Tag 115 | Verlierer

Meine Facebook-Freundin Marinela, die inzwischen in Santiago de Chile lebt, hat mir gestern so richtig aus dem Herzen gesprochen, denn sie gehört, wie ich, zu den Verlierern. Sie schrieb:

„I proudly announce that it took me almost one year (with a LOT of help of my friends) until I finally lost my umbrella – I think this is a personal record!“ 

Schirme besitze ich schon seit Jahren nicht mehr. Aber Ich suche gerade mal wieder eine Schirmmütze …

Tag 114 | Viehhändler

Ein Programmtipp vom NDR. In der „nordstory“ geht es um Viehhändler:

Viehhandel vom Ammerland bis nach Ostfriesland: erst werden Sprüche geklopft, dann wird zwischen den Vertragspartnern lautstark geschachert, am Schluss einigt man sich per Handschlag. Und der zählt seit über 500 Jahren. Die traditionellen Viehmärkte sind Anziehungspunkt für Tausende Schaulustige und Landwirte aus ganz Deutschland. Rund drei Dutzend Familien in der Region bestreiten schwerpunktmäßig ihren Lebensunterhalt durch den Handel mit Vierbeinern, auch wenn die Geschäfte schwieriger werden.

Detlef Ferdinand aus Ostfriesland handelt mit Rindern. Der Ferdinand-Clan ist ein professionell aufgezogenes Familienunternehmen. Ehefrau Elke kümmert sich um das Büro. Sohn Eike, inzwischen 24 Jahre alt, hat eine Ausbildung im Fleischhandel absolviert und mehrere Jahre in Lübbecke gearbeitet. Nun ist Eike zurück und im Betrieb seines Vaters angestellt. Vorerst wohnt er auch wieder bei seinen Eltern. Seine erste Bewährungsprobe wird der Gallimarkt sein.

Dirk Sandstede besitzt im Ammerland einen Betrieb mit fast 300 Tieren. Der Pferdehandel läuft schleppend. Nebenbei züchtet Sandstede Limousin-Rinder, die er an den Mann bringt. Handeln liegt ihm im Blut. Bereits als Elfjähriger verschacherte er Tauben in der Schule. In der Region ist Dirk Sandstede wie bunter Hund bekannt. Nach dem Motto „man muss im Gespräch bleiben“, setzt er sich gerne in Szene, nimmt bei den jährlichen Landesmeisterschaften in der Kutschvielseitigkeit teil, veranstaltet legendäre Viehabtriebe im Herbst und auch er lässt den Gallimarkt nie aus.

„die nordstory“ begleitet die beiden Viehhändler und ihre Familien in ihrem Kampf um lebendige Tradition und blickt mit ihnen hinter die Kulissen des Gallimarktes.

die nordstory – Die  Viehhändler | Sendung am Freitag, 25. April 2014 um 20.15 Uhr im NDR Fernsehen

 

 

 

Hinweis an die Redaktion:

Für Rückfragen steht Ihnen gerne zur Verfügung:

NDR Landesfunkhaus Niedersachsen, Programmbereich Fernsehen, Redaktion,

Telefon: 0511/988 2453.

 

 

Fotos: www.ard-foto.de

Tag 107 | IBAN

Der vorbildliche Bankkunde hat ja so früh wie möglich auf IBAN, die internationale Bankkontonummer, umgestellt und füllt brav all seine Überweisungen mit der ellenlangen Zahlen-Buchstaben-Kombination aus, die kaum einer von uns je auswendig lernen wird. Geh ich also an diesem Mittwoch in die Bankfiliale meines Vertrauens, um ein Sparbuch aufzulösen, und weil ich das Geld von dort nicht per Homebanking überweisen kann, bitte ich die Mitarbeiterin, den Transfer zu veranlassen. Brav lege ich ihr einen Zettel mit dem Namen des Empfängers und dessen IBAN hin, und was macht sie? Zieht einen Vordruck aus der Schublade, friemelt mühsam zuerst die Bankleitzahl und dann die Kontonummer aus der IBAN heraus, trägt sie in zwei Zeilen des fotokopierten Papiers ein, lässt mich den Wisch unterschreiben und sagt: „So, das geht dann klar!“ Das finde ich auch …

Tag 105 | Schrei vor Glück

Screenshot 2014-04-15 14.51.29Besuch bei der Tochter, es klingelt an der Tür, sie geht raus, verhandelt mit einem Boten, kommt mit einem Paket wieder rein, stellt es in den Flur und setzt das Gespräch fort. Zwei Tage später steht es immer noch ungeöffnet da. Mein Glaube an TV-Werbung bekommt einen ordentlichen Knacks, immerhin steht in großen Buchstaben „Zalando“ auf dem Karton. Und geschrien hat sie auch nicht …

