Tag 64 | Erkenntnis

Seit ich das Wort zum Tage immer schon kurz nach Mitternacht freischalte, weiß ich erst, wie viele Nachteulen es gibt, die nicht ins Bett finden und nach zwölf noch hellwach anderer Leute Blogs lesen und liken.

Tag 63 | Fake

Die FDP wäre wieder drin. Im Bundestag. Sagt Prognos, da wird es ja wohl stimmen. Die Nachricht verbreitet sich auf Twitter. Jeder würde sie glauben, der nicht schon mal auf die Quelle @PrognosUmfragen hereingefallen ist, und das sind viele.

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Aber haben sie es bemerkt? Die renommierte Prognos AG in Basel (Schweiz) kann nichts dagegen machen, dass sich da jemand mit ihrem Namen schmückt und angebliche Umfrageergebnisse veröffentlicht, die knapp daneben treffen. Im November 2013 ist übrigens die CDU-Landtagsfraktion in Hannover darauf hereingefallen, als @PrognosUmfrage die absolute Mehrheit der CDU voraussagte (HAZ-Bericht). Wie es wirklich kam, wissen wir. Dicht daneben ist eben auch vorbei.

Tag 62 | Was macht eigentlich…?

ICEDas war ein Ereignis im Sommer 2008, als ein Intercity Express (ICE) der Deutschen Bahn AG in den „Hauptbahnhof“ von Jever einfuhr und auf den Namen der Kleinstadt getauft wurde. Seitdem verkehren hier wieder nur die Züge der Nordwestbahn, die ja auch ganz schick, aber nicht so mondän sind. Bleibt die Frage: Was ist eigentlich aus dem Jever-ICE geworden? Er fährt. Und zwar auf der Strecke vom dänischen Århus nach Berlin Ostbahnhof (ICE 381), wie auf Bahnbilder.de dokumentiert ist. Wie es aussieht, geht’s dem Intercity „Jever“ gut. Schade nur, dass er nicht zwischen Wilhelmshaven und Berlin fährt.

Tag 61 | Spetz

Die "Plattdüütsche Landkoort" stellt Orte vor, die sich für zweisprachige Ortsbeschilderung entschieden haben, so wie Auerk, die ostfriesische Hauptstadt.
Die „Plattdüütsche Landkoort“ stellt Orte vor, die sich für zweisprachige Ortsbeschilderung entschieden haben, so wie Auerk, die ostfriesische Hauptstadt.

Von „Spetz“ war ja neulich schon in Zusammenhang mit der reiselustigen Seniorin die Rede (Alma will naa Afrika), nun wird das ostfriesische Dorf auch in einer Veröffentlichung des Instituts für Niederdeutsche Sprache (INS) erwähnt. Es dient als Beispiel für die Zweisprachigkeit bei Ortsnamen. Das Dorf Spetzerfehn im Landkreis Aurich (Auerk) wird nämlich gemeinhin „Up Spetz“ genannt. Das Institut dokumentiert solche zweisprachigen Ortsbezeichnungen auf einer interaktiven Landkarte. Alma, die derzeit in Gambia weilt, kehrt übrigens nächste Woche aus Afrika zurück naa Up Spetz.

Tag 60 | Liebe ist …

Die weißhaarige Nachbarin, hoch in den Achtzigern, verlässt das Haus, biegt auf den Bürgersteig, offensichtlich ist sie auf dem Weg zum Einkaufen. Im Vorbeigehen grüßt sie mich freundlich, wie immer. Plötzlich macht sie kehrt, geht ein paar Meter zurück, bis sie ihre Wohnung wieder im Blick hat und winkt kurz Richtung Wohnzimmerfenster. Dann dreht sie erneut um und setzt sie ihren Weg fort. Sie bemerkt meinen irritierten Blick und klärt mich lächelnd auf: „Da steht mein Mann. Er schaut immer aus dem Fenster, wenn ich aus dem Haus gehe und winkt mir nach. Ich habe vergessen zurück zu winken.“ Sie wohnen dort übrigens seit fast fünfzig Jahren.

Tag 59 | Saniunfair

Eins haben die Dixi-Klos auf dem Rastplatz an der Sauerlandlinie A 45, die als Ersatz für ein in Renovierung befindliches Toilettenhäuschen dienen, ja für sich. Wer sie benutzen muss, wird sich nie wieder über die 70 Cent Eintritt bei Sanifair in deutschen Raststätten beschweren.

Tag 58 | Radio Eriwan

"Legionär" heißt die Plastik von Albert Vardanyan. Foto: Sezession Nordwest
„Legionär“ heißt die Plastik von Albert Vardanyan.
Foto: Sezession Nordwest

Frage an Radio Eriwan: Kann man in Wilhelmshaven armenische Kunst anschauen? Antwort: Im Prinzip ja. Man muss sich allerdings aufraffen, die Ausstellung bei der Sezession Nordwest zu besuchen. Ab heute zeigen vier Künstler aus Jerewan ihre Arbeiten im Schaufenster für regionale Kunst. Es ist ein Gegenbesuch, nachdem Wilhelmshavener Künstler sich in Armenien für ein soziales Projekt eingesetzt haben.

Neues aus Eriwan

Tag 57 | Glückskeks

Angebot eines Bäckers in Stein am Rhein, Schweiz. Foto: Helmut Burlager
Angebot eines Bäckers in Stein am Rhein, Schweiz.
Foto: Helmut Burlager

Das Bäckerhandwerk hat’s schwer gegen die Konkurrenz der Industriebrothersteller und Backstationen in Supermärkten, bei Aldi und Lidl. Da heißt es Nischen suchen, und warum nicht eine Anleihe nehmen bei Kollegen, die schon neue Wege gehen? Mit Glückskeksen aus Hanfprodukten ließen sich bestimmt neue Kundenkreise erschließen. Und wer hat’s erfunden? Natürlich die Schweizer!

Tag 56 | Kitsch

Ich bin ja für so Kitschpostkarten nicht zu haben, deshalb ist es mir auch ein bisschen peinlich, dieses Foto aus Stein am Rhein (Schweiz) zu veröffentlichen. Aber so war das halt auf der Radtour am Sonntag…

Stein am Rhein, Schweiz. Foto: Helmut Burlager
Stein am Rhein, Schweiz. Foto: Helmut Burlager

 

Tag 55 | Je oller …

Alma Rodyk (82) reist mit Tochter, Enkelin und Urenkelin nach Gambia.  Foto: Helmut Burlager
Alma Rodyk (82) reist mit Tochter, Enkelin und Urenkelin nach Gambia.
Foto: Helmut Burlager

Wo wir doch vorgestern gerade beim Thema Respekt für ältere Menschen waren, da hätte ich noch einen anzubieten. Da gibt es mitten in Ostfriesland, in Spetzerfehn, eine 82-Jährige, die hört Weihnachten, dass ihre Tochter mit Enkelin und Urenkelin nach Gambia reisen will. Und erklärt kurzerhand: „Ich fahre mit.“ Morgen, Dienstag, startet diese ungewöhnliche Reise von vier Generationen Frauen zu den Wurzeln der Jüngsten des Quartetts. Der Vater der kleinen Jaye stammt vom schwarzen Kontinent:  Alma will naa Afrika