ist, die den Himmel verdüsterten. Unter dem Aspekt könnte man sich auch mal die alten Kinderlieder vornehmen. Was ist die Volksweise „Es klappert die Mühle am rauschenden Bach, klipp-klapp. Bei Tag und bei Nacht ist der Müller stets wach, klipp-klapp“ denn anderes als eine Klage schlafloser Betroffener über Lärmemissionen?

Tag 79 | Kreativ

Die Homepage der Werbeagentur ist wirklich eins a. Das Team sprüht nur so vor Ideen, das kann, soll und wird potenzielle Kunden auf den Geschmack bringen. Auch die Texter der Agentur stellen sich mit einem eingängigen Satz vor: „Man nehme gewöhnliche Worte und sage ungewöhnliche Dinge.“ Darauf muss man erst mal kommen. Na ja, Kreative eben. Der Spruch passt perfekt in meine kleine Zitatensammlung. Bevor man es veröffentlicht, sichert man sich allerdings gern noch mal schnell ab, und siehe da: Der olle Schopenhauer hat’s gesagt. Aber wen interessiert schon geistiges Eigentum?

Tag 77 | In der Kürze

An Telefonzellen (jüngere Leser wissen mit dem Begriff etwas anzufangen) stand früher (mein Gott, ich werde alt) der Hinweis „Fasse Dich kurz!“ Das war vor allem denen sympatisch, die in der Schlange darauf warteten, dass sie endlich an die Reihe kommen. In Zeiten des Mobiltelefons und der Flatrates labert jeder so lange und so viel er will. Für Schreiber gilt die Aufforderung „Fasse dich kurz“ ja im Grunde auch, wenngleich eher diejenigen berühmt geworden sind, die sich nicht daran gehalten haben, was jeder erinnert, der die „Glocke“ auswendig lernen oder die Buddenbrooks lesen musste. Journalisten aber plagen sich tagtäglich mit mangelndem Platz herum und müssen deshalb schon aus Eigeninteresse einen Weg finden, die Wörterdiarrhoe aufzuhalten. Eine Kollegin einer befreundeten Zeitung hat’s darin inzwischen zu wahrer Meisterschaft gebracht, sie schreibt – wenn auch privat und nicht für die Zeitung – seit einiger Zeit Haikus. Japanisches Versmaß. Drei Zeilen, siebzehn Silben. Konzentrierte Botschaft, alles drin. Vielleicht sollte ich sie abwerben. Würde ja mordsmäßig Honorar sparen, wenn man sie losschickte: „Berichte doch bitte für uns über die Ausstellungseröffnung im Schloss. Ach, übrigens, ein Haiku reicht!“

Susannas neues Buch mit Haikus: Hier

Tag 75 | Weltreise

GlobusVon England über die Türkei nach Amerika, und das mit dem Fahrrad, das geht nirgendwo anders als im Friesischen. Allerdings gibt es Ortsnamen, die zugleich Namen von Ländern oder gar Kontinenten sind, nicht nur auf der Ostfriesischen Halbinsel, sondern auch in anderen Regionen Deutschlands, wenn auch nicht so gehäuft. Die Zeit hat in ihrer Serie „Deutschlandkarte“ eine schöne Landkarte dazu veröffentlicht, die man sich glatt als Poster an die Wand hängen könnte. Hier geht’s zum Artikel und hier zur Karte.