Schrei vor Glück

Tag 104 | Vom (Nicht-) Rauchen

Ich hab ja mein Leben lang nicht wirklich geraucht, nur mal so eine Zigarette ausprobiert, ein Zigarillo, eine Zigarre oder eine Pfeife gepafft, ohne dass es mir geschmeckt hätte und ohne dass mir nach mehr war. Ich ahne aber, wie schwer es für andere ist, damit aufzuhören, und da hat mir Facebook-Freundin Heike gestern einen Beitrag zur Verfügung gestellt, der mich berührt hat. „Mal so nebenbei“, schreibt sie, „meine letzte Zigarette liegt auf den Tag genau drei Monate zurück.“ Lest selbst:

Mal so nebenbei…

Von Heike Pohl

Meine letzte Zigarette liegt auf den Tag genau drei Monate zurück. Jahrelang hab ich es als große persönliche Freiheit empfunden, zu rauchen. Weil ich das will. Weil ich das kann. Was für ein Irrtum. Die Freiheit besteht darin, nicht mehr zur Zigarette greifen zu müssen.

Sie hat zu mir gehört. Und ich habe gerne geraucht. Am liebsten während des Schreibens bzw. der Arbeit, mit mir allein in meinem Kämmerlein. Die Zigarette gehörte zu mir, sie war ein fester Bestandteil meines Lebens. Natürlich hab ich (mit großem Schrecken) gelesen, gesehen und gewusst, welchen negativen Folgen ich mich aussetze. Es muss da einen Mechanismus geben, der einem ins Ohr flüstert: Das passiert alles den anderen. Dir nicht. Diese Augenwischerei ist nicht auf das Rauchen und seine Folgen reduziert. Man begegnet ihr in allen Lebensbereichen. Und bei (fast) allen Menschen. Und man kann sie zulassen. Oder eben nicht.

Nun weiß ich nicht, ob meine Entscheidung für mein Leben vielmehr für meine Gesundheit (noch) rechtzeitig kam. Aber eines weiß ich: Das Glück das ich empfinde, weil ich nicht (mehr) rauche, das hat mir keine einzige Zigarette je beschert. Am Schönsten war eh die, die ich mir angesteckt hab, nachdem ich mich beim Holzhacken fast von meinem Daumen (ab-)getrennt hatte. Schön war auch die nach bestandener Führerscheinprüfung. Und die, die ich geraucht hab, nachdem ich mich von dem Kerl getrennt hatte, der mir das L(i)eben schwer machte, die war auch gut.

Am Allerschönsten aber war und bleibt die vom 13. Januar 2014, als ich dachte: Lass den Scheißdreck sein, Heike.

P.S.: Es war einfacher, als ich befürchtet hatte.

Mehr von Heike Pohl und ihrem Blog

Tag 100 | Hundert Tage

„Geben Sie mir hundert Tage!“ Ja, gewiss, jedem Politiker räumt man hundert Tage ein, um beurteilen zu können, ob er in einem neuen Job was taugt oder nicht. Jeder Wirtschaftsgröße auch, und im Berufsleben sind dreimonatige Probezeiten gang und gäbe. Aber wie sieht’s mit einem Jahr aus? Kann man ihm nach hundert Tagen schon vertrauen und sagen: Es ist ein gutes? Nein, wir können es nicht wirklich. Erich Kästners Weisheit gilt ja im Grunde nicht nur Silvester, sondern jeden Tag. Wird’s besser? Wird’s schlimmer? fragt man alljährlich. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich! In diesem Sinne: Haltet durch die nächsten 265 Tage. Erst dann wird abgerechnet …

Tag 99 | Breaking News

Wisst Ihr, was ich an meinem Beruf so liebe? Den täglichen Umgang mit spannenden Nachrichten und relevanten gesellschaftlichen Themen. Gestern zum Beispiel bei der Auswertung des Polizeiberichts der Inspektion Aurich dieses spektakuläre Fundstück: „Biotonne umgefahren: Ein unbekannter Verkehrsteilnehmer fuhr in der Nacht zu Montag, 07.04.2014, eine Biotonne um und flüchtete anschließend unerkannt. Die Tonne stand an der Straße Moorweg zur Entleerung bereit, jedoch nicht unmittelbar an der Fahrbahn. Die Tonne ist für eine weitere Nutzung für Bioabfall nicht mehr tauglich. Zeugen des Unfalles werden gebeten, sich bei der Polizei Aurich, 04941/606-215, zu melden.“ Da darf man auf die Aufklärung des Falls gespannt sein.

Tag 96 | Nachteulen

Ungeduld hat einen Namen: Jörg. Der hat sich nämlich letzte Nacht Punkt 0:43 Uhr auf Facebook beklagt, dass das Wort zum Tage noch nicht online ist. Zu seiner Ehrenrettung muss ich sagen, dass er sich schon eine Minute später entschuldigt hat, denn inzwischen war „Tag 95“ im Netz. Wer nun, wie mein Freund Jörg, vielleicht glaubt, ich würde mir die Nächte um die Ohren schlagen mit dem Formulieren von Blogbeiträgen, den muss ich enttäuschen. Die Beiträge entstehen rund um die Uhr, so wie sie mir gerade einfallen. Natürlich nicht während der bezahlten Arbeitszeit (das muss ich hier schreiben, mein Arbeitgeber liest mit), aber sonst kommen mir die Dinge morgens, mittags, abends, manchmal, aber nicht oft, auch nachts in den Sinn. Nun hat die Blogsoftware „WordPress“, die ich benutze, viele schöne und nützliche Werkzeuge, unter anderen auch jenes, das mich in die Lage versetzt, die Veröffentlichung von Beiträgen vorzudatieren. Und meist stellt das System die Artikel eben kurz nach Mitternacht ins Netz, während ich friedlich schlafe. So auch diesen kleinen Aufsatz heute, nämlich um 0:13 Uhr, hoffe ich jedenfalls. Damit Jörg sich keine Sorgen machen muss, wenn die Schlaflosigkeit ihn wieder vorm PC festhält. In diesem Sinne: Gute Nacht, lieber Jörg! Sieh zu, dass Du ins Bett kommst!

Tag 95 | Disco

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Foto: DJ-Night 2009, Michael Porath, Dormagen

Die Sonderausstellung „Break on through to the other side“ zur Geschichte der Clubs und Diskos in Weser-Ems ist im Juni 2012 mit einer tollen DJ-Night nach fünf Jahren und mehr als 3 00.000 Besuchern geschlossen worden.

Weil viele Leihgeber ihre Objekte, Materialien und Dokumente dem Schlossmuseum Jever gestiftet haben, konnte sie als Dauerausstellung zum Thema Jugend- und Musikkultur in großen Teilen im Sommer 2013 wieder eröffnet werden. So wird ein fast vergessener Aspekt der regionalen Geschichte Teil der Erinnerungskultur.

Heute besteht ein großes Netzwerk in ganz Weser-Ems und darüber hinaus, das aus dem Interesse an der Ausstellung und den damaligen Läden, der Musik und den Menschen entstanden ist. Regionale Rundfunkprogramme wie das der Ems-Vechte-Welle und vor allem auch das der Wattwerker beim Radio Ostfriesland mit ihren regelmäßigen Sendungen zur Musik, den DJs und den Gästen der einstiegen Clubs und Diskos sind mittlerweile als großartige Impulsgeber hinzu gekommen.

Anlässlich dieser schönen Entwicklungen und auf Grund der vielen Nachfragen wird das Schlossmuseum am 28. Juni 2014 eine weitere DJ-Night mit den DJs und der Musik aus den einstigen Läden starten: goin‘ underground!!

Zugesagt haben:

Rio de Luca (Apollo, Old Crow, Whisky à Gogo), Emil Penning (Red Baloon, Tiffany), Sven Rogall (Meta’s Musikschuppen), Rainer Urbschat (Why Not, Renaissance), Otto Sell (Etzhorner Krug, Ede Wolf), Rolf Joschko (Charts, Novo, Rocktheater), Wolfgang Milewski (Newtimer, Palazzo) und Gisbert Wegener (Scala)

Einlass ab 18 Uhr, Eintritt 8,- €. Der Besuch der Ausstellung an diesem und am nächsten Tag ist im Eintrittspreis inbegriffen.

Und für die Fußball-Fans: Die Spiele des Tages werden auch in diesem Umfeld ganz sicher zu sehen sein!

Karten sind ab sofort erhältlich: direkt im Schlossmuseum Jever, telefonisch unter 04461-969350 oder über das Internet unter www.schlossmuseum.de.
Auch im Whisky/Dr. Jack in Wittmund gibt es Karten im Vorverkauf