Tag 74 | Weitsicht

Es ist schon mehr als ein Jahr her, da kam die Absage. Schade, dachten die Banker damals. Das wäre eine tolle Veranstaltung gewesen. Nun mussten sie sich einen anderen Redner für ihr Unternehmerforum suchen. Das klappte zwar, aber ein bisschen haben sie ihrer ursprünglichen Idee doch nachgetrauert. Eine Weile jedenfalls. Bis sie erfuhren, warum der Promi ganz andere Sorgen hat als die, ob Wilhelmshaven in seinen Terminkalender passt. Gestern stellte sich nun heraus, dass die Veranstaltung sowieso geplatzt wäre, selbst wenn der Referent zugesagt hätte. Der Mann hätte den Termin nämlich absagen müssen, weil er zum Zeitpunkt der Veranstaltung wohl längst wegen Steuerhinterziehung im Gefängnis sitzen wird. Da hat jemand Weitsicht bewiesen.

Tag 73 | Hallo

„Netto ruft Weißwurst zurück“, lese ich beim Bild online und stelle mir das gerade bildlich vor. „Hallo Weißwurst! Haaaalllooooo! Kommst du bitte noch mal zurück?“

Tag 72 | Erkenntnis

„Twitterer sind Narzisten, überschätzen ihre Talente, haben einen Hang zum Exhibitionismus, können Kritik nur ganz schwer ertragen und empfinden wenig Empathie für andere – haben US-Wissenschaftler herausgefunden.“ Das lese ich beim Mediendienst „Turi2“. Na ja, dann wisst Ihr ja jetzt, mit wem Ihr es zu tun habt. https://twitter.com/HelmutBurlager

Tag 71 | Kenntnisreich

Kann man mehr Fehler in eine Immobilienanzeige einbauen?

„Die angebotene Mietwohnung befindet sich in äußerst begehrter Lage in der historischen Stadt Jever, welche 1536 entstand.“

(Jever ist mehr als tausend Jahre alt, erhielt nur 1536 die offiziellen Stadtrechte)

„Jever ist durch die hohe Einwohnerzahl von rund 14.100 eine der größten Städte im Landkreis Friesland.“

(Es gibt nur drei Städte im Landkreis Friesland, davon ist Jever die kleinste)

„Durch die Nähe zu Wilhelmshaven (15 km) sowie dem Küstenbadeort Hooksiel (10 km) wird die Attraktivität dieser Lage nochmals unterstrichen.“

(Bei diesen Entfernungsangaben kommt man mal gerade bis zum Ortsrand der genannten Ziele, aber seien wir nicht kleinlich)

Die Wohnung, um die es geht, ist übrigens hübsch. Das hab ich mit eigenen Augen gesehen …

Tag 70 | Die Krim und Jever

Wenn Putin sich nicht nur die Krim zurückholt, sondern alles, was mal russisch war, dann müssen sich auch die Jeveraner fürchten, meint Klaus Pokatzky in seinem Wochenrückblick „Is was?“ im Deutschlandfunk. Zwar spricht er von „Jeverinnen und Jever“, wenn er uns meint, aber das sei ihm verziehen, und was er am Schluss seiner Glosse zur Sprache bringt, ist ja nicht ganz von der Hand zu Weisen. Auch wenn es nur Satire ist.

Is was?

Tag 69 | Aus Lemgo

Pinar Atalay moderiert künftig die Tagesthemen. Foto: NDR/Thorsten Jander
Pinar Atalay moderiert künftig die Tagesthemen. Foto: NDR/Thorsten Jander

Spiegel online fragt die künftige Tagesthemen-Moderatorin Pinar Atalay in einem Interview: „Wie sehr nervt es Sie eigentlich, dass Ihr Migrationshintergrund so häufig thematisiert wird?“ Will Spiegel online uns damit sagen, dass der Migrationshintergrund von Medienleuten und Politikern zu oft thematisiert wird? Dann hätten die Kollegen vielleicht mal auf die Frage verzichten sollen. Wie auch immer, Frau Atalay geht äußerst entspannt mit der Frage und mit dem Thema um. „Eigentlich habe ich ja auch gar keine Migrationsgeschichte, ich stamme aus Lemgo, also Ostwestfalen-Lippe“, antwortet sie. Das Interview ist lesenswert:

Türken haben immer noch ein Gastarbeiter-Image

Tag 66 | Im Gezeitentakt

Über eine etwas abenteuerlich wirkende Brückenkonstruktion passierte die Tidebahn die Deichlinie.  Foto: Archiv Manfred Terhardt
Über eine etwas abenteuerlich wirkende Brückenkonstruktion passierte die Tidebahn die Deichlinie.
Foto: Archiv Manfred Terhardt

Eine Bahnstrecke, deren Fahrplan sich nach Ebbe und Flut richtet – diese Besonderheit gaben die Deutsche Bahn AG und der Landkreis Friesland vor 25 Jahren freiwillig und voreilig auf. 1989 wurde die Linie Jever-Harle stillgelegt. Im vergangenen Jahr hätte sie ihr 125-jähriges Jubiläum feiern können. Aber sie „überlebte“ nur gerade mal 100 Jahre. Im vergangenen Jahr, zum 125-jährigen „Geburtstag“ der Bahnstrecke, hat Manfred Terhardt einen Beitrag über die Tidebahn und ihr Ende verfasst, den er dem Friesenblog zur Verfügung stellte. Nachzulesen ist er hier

Tag 65| Lebensbuch

Johannes Diekhoff.  Foto: Reinhard Former
Johannes Diekhoff.
Foto: Reinhard Former

Im Alter von 94 Jahren ist im vergangenen Jahr Johannes Diekhoff gestorben, ein geschätzter zweisprachiger ostfriesischer Autor und Vordenker. Die Journalisten Johann Haddinga und Reinhard Former haben jetzt, sozusagen als Vermächtnis des bekannten Schriftstellers, dessen letztes Buch herausgebracht. „Dat mag Jo good gahn“ verbindet die Biografie des Ostfriesen mit Reportagen, Interviews und Berichten sowie einer Auswahl seiner wichtigen Werke. Mehr über das Buch gibt es hier